Wenn die Natur Politik macht (3)


zurück zu Teil 1
zurück zu Teil 2

Napoleon´s Kampf  gegen Feind und Wetter

Unbenannt - 1

War schon die Französische Revolution durch die „kleine Eiszeit“ zu Ende des 18. Jahrhunderts provoziert worden, so drehte  die Natur auch zu Napoleon Zeiten fleißig am Rad der Geschichte.  Als dieser mit seinem Russlandfeldzug sich anschickte ganz Europa zu erobern, wähnte er wohl das Wetter auf seiner Seite. Der Sommer 1811 war heiß und erzeugte mit einem milden Herbst sogar einen  Jahrhundertwein. Doch das Kriegsjahr 1812  begann kühler als normal. Schon im April 1812 war das Wetter schlechter als im langjährigen Mittel (Quelle: Wetterplanet.de). Kurz vor Beginn des Feldzugs gen Russland im Juni 1812  normalisierte sich das Wetter soweit, dass man Napoleon nicht unterstellen kann, er hätte nicht mit dem Erfolg seines Feldzuges rechnen können. Doch der trügerische Schein enttarnte sich spätestens im September 1812 in Moskau.  Aufkommende Stürme ließen Moskau  4 Tage lang brennen, verwüsteten dabei die Stadt und demoralisierten die

"Napoleon with His Troops at the Battle o...

„Napoleon with His Troops at the Battle of Borodino, 1812“ (Photo credit: Wikipedia)

Truppen Napoleons. Ab Ende Oktober gab es bereits Schneefälle  und der  November 1812 war im Kampfgebiet deutlich zu kalt.  Im Dezember 1812 brach schließlich eine allgemeine Kältewelle über Europa herein, die sich gewaschen hatte und verfolgte Napoleon bis zur katastrophalen Niederlage seines Heeres im Jahre 1813.  Er musste  zuletzt davon überzeugt sein, dass ihn sein Glück verlassen hatte, denn unter normalen Bedingungen wäre sein Feldzug wohl ein weiterer großer Triumph geworden.

Dass die Natur durch ihre „Politik“ bestimmte gesellschaftliche Truppen begünstigt wurde in Teil 2 am Beispiel der französischen Revolution deutlich. Das Beispiel Napoleon zeigt darüber hinaus, dass die Natur nicht an nationalen Grenzen  halt macht. In der Tat begünstigt sie willkürlich auch bestimmte Staatenbündnisse, wie in diesem Fall Napoleons Gegner  Österreich, Großbritannien, Russland und Preußen.

Es bleibt die spannende Frage, ob der Einfluss der Natur nur politische Grenzen und gesellschaftliche Zustände zu ändern vermag oder ob die Natur durch ihre „eigene Interessen“ auch am Rad des Fortschritts drehen kann.

Ernesto  O.

Ein Kommentar zu “Wenn die Natur Politik macht (3)

  1. Pingback: Wenn die Natur Politik macht | Raumzeitwellen Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s