Einmal Musikmesse und zurück


Abklatschen. Einsteigen. We´re on the train to Frankfurt. „Dieser Aufenthalt ist planmäßig. Wir werden von einem Schnellzug überholt.“ Das Wetter ist super und wir bringen Zeit mit, genügend Zeit um durch alle Messehallen  zu schlendern und interessante Musikinstrumente auszuprobieren.

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Mein Freund Arnold (Inhaber des Musikalienhandels Josefgruen) hat mich zum Assistenten ernannt. Damit habe ich auch Zugang zur Halle 11.2 und damit zum Big Buisiness der Branche. Doch bevor es soweit ist bewegen wir uns auf der Überholspur der Rollstrasse zur ersten Halle – “Classic meets Acoustic“ (Messeplan – Halle 8)

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Die Halle ist riesig und bietet alles was gestrichen, geschlagen, geklampft und gezupft werden kann, aber auch alle möglichen Blasinstrumente, unter anderem Cajons. Diese bieten sich einer von mir noch nie zuvor gesehenen Vielfalt mit und ohne Footstomper (Fußmaschine) an.

Neben den Cajons bot Ortega außerdem auch das digital Horse Kick an. Diese sind etwas größer als eine halbe Schuhsohle und ersetzen dank verschiedener Presets mit der Ausgabe über den Verstärker fast ein Cajon. 

Während Arnolds Präferenzen bei den Blasinstrumenten vom Dudelsack bis zum Saxophon liegen, fühle ich mich bei den Gitarren und Keyboards so richtig wohl. Ich dachte immer Saxophone wären Messingfarben, was ja schließlich im englischen auch das Wort „Brass“ bedeutet, doch dem ist keineswegs so. Es gibt diese Dinger auch in mattschwarz und in „weißem Porzellan mit goldenen Klappen und Perlmutbesatz“.

Neben persischen und chinesischen Zupfinstrumenten war das Highlight dieser Halle eine Bassukulele, deren angenehmes Schnarren mit einem Kontrabass problemlos mithalten kann. Die weißen, dicken Spezialsaiten geben dem Instrument zusätzlich ein adrettes Lookalike.

In Halle 9 „Classic meets Keys“ wurde mein Interesse an Tasteninstrumenten neu geweckt. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Konzertflügel aussieht, genauso groß ist  und sich auch so anhörte, war jedoch ein digitales Klavier. Gleiches galt für die meisten Klaviere und auch das Cembalo hatte einen Stecker zum Ziehen. Die Handschrift des 21. Jahrhunderts war unverkennbar. Allerdings waren die Produkte trotz originärer Klangfarbe nicht alle von gleicher Qualität, was nicht nur am Preis erkennbar war.
Es ist schon schön, wenn man kein Metronom zum üben kaufen muss und es mit einen kleinen Tab am Klavier dazuschalten kann. Aber leider lies es sich nicht mehr durch den gleichen Tab abschalten. In meiner Verzweiflung betätigte ich letztlich den ON/OFF-Schalter des Digi-Pianos. Nur dumm; danach sprang die Kiste einfach nicht mehr an. Ich dachte schließlich bei mir – ist halt Musterware und schlich mich etwas betröpelt davon. Die chinesiche Wächterin der Digi-Pianos hatte nichts bemerkt und erklärte gerade anderen Kunden, die Vorzüge dieser Future-Pianos.
Bei Korg war das anders. Arnold und ich spielten um die Wette mit den als „Bechstein“-Pianos getarnten Keyboards. Wirklich beeindruckend! Der relativ kleine Stand von Korg mit Digital-Pianos, Keyboards bis hin zum Power-Synthi war heftig umlagert und alle möglichen Freaks schraubten, drehten und spielten an und mit den Geräten was das Zeug hielt. Korg hatte jedem Instrument einen Kopfhörer beigelegt, so dass die sonst in der Halle übliche multimorphe Kakophonie in dieser Ecke nicht nervte.

P1080336Nach kurzen Streifzügen durch die Hallen 9.1. und 10.2 (Recording und Jazz) landete wir in der Halle 11.2, wo wir uns in den Buissness-Bereich bewegten, ein paar Gespräche mit Musiknotenherstellern und Leuten aus der Education-Branche führten, um schließlich in einer Sitzecke uns durch den Vortrag eines GfK-Experten über die Chancen und Risiken des Online-/Stationären Musikhandels berieseln zu lassen. Wussten sie dass 2015 in Deutschland über 400 Millionen € für Musikalienwaren ausgegeben wurden und es dabei ein kräftiges Gefälle zwischen arm und reich gibt?

