Zukunftsfäden (4) Normalität?

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

Sind sie normal?
Ja, ja, ist ja gut – natürlich sind sie normal. Ich frage auch nie wieder.

„Aber“ – aber was, der Rest der Welt – wie – „der Rest der Welt ist völlig verrückt!“
Aber sie – wenigstens sie – sie sind normal. Das ist aber …



Nun ja, mit der Normalität ist das so eine Sache, wie wir am Beispiel Stefan, dem „gelernten DDR-Bürger“ sehen werden.

Stefan(Klarname) – auf Twitter, der mit dem Gelbwestensymbol, sagt zu mir:

„Moment. Bitte keine voreiligen Schlüsse! Ich bin wie jeder normale Mensch daran interessiert, dass in unsere Gesellschaft wieder Normalität einzieht. Da die Altparteien es BEWIESEN haben, dass sie dazu aus eigener Kraft nicht in der Lage sind, muss man die Opposition bemühen…


Wenn das stimmt, dann ziehe nicht öffentlich die Gelbweste an, sondern beteilige dich konstruktiv an der Lösung der Probleme.
Außerdem was ist Normalität. Gibt es da ein Patent drauf?

Stefan(Klarname):
Ich bin gelernter DDR-Bürger. Für mich und vor allem für meine Frau war es normal, nachts ohne Angst auf die Straße gehen zu können. Soviel zum Thema nicht mehr vorhandene NORMALITÄT. Und das ist nur ein einziger Aspekt unter vielen…

Stefan, die Gelbweste, (ob seine Name wirklich so klar ist habe ich nicht recherchiert. Nur soviel, es gibt enorm viele Fake-Accounts auf Twitter, die versuchen eine bestimmte Ideologie zu verbreiten) will „als normaler Mensch“ eine „Normalität“, wie er sie so gefühlt und früher wahrgenommen hat, die in seiner Vorstellung so vorhanden war, aber nicht mehr vorhanden ist. Da kennen wir Leute, die dann lieber gleich sagen: „Ich will mein Land zurück.“ Meint er damit die DDR, aber lassen wir das …und kommen zur Sache.

Gibt es überhaupt Normalität?

Gehen wir naturwissenschaftlich heran, dann finden wir schnell die Normalbedingungen, die im Labor gelten 293,15 K ≙ 20 °C und 1,01325 bar = 760 Torr. Das ist also die vielgesuchte Normalität?
Pech gehabt – es gibt viele nicht deckungsgleiche Normbedingungen. Sie unterscheiden sich von den Standardbedingungen des Labors in der Physik, Chemie, Physiologie, Gaschromatographie, Luftfahrt und Druckluftindustrie bereits bei diesen zwei lächerlich kleinen Größen.
Normalität in den Naturwissenschaften ist also definiert, und das nicht nur weil „unsere Normalität“ auf dem Titan, der Venus oder der Sonne wenig hilfreich sind. Selbst auf der Erde verwendet die Technik diverse Normalitäten und da ergibt sich nun die Frage, ob bzw. welche menschliche Gesellschaft als „normal“ definiert werden kann.

Stefan hat wohl keine Ahnung was normal ist, aber es ist ganz einfach sich selbst als normal zu definieren, dann hat man eine Messlatte, an der man alle anderen Menschen verzweifeln lassen kann. Stefans Messlatte ist der „gelernte DDR-Bürger“. Mal abgesehen davon, dass er indirekt damit zugibt mit Vorurteilen aufgeladen zu sein – indoktriniert – hat er sich doch angeblich vorgenommen alles zu hinterfragen, und da er das nicht schafft, lässt er sich gerne von den Bartschmeichlern neu ausrichten. Man kann es selbstironisch betrachten wie beim Begriff  „Gelernter Österreicher“

Gelernter Österreicher ist eine (selbst)ironische Bezeichnung für Menschen mit Insiderwissen über Land, Leute und Gepflogenheiten. Ein Kenner der österreichischen sozialen und politischen Verhältnisse. Meist bezieht sie sich auf geborene Österreicher. Manchmal wird sie auch für Zugezogene verwendet, dann ist es eine Auszeichnung.

Um der Normalität, die sich Stefan vorstellt, nahe zu kommen, ist der Begriff „Gelernter Irgendwas“ nicht dienlich. Mit Klischees kommt man Normalität nicht bei und schon gar nicht wenn man behauptet, dass man heute mit Angst nachts auf die Strasse geht und früher, als die Stasi noch hinter jeder Ecke lauerte – nicht.

Nicht nur, dass jeder „normal“ nach seiner/ihrer Fasson festlegen kann,  es ist auch leicht nachweisbar, wenn man Normalität, – als Mehrheitsverhalten in einer Gesellschaft – definiert, selbst am gleichen Ort – immerzu im Fluß ist.

Beispiel Mannheim/Deutschland:

1890 waren Pferdekutschen normal und wenn Carl Benz mit seiner Motorkutsche unterwegs war, warfen Leute auf den „rauchenden stinkenden Teufel“ mit Steinen.

