Der Börsenmonat – Juli 20


#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Ein alter Börsenkalauer lautet:
„Wie kann ich ein kleines Vermögen an der Börse machen?
„Ganz einfach, indem du ein großes Vermögen investierst!“

Ein Beispiel wie dies „gelingen“ kann, sehen wir hier:
Manu und Max – beide Anfang 30 Jahre – haben sich mühsam 20000 € erspart und wollen nun endlich mal Rendite sehen. Aktien sind ja angeblich das Gebot der Stunde und die beiden glauben, dass Bitcoins die Zukunft gehört.
Es ist die Mittagspause des 24. Juni und eine Aktie dazu ist schnell gefunden: Netcents Technology. Mal schauen!
„Hey, heute morgen war Netcents noch bei 80 Cents, mal sehen was geht. Hui, zum Feierabend steht die Aktie jetzt schon auf 1,20 €. Satte 50% bergauf. Da legen wir uns morgen früh gleich auf die Lauer und kaufen 10000 Anteile zu 1,20 €.“
Der Morgen der Entscheidung: Doch die Rallye läuft schon – „Hm, aber wir kriegen unsere 10000 Anteile! Oh, zu 1,60 gekauft; na siehste schon 1,80 €, so verdient man blitzschnell 2000 €“ – oder doch nicht?
Inzwischen ist es 17.30 und Netcents steht auf 1,32 – nicht schön. Einmal drüber schlafen. „Die Aktie ruht sich nur etwas aus auf dem Weg nach oben.“ Doch die Aktie fällt unter einen Euro und steht sieben Börsentage später auf gerade mal 0, 85 €
So schnell haben Max und Manu ihr ganzes Sparvermögen noch nie in einer Woche für nix und wieder nix halbiert. 8000,- € futsch.

Netcents Chart – Quelle: Comdirect

Netcents ist das was erfahrene Börsenfüchse einen Pennystock nennen, damit kann man nur zocken und am Ende heulen wenn das Geld weg ist. Sollte es die beiden Börsenfrischlinge wirklich geben, kann ich nur sagen: „Herzliches Beileid Max und Manu!“

Quelle: Comdirect

Wer Aktien einer Firma kauft, die eine geringere Marktkapitalisierung als 500 Mio. hat, muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass hier ein großes Restrisiko besteht. Selbst wenn viele Aktien über den Tisch gehen ist das kein Nachweis für Qualität( rote Markierungen – siehe oben). Es müssen übrigens nicht einmal Penny-Stocks sein, die uns das Geld rauben. Jüngstes Beispiel ist das DAX-Unternehmen Wirecard, war da nicht auch mal was mit HypoRealEstate, Citigroup und und und….
Es ist dringend geboten auf die Warnsignale zu hören und diese waren bei Wirecard schon vor einem Jahr nachzulesen.
Deshalb ist es sinnvoll sich über die Aktien zu informieren, die wir uns anlachen wollen.

Vorschau im neuen Tab(öffnet in neuem Tab)

Hier zwei hilfreiche Quellen zum Nachblättern akuteller News: (gewähltes Beispiel Raiffeisen Bank – aus der Watchlist)

Was macht eigentlich das Musterdepot ?

Für das 2012 mit 4100 € neu aufgelegte Musterdepot ging es zunächst bis 2016 nur bergauf, um dann mit der Chinakrise, dem Brexit und der Trumpwahl im November wieder heftig einzubrechen. Zwar brachte der jüngste Crash im Frühjahr 20 zwischenzeitlich ein Minus von jeweils mehr als 10% in den beiden Monaten Februar und März, diese sind aber nach dem raschen Rauswurf von Borussia Dortmund, Yamaha Gold (ausgestoppt), Voltabox, Ceconomy, sowie Teilverkäufen von Grieg Seafood und Sony inzwischen wieder ausgebügelt.

Zwischenstände: halbjährliche Erfassung

Als Antwort auf den Crash wurde im März mutig Encavis eingekauft, was bereits nach 3 Monaten mit +32% zu Buche schlägt. Allerdings hat der Energiepark-Betreiber damit derweil ein Gewicht von über 40% am Depot, was nicht gesund für den Mix ist und möglicherweise in einem Teilverkauf endet. Der Schlager des Monat Juni war mit + 45% Niu Tech (Elektromotorroller und Fahrräder), der dadurch zum 100%-ter geworden ist. An 3D Systems (3D-Druck) wird weiter festgehalten, vielleicht sogar nachgekauft, es ist eben billig.

Musterdepot Übersicht 3.7.20

Watchlist und Ausblick
Ein Blick auf die Watchlist des zurückliegenden Monats kann unter dem Punkt „verpasste Gelegenheiten“ zusammengefasst werden, was am VDAX gelegen haben könnte, der immer wieder Verkaufsgelgenheiten anzeigte (steigender VDAX = tendenziell günstigere Einkaufskurse, fallender VDAX = tendenziell sich verteuernde Einkaufskurse). Ob noch das viel zitierte W noch kommt ist genauso ungewiss wie der lockere Durchmarsch zu neuen DAX-Hochständen ebenso unwahrscheinlich bleibt. Es wird sicher wellig und volatil weitergehen. Die Q2 Zahlen in den kommenden Juli u. August-Wochen werden uns neue Hinweise geben. So stehendie statistisch belegten schwachen Börsenmonate August und September vor uns.
Das „Gute am Corona-Crash“ war, dass nun 35% des Depot als Cash zur Verfügung stehen. Für die rund 7000 € können wir in der zweiten Jahreshälfte noch drei bis vier Werte ins Depot aufnehmen. Die Watchlist für den Juli ist weiterhin mit 20 Werten besetzt.
Neu in der Watchlist seit dem 1. Juli sind: Pfizer, HelloFresh und Software AG. Die erste Juliwoche zeigte bis auf TEVA nur positive Performance und sieben der 20 Aktien sind denkbare oder mögliche Einkäufe. Doch Vorsicht! Die vor uns liegenden Quartalszahlen könnten für kräftige Enttäuschungen sorgen. Übereilte Schnellkäufe sind also nicht angesagt.

Watchlist am 6.7.20

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

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