Nun denn – es sei wie es sei, wir zogen weiter. „Rock meets Pop“ in Halle 11.0, was nicht zu überhören war, war eindeutig die Halle mit den höchsten Lärmpegel!  Zwischen musikalischen Darbietungen reihte sich eine Gitarre an die andere an einer großen Wand und daneben alles was die Rockband auf der Bühne braucht.

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Während Arnold ein wohlverdientes Bierchen trank entdeckte ich die Bassgitarrensektion. Und siehe da selbst die ehrwürdige Firma Höfner(gegr. 1887) war anwesend, ebenfalls das klassische Höfner 500/1 Violin Bass Modell. Demselben hatte einst Paul McCartney Weltruhm verliehen – allerdings nur für Rechtshänder und zum angucken. So beließ ich es bei einem Prospekt und einem orignal Höfner-Plektrum, das in der Tat auch seine Vorzüge hat. 
Die Konkurrenz war nicht so zimperlich und hatte mehr zu bieten – Bassgitarren zum selber zupfen und ein Big-Board mit vielen Bass-Effekten (Verzerrer/Chorus/Flanager/Phaser/Looper/Delay/Echo/Reverb/WahWah etc.) zum ausprobieren. Nachdem ich mich daran ausgetobt hatte blieb allerdings die endgültige Erkenntnis – Linkshänder gibt es wohl auf der Musikmesse nicht. Weiter zur Drummerabteilung. Während links bei Turkish zwei Schlagzeuger an einer richtig großen Schiebude tobten und von halblinks die Crashs der Beckentester in mein Ohr drangen mischte weiter hinten noch ein Digitaldrummer ordentlich mit und Arnold prüfte  neben mir inzwischen den Klang von Saxophon Nummer 6 oder 7.

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Ein paar Rolltreppen weiter im Portalhaus präsentierte sich Yamaha in seiner ganzen Breite. 40 bis  50 Gitarren darunter 10-15 Bassgitarren – auch eine 6 seitige, na klar keine für Linkshänder dabei. Aber da waren ja noch die Keyboards und Digitalpianos. Allen voran die von Yamaha als Flagschiff bezeichnete Tyros 5. Präsentiert  wurden aber im großen Stil die PSR 970 und PSR 770 und das sicher zurecht, denn mit Preisen unter 2000,- bzw. um 1000,- €  eindeutig günstiger als die Tyros 5, verfügt die PSR 970 sogar über einige Funktionen, die es bei der Tyros nicht gibt. Per Bildschirm zeigte ein Yamaha Mitarbeiter an praktischen Beispielen was die PSR 970 zu bieten hat.

link-b-09link-b-09link-b-09  weitere Styles, Voices und Effekte zum Anhören und Zusehen (WaWa, Live Control Knobs usw.)

Ich war bereits happy als ich eigenhändig die PSR 770 ausprobieren durfte. Ich kenne die Yamaha Keyboards seit den 80zigern – meine PSS-680 Musikstation von 1988 ist bald 30 Jahre alt und ich habe auch schon  Korg, Tyros 2 & 3, und reine Computer-Keybaords wie E-Mu, Bass-Station und CS1x bespielt, doch bei der PSR 770 herrschte biltzschnell die blanke Freude. Bei allen Knöpfen ist sie sehr übersichtlich und die Philosophie des Instruments erschließt sich umgehend. Neben den Styles, bei der PSR 970 als Extra – 40 von menschlichen Drummern eingespielte Audio-Styles – glänzen unnachahmlich die Voices. Stellt man Saxophon ein, dann bekommt ein Saxophon, das sowas von echt nach Saxophon klingt wie ich es an einem Keyboard noch nicht gehört habe. Das gleiche gilt für alle 20-30 Voices, die ich durchprobiert habe wie E-Gitarre, Violine etc.. Auch wenn es angeblich kein echtes Aftertouch gibt, ich vermisse es nicht, die Demo an Stand war überzeugend.

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Vor unserem Ausmarsch war noch eine Pause im großen Innenhof zwischen den Hallen angesagt, wo neben Live Musik, vom Bratwurststand bis zur fahrbahren Band in a Box einiges geboten wurde. Am Ende wurde ich in meinem Job als Assistent für Josefgruen noch einmal so richtig gefordert, denn Arnold testete schonungslos alle Trompeten, Kornette und Saxophone von Peking bis Paris bis er endlich ein Kornett und das schicke porzellanfarbene-Saxophon orderte.

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Ernesto O.

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