1936 Wer bei den Olympischen Spielen als Mannheimer nicht Sieg Heil rief war in Verdacht mit den „schwarzen Untermenschen“ zu kollaborieren, obwohl diese wie Jesse Owens mit 4 Goldmedaillen das Gegenteil bewiesen.

1945 Wer nach dem 8. Mai noch Sieg Heil rief, war nicht normal, weil Hitler und   die ganze Scheisse, die seine Nazis zu verantworten hatten, niemand mehr auskosten wollte.

1968 Wer Flower Power zelebrierte, Love & Peace allen wünschte und den Polizisten Rosen schenkte, war schon deshalb nicht normal weil junge Männer mit langen Haare einfach nicht normal sein durften.

1989  wäre eine Mauer zwischen Mannheim und Waldhof nicht normal gewesen, für West- u. Ostberliner aber schon. Doch 1990 war das alles schon nicht mehr wahr.

2019 ist für einen echten Mannemer wie Bülent Ceylan, die AfD nicht eine normale Partei, für Chemnitzer sieht das völlig anders aus.

Wer  Normalität predigt, hat weder die Gesellschaft noch die Geschichte  verstanden. Sie ist vielfältig mit vielen Strömungen und Meinungen und natürlich mit Mehrheiten, die sich auf demokratische Weise feststellen lassen oder diktatorisch erzwungen werden.

Und jetzt glaubst du beim Blick durch deine rosarote Brille, oh pardon deine Filterblase – du bist normal?
Dann bist du nicht normal.

Ich bin dann doch lieber ein bischen verrückt und betrachte die Welt von allen Himmelsrichtungen – ist das jetzt normal?

Ernesto O.

Zukunftsfäden ist Teil  einer kleinen Serie von Plauder-Beiträgen, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen.

–> Zukunftsfäden (1)
–> Zukunftsfäden (2) Yesterday
–> Zukunftsfäden (3) Atombomben auf Grönland

–> Zukunftsfäden (4) Normalität?

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Deal No Deal (6)

Exit vom Brexit? Neue Optionen

Brexit Quo vadis

Exit vom Brexit – Neue Optionen ?

Prime-Minister Boris Johnson erleidet eine Schlappe nach der anderen. Großbritannien hat nach dem jüngsten Gerichtsurteil gegen den Versuch das britische Parlament in Zwangsurlaub zu schicken nun eine neue Situation, zumindest was die Möglichkeiten betrifft.

Optionen

Option 1: Neuwahlen

Option 2: Rücktritt von Boris Johnson

Option 3: Einigung mit der EU bis 31. Oktober

Option 4: Nochmalige Brexit-Verschiebung

Option 5: No-Deal-Brexit

Option 6: Rücknahme des Austrittsantrags


Die Details zu den Optionen finden sie im Focus-Artikel:
Parlamentspause verfassungswidrig

Ernesto O.

Deal No Deal (5)

Exit vom Brexit? Grenzen

Brexit

Der Brexit schafft neue Grenzen, sowohl materiell als auch ideell.
Da Großbritannien ein Inselreich ist und wie eine natürliche Festung im Atlantik liegt, kann es leicht selbst entscheiden wie weit es vor dem europäischen Festland ankern will und sich vor der EU abschotten will. Ob sich der Brexitgedanke leztzlich als fromme Milchmädchenrechnung erweist wird sich zeigen. Die Britische Regierung hat bereits ein Torschluss-Szenario : Yellohammer

Staatsgrenzen: Nordirland, Gibraltar, Frankreich

Außer der Landgrenze zwischen Irland und Nordirland besitzt das UK auch in Spanien eine gemeinsame Grenze mit dem zu Britannien gehörigen Gibraltar. Im weiteren Sinne sind auch die Bahnhöfe des Kanaltunnels in Frankreich und England Grenzbezirke, da gemäß dem Vertrag von Le Touquet die britischen Grenzkontrollen auf französischem Territorium stattfinden und umgekehrt. In der Referendumskampagne hatte Premierminister David Cameron die Grenzkontrollen mit Frankreich problematisiert, indem er das Fortbestehen des Le-Touquet-Abkommens von 2003 im Falle eines Brexits als gefährdet ansah. Das Abkommen ist als bilateraler völkerrechtlicher Vertrag nicht Teil des Rechts der Europäischen Union.

Schottland

Die Situation in Schottland ist nach dem Brexit im Allgemeinen und nach einem No-DEal-Brexit im besonderen pikant.
Im Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU stimmten 62 % der Wähler in Schottland in für einen Verbleib in der EU. Für den Fall, dass Nordirland mit der EU assoziiert bleibt – etwa über einen Verbleib in der Zollunion – wird erwartet, dass Schottland ebenfalls auf einer Sonderbehandlung bestehen wird. Der Brexit wird der schottischen Unabhängigkeitsbestrebung von England weiter Auftrieb geben.

