Der Börsenmonat – Juli 21 – Lage und Ausblick


#Boersenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Ob eine Aktie von Interesse ist beurteile ich nach dem Börsenmühlen-Highwaymodell. Idealerweise erhöht man die Stückzahl seiner Aktien zwischen 5 und 8 und trennt sich von Teilen eines Aktienpakets zwischen 11 und 2. Wechselt der Kurs eines Indizes oder einer Aktie die Fahrspur, so ändert sich auch die „Uhrzeit“ für die Aktie.

Das war der Juni 21

  1. Nachdem HDAX und DAX ihre Allzeithöchststände zwischen dem 15. und 17. Juni erreicht haben (DAX 15802 Pkt.) sieht es zum Monatsende eher so aus, also ob der DAX auf 5 nach 12 steht. Verlässt der Index die Überholspur (38-Tage-Linie) ist also Vorsicht angesagt (Cashbestand erhöhen).
  2. Während der DAX im Juni 2,0% zulegen konnte, hat unser Musterdepot mit 5,4% mehr als 3% Vorsprung eingefahren
  3. Die besten Aktien findet man nicht im DAX (Beate/Uwe Sander http://beatesander.com ) stimmt auch für das Börsenmonat Musterdepot. Mehr als + 10% brachten im Juni:
    3D Systems (USA) +37%
    Anta Sports (China) +18%
    Apple (USA) +13%

  4. Von den am Monatsende im Depot befindlichen Aktien waren 9/14 Titeln auf der Gewinnerseite.
  5. Nachdem die Bank of Ireland mehr als 170% erreicht hatte, habe ich 200 Stücke bei 5,30 und weitere 160 bei 4,60 verkauft. Teilverkäufe bringen Cash für Neueinkäufe!
  6. Vodafone wurde nach dem Überschreiten des diesjährigen Hochs im Mai (1,65 €) wegen nicht Erfüllung der Erwartungen bei 1,53 verkauft (Einkauf im 1,41 im November 2020) Das gleiche Schicksal erlitt E.ON. Ausser Dividende nichts gewesen – die Aktie ist auch noch lange nicht „grün“
  7. Die beiden Neulinge können unterschiedlicher nicht sein: Sunhydrogen ist ein waschechter Pennystock. Highflyer BioNtech kommt hingegen für „Kollege“ CureVac.
  8. Bei „Problembären“ wie CureVac gilt nur ein Konzept: Frühzeitige Flucht aus der Aktie! Das Zwischenspiel von CureVac im Depot begann am 17. Mai. Noch ehe ich mich versah, kaufte ich 40 CureVac bei 94,47 statt wie beabsichtigt bei 91 € (Solche Minuten-Rallys gibt es immer wieder bei vielgehandelten Aktien, besonders früh morgens, um 15.30 oder spät abends) Schließlich verlor CureVac vom Monatsanfang bis zum 11.6. 373 € (ab -300 € beginnt das Nachdenken, ob die Aktie im Depot überhaupt richtig am Platz ist…) Grund sofort die Reißleine zu ziehen, zumal die negativer Newsflow – ohne Widerspruch der Firma – immer deutlicher wurde. Verkauf bei 80,16. Doch damit hatte die CureVac Show gerade erst begonnen! Am 17.6 knallte die Aktie in Sekunden auf 32 € herunter, um am gleichen Tag sich wieder auf fast 50 € zu erholen (Schnäppchenjäger!) um bis zum Monatsende wieder auf 64,20 € zu klettern. Am 1.7. bestätigte sich jedoch die Nachricht, dass die Werte des Impfstoff nicht die gewünschten Erwartungen erfüllen. Wieder gab es Intraday einen wilden Absturz auf 50 € und CureVac wurde zum Ersatzfeld für ein erneutes „WM-Spiel“, das die Aktie an einem Tag erst um 22% nach unten drückte und gleich darauf wieder um 16% in den Himmel schob. Der aktuell faire Wert liegt meiner Meinung nach bei 45 €. Bis dahin also BioNtech. Hier bleiben die Aussichten rosig. Dennoch sollten wir CureVac nicht abschreiben, mRNA-Impfstoffe haben Zukunft.
  9. Oh Gott – Sunhydrogen ist ein Pennystock – Grundsätzlich ist es auch weiterhin vernünftig für Kleinanlegerinnen und -anleger die Finger von Pennystocks zu lassen, zu häufig sind sie ein Totalverlust. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. Sunhydrogen (grüner Wasserstoff) wurde zu 0,0688 € für 291 € ins Depot aufgenommen (1% Depot-Gewicht). Nach der 300 € Regel (Verlust von 300 € pro Position im Monat ist tolerierbar) darf Sunhydrogen sogar problemlos pleite gehen, ohne dass es stört – oder aber vielleicht auch wachsen.Für Depots unter 10 000 € sind Pennystocks ohnedies nichts aus einem einfachen Grund: Legen wir uns einen Pennystock ins Depot, so sind 1% Gewichtung bei 5000 € /1 0000 € gerade mal 50 bzw. 100 €, wobei die Transaktionskosten bis zu 40 € noch nicht eingerechnet sind. Keine lohnende Aussichten – nur eine riskante Wette.
  10. Nicht nur der Juni war für das Musterdepot positiv, auch das erste Halbjahr lief gut. Während der DAX mit +12% in den ersten 6 Monaten auch schon 4% über dem langjährigen Mittel von ca. 8% pA lag, hat parallel dazu das Musterdepot bereits 17% zugelegt und damit den DAX einmal mehr hinter sich gelassen. Das Börsenmonat-Musterdepot geht mit einer aktuellen 12-Monat-Performance von +64% und mit einer durchschnittlichen Jahresperformance von 22,6% pA. seit 2012 in den Juli.
Börsenmonat: Gewinner Juni: 3D Systems, Anta Sports und Apple Loser: Bank of Ireland und BioNtech (erst eine Woche dabei)

