Ist – ist nicht – ist doch nicht – was ist? (3)


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Guide:
Teil 0:  Gott oder die Quantenfluktuation
Teil 1:   Sinn des Lebens – der universale Gott
Teil 2:  Der allmächtige Gott

3) Der abwesende Gott – Gott ist tot
Eigentlich ganz einfach. Der abwesende Gott lebt, aber er ist (gerade) nicht für uns zugänglich. Der tote Gott lebte, aber jetzt nicht mehr.
 Macht dies überhaupt einen Unterschied? Und wie ist das denn in der Zukunft? Für den Fall das Gott tot ist – kann ein Toter belebt werden oder gar aus Nichts entstehen?
Mit der Antwort der Bibel müssen wir uns nicht zufrieden geben. 
Epikur hat sich vor über 2300 Jahren auch mit dem der Tod beschäftigt und kam zu folgendender Feststellung:
„Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht.“

Eine merkwürdige Antwort. Kompaktifiziert sagt Epikur der Tod hat eine Existenz quasi wie ein Lebenwesen, mit dem Unterschied, dass der Tod im Verhältnis zu uns selbst nur nach dem Ausschlussprinzip leben kann. Erinnert an Sonne und Mond – die Sonne geht, der Mond kommt… was im übrigen so nicht stimmt, da der Mond oft tagsüber zu sehen ist, wenn man genau genug hinsieht. Im Mittelalter haben die Menschen den Tod als Partner empfunden: „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“.

Zuerst gilt die Beobachtung, dass der Tod ein Teil des menschlichen Lebens ist, jedoch nicht fassbar – im Sinne von „berühren“. Es erscheint in der Tat so, dass Leben und Tod untrennbar miteinander verbunden sind, denn es gibt im Weltall nichts, das größer ist als ein Elementar-Teilchen und nicht vom Zerfall geprägt ist. Selbst Elementarteilchen sind dem Tod geweiht (dies gilt nicht für Neutrinos – da Neutrinos ihr  eigenes Antiteilchen sein können –  Neutrinos sind jedoch nach dem Standardmodell masselos, also nach der klassischen  Definition keine Teilchen, bestenfalls Energiepakete, die sich verwandeln können).

Nun konnte allerdings das Universum aus dem Nichts entstehen. Da dies nach den Eigenschaften geschieht, die die Menschheit einem kompetenten Gott zugeschrieben hat, ist dies für Gott ebenfalls machbar. So ist zwar weiterhin kein Unterschied zwischen Gott und dem Universum festzustellen, aber Gott ist dann auch nicht tot, bestenfalls verreist. Übrigens vom Glück sagt man das Gleiche: „Das Glück verlässt uns nicht, es verreist nur von Zeit zu Zeit.“  Vielleicht brauchen wir ja nur „das passende Smartphone“ für die Kontaktaufnahme…

Bemerkenswert – das Universum ist notwendige Voraussetzung für unser Leben, es kann sich keine Abwesenheit erlauben, ohne uns zu zerstören. Gott scheint sich hingegen eine Auszeit genehmigen zu können, ohne uns zu zerstören, schließlich wurde uns ja unserer Universum geschenkt damit wir leben. Wir sind da weil unser! Universum da ist. Langsam kristallisiert sich so etwas wie eine Seilschaft zwischen Gott und dem Universum heraus. Wie sieht diese Konnektion aus oder hat Gott vielleicht doch nie existiert?

Ach ja zuvor, wir sollten Nietzsche nicht vergessen, der im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die folgende Begründung für Gottes Abwesenheit gab:
 „Wohin ist Gott? rief er, ich will es euch sagen! Wir haben ihn getödtet, – ihr und ich! Wir Alle sind seine Mörder! Aber wie haben wir diess gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was thaten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Giebt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?“  „Gott ist todt! Gott bleibt todt! Und wir haben ihn getödtet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?“

Nietzsche überschätzt die Menschen und unterschätzt Gott. Weder unser Universum noch Gott – nicht vergessen! ein allmächtiger Gott muss mindestens die gleichen Eigenschaften und Fähigkeiten aufweisen wie unser Universum – sind ein Luftballon, der durch einen Pieks zerplatzt. Das Universum lässt sich nicht wegsperren, jeder Blick zu Himmel beweist seine Existenz. Gott mag für manche Menschen Luft sein, aber vor allem ist Gott auch wie Luft. Ist sie weg, fehlt sie uns zum Atmen. Es mag eingewendet werden, dass Luft wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, Gott nicht. Allerdings war  das Higgs-Boson bis 2013 kaum mehr als eine unbewiesene Vermutung.

Fortsetzung folgt….

Teil 4: Da ist nichts – Gott existiert nicht

Teil 5: Der formunabhängige existierende Gott

Letzter Teil: Gott und das Multiversum – nicht: Gott oder das Multiversum

Ernesto O. 01-2014

 

 

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Ein Kommentar zu “Ist – ist nicht – ist doch nicht – was ist? (3)

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