Respect : Respekt #Respect : #Respekt

Da war dieser 15 jährige Jung-Rapper, der am Ende seiner Performance laut ins Publikum rief:
„Respect man!“

Doch was ist mit Respekt – Neudeutsch: Respect – eigentlich gemeint?
Fangen sie doch mal eine Diskussion auf Twitter über die Qualität der Regierung an, dann erhalten sie recht bald – besonders, wenn sie sich kritisch über die Beiträge der zahlreichen Trolle und Fake-Accounts äußern, „nette Beleidigungen“ wie z.B. H……n, l…e Z…e oder v……r G…….h und noch unflätigere Antworten. Hingegen ist die Resonanz zu einem Plakat wie die „7 Schritte zur Menschlichkeit“ eher gering.

Dabei haben die Leute – nicht nur auf Twitter – Menschlichkeit dringend nötig, ist sie schließlich die Eigenschaft, die den Menschen hilft zum Nutzen aller erfolgreich miteinander umzugehen. Das Gegenteil von Menschlichkeit ist die Unmenschlichkeit und das grenzt uns von Verhaltensweisen anderer unfreundlicher Lebewesen ab. Also bitte etwas mehr „Respect yuman“ – nicht nur gegenüber Männern, auch gegenüber Frauen, Kindern, Greisen, Politikern, Andersgläubigen, Farbigen, ganz allgemein den Menschen, Tieren, Pflanzen, der Natur und den Herausforderungen, mit denen die Erde und wir Menschen konfrontiert sind.

 

Aber wir haben ein Problem mit der „Begrifflichkeit Respekt“, und diese bezieht nicht nur auf den Missbrauch der Sprache. Es gibt nämlich verschiedene Formen des Respekts, insbesondere „Angst gesteuerten Respekt“ und „Anerkennenden Respekt“.

 

1. Angst gesteuerter Respekt:


Als Kind hatte ich Respekt vor Lehrern, was aber in der Regel die Angst davor war bestraft zu werden. Im Nachhinein betrachtet ging es dabei zumeist um harmlose Dinge wie fehlende Respekts-Bekundungen, oder auch um willkürliche unbegründeten Machtdemonstrationen seitens der Erwachsenen. Die Hackordnung aus dem Hühnerstall war noch vor 50 Jahren automatisch in der Sozialisation implementiert. Entfielen die Instrumente der Macht, war es auch mit dem erzwungenen Respekt vorbei.

 

2. Anerkennender Respekt:

Als Kind dauert eine Weile, bis man merkt, dass die primären Regeln des Respekts Menschen gemacht sind. Wirklicher Respekt ist jedoch die Anerkennung der anderen Menschen ohne irgendeine Vorleistung oder Bedingung. Das ist der Respekt ist, der es wert Respekt genannt zu werden. Wenn Kinder in die Pubertät kommen erkennen sie vor allem diesen Unterschied zwischen Angst gesteuertem und anerkennendem Respekt. Annerkennender Respekt beginnt mit Zuhören und so war es auch bei mir. Kurioserweise hörte mir der knapp 70 Jahre alte an Parkinson erkrankte Direktor meiner Schule zuerst zu, während das Gross des ihm untergebenen Kollegiums dies erst noch lernen musste. Glücklicherweise hörten mir später auch mein Chemielehrer und seine Frau – ebenfalls Chemielehrerin – sowie ein Sozialkundelehrer zu, was letztlich dazu führte, dass ich nicht an den pädagogischen Krokodilen in der Schule scheiterte. Natürlich beschränkt sich die respektvolle Anerkennung nicht nur auf sachliche und fachliche Autoritäten. Dazu gehört auch die grundsätzliche Anerkennung aller Menschen ungeachtet dessen was sie zuvor getan haben. Im Grundgesetz nennt sich das übrigens Menschenwürde.

3. Institutioneller und essentieller Respekt

Respekt verdienen auch Gerichte, die auf Basis der Menschenrechte ihre Existenzberechtigung belegen  können.  Sofern   Institutionen nicht   dazu geschaffen   wurden um  die  Menschen zu erniedrigen oder gar psychisch oder physisch zu zerstören verdienen  diese ebenfalls  Respekt. Das gilt natürlich  nicht für „Volks-, Stand- oder Terror-Gerichte und  ähnliche Tribunale“, – auch Jesus hat seine Peiniger und Mörder nicht gelobt. Essentiell ist hingegen aber auch der Respekt gegenüber der Natur. Ja,  wir müssen sogar soweit  gehen, dass  es  Dinge zwischen  Erde und Himmel gibt, die unserer Erkenntnis überlegen sind. Dazu gehört auch die richtige Einordnung von Kapital, Macht, Technik und Kontrolle in den universellen Kontext und so müssen schließlich auch wir unsere Winzigkeit im Kosmos anerkennen.