Nordirland

Von britischer Seite ist der sogenannte Backstop Backstop-Klausel soll verhindern, dass die innerirische zu einer Außengrenze der Europäischen Union wird – der primäre Streitpunkt mit Irland für einen Deal mit der EU. Sowohl Nordirland als auch Irland wollen eine offene Grenze zwischen den Iren. Dies aber verlangt von den Briten quasi durch die Hintertür sich an die Europäischen Union zu binden.
Sollte es hier zu keiner gütlichen Einigung kommen, muss England mit dem Wiederaufflammen neuer Unruhen rechnen.

Gibraltar

Wenn der Brexit auch in Gibraltar 🇬🇮 greift wird es in jedem Fall für Einwohner Gibraltars massive wirtschaftliche Folgen haben. Die Situation wäre vergleichbar mit einem Dorf mittenin Deutschland, das jetzt plötzlich das Pfund als Währung akzeptieren müsste, obwohl die Bewohner ihr Geld bei den Nachbarn in Euro verdienen. Die Hälfte der Bevölkerung Gibraltars jeden Tag hinüber nach Spanien wechselt macht sie ein No Deal Brexit regelrecht zu Gefangenen ihres Felsen. Die Erlaubnis für ihren Freigang in die EU wäre neuen Regelungen unterworfen und könnte zur Auswanderung reizen.

Für die Europäische Union

Mit einem Brexit verliert die EU ihre zweitgrößte Volkswirtschaft, das Land mit der drittgrößten Bevölkerung und die „Finanzhauptstadt der Welt“. Mit dem Brexit entfiele der gegenwärtig drittgrößte Nettozahler zur Finanzierung des Haushalts der Europäischen Union (operative Haushaltssalden 2016: Deutschland 10,99 Milliarden Euro, Frankreich 9,22 Milliarden Euro, Vereinigtes Königreich 6,27 Milliarden Euro). Der Einnahmenverlust in Folge des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs als Nettozahler beläuft sich auf jährlich 13 Milliarden Euro. Besonders betroffen wären die vier Nettozahler Deutschland, Schweden, die Niederlande und Österreich, die seit 2002 einen Beitragsrabatt analog zum „Britenrabatt“ genießen. So müsste Österreich fortan 400 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr einzahlen und Deutschland jeweils 4,5 Milliarden. Das Vereinigte Königreich entfiele bei EU-Austritt als wichtiger Anteilseigner der Europäischen Investitionsbank (EIB), in der nur EU-Mitgliedsstaaten vertreten sind. Der Anteil des Vereinigten Königreichs beträgt 16 % oder 3,4 Milliarden Euro.

#Yellohammer

Verständlich, dass mit dem immer näher rückenden Brexit-Termin die Ängste auf beiden Seiten des Ärmelkanals wachsen.

12 direkte Risiken

  • Störungen der Grenzübergänge
  • Störungen des Transportsystems
  • Störungen der Überführung wichtiger Güter an den Grenzen
  • Gesundheitsdienste
  • Energie- und kritische Industriezweige
  • Lebensmittel- und Wasserversorgung
  • Nationale Sicherheit
  • Zugriff auf die Datenbanken zur Strafverfolgung
  • Auswirkungen auf britische Staatsbürger im Ausland
  • Bank- und Industriedienstleistungen
  • Auswirkungen auf Nordirland
  • Übersee- und Königsreichgebiete (inklusive Gibraltar)

Der Tag 1 nach einem No-Deal Brexit

  • 80 Prozent des Lkw-Verkehrs zwischen Frankreich und England wären demnach um Tage verspätet.
  • An Flughäfen und Bahnhöfen könnten neue Kontrollen Chaos auslösen.
  • Bestimmte Lebensmittel würden knapp – die Auswahl würde sinken, die Preise steigen. Dieser Zustand könnte sich über Monate halten, schreiben die Experten in „Yellowhammer“.
  • Bei internationalen Finanztransaktionen könne es zu Störungen kommen.
  • Bei einem Großteil der Medikamentenimporte könnte es Lieferengpässe geben.

Schon 2016 beschlich mich beim Stichwort Brexit ein ungutes Gefühl. Daran hat sich nichts geändert. Hier mein alter Artikel zum Brexit vom Juni 2016:

First we took Yugoslavia now we take London

Ernesto O.

Deal No Deal (4)

Exit vom Brexit? Migration und Menschenrechte

Migration

Für die Abwehr illegaler Migranten benötigt das Vereinigte Königreich nach einem EU-Austritt eine neue Grundlage, und es bleibt auf die Zusammenarbeit mit EU-Mitgliedstaaten, hier vor allem auf Frankreich angewiesen. Einige Aspekte der gemeinsamen Grenzsicherung beruhen auf EU-Recht, nach dem Austritt wären neue Abkommen notwendig und Britannien müsste sich eventuell um seine Wassergrenzen alleine kümmern. Ein massives Problem bliebe für England die Grenze in Nordirland und der damit verbundene Streit um den „Backstop“ bzw. um eine neue „harte“ Grenze, die Unruhe in Nordirland hervorruft. England ist wie einige andere EU-Länder auch sehr stark auf Arbeitnehmer aus der EU angewiesen, insbesondere im Krankenwesen und bei der Altenpflege. Es könnte so rasch ein Unterversorgung der Britischen Bevölkerung im Gesundheitswesen entstehen, die mangels fachlich ausgebildetem Personal große Schmerzen bereiten kann.