Ausblick Juli 21

  1. Das dritte Quartal (Q 3) erwartet uns. Juli, August und September waren in den vergangenen 10 Jahren immer wieder durch Schwächeattacken gekennzeichnet.

(Der HDAX enthält die 99 wichtigsten Börsenwerte Deutschlands bestehend aus DAX, MDAX und TecDAX – Quelle Comdirect)

So geschah es auch im letzten Jahr, während der starken Erholungsphase nach dem Corona-Crash von Mai bis zum Januar 21. So kam es im September 20 zu einer Schwäche des DAX, was auch das Börsenmonatdepot mit -3% quittierte, nachdem es von April bis August 21% gestiegen war.

  1. Quartalszahlen: Um den 15. Juli beginnt die nächste Runde der Quartalsberichte. Bis Ende August haben dann die meisten Aktiengesellschaften ihre Zahlen vorgelegt. Sollten die allgemeinen marktbreiten Erwartungen nicht erfüllt werden, wenden die Märkte nach Süden. Besonders Aktien, die ein sehr hohes KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) haben oder noch überhaupt kein KGV, weil bisher noch keine Gewinne generiert wurden, sind von (heftigen) Rücksetzern bedroht.
    KGV: Sunhydrogen , ITM Power ,3D Systems 110 , Niu Tech 60 , Anta Sports 51 , und mit Einschränkung auch Varta 40.
  1. Neueinkäufe: Der Fahrradsommer hat gerade begonnen und so ist die IPO des Onlinehändlers Bike24 einen Versuch wert. Ob der Anfangsschwung nur bis zu den ersten Quartalszahlen hält oder länger wird sich zeigen. Die Aktie ist ein temporärer „Spekulatius“ im Depot.
  2. Watchlist: Aktuell stehen in der Watchliste folgende Werte unter Beobachtung. Unter Beobachtung stehen auch zwei Aktien aus dem Depot: Solarparken und Encavis , die bei Rücksetzern für Zukäufe interessant werden können. Ebenfalls im zurückliegenden Jahr waren Ceconomy, LPKF Laser und Canadian Solar bereits im Depot vertreten. Während es von von CureVac (-49%) bis Teva (-12%) seit Mai nur abwärts ging, konnten die Aktien von OHB(11%) bis K+S (31%) teils deutlich zulegen. Allerdings beginnt jetzt wieder das Quartalszahlentheater und wer nicht viel riskieren will sollte Kaufentscheidungen bis zu Quartalszahlen besser zurückstellen.
  1. Cashaufbau: Durch den Zukauf von Bike24 ist der Cashbestand nun bei 0%. Um ggf. bei Aktien weiter zugreifen zu können, sind Teilverkäufe von besonders erfolgreichen Aktien (AntaSports) oder Verkäufe von erfolglos dahin dümpelden Aktien nötig. 10% – 25% Cash sind für das Q3 sicher sinnvoll. Der Verkauf der beiden spekulativen Depotschwergewichte Bike 24 und BioNtech würden den Geldbestand schnell auf 20% am Depot nach oben schrauben.
