Alles was P recht ist – Teil 3

In seiner ersten Sendung „Precht – Skandal Schule – Macht lernen dumm?“ sprach Richard David Precht mit dem Hirnforscher und Schulkritiker Gerald Hüther über Schule, Lernen, Leistung, Kreativität und die Zukunft von Bildung.

Für alle diejenigen,  die diese Sendung nicht live sehen konnten; hier die Sendung aus der ZDF-Mediathek

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1720560/#/beitrag/video/1720560/Macht-Lernen-dumm%3F

#Precht #Philosophie

In Teil 2 habe ich den dargebotenen Inhalt der Sendung thematisiert. Nun also noch das Design-Format der Sendung. Eigentlich habe ich gar keine Lust mehr es zu kommentieren. Deshalb kurz: Es war schlecht.

Ursachen dafür  – will ich jetzt nicht wirklich analysieren –  ZDF, Precht, das Universum? Suchen Sie sich einen Schuldigen aus, oder lassen sie es, wie sie wollen.

Wer den wahren Weg zu guten philosophischen TV-Sendungen bzw. philosophisch beatmeten Sendungen sucht, kann bei Harald Lesch eine ganze Menge lernen.

z.B.:

Fazit: Wer nur etwas von Philosophie versteht, versteht auch die nicht richtig. Was wir brauchen ist ein Philosophie-Magazin. Lustvoll, lernträchtig und nachdenklich. (sozusagen Precht, Gottschalk, Lesch, Ranga Yogeshwar und eine Prise Stefan Raab)

Der Mix macht´s; immernoch und schon entsteht eine Sendung mit Leben(sphilosophie).

Warum ereifere ich mich eigentlich so für Precht, vielleicht weil Brecht mal mein Lieblingsschriftsteller war.

Ernesto O.


			

Silent running – Lautlos im Weltall

 

silent-running-lautlos-im-weltall-kinotrailer

 

Cover of "Silent Running"

 

In Silent running, einem SF-Film von 1972 ist die Dummheit der Menschheit wohl grenzenlos. Anstatt die Pflanzen der Erde zu hegen und zu pflegen schicken die Erdbewohner drei Raumschiffe als Arche Noah mit irdischer Flora und Fauna hinaus ins Sonnensystem auf eine Saturnumlaufbahn. Doch anstatt das Leben der Pflanzen und Tiere zu bewahren, erhalten die Schiffe von der Erdstation den Befehl die neun Glaskuppeln mit den Wäldern abzusprengen und mit Atombomben zu vernichten, um die Raumschiffe wieder für profitversprechende kommerzielle Aufgaben verwenden zu können.

 

Nie wieder den Geruch von blühenden Rosen, den Duft von reifem Ost und den Geschmack von frischem Gemüse, das ist für Astronaut Freeman Lowell zuviel. Er widersetzt sich dem Befehl mit allen Konsequenzen. Die Mission zur Rettung der irdischen Flora und Fauna muss mit allen Mitteln fortgesetzt werden.

 

 

Ernesto O.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlamassel

 

Es war einmal eine Kellerassel
die geriet in einen großen Schlamassel.
Der Keller, in dem sie asselte
brach eines schönen Tages ein,
sodass das ganze Haus aus Stein
ihr auf das Köpfchen prasselte.
Sie soll religiös geworden sein.

 

Bertolt Brecht

http://de.wikipedia.org/wiki/Bertolt_Brecht#Gedichtsammlungen

 

Ernesto O.

Die Intelligenz des Turnschuhs

 

Aus den kanadischen Wäldern erzählt man sich folgende Geschichte. Zwei Schüler einer Schule in Kanada – der eine Klassenbester, hoch-intelligent, Mathematik- und Sprachgenie,  supersportlich vom Scheitel bis zum Fuß, darüber hinaus noch ein kommunikativer Typ, den alle lieben müssen –  geht zusammen – mit dem nicht so vom Glück verwöhnten, etwas schrulligen Klassentrottel, der an Rechenaufgaben länger zu kauen hat, außerdem nicht immer die angemessenen Worte findet, wenn es darum geht mit dem anderen Geschlecht ins Gespräch zu kommen und zu guter letzt auch alles andere als die Figur eines Sportolympioniken besitzt – im Wald spazieren. Als sie eine große Lichtung betreten, baut sich unvermittelt ein riesiger, finster brummender Grizzlybär vor den beiden auf.

Unser hoch-intelligenter supersportlicher Klassenbester, berechnet sofort seine Überlebenschancen und ermittelt ein fatales Ergebnis: Da er nur 10,4 auf hundert Metern laufen kann, wird der Bär mit seiner Ausdauer und seiner Antrittsstärke ihn einholen. Jede seiner weiteren Berechnungen bestätigt die Ausweglosigkeit der Situation.