Briten im Ausland

Briten müssen im Fall eines No-Deal-Brexits wahrscheinlich einen Aufenthaltstitel in der EU beantragen, um weiter im EU-Ausland leben zu können. Sie müssen damit rechnen, dass in diesem Fall ihre bisherige geordnete britische Krankenversicherung ihre Gültigkeit verliert und sie ohne Krankenversicherungsschutz sind. Auch sind Reiseerschwernisse für die Briten in die EU sind beim No-Deal ausgemachte Sache.

Menschenrechte

Britische Menschenrechtsorganisationen warnten Anfang 2018 in einem offenen Brief, dass der Brexit in seiner geplanten Form die Menschenrechte schwächen würde. Da die EU Grundrechtscharta ihre Geltung im Vereinigten Königreich verlöre, entstünden Gesetzeslücken, weil nicht alle dort festgelegten Rechte in nationalen Gesetzen abgebildet seien. Britannien müsste also nachbessern um die Menschenrechte wieder auf das bisherige Level zu bringen

Ernesto O.

-> Exit vom Brexit? Letzte Folge: Grenzen

Quelle: Wikipedia

Deal No Deal (3)

Exit vom Brexit? Arbeit, Konsum, Umwelt

Brexit

Böse Zungen sagen: „Die Demokratie ist die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit.“


Großbritannien zeigt gerade in der jetzigen Situation bei der 51:49 Entscheidung Brexit, dass Demokratie mehr sein muss als die Durchsetzung der Interessen der Mehrheit, die ohnedies wie ein Börsenkurs täglichen Schwankungen unterliegt. Am Ende wird es beim Brexit auch nur um die „jährliche Dividende“ und darum gehen wer die „Aktien zum Vorzugspreis“ erhält. Die große Mehrheit der Bevölkerung, die Arbeitnehmer, die Konsumenten und die nachfolgende Generation könnten dabei am Ende die Dummen sein, also diejenigen, die über den Tisch gezogen werden. Was hat der Brexit für die Bürger auf der Straße in petto?

Arbeitnehmer, Konsumenten

Vorteile: Im Falle eines Brexits wird die Freizügigkeit der Bürger von EU-Mitgliedsländern gestoppt(ein Vorteil für England?). Zudem könnte das nominale Lohnniveau steigen; bei gleichen Bedingungen würden dann die Reallöhne steigen.

Nachteile: Durch den geplanten Brexit könnte es Bestrebungen geben, die ökonomischen Kosten des Austritts wie von der Denkfabrik Open Europe vorgeschlagen durch den Abbau bestimmter Vorschriften, darunter auch Arbeitnehmerrechte, zu kompensieren. Eine negative Folge eines Brexit wäre zudem der Verlust hochwertiger Arbeitsplätze, die ins Ausland verlagert werden(Abwanderung von Fachkräften).
Die Quote der Eigenversorgung des Vereinigten Königreichs bei Lebensmitteln lag im Jahr 2016 nur bei knapp 60 %. Das Vereinigte Königreich ist ein wichtiger Importeur für Lebensmittel aus den Ländern der europäischen Gemeinschaft. Der Export-Überschuss beträgt für Deutschland insgeamt im Saldo 3,4 Mrd. Euro. Die Verteuerung beim Warenimport beträfe demnach alle Wirtschaftsgüter, deren Herstellungskosten in Euro abzurechnen sind.
Im August 2018 bemerkte die Confederation of British Industry, dass vor allem das Fehlen eines Nachfolgevertrags mit der EU die britischen Konsumenten „hart treffen“ wird. Ob es Versorgungsengpässe geben würde, sei eine Frage der politischen Vorbereitung und der Kaufkraft des Pfund Sterlings.

Umwelt

Die Umweltaktivistin Helena Norberg-Hodge und der Extinction Rebellion-Sprecher Rupert Read stellen den Brexit in einen Zusammenhang mit Tendenzen zu einer „Lokalisierung“. Ihnen zufolge berge der Brexit die Gefahr, dass Großbritannien von den bisher errungenen Zugeständnissen an den Umwelt- und Klimaschutz abrücken könne(Risiko). Zugleich liege darin die Möglichkeit, sich aus der Verstrickung in eine „fragile, ressourcenintensive und völlig destruktive globale Ökonomie“ zu lösen und die Anbindung an die Erde und lokale Bezüge zu erneuern(Chance). Wer die Schwerfälligkeit der Politik kennt, wenn es um Fortschritte für die Umwelt beim Müll, der Wasservergiftung und der Luftverschmutzung geht, zweifelt allerdings daran. Großbritannien musste 100 Jahre unter dem berühmten britischen SMOG leiden, bevor 1951 die Politiker von der Insel bereit waren zu anzuerkennen, dass der genauso berühmte Londoner Nebel, ein von Menschenhand massiv verstärkter „Fog der Grauens“ war.
Im Falle eines No-Deal-Brexits würden auch eine Reihe von Stützen des Kyoto-Protokolls für die Verbesserung der Umweltbedingungen, wie z.B. Emissionszertifikate ungültig.

