Frage zum Tage 01-17


Frage zzum Tage

 

Die Frage zum Tage stammt vom Griechen Epikur (um 341 v. Chr. auf Samos; † 271 v. Chr.) und beschäftigt sich sich mit der Frage nach der Allmacht (Allmachtsparadoxon s.Wikipedia) und ist auch als Der vielleicht älteste Nexel der Menschheit“ (Raumzeitwellen.de) bekannt:

Entweder will Gott die Übel der Welt beseitigen und kann es nicht,
oder er kann es und will es nicht,
oder er kann es nicht und will es nicht,
oder er kann es und will es.
Wenn er nun will und nicht kann, so ist er schwach, was auf Gott nicht zutrifft.
Wenn er kann und nicht will, dann ist er missgünstig, was ebenfalls Gott fremd ist.
Wenn er nicht will und nicht kann, dann ist er sowohl missgünstig als auch schwach
und dann auch nicht Gott.
Wenn er aber will und kann, was allein sich für Gott ziemt,
woher kommen dann die Übel,

und warum nimmt er sie nicht weg ?

 

Ich will meine Leserinnen und Leser nicht alleine lassen mit der Frage und eine Antworthilfe zur Lösung aus heutiger Sicht geben. Allerdings ist die Antwort abhängig von der Logik mit der wir an sie herangehen.

In einer atheistischen Logik ist die Antwort kurz und bündig. Da es keinen Gott gibt, kann er auch nicht die Übel wegnehmen.

In der theistischen Logik ist der Sachverhalt komplizierter. Gott – der Allmächtige ist ja nur dann allmächtig, wenn Gott seiner Allmacht fähig und würdig ist.  Doch kann Gott einen Stein schaffen, der so schwer ist dass selbst Gott ihn nicht einen Berg hinaufrollen kann? Oder muss Gott nicht auch  den eigenen Tod überleben können oder gar gleichzeitig  tot und lebendig sein können oder trotz seiner Allmacht nicht zugleich Schwächen zeigen dürfen?

Ein Wesensmerkmal dieser (erweiterten) Logik ist, dass sie einerseits paradoxe und nicht entschiedene Zustände zulässt, andererseits potentielle oder schwebende Zustände erlaubt. Das bedeutet zum einen dass Gott nicht alles tun muss was möglich ist, genauso wie es bedeutet dass Gott temporäre Zustände zulässt (sog. „Vereinbarungen“). Da Gott den Menschen auf ihren eigenen Wunsch einen freien Willen gegeben hat, besteht für Gott auch keine Verpflichtung die Übel, die die Menschheit angerichtet hat zu beseitigen. Für den Kuddelmuddel, sind demnach direkt oder indirekt selbst verantwortlich, daher wird auch der Wunsch verständlich, dass Gott uns bitteschön da rausholt.

Ernesto O.

 

P.S. Hier gibt es mehr über logische Systeme und das Lügnerparadoxon.

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s