 

Die Fähigkeit alle Menschen und Dinge anzuerkennen, auch wenn sie sich uns entgegenstellen und unsere Pläne und Perspektiven blockieren, bietet die einzige Chance unerwünschte Probleme positiv und fair zu lösen, damit es uns nicht so ergeht wie der Ente mit dem Skorpion:

Der Skorpion und die Ente
Ein Skorpion geriet auf seiner Wanderschaft  an einen breiten unüberwindbaren Fluss. Als  er schon aufgeben wollte,  begegnete er einer geselligen Ente, die sich gerade anschickte ihre Füße ins Wasser setzen zu wollen. „Liebe Ente“, fragte er, „kannst du mich auf deinem Rücken mit ans andere Ufer reisen lassen ?“ Die Ente, die sich der großen Gefahr bewusst war, die vom giftigen Stachel des Skorpions ausging, winkte jedoch dankend ab. Da versprach der Skorpion der Ente sich ganz anständig und friedlich zu benehmen, denn er wolle ja keinen Selbstmord begehen. Die Ente war es zufrieden und nahm den ungewöhnlichen Gast mit auf das Wasser. Als die beiden jedoch die Mitte des Flusses erreicht hatten, da geschah es: Der Skorpion stach zu! Die so getroffene Ente blickte sich noch einmal um und fragte in ihrem Todeskampf: „Warum nur, warum ?“ Der Skorpion antwortete ihr: „Es liegt in meiner Natur“ und beide ertranken jämmerlich.

…und jetzt?

Kooperation kann nur mit Respekt gelingen. Da können wir über die Ente nicht klagen. Sie hat den Rüpel von Skorpion ja naiver Weise respektiert, während er mit seiner dummen Respektlosigkeit die Ente und sich selbst ermordete.

Respektlosen Typen, den Respekt bei zu bringen, ist das eigentliche Problem, dabei kann Technik helfen. Der Skorpion hätte durch einen einfachen Korken am Stechen gehindert werden können. Im Grunde ist das probate Mittel gegen Respektlosigkeit aber die Kraft der Überzeugung, die Menschen auf den Weg zum Respekt bringt. Dazu braucht es Hirn – eigentlich nicht einmal so viel. Think ….deep!

Fassen wir zusammen:

Respect matters!

Aretha Franklin, die eben verstorbene „Mother of Soul“, hat das schon immer gewusst.

 

ArIeSPeICiTee!

 

Ernesto O.

Die Ungerechtigkeitsliga


Les Mortels sont egaux/Sterbliche sind gleich(1791)

Es ist ja mal gerade wieder en vogue sich über kleine Ungerechtigkeiten „groß aufzuregen“, während große Ungerechtigkeiten kaum thematisiert werden.

Während sich die Bildzeitung vor 30 Jahren nur über „die Faulenzer“ aufregte, „die Rente im Ausland verprassten“ schimpft man ja heute allzu gerne über die „Fußballer-Millionäre“, die obwohl sie ihre Knochen hinhalten angeblich „lustlos auf dem Platz herum traben“ und fleißig abkassieren. Seit dem die AfD im Bundestag ist, dürfen natürlich auch die „Asylanten“ nicht fehlen weil sie „Urlaub im Heimatland machen“ und „unser Land ausrauben“, was im Übrigen noch zu beweisen wäre.

Wutbürger Land auf Land ab springen gerne auf den Ungerechtigkeitszug und rufen – die Regierung muss weg, weg, weg.
Wie vieler Beweise bedarf es eigentlich zu verstehen, dass neue Regierungen sehr oft trotz großer Versprechungen nichts verbessert haben? Der Blick in die deutsche Geschichte zeigt: Von 1919 – 1933 gab es verschiedenen 21. Regierungen, und die letzte Regierung unter der Führung Adolf Hitler zerstörte dann Deutschland und ganz Europa inklusive den Massenmorden an Juden und Andersdenkenden. Super Verbesserung. LOL

Der richtige Weg für Wutbürger ist also nicht Hetze und Aufwiegelung sondern der direkte Weg zu den Abgeordneten, der Stadt, des Kreises, des Landes und des Bundestags. Sammelt Leute für eine Petition um Vorschriften und Gesetze in eine Richtung zu bringen, die mehr Gerechtigkeit (für alle) versprechen und/oder zieht ggf. vor Gericht um Fairness zu erstreiten.