Ernesto O.

-> Exit vom Brexit? Nächste Folge: Migration und Menschenrechte

Quelle: Wikipedia

Deal No Deal (2)

Exit vom Brexit? Staatshaushalt und Unternehmen

Gehen wir einmal noch ein mal zurück nach Deal No Deal (1). Dort habe ich auf das Beispiel Big Deal aus „Die kosmische Welle“ S. 133 hingewiesen.

Für Boris Johnson ist die Situation ganz ähnlich wie bei dem dem dort beschriebenen großen Deal zwischen dem „Gemäldesammler“ und dem „Kunstdieb“. Das angebotene Gemälde steht auf den anderen Seite der Friedhofsmauer und ich – der Sammler – soll jetzt das Geld vorne am Friedhofseingang ablegen.
Boris Johnson will das Brexit-„Gemälde“ in seiner ganzen „Schönheit“, die er sich ausgemalt hat, doch seine Geldgeber haben im eingebleut, dass sie das „ganze Geld wiederhaben wollen“. Das bedeutet aber, dass GB aus der EU mit allen bisherigen wirtschaftlichen Vorteilen austreten will, also im übertragenen Sinn mit Geld und Gemälde
Auf das Schema in der Abbildung (Zeile 4 coop-noop) bezogen: Sammler-Johnson will alles und muss dafür die EU über den Tisch ziehen. Vielleicht bildet man sich bei Neigel Farage und Co. tatsächlich ein, dass dies gelingen kann. Ja sogar gelingen muss, weil mit der Brexit-Trophäe alleine an der Wand der Staatshaushalt der Briten nicht zu finanzieren ist. Schauen wir ob der Staat, der ja dann vordergründig kein Geld mehr an die EU zahlen muss wirklich das große Los gezogen haben könnte.

Staatshaushalt
Mit dem Brexit entfiele die Verpflichtung des Vereinigten Königreichs als drittgrößter Nettozahler, zur Finanzierung des EU-Haushalts beizutragen. Bereits 2016 haben unabhängige Experten errechnet, dass ein EU-Austritt bis 2020 „ein Loch von 40 Milliarden Pfund“ in die britische Staatskasse reißen könnte.
Das UK hat seit vielen Jahren ein sehr großes Handelsdefizit, dieses wird durch eine Nettoneuverschuldung des Vereinigten Königreichs bei ausländischen Gläubigern finanziert. Ein schwächerer GBP-Wechselkurs erschwert die Rückzahlung ausländischer Kredite, impliziert aber auf lange Sicht auch die Chance, das Handelsbilanzdefizit zu verringern, indem die Importorientierung der Wirtschaft schwindet und eine Exportorientierung einsetzt.
Aber so ist z.B für britische Universitäten ungewiss, wie stark die EU ihren finanziellen Beitrag zur Unterstützung der Forschungs­aktivitäten reduziert, wenn das Land nicht mehr EU-Mitglied ist, und ob der nationale Staatshaushalt dann die entsprechenden Lücken füllen kann. Die EU finanzierte 2015 16 % der Forschung.

Unternehmen
Die liberale Denkfabrik Open Europe veröffentlichte 2015 eine Abhandlung mit dem Tenor, ein Brexit sei eine unterschätzte Gefahr. Das Vereinigte Königreich müsste aus einer Position der Schwäche heraus einen neuen Marktzugang zum EU-Binnenmarkt aushandeln. Die Schweiz und Norwegen können ein Lied davon singen. Das schließe auch die Finanzdienstleistungsbranche in London mit ein, deren Unternehmen 2015 Steuern in Höhe von 80 Milliarden Euro zahlten und die die EU-Betriebserlaubnis nach heutigem Recht durch den Brexit verlieren würden. Im besten Fall würde ein Brexit die jährliche Wirtschaftsleistung des Vereinigten Königreichs bis 2030 um 1,6 % steigern, im schlimmsten Fall jährlich um 2,2 % drücken. Open Europe prognostizierte außerdem fallende Vermögen und summierte den jährlichen Verlust auf 56 Milliarden Pfund. Ohne EU-Mitgliedschaft würde zudem die Stimme der britischen Regierung an Gewicht verlieren, wenn Akteure wie die WTO oder G7 über neue wirtschaftspolitische Vereinbarungen verhandeln.
Wenn Großbritannien alleine wäre, stünde es in der Schlange ganz hinten (Obama) oder würde als kleiner Fisch in einem neuen Handelsabkommen mit den USA über den Tisch gezogen(siehe oben Abb. 11). Nicht umsonst bietet Donald Trump (America First!) den Brexit-Briten sofort einen neuen Deal an.
Hinzu kommt, dass das Meistbegünstigtenprinzip es einem (EU)-Staat verbietet, Handelsvergünstigungen nur einzelnen Staaten anzubieten, es sei denn, alle Vertragspartner sind Mitglied in derselben Freihandelszone, in welcher die Vergünstigungen allen Mitgliedern angeboten und die Zölle gegenüber Nichtmitgliedern nicht erhöht werden. Dies bedingt, dass das Vereinigte Königreich keine Handelsverträge mit einzelnen EU-Ländern abschließen kann; die Regierung in London müsste also direkt mit der EU über Handelserleichterungen verhandeln und das Land erhielte keine besseren Handelskonditionen als ein EU-Mitglied, damit der Wettbewerb innerhalb der EU nicht verzerrt wird.