  2. Aktiensparplan: Eine grundsätzliche Änderung im Depotkonzept gibt es schließlich doch. Ab sofort fliessen pro Quartal 400 € per „Aktiensparplan“ dem Depot zu. Das ist die Summe, die der Staat als Steuerfreibetrag pro Jahr für Kapitalerträge zugesteht (1600 € gemeinsame Veranlagung/ 800 € Singles) Umgerechnet bedeutet das monatlich 66 bzw. 133 € die so dem eigenen Verrechnungskonto des Depots zufließen. Ab 500 – 1000 € wird der Einkauf einer Aktienposition auch für ein kleines Aktiendepot sinnvoll.
  3. Sparplangedanken für Neulinge: Zwar ist ein rascher Ausbau des Depot auf 5 Positionen zur Minderung des Risikos sinnvoll, aber es ist auch denkbar Schritt für Schritt zuerst in risikoarme Dividenden-Aktien zu investieren.


Beispiel A: Solide Dividenden-Aktien
20% Apple – in 5 Jahren von 20 auf 120€ – nächste Div. Febr/März 2022 – 0,7% Rendite 20%
Deutsche Post – in 5 Jahren von 25 auf 60€ – nächste Div. Apr./Mai 2022 – 3% Rendite 20%
Novo Nordisk – in 5 Jahren von 40 auf 70€ – nächste Div. März 2022 – 1,8% Rendite 20%
Johnson & Johnson – in 5 Jahren von 110 auf 140€ – nächste Div. März 2022 – 2,5% Rendite
20% Cash auf dem Verrechnungskonto

Ungeduldige wollen vielleicht etwas mehr Performance, mehr Performance bedeutet aber auch ein höheres Risiko für Rücksetzer…
Beispiel B: Solide, ohne Blick auf Dividende
25% Apple, 10% Visa, 25% Encavis, 20% Covestro, 20% Cash

Beispiel C: Technik und mehr Risiko
20%Apple(Solide), 20% Encavis(Wachstum), 20%Bayer(Rebound), 20% Sony (Wachstum seit 2016), statt Cash: 10% SGL Carbon(Technik), 10% ITM Power (grüner Wasserstoff)

Gerade beim letzten Beispiel gilt zum Teil eben nicht mehr Warren Buffet´s Buy and Hold, denn Teilverkäufe von Gewinnen (ab 30-50%) können zur Generierung von frischem Cash verwendet werden.

Ernesto O.

Der #Börsenmonat Blog stellt meine Erfahrungen beim Management eines selbstgeführten Aktiendepots dar und ist weder eine Empfehlung für den Kauf von Aktien noch eine Anlageberatung. Aktienkurse können fallen und einen Totalverlust des eingesetzten Geldes verursachen. Wer dennoch ein Aktiendepot erstellen will, sollte Penny-Stocks meiden und das Depot in verschiedene Branchen und Länder diversifizieren.

Der Mix macht´s


Ein Kommentar zu “Der Börsenmonat – Juli 21 – Lage und Ausblick

  1. Pingback: Der Börsenmonat – Herbst? | Raumzeitwellen Blog

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