Wer sich jedoch nur selbst „in seinem Leid und Elend bestätigt sehen will“, darf getrost als Teil des Problems bezeichnet werden. Probleme sind aber dazu da, dass sie gelöst werden und das auch noch fair. Natürlich nur nach allgemein anerkannten Fairplay-Regeln und nicht etwa nach dem Trumpschen-Un-Fair-Prinzip: „Ich bestimmte was unfair ist und fair ist was mir und meiner Klientel dient.“

Zurück zur Ungerechtigkeit. Bevor wir uns über kleine Ungerechtigkeit aufregen, sollten wir die großen Ungerechtigkeiten nicht aus dem Blick verlieren. Da wäre z.B. ein zweistelliger Millionenbetrug einzelner Personen aus Sport und Gesellschaft. Wie sang Udo Lindenberg einst in Club der Millionäre: Da muss man schon Erfinder, Schwerverbrecher oder Erbschleicher sein… So eng wollen wir das gar nicht sehen – warum sollte nicht jeder Millionär werden dürfen? Lieber Udo – bis 100 Millionen $ ist man doch noch fast Normalbürger…LOL

Gehen wir also richtig groß ran mit dem Faktor 1000! Wer von uns Menschen hat schon 1.000.000.000 $ verdient, so richtig mit schwerer Handarbeit oder mit ständiger schweißtreibender geistiger Arbeit?

Da haben wir doch schon das Problem – ich kenne niemand hier, vielleicht hätte Einstein die Milliarde wirklich verdient, aber sie wäre ihm nicht wichtig gewesen. Warum brauchen dann Menschen mehr als eine Milliarde, während die große Mehrheit der Menschheit nicht einmal eine Million besitzt, obwohl man diese durchaus in einem Leben noch verdienen kann. Wenn also etwas ungerecht bzw. unfair ist, dann ist es der Besitz von Milliarden in den Händen weniger.


Die Forbes Realtime-Liste gibt Auskunft über die Hyper-Reichen 2018:

  1 Jeff Bezos $152.9 Mrd.
  2 Bill Gates $95.5 Mrd.  
  3 Warren Buffett $86.7 Mrd.
  4 Bernard Arnault $82 Mrd.
  5 Amancio Ortega $69.3 Mrd.
  6 Mark Zuckerberg $69.3 Mrd.
  7 Carlos Slim Helu $67.5 Mrd.
  8 Larry Ellison $59.3 Mrd.
  9 Larry Page $56.9 Mrd.
10 Sergey Brin $55.4 Mrd.
11 Charles Koch $54.2 Mrd.
12 David Koch $54.2 Mrd.


So kommt das Big-Money-Dutzend auf den Besitz einer knappen 1 Billion $, in Worten Eintausend Milliarden $ bzw. exakt 903.200.000.000 $.

Die meisten der Top 100 Milliardäre sind aus den USA oder China. Mehr als 150 Menschen können mehr als 10 Mrd. ihr eigenen nennen.

2309 x 1 Milliarde oder mehr – insgesamt dürften alle 2309 Milliardäre zusammen 4-5 Billionen Dollar besitzen. Selbst Uli Hoeneß müsste in den nächsten 39 Leben seinen Steuerbetrug wiederholen um 1 Mrd. zu erhalten, so gesehen ist er ja auch schon wieder ein kleiner Fisch. Einige Hyperreiche wären übrigens bereit höhere Steuern zu bezahlen, weil sie das Steuersystem ungerecht finden, z.B. Warren Buffett. Ich habe allerdings nichts davon gehört, dass er einen fiktiven Steuerfond eingerichtet hat um daraus Aufbauhilfe für seine Umgebung zu leisten. Bill Gates hat eine Stiftung gegründet, mit der er sich ärmer machen will – nun ja in den vergangenen 10 Jahren ist dabei bezogen auf seinen Reichtum noch nichts herausgekommen. Er ist aktuell so reich wie noch nie. Mark Zuckerberg möchte seine Milliarden nicht vererben. Vor seinem Tode will er 99% seiner 70 Mrd. $ „säkularisieren“ Mit immer noch 700 Millionen $ wäre er auch dann 3-4000 mal reicher als ein normales Ehepaar an seinem Lebensabend in Deutschland.

Es geht hier nicht um Neid, nein es geht um Fairness, etwas was für Donald Trump angeblich so wichtig ist. Allerdings gehört er mit 3,1 Mrd. auch zur Liga der Hyperreichen und ist somit sicher kein qualifizierter Vertreter für Gerechtigkeit. Die Arbeit des eines Menschen kann nicht 30.000 mal mehr Wert sein als die Arbeit eines anderen lebenslang arbeitenden Menschen.

Eine letzte Sache sei den Verschwörungstheoretikern noch ins Stammbuch geschrieben. Für eine jüdische Weltverschwörung geben die rund 2000 Milliardäre nichts her. George Soros befindet sich auf einem bescheidenen 190. Platz und bis man einem Rothschild entdeckt, kommen erst einmal mehr als 800 andere Milliardäre.

So liebe Wutbürger: Verstand einschalten und endlich mal was machen was den Armen hilft und nicht den Milliardären.

Ernesto O.