Bis September 2018 hatten 25 internationale Banken die Verlegung ihrer EU-Standorte von London nach Frankfurt angekündigt. Am 29. März 2019 veröffentlichte die Irish Times eine Umfrage unter Banken, wonach möglicherweise bis zu 1.500 Angestellte Brexit-bedingt von britischen an andere EU-Standorte verlagert wurden. Im Januar 2018 gelangte ein geheimes Regierungspapier an die Öffentlichkeit, in dem Experten der regierenden Torries zu dem Schluss kamen, dass das Vereinigte Königreich durch den EU-Austritt in jedem Fall wirtschaftliche Einbußen erleiden werde. Die geringsten Einbußen wurden dabei für das Szenario eines britischen Verbleibs im Binnenmarkt prognostiziert.

Auch die Bauern in Wales haben inzwischen das Fürchten gelernt, denn ob sie einen Ersatz für die EU-Gelder nach einem Brexit aus dem britischen Staatshaushalt bekommen ist mehr als fraglich und die fehlenden Gelder könnten für Jahre die internationale Konkurrenzfähigkeit der britischen Landwirtschaft zerstören.

Ernesto O.

-> Exit vom Brexit? Nächste Folge: Arbeit, Konsum und Umwelt

Quellen:
Big Deal – aus: Die kosmische Welle S. 133 ff
Wikipedia

Zukunftsfäden (3) Atombomben auf Grönland

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

Trump ist bekannt für seine lauten Twitter-Ideen. Davon hat er uns im August gleich zwei serviert:

Grönland

Wanderer kommst du nach Dänemark, dann bringe Geschenke mit, dachte sich wohl auch Donald Trump und so überraschte er die Welt eine Woche vor dem geplanten Staatsbesuch bei Königin Margarethe II. mit der Ansage an Dänemark, die Insel Grönland kaufen zu wollen. Dort war man aber überhaupt nicht amused und tat die Sache als Aprilscherz ab, worauf hin ein beleidigter Donald Trump kurzerhand seine Reise nach Dänemark drei Tage vor dem Abflug cancelte.

Nach einem allgemeinen Kopfschütteln der Europäer  und einem Aufbrodeln der Nachricht in den interkontinentalen Medien, bei dem das kolonialistische Interesse an Grönland Trump´s zur Kenntniss genommen und kommentiert wurde scheint wieder Ruhe eingekehrt. Aber hier in Zukunftsfäden wird diese Nachricht jetzt erst richtig interessant, denn beim Blick in die Zukunft gibt es zur Ruhe im Karton-Szenario noch ein radikal alternatives Grönland Szenario.

Grönland(Kalaallit Nunaat) ist die größte Insel der Erde und damit ein Land, das politisch betrachtet ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark ist. Grönland ist von Eis bedeckt, das durch die globale Erwärmung der letzten 150 Jahre zurückweicht und es zunehmend grüner macht. Mit einer Fläche von 2.166.086 km² ist es größer als Saudi-Arabien und fast so groß wie Algerien. Die Bodenschätze des Landes machen Grönland – wie einst Alaska – für einen neuen Goldrausch interessant. Entscheidend für dieses Szenario ist, dass Grönland die geringste Bevölkerungsdichte der Welt hat(abgesehen von der Antarktis).

In Grönland leben ~ 55.000 Menschen, d.h umgerechnet auf einem Gebiet von der Größe Algeriens würden sich gerade einmal soviele Einwohner tummeln wie in Görlitz oder Baden-Baden. Damit ist das riesige Land extrem korruptionsanfällig. Würde Trump jedem Grönländer eine halbe Million Dollar in die Hand drücken, das sind für einen 4 Personen Haushalt  stolze 2 Millionen $, dann wäre das Geschäft auch nichts anderes wie wenn der Trumpkonzern  zum Beispiel sich durch eine Übernahme das Immobilienunternehmens Vonovia einverleiben  würde. Vonvia hat einen  Wert von ca. 2 Mrd. – zum Vergleich: Monsanto wurde von Bayer für 66 Mrd. übernommen. Sollte Trump nicht das nötige Kleingeld haben würden im die Gebrüder Koch bestimmt aushelfen und ein Kredit von der Deutschen Bank würde den Deal besiegeln. Der Gedanke an dieses Grönland-Szenario2 lässt jedoch jeden vernünftigen Menschen erschaudern, schließlich ist Grönland extrem wichtig für das ökologische Gleichgewicht der Erde und des Golfstroms insbesondere.

