Der Börsenmonat – August 21


#Boersenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Wer erinnert sie sich noch an den Börsen-August von 2011?

Der August 2011 war eine DAX-Katastrophe und kommt mit -19% dem Corona-Crash vom März 2020 sehr nahe. Im nachfolgenden September rutschte der DAX weitere -5% , und beendete das 3. Quartal schließlich mit – 26% und 2000 verlorenen DAX-Punkten im Börsenkeller. Ich verstärkte damals durch unkluges Handeln den ohnehin seit der Finanzkrise negativen Effekt meines Musterdepots noch weiter und beschloss deshalb 2012 das Musterdepot mit 4100 € frisch aufzulegen um aus den Fehlern von 2007-2011 zu lernen.

Wie heißt es so schön? Der Markt hat immer recht – und wenn der DAX fällt….
….fällt er eben. Aber werfen wir einen genauen Blick auf den DAX von Anfang Januar bis Ende September 2011.

Das im Mai erreichte Hoch begrenzte den Aufwärtstrend und so ging es volatil hin und her bis Ende Juli. Der DAX wackelte. Das tat er auch schon Ende Februar woraufhin er die Überholspur (grüne 38Tage-Linie) verließ und rasch die 90Tage-Linie (orange Mittellinie) kreuzte um auf die Standspur unter 200Tage-Linie zu wechseln. Doch wie ein Wunder, der DAX-Motor sprang sogleich wieder an und der Absturz war abgewendet. Das Jahr 2011 versprach auch mir endlich wieder Gewinne. Das erste Halbjahr ließ mein Depot um 13% steigen und ich hatte die Nase während der DAX nur um 7% kletterte bis Ende Juli vorne . Der Juli stand allerdings im Zeichen eines drohenden Regierungs-Shutdowns in den USA und die Börse stagnierte. Erst am letzten Juli-Wochenende löste sich das USA Problem in Wohlgefallen auf.

Am 2. August war mein Depot mit 93% Aktienquote und nur mit kleinem Cash von 7% unterwegs, obwohl der DAX in den folgenden 5 Wochen 24% fallen sollte.

Musterdepot 2. August 2011

Bösartiger Weise könnte man sagen mein Depot bestand zu diesem Zeitpunkt völlig aus Auto (Fehler 1).

Zu 80% steckte das Geld in Volkswagen (35%) und Porsche (44%) zwei wirklich gute Unternehmen mit Perspektive, aber 80% Depotgeld in nur einem Konzern? (Fehler 2)

Dabei schien es als ob ich alles richtig gemacht hätte. VW meldete am 2. August Rekordwerte. Doch oh Schreck – Heftige Gewinnmitnahmen -8%!.

Die Annahme, dass gute Quartalszahlen automatisch die Kurse guter Unternehmen steigen lassen war ein Irrtum (Fehler 3).

Gleichzeitig rutsche der DAX wieder unter die 200Tage-Linie, was ich nicht beachtete (Fehler 4).

Wenn der DAX auf das Abstellgleis wechselt, heißt es (abhängig von der Lage des Depots) reagieren. Der DAX rutschte innerhalb von 10 Tagen um von 6953 auf 5613 Punkte ab,
Nun gut, am 2. August nach den Zahlen brachen Porsche und VW zwar ein, aber das Abrutschen auf ein Minus von 66 € nicht dramatisch. Am 10. August waren VW und Porsche schon 11% weniger Wert. Das waren 650 € weniger für den Volkswagen-Konzern und die 300 € Verlustregel um das Doppelte überschritten. Angebracht war also mindestens eine Halbierung der VW / Porsche Position. Stattdessen pokerte ich und erhöhte mit dem letzten Cash das Porsche-Engagement sogar auf 80 Aktien. Damit war der Griff ins fallende Messer vollendet (Fehler 5).

Bis zum 9. September reduzierte ich das ganze Depot nur auf VW und Porsche (25 bzw. 80 Aktien), ich wollte einfach nicht einsehen, dass es an der Börse Sippenhaft gibt. (Fehler 6) .

Als ich mich am 4. Oktober mich endlich von Porsche getrennt habe, hatte ich in einer JoJo-Austauschaktion (Fehler 7) dafür 53 VW Aktien.

Die Jahresendrallye – diesmal nur im Oktober – machte den Kohl aber auch nicht mehr fett. Der DAX endete mit -15% und mein Depot hatte -34% am 31.12.2011. Ende Februar 2012 endet die Eskapade mit dem Verkauf der letzen VW Aktien. Sie brachten gerade mal seit Oktober 4%.

DAX 2011: Gewinner und Verlierer
Boerse.de

…und was lernen wir daraus ?
Im richtigen Moment an die Seitenlinie gehen und den Cash erhöhen und trocken halten, bis die Börsensignale wieder einen erkennbaren Aufwärtstrend anzeigen. z.B das Momentum geht über 100 oder die 200-Tageslinie wird nach oben gekreuzt, Auch wenn der RSI sich aus dem unterverkauften Bereich gelöst hat oder die Börsennachrichten eine Kehrtwende aufzeigen. Übrigens; die besten Aktien findet man nicht immer im DAX.

