Schwarze Löcher – harmlos!

Als vor ein paar Jahren die Teilchenschmiede CERN bekannt gab, dass der Start für die Experimente zum Auffinden des Higgs-Bosons klar sei, ging ein Raunen durch den Blätterwald und eine ganze Reihe seriöser und weniger seriöser Experten beschwörten das Ende unserer Welt. Schon in 5 Jahren, wurde gemunkelt, werde die Erdkugel von einem übel riechenden schwarzen Loch gefressen werden. Die BBC sprach mit renommierten Forschern, nach deren Berechnungen in den nächsten 5 Millionen Jahren auf jeden Fall ein schwarzes Loch bei CERNs Versuchen zum Urknall entstehen müsse. Selbst CERN räumte schließlich ein, dass eine reale Chance auf ein experimentell erzeugtes schwarzes Loch innerhalb von 5 Milliarden existiere. Wichtiger ist jedoch, dass das so erzeugte Schwarze Loch, entweder seine eigene Zeugung nicht überleben werde, oder als sogenanntes Mirco-Black-Hole seinen weiteren Lebensweg beschreiten werde.

Wie gefährlich können mikroskopisch kleine schwarze Löcher unserem Heimatplaneten werden?

Die Antworten auf diese Frage fallen, wie zu erwarten, unterschiedlich aus. Die Mehrheit der Wissenschaftler geht jedoch heute davon aus, dass solche Micro-Black-Holes immer wieder einmal auf ihrem Weg durch das Weltall die Erde getroffen haben müssen bzw. auch in Zukunft die Erde treffen werden. Wie P.M. jetzt berichtete hat ein Physikerteam inzwischen simuliert was denn geschieht wenn ein solches Loch auf der Erde einschlägt. Innerhalb einer Minute würde es die Erde durchdringen und im der kosmischen Dunkelheit unseres Sonnensystem auch schon wieder verschwunden sein. Ein solches schwarzes Loch, kleiner als ein Atomkern, mit einer vergleichsweise riesigen Masse und einer großen Eigengeschwindigkeit würde auf seinem Weg durch das Erdinnere wahrscheinlich weder eingefangen noch kaum mit anderen Atomkernen zusammenstossen. Deshalb ist lt. Simulation der Schaden, den es anrichten kann auch gering. Die Erschütterung, die es erzeugt dürfte kaum mehr als einem Erdbeben der Stärke 4 auf der Richterskala entsprechen. Um bereits statt gefundenen Kollisionen von schwarzen Löchern mit der Erde auf die Spur zu kommen wurde vorgeschlagen Erdbebendaten daraufhin auszuwerten.

War der Tunguska-Impact in Sibirien im Jahr 1908 eine Kollision mit einem schwarzen Loch?

Allgemein wird angenommen, dass ein Meteorit für den Knall und die heftigen Zerstörungen verantwortlich ist. Es könnte aber auch ein Micro-Black-Hole die Ursache dafür sein. Da die Kollision beim Eintritt in die Erde stattfindet, entsteht hier auch ein Oberflächenbeben und evtl. Hitzeentwicklung, so dass das Ereignis in Tunguska tatsächlich auch auf den Zusammenprall von solch schwerer exotischer Materie mit normalen Atomen zurück geführt werden könnte.

Ernesto O.

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