Atombombe

Eigentlich habe ich gedacht, als Mr. President die Schlüssel für die Atombomben der US-Streitmacht ausgehändigt wurden, hätte er auch ein  Aufklärungsbriefing über die Auswirkungen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erhalten.  Was? Er wurde aufgeklärt!?
Na dann muss er wohl gepennt oder von seinem Golfplatz geträumt haben. Wie kann ein einigermaßen gebildeter Mensch auf die Idee kommen, dass der Abwurf einer Atombombe ins Auge des Orkans eine erfolgreiche Methode zur Bekämpfung eines Hurrikans sein könnte?

Wenn man das tut, wird der Weg des Hurrikans eine unberechenbare Steigerung des Risikos. Alles entscheidend ist jedoch, dass der Abwurf einer Atombombe einen verheerenden radioaktiven Fallout verursacht.

Besonders in den 1950er  und 1960er Jahren war der weltweite radioaktive Niederschlag durch die oberirdischen Atomwaffentests der USA und der Sowjetunion beträchtlich, so dass die oberirdischen Tests aus Strahlenschutz-Gründen durch eine Konvention von 1963 eingestellt wurden. China führte seinen letzten oberirdischen Atombombentest 1980 durch.

Nicht nur dass der radioaktive Fallout des bebombten Hurrikans dann sofort eine optimale Verteilung der Radioaktivität an der Ostküste der USA verursachen wird, eine nachthaltige Verseuchung mit radioaktiven Isotopen des Golfstroms wäre die Folge und würde die Nahrungsquellen des Atlantik vergiften.

Nicht zuletzt würden die Bermudas und die Bahamas Donald Trump den Krieg erklären, aber darauf käme es nach dem verursachten Flurschaden durch die USA auch nicht mehr an.

Dummheit oder politisches Kalkül?

Vielleicht kommt es ja aber auch ganz anders. Die USA unterhält in Thule auf Grönland einen militärischen Stützpunkt, der mit Atomwaffen bestückt ist. Sollte China oder Russland Appetit auf Grönland bekommen, dann lässt Trump Atombomben auf Grönland werfen. Lästermäuler sagen, dass sich sich so dann ganz leicht das Gold von der Erde kratzen lässt und das Erdöl der Arktis ohne Umwege verbrannt werden kann.

De facto hat sich Trump letztlich entschieden wegen des Hurrikans Dorian seine Reise nach Polen abzusagen und auf seinem Golfplatz in Virginia den Sturm abzuwarten. Noch mal Glück gehabt?

Es ist was faul im Staate …

Ernesto O.

Zukunftsfäden ist Teil  einer kleinen Serie von Plauder-Beiträgen, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen.

–> Zukunftsfäden (1)
–> Zukunftsfäden (2) Yesterday

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Deal No Deal (1)

Exit vom Brexit? Wirtschaft

Exit vom Brexit?

2002 beendete ich die Arbeiten an meinem unsachlichen Sachbuch „Die kosmische Welle“ Aus heutiger Sicht hätte ich sicher einiges darin zu aktualisieren. Dies gilt allerdings kaum für das Kapitel „Experimentelle Nachwehen“ —> EXP-Nachwehen. Dort geht es um das, was unsere Welt gerade im Begriff ist zu verlernen, aber dringlicher als je zuvor für unser Leben und Überleben ist: Die Entwicklung von Kooperation. Im Beispiel „Big Deal“ s.u. zeigt sich exemplarisch was Misstrauen berwirkt und wie Vertrauen wirkt.

Seit roundabout 2015 kreist das Misstrauen durch die Welt und steckt wie ein Virus alle an.

Am Beispiel BREXIT zeigt sich was aus dem Big Deal wird, wenn er zum „No Deal“ mutiert. Hier ein Überblick was geschieht wenn die Kooperation zwischen Großbritannien und der Europäischen Union zerstört wird. Ich stütze mich dabei auf Wikipedia als Quelle.

  1. Wirtschaft
    Die BREXIT Befürworter gehen davon aus, dass die Zahlungen in die EU-Kasse mehr Nachteile als Vorteile für das UK bringen. An den Finanzmärkten jedoch herrschte die Meinung vor, dass das Vereinigte Königreich von der Mitgliedschaft in der EU profitiert und die Experten plädieren deshalb in großer Mehrheit für den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU.
    Seit Januar 2016 zog der Außenwert des Euro gegenüber dem Pfund Sterling an, am deutlichsten nach dem Referendum. Zwischenzeitlich erholte sich der Pfund-Kurs, aber seitdem die Gefahr eines No Deals 2019 gewachsen ist, hat das Pfund wieder eine neue Schwäche erlitten. Die meisten Marktteilnehmer und Ökonomen bezweifelten bereits direkt nach dem Austrittsvotum, dass der Kurs für das Pfund Sterling auf lange Sicht stabil bleiben wird.

Der Banker Gerard Lyons untersuchte vor der Ansetzung des Referendums über den Verbleib in der Europäischen Union im Auftrag des damaligen Bürgermeisters Boris Johnson (jetzt Premierminister!) Szenarien für den Fall eines Brexits und für die weitere EU-Mitgliedschaft und mutmaßte im 2014 folgende Vor- und Nachteile.


