Deal No Deal (3)


Exit vom Brexit? Arbeit, Konsum, Umwelt

Brexit

Böse Zungen sagen: „Die Demokratie ist die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit.“


Großbritannien zeigt gerade in der jetzigen Situation bei der 51:49 Entscheidung Brexit, dass Demokratie mehr sein muss als die Durchsetzung der Interessen der Mehrheit, die ohnedies wie ein Börsenkurs täglichen Schwankungen unterliegt. Am Ende wird es beim Brexit auch nur um die „jährliche Dividende“ und darum gehen wer die „Aktien zum Vorzugspreis“ erhält. Die große Mehrheit der Bevölkerung, die Arbeitnehmer, die Konsumenten und die nachfolgende Generation könnten dabei am Ende die Dummen sein, also diejenigen, die über den Tisch gezogen werden. Was hat der Brexit für die Bürger auf der Straße in petto?

Arbeitnehmer, Konsumenten

Vorteile: Im Falle eines Brexits wird die Freizügigkeit der Bürger von EU-Mitgliedsländern gestoppt(ein Vorteil für England?). Zudem könnte das nominale Lohnniveau steigen; bei gleichen Bedingungen würden dann die Reallöhne steigen.

Nachteile: Durch den geplanten Brexit könnte es Bestrebungen geben, die ökonomischen Kosten des Austritts wie von der Denkfabrik Open Europe vorgeschlagen durch den Abbau bestimmter Vorschriften, darunter auch Arbeitnehmerrechte, zu kompensieren. Eine negative Folge eines Brexit wäre zudem der Verlust hochwertiger Arbeitsplätze, die ins Ausland verlagert werden(Abwanderung von Fachkräften).
Die Quote der Eigenversorgung des Vereinigten Königreichs bei Lebensmitteln lag im Jahr 2016 nur bei knapp 60 %. Das Vereinigte Königreich ist ein wichtiger Importeur für Lebensmittel aus den Ländern der europäischen Gemeinschaft. Der Export-Überschuss beträgt für Deutschland insgeamt im Saldo 3,4 Mrd. Euro. Die Verteuerung beim Warenimport beträfe demnach alle Wirtschaftsgüter, deren Herstellungskosten in Euro abzurechnen sind.
Im August 2018 bemerkte die Confederation of British Industry, dass vor allem das Fehlen eines Nachfolgevertrags mit der EU die britischen Konsumenten „hart treffen“ wird. Ob es Versorgungsengpässe geben würde, sei eine Frage der politischen Vorbereitung und der Kaufkraft des Pfund Sterlings.

Umwelt

Die Umweltaktivistin Helena Norberg-Hodge und der Extinction Rebellion-Sprecher Rupert Read stellen den Brexit in einen Zusammenhang mit Tendenzen zu einer „Lokalisierung“. Ihnen zufolge berge der Brexit die Gefahr, dass Großbritannien von den bisher errungenen Zugeständnissen an den Umwelt- und Klimaschutz abrücken könne(Risiko). Zugleich liege darin die Möglichkeit, sich aus der Verstrickung in eine „fragile, ressourcenintensive und völlig destruktive globale Ökonomie“ zu lösen und die Anbindung an die Erde und lokale Bezüge zu erneuern(Chance). Wer die Schwerfälligkeit der Politik kennt, wenn es um Fortschritte für die Umwelt beim Müll, der Wasservergiftung und der Luftverschmutzung geht, zweifelt allerdings daran. Großbritannien musste 100 Jahre unter dem berühmten britischen SMOG leiden, bevor 1951 die Politiker von der Insel bereit waren zu anzuerkennen, dass der genauso berühmte Londoner Nebel, ein von Menschenhand massiv verstärkter „Fog der Grauens“ war.
Im Falle eines No-Deal-Brexits würden auch eine Reihe von Stützen des Kyoto-Protokolls für die Verbesserung der Umweltbedingungen, wie z.B. Emissionszertifikate ungültig.

Ernesto O.

-> Exit vom Brexit? Nächste Folge: Migration und Menschenrechte

Quelle: Wikipedia

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