Der Klassentrottel sieht den Bär, überlegt keine Sekunde, dreht sich auf dem Absatz um und rennt was das Zeug hält davon.
Der Bär kann ja schließlich immer zuerst mal nur einen schnappen.

Bisweilen wünschte ich unseren Politikern öfter diese Intelligenz des Turnschuhs.

Ernesto O.

 

Schleuderprogramm für den Popstar Verdi

Die Verfilmung von Hera Linds Roman „Schleuderprogramm“ bringt eine abgehalfterte Opersängerin aus Finanznot in die Kölner JVA zu ihrem ganz persönlichen Gefangenenchor. Die Gefängnisinsassen denken eigentlich nur an ihre Freiheit, was zugleich ihre Bereitschaft erklärt, den Gefangenenchor aus der bekannten Oper Nabucco  von Guiseppe Verdi für einen Sanges-Wettbewerb jenseits der Gefängnismauern einzustudieren.
Sehr schön gemachter Film, noch besser der Gefangenchor. Man könnte glatt Opernfan werden…
Ernesto O.

Alles was P recht ist – Teil 2

me and joseph beuys ee11   http://www.kunsthalle-darmstadt.de

In seiner ersten Sendung „Precht – Skandal Schule – Macht lernen dumm?“ sprach Richard David Precht mit dem Hirnforscher und Schulkritiker Gerald Hüther über Schule, Lernen, Leistung, Kreativität und die Zukunft von Bildung.

Für alle diejenigen,  die diese Sendung nicht live sehen konnten; hier die Sendung aus der ZDF-Mediathek

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1720560/#/beitrag/video/1720560/Macht-Lernen-dumm%3F

Die Hoffnung und die Erwartungen auf eine gute #Precht Sendung waren groß. Doch bereits nach 10 Minuten war die Twittergemeinde enttäuscht. Weder Inhalt noch Design der Sendung vermochten das Publikum zu fesseln. Schlaftabletten schon um 23.45.

Womit fangen wir an? Design oder Inhalt? Na, gut – Inhalt. Inhalt ist ja immer wichtiger als Design, wenn das Design nicht stimmt können wir uns  wenigstens noch am Inhalt festhalten. Doch, ach – nach der großen Aufmachung „Skandal Schule“ folgte nicht mal heiße Luft. Bereits der Untertitel hätte stuzig machen sollen. „Macht Lernen dumm?“  Dass Lernen nicht zwangsläufig dumm macht, kann ja nun jeder wissen.  „Macht die Schule dumm?“ wäre die spannendere Frage gewesen. 

„An der Schule werden die Kinder
von den falschen Leuten,
nach den falschen Methoden,
in den falschen Dingen unterrichtet.“

Kaum ausgesprochen war dieser Faden auch schon verloren. Entweder sollte die These nicht verfolgt werden, oder sie diente wirklich nur zum Anfüttern. Allein dieser rote Faden, wenn es denn einer hätte werden sollen, wurde nicht nachhaltig gesponnen. Was von Anfang an klar und selbstverständlich war, war, oh wie wahr, dass die Hirnforschung mit ihren phänomenalen neuen Erkenntnissen die Schule umkrempeln wird, weil Deutschland sonst weltweit wohl in Sachen Leistung und Effizenz völlig abgehängt. Deshalb sieht die Schule ja auch in 10 Jahren, nein schon in 6 Jahren völlig anders aus – oder? Na meinetwegen, wengistens wurde erkannt, dass der Fehler im System liegt.

Unnützes wird in der Schule gelehrt, nun auch das ist nicht neu. Wer jedoch glaubt, dass aus der historisch gewachsenen Leistungs- bzw. Leistungskontrollschule in kurzer Zeit eine Kreativitätsschule wird, irrt. Das Lernen Lust macht und Lust auf Lernen die Kreativität fördert wissen sicher viele aus eigener Erfahrung. TV-Sendungen, wie Lob des Fehlers (Filme von Reinhard Kahl) und andere haben schon vor über 10 Jahren die Dinge beim Namen genannt und Perspektiven aufgezeigt.

Wäre doch schön gewesen wenn Precht und Hüther wenigstens das Haupthindernis – die aktuelle Lehrer-Schüler-Relation – herausgearbeitet hätten. Wer in einer Klasse mit 30 anderen sitzt, hat vor allem ein Problem: sich im sozialen Verband zu profilieren um hinreichend anerkannt zu werden. Wer nicht einigermaßen anerkannt ist, steht unter einem permanten Lernbehinderungsdruck. Wo will da Kreativität wachsen?