Vorteile: Ein Brexit könne die Wirtschaftsleistung des Vereinigten Königreichs unter Umständen bedeutend erhöhen, falls es der Regierung gelänge, eine erfolgreichere Handelspolitik als die EU zu betreiben. Ein schwächeres GBP könnte bei entsprechender Wirtschaftspolitik zu einem Comeback der britischen Industrie führen. Um diesen Effekt zu erreichen bedarf es keiner besonderen politischen Maßnahme, denn wir befinden uns ohnedies in einer weltweiten Abwertungsspirale, allerdings hat das der britischen Wirtschaft bisher nicht geholfen, u.a. wegen des Handelskriegs zwischen der USA und China.

Neutral: Die EU-Arbeitszeitrichtlinie zwischen britischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ist besonders umstritten. Nach einem Brexit könnte man sich dieser Sozialgesetzgebung entledigen, die die britischen Unternehmen jährlich 1,8 Milliarden Pfund (2013) kostet, was aber sicher die britischen Gewerkschaften auf die Barrikaden treiben würde.

Nachteile: Falls das Vereinigte Königreich mit einer eigenen Handelspolitik scheitern sollte, dürfte ein Austritt für seine Wirtschaftsleistung ungünstiger sein als ein Verbleib. Ein Absturz über die „Cliff-Edge“ (Klippenrand) ist zu befürchten. Das Vereinigte Königreich fiele ohne einen Vertrag „NoDeal“ in die Regelungen der Welthandelsorganisation (WTO) zurück, die mit ihren starren Zolltarifen zwischen 0 und 604 % zerstörerische Wirkungen auf die komplexen Lieferketten im hochintegrierten Außenhandel Großbritanniens haben könnten. Auch ein niedrigeres Pfund könnte die erhöhten Kosten für den Handel mit der EU nicht kompensieren. Hinzu kommt, dass Großbritannien um entsprechend produzieren zu können Fachkräfte benötigt, die nach einem NoDeal in die EU abwandern. Das bedeutet, dass England einen stetigen Zustrom an Arbeitskräften aus dem Commonwealth aufbauen muss und das obwohl die englische Politik bereits in den vergangenen 10 Jahren negativ gegenüber Migration eingestellt ist.

Insgesamt muss sich die englische Wirtschaft auf eine Reihe schwieriger Jahre einstellen, nicht zuletzt weil sie im Handel mit der EU selbst beim NoDeal die Normen der EU erfüllen oder direkt in einen Handelskrieg gehen muss.

Ernesto O.

–> Exit vom Brexit? Nächste Folge: Staatshaushalt.

Big Deal – aus: Die kosmische Welle S. 133 ff

Zukunftsfäden (2) Yesterday

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

A hard days night

Gibt es einen roten Faden in die Zukunft? Wohl eher viele, in vielen Farben und manch einer davon könnte blutrot sein. Ich blogge hier in der Absicht das Bündel aufzulösen – na ja zumindest arbeite ich daran – , nach Farben zu sortieren, die einzelnen Fäden zu verfolgen und ihre Auswirkungen für die Menschheit zu beleuchten.
Ob es sich bei den Schrullen und Schleifen des Alltags am Ende eher um einen klassischen Tonbandsalat handelt wird sich zeigen. Wir werden die Wicklungen und Verwicklungen auskosten. Hangeln wir uns also durch Raum und Zeit und schauen was wir sehen. Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft. Diese kann manchmal schon morgen im Yesterday enden, so wie für Himesh Patel. Der Überraschungsfilm mit Tiefgang (inklusive Notting Hill zum Quadrat) zeigt was passiert, wenn die Menschheit Teile ihres Geschichtsbewusstseins verliert und seien es nur die Erinnerungen an ein paar Musiker, wie die Beatles, in Film „Yesterday“.

Ohne Bewusstein für Geschichte werden wir uns in einer zyklischen Zeitfolge wiederfinden, dabei wollen wir doch Endlosschleifen vermeiden. Das Laufen im Kreis bringt keine neuen Erkenntnisse, ausser die, dass wir im Kreis laufen. So wie Counselor Deanna Troi auf dem Raumschiff Enterprise, die ihre Kapitänspatentprüfung 21 mal wiederholen musste, weil sie nicht bereit war ein Mitglied der Crew sterben zu lassen, um das ganze Raumschiff zu retten.  Enterprise: 7.Staffel, Folge „Radioaktiv“.
Natürlich hat Deanna recht, das menschliche Leben ist zu achten und zu schützen. Nur, wenn alle tot sind, nützt es uns nicht den Dreck unterm Fingernagel. Oder wollen wir wirklich, dass auf unserem Grabstein steht: „Du hattest Vorfahrt.“ Was wir von Deanna lernen können ist es zu vermeiden in Situationen zu kommen, die Menschenopfer von uns verlangen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Ausweg!

Auf dem Schachbrett ist es da halt viel einfacher…

Ernesto O.

Zukunftsfäden ist Teil  einer kleinen Serie von Plauder-Beiträgen, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen.

–> Zukunftsfäden (1)

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