Mali – Was? Wo? Warum?


Mali

Es ist kaum eine Woche her, da kannten die meisten Bundesbürger weder das Land noch den Namen des afrikanischen Staates. Dabei liegt Mali kaum weiter weg als die von Touristen so geliebten kanarischen Inseln.   Timbuktu dürfte bei uns die bekannteste Stadt Malis sein. Das wirtschaftlich arme, dünn besiedelte (12 Einw. pro qkm), überwiegend muslimische (90%) Land war bis Anfang 2012 ein gutes Beispiel eines demokratischen Staates in Afrika, aber das Eindringen von Tuareg-Rebellen infolge des Sturzes des libyschen Diktators Gaddafi  und der Militärputsch im März 2012 stürzten das Land in einen Bürgerkrieg. Zwar haben bis zum Eingreifen Frankreichs die Rebellen (MNLANationale Bewegung für die Befreiung des Azawad) den nördlichen Teil Malis besetzt,  jedoch die Einführung der Scharia durch Ansar Dine (islamistische Gruppierung) führte bereits im vergangenen Sommer zur Spaltung mit dem säkularen Teil der Tuareg, die die Scharia nicht wollen. Ansar Dine, der nachgesagt wird, dass es Verbindungen zu Al-Kaida unterhält, unterdrückt die Bevölkerung des nördlichen Teils von Mali. So werden in Timbuktu nach dem „Scharia-Recht“ Menschen mit mittelalterlichen Strafmassnahmen gequält. TV-Berichte belegen, dass in Timbuktu Zigaretten-Schmugglern die Hand abgehackt und Frauen, die eine Haarsträhne unter dem Schleier hervorschauen liesen mit 100 Peitschhieben mißhandelt wurden. Dementsprechend steigt die Zahl der Flüchtlinge, die in den Süden in die Hauptstadt Bamako flüchten.

Das Interesse Frankreichs an Mali erklärt sich nicht nur dadurch, dass Mali bis 1960 französische Kolonie war und die Amtssprache französisch ist. Bis heute pflegt Frankreich gute Beziehungen zu den im Norden gelegenen Nachbarn Malis, wie Algerien, Tunesien und Libyen.  Frankreich vorzuhalten, dass es wegen der Bodenschätze interventiert, greift daneben. Frankreich ist das Land Europas, in dem eine große Anzahl junger Muslime mit französischer Staatsbürgerschaft leben und die zugleich für die Trennung von Kirche und Staat sind. Frankreich hat hier zugleich eine besondere Verpflichtung seinen jungen Bürgern gegenüber, deren Wurzeln zum guten Teil in Nordafrika liegen. Dies hat Tradition seit über 200 Jahren als Napoleon in Nordafrika Krieg gegen die Engländer führte. 

Sicher sind Kriege nicht gerecht, aber sie werden nicht nur aus machtpolitischen, wirtschaftlichen und religiösen Gründen geführt. Manchmal ist es wichtig die Menschenrechte zu verteidigen und freiheitliche, demokratische Lebensperspektiven zu erhalten bzw. wieder zu eröffnen, gleich welcher Hautfarbe, Religion oder Herkunft die Menschen sind.     

Ernesto O.

wird fortgesetzt mit dem Artikel:
Warum der Krieg keine Option ist, wenn der Frieden seinen Zweck nicht erfüllt.

     

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