Deal No Deal (1)


Exit vom Brexit? Wirtschaft

Exit vom Brexit?

2002 beendete ich die Arbeiten an meinem unsachlichen Sachbuch „Die kosmische Welle“ Aus heutiger Sicht hätte ich sicher einiges darin zu aktualisieren. Dies gilt allerdings kaum für das Kapitel „Experimentelle Nachwehen“ —> EXP-Nachwehen. Dort geht es um das, was unsere Welt gerade im Begriff ist zu verlernen, aber dringlicher als je zuvor für unser Leben und Überleben ist: Die Entwicklung von Kooperation. Im Beispiel „Big Deal“ s.u. zeigt sich exemplarisch was Misstrauen berwirkt und wie Vertrauen wirkt.

Seit roundabout 2015 kreist das Misstrauen durch die Welt und steckt wie ein Virus alle an.

Am Beispiel BREXIT zeigt sich was aus dem Big Deal wird, wenn er zum „No Deal“ mutiert. Hier ein Überblick was geschieht wenn die Kooperation zwischen Großbritannien und der Europäischen Union zerstört wird. Ich stütze mich dabei auf Wikipedia als Quelle.

  1. Wirtschaft
    Die BREXIT Befürworter gehen davon aus, dass die Zahlungen in die EU-Kasse mehr Nachteile als Vorteile für das UK bringen. An den Finanzmärkten jedoch herrschte die Meinung vor, dass das Vereinigte Königreich von der Mitgliedschaft in der EU profitiert und die Experten plädieren deshalb in großer Mehrheit für den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU.
    Seit Januar 2016 zog der Außenwert des Euro gegenüber dem Pfund Sterling an, am deutlichsten nach dem Referendum. Zwischenzeitlich erholte sich der Pfund-Kurs, aber seitdem die Gefahr eines No Deals 2019 gewachsen ist, hat das Pfund wieder eine neue Schwäche erlitten. Die meisten Marktteilnehmer und Ökonomen bezweifelten bereits direkt nach dem Austrittsvotum, dass der Kurs für das Pfund Sterling auf lange Sicht stabil bleiben wird.

Der Banker Gerard Lyons untersuchte vor der Ansetzung des Referendums über den Verbleib in der Europäischen Union im Auftrag des damaligen Bürgermeisters Boris Johnson (jetzt Premierminister!) Szenarien für den Fall eines Brexits und für die weitere EU-Mitgliedschaft und mutmaßte im 2014 folgende Vor- und Nachteile.


Vorteile: Ein Brexit könne die Wirtschaftsleistung des Vereinigten Königreichs unter Umständen bedeutend erhöhen, falls es der Regierung gelänge, eine erfolgreichere Handelspolitik als die EU zu betreiben. Ein schwächeres GBP könnte bei entsprechender Wirtschaftspolitik zu einem Comeback der britischen Industrie führen. Um diesen Effekt zu erreichen bedarf es keiner besonderen politischen Maßnahme, denn wir befinden uns ohnedies in einer weltweiten Abwertungsspirale, allerdings hat das der britischen Wirtschaft bisher nicht geholfen, u.a. wegen des Handelskriegs zwischen der USA und China.

Neutral: Die EU-Arbeitszeitrichtlinie zwischen britischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ist besonders umstritten. Nach einem Brexit könnte man sich dieser Sozialgesetzgebung entledigen, die die britischen Unternehmen jährlich 1,8 Milliarden Pfund (2013) kostet, was aber sicher die britischen Gewerkschaften auf die Barrikaden treiben würde.

Nachteile: Falls das Vereinigte Königreich mit einer eigenen Handelspolitik scheitern sollte, dürfte ein Austritt für seine Wirtschaftsleistung ungünstiger sein als ein Verbleib. Ein Absturz über die „Cliff-Edge“ (Klippenrand) ist zu befürchten. Das Vereinigte Königreich fiele ohne einen Vertrag „NoDeal“ in die Regelungen der Welthandelsorganisation (WTO) zurück, die mit ihren starren Zolltarifen zwischen 0 und 604 % zerstörerische Wirkungen auf die komplexen Lieferketten im hochintegrierten Außenhandel Großbritanniens haben könnten. Auch ein niedrigeres Pfund könnte die erhöhten Kosten für den Handel mit der EU nicht kompensieren. Hinzu kommt, dass Großbritannien um entsprechend produzieren zu können Fachkräfte benötigt, die nach einem NoDeal in die EU abwandern. Das bedeutet, dass England einen stetigen Zustrom an Arbeitskräften aus dem Commonwealth aufbauen muss und das obwohl die englische Politik bereits in den vergangenen 10 Jahren negativ gegenüber Migration eingestellt ist.

Insgesamt muss sich die englische Wirtschaft auf eine Reihe schwieriger Jahre einstellen, nicht zuletzt weil sie im Handel mit der EU selbst beim NoDeal die Normen der EU erfüllen oder direkt in einen Handelskrieg gehen muss.

Ernesto O.

–> Exit vom Brexit? Nächste Folge: Staatshaushalt.

Big Deal – aus: Die kosmische Welle S. 133 ff

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