Das Aufzeigen von Alternativen war angesagt, doch weitgehend Fehlanzeige. Kluge Zitate aus den vergangenen 500 Jahren und kein konkreter Perspektivplan für die Chancengleichheit unserer Kinder.
Ok, verstanden: Wir brauchen keine Leistungsschule, aber auch keine Kreativschule Marke Wolkenkuckucksheim.
Die Balance zwischen Kreativität und Leistung im Bildungssystem muss gefunden werden, das sieht im Fußball nicht anders aus als im Schulwesen, ein paar exemplarische Beispiele wären hilfreich gewesen meine Herren.
Dass in China immer mehr Kinder unter starkem Paukdruck Selbstmord begehen oder gar ihre Eltern deswegen ermorden, ist nicht gerade aufbauend. Jammern können wir selber schon.

What to do yeah? In Deutschland, weltweit …  Der Mix machst,  ein Beispiel dafür ist  „Active Learning“    und ich bin sicher, dass es inzwischen viele weitere Ansätze und Beispiele gibt. Twittert mich an #Raumzeitwellen.  Im Grunde genommen ist es doch ganz einfach: Kreativität und Leistung sind „the best of both Worlds“. Wir benutzen heute ja auch nicht mehr nur eine Hirnhälfte zum Leben  und zum Überleben. So wie im Fußball Leistung und Kreativität den Sieg eines Spieles sichern, so sicher befeuern Ideenreichtum und Leistungswille das Lernen und den Erfolg im Leben.

Ernesto O.

Alles was P recht ist – Teil 1

Genießen Sie die Raumzeitwellen-GIF-Animation (4.3 MByte). Anklicken  nachdem sie vollständig geladen ist.

Über Precht reden wir dann genauer in Teil 2.

Zur Information: In seiner ersten Sendung sprach Richard David Precht mit dem Hirnforscher und Schulkritiker Gerald Hüther über den „Skandal Schule“.

Für alle diejenigen,  die diese Sendung nicht live sehen konnten; hier die Sendung aus der ZDF-Mediathek

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1720560/#/beitrag/video/1720560/Macht-Lernen-dumm%3F

Ernesto O.

Gott würfelt nicht – vielleicht doch … Teil 1

Im Mittelalter waren die Verhältnisse klar. Entweder man glaubte an Gott und bog sich Gott so zurecht, dass die anderen nichts zu lachen hatten; oder man glaubte nicht an Gott und hatte nichts zu lachen. Gottes Strafe war gewiss: Ewige Hölle. Und wenn nicht, sorgten die Erdenmenschen schon mit Folter, Qual und anschließender Hinrichtung dafür, dass die Atheisten ja nicht die Oberhand erhielten.

Heute ist die Welt anders und Atheisten sind zumeist genauso toleriert wie Theisten. Natürlich gibt es auf beiden Seiten Unverbesserliche, die mit aller Macht für ihre Ideale kämpfen, was sich im Nachhinein jedoch als erfolglos erweisen wird, denn die Gedanken der Menschen sind frei und Menschen handeln wie sie wollen, mag der Preis dafür auch noch so hoch sein (siehe Adam und Eva – Vertreibung aus dem Paradies).

Einsteins Bemerkung „Gott würfelt nicht“, setzt also Gott voraus und das verlangt erst einmal nach einer Erklärung von Gott.

Atheisten haben Gott schnell erklärt, denn was nicht existiert, muss auch nicht erklärt werden. Na, ja.
Mit den Theisten haben wir auch keine Freude, denn Gott ist derart phänomenal, (allmächtig, allwissend, allliebend etc.) dass Gott eigentlich unerklärbar ist.

Dennoch: Versuchen wir uns mit einer (mengentheoretischen) Definition von Gott, und selbst wenn Gott eine undefinierbare Menge sein sollte, können wir Gott als Menge  M (undefinierbar) mit der Eigenschaft U {undefiniert} definieren.
 
Gehen wir die Dinge pragmatischer an, so können wir feststellen, dass es für die Menschheit immer Dinge und Sachverhalte gab und geben wird, die wir nicht erklären können. Ja man könnte sagen: Es gab, es gibt und es wird immer eine unendlich große Anzahl an Unerkklärlichem geben. Selbst wenn wir „die Grenzen“ des Universums, der Multiversen und Hypermultipolyversen immer weiter von uns weg verschieben können. Dahinter gibt es rein räumlich-dimensional etwas das unerklärlich bleibt. Spätestens hinter dem Hypermultiultrapolyversum rücken das Unerklärliche und Gott so eng zusammen, dass wir gleich „Gott“ anstelle „unerklärlich“ sagen können.
 
Was aber nicht bedeutet, dass wir mit diesem unerklärlichen Gott nicht umgehen können. Man muss ja nicht den Motor eines Autos verstehen um Auto fahren zu können (solange Sprit vorhanden ist und die Teile funktionieren).
 
… und da es in unserem Universum Kausalität gibt, darf Einstein also die Vermutung anstellen: „Gott würfelt nicht!“
 
Ernesto O.    (Fortsetzung folgt)