Rückblick Juli 21 – Ausblick für August

Das Depot ging wie zu erwarten im Juli mit -4% in die Knie.
Die besten der 15 Aktien im Juli waren
Varta 30: +12% 459 €
BioNtech 5: + 47% 439 €
Apple 35: +6% 259€
Sony 25: +6% 124 €

Die Juli Loser im Depot waren
Niu Tech (+257%) und
3 Systems (299%),

Beide setzten im Juli mehr als 20% zurück, halten aber trotz mehrerer Teilverkäufe zusammen noch 2200 € Gewinn im Depot. Wer die Aktien nicht hat, sollte prüfen ob sich hier wieder ein Einstieg lohnt.
2021 überrascht immer wieder durch kräftige Schwankungen sowohl beim beim DAX als auch im Musterdepot. Der Januar brachte unserem Depot sofort 28%, der Februar nahm davon wieder 8% weg. Im März kehrte etwas Normalität ein -2%. Der April war eine Nullnummer aber reich an Dividende. Im Mai ging es wieder mit -3% bergab, was der Juni mit +8% konterte. Der Juli brachte es auf -4%, während die ersten Tage des August uns mit 4% auf aktuell 19,7% Performance bringen, während der DAX mit 12,5% weiter 7,2% hinterher läuft.

Im Depot befinden sich aktuell:

Nach den Neuaufnahmen von BioNtech, Bike24 und Sunhydrogen im Juni (Der Pennystock Sunhydrogen ist nichts für kleine Depots) wurde im Juli keine neue Aktie gekauft. Allerdings 3D Systems weiter reduziert, auch BioNtech (gekauft bei 199,45 € wurde bei 177 € um 2/3 reduziert, hingegen Apple um 10 Aktien aufgestockt)
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre gilt für mich im August lieber die Füße still halten, der Cash wurde auf 15% erhöht. Dafür erhält man bei einem 30000 € Depot 4 Aktien zu je 1200 € . Bei einem kleinen Depot von 5000 € mit 4 Aktien kann man mit 750-1000 € nach einer neuen Aktie Ausschau halten. Sicher steigen nicht alle Aktien innerhalb eines Monats so rasch wie BioNtech. Nach den heutigen Q3-Zahlen hat sich BioNtech auf +91% katapultiert und ist kurz davor die sechste Aktie im 100%ter-Club nach 3D Systems (311% – seit 2019), Niu Tech (235% – 2019), Sony (221% – 2016), Bank of Ireland (173% – 2020) , Anta Sports (116% – 2019)zu werden. Hier noch auf BioNtech aufspringen zu wollen ist allerdings bei der „Fahnenstange“ die sich gebildet hat, aktuell sehr riskant. Die Aussichten sind gut, genauso gut ist es jetzt auch abzuwarten bis die Aktie in paar Tagen oder Wochen aus der roten überkauften Zone des RSI zurück kommt.
Wichtiger ist es im August die Aktien daraufhin zu beobachten wie deren Kurse auf die Quartalsergebnisse reagieren. Dazu braucht es mehr denn je einer Watchlist.

Watchlist August 21

Ich bevorzuge meine eigene Watchlist, die ich mit OpenOffice Excel(Microsoft) führe. Dennoch habe ich auf meinem Handy die Watchlist-Apps vom Aktionär und von Ariva.de

Die Aktionärs Watchlist gibt mir alle News sowie minutengenau die Kurse meiner 15 Depot-Aktien an. Wenn ich mir also am Monatsbeginn Kurs und Anzahl meiner Depot-Aktien in die Notizen-App kopiere, dann brauche ich nur dann ins einzugreifen, wenn eine Aktie meine eigene Stoppmarken zu reißen droht.

Die ARIVA-Watchlist gibt mir alle Kurse und Auffälligkeiten der potenziellen Einkaufskandidaten. Diese Watchlist zeigt zugleich die Kursentwicklungen der Kaufkandidaten an und bietet zu jeder Aktie ein Forum, das fast genauso geschwätzig wie Twitter – mit allen Höhen und Tiefen – ist.

In meiner Watchlist befinden sich zur Zeit 19 Börsentitel unter Beobachtung

Eine Watchlist ohne Cash im Depot ist schlimmer als Suppe ohne Salz. Da inzwischen 15% Cash aufgebaut wurde, besteht also die Möglichkeit drei bis fünf neue Titel zu kaufen (500 – 2000 €). Die Anzahl der Anteile, die gekauft werden bestimmt ja auch den Gewinn bzw. den Verlust. Das will überlegt sein. Meine aktuelle Favoriten sind derzeit Solarparken und Lenovo als mögliche Nachkäufe, die Deutsche als longlife Aktie, K+S als Spekulation und Associated British Foods als Rebound (wie seinerseits) die Bank of Ireland.

Wer glaubt, dass man Aktienkurse nur lange genau beobachten muss, irrt auch hier. Ich beobachte K+S schon seit November 20 ab einem Kurs von 5,94 €, bei 6,50 € war kein Cash vorhanden, bei 9 € bekam ich Zweifel am weiteren Aufschwung und jetzt hat die Aktie inzwischen schon 103% zugelegt. Manchmal lohnt es sich eben schon nach 3-4 Tagen zuzugreifen. Wie zum Beispiel Schaltbau: Kaum auf der Watchlist platzt der Aktienkurs wegen eines Kaufangebots von mehr als 50 € aus allen Nähten. Aber keine Panik – die nächste Aktie wartet schon auf ihre Chance. Es ist wie 2011. Diesmal aber steht der Zeiger für VW nach oben – Kursziel Richtung 300€!

Wie eine eigene Watchlist geführt werden kann erkläre im nächsten Börsenmonat-Special.

Bis dann… und immer eine Aktie überbehalten.

Ernesto O.

Der #Börsenmonat Blog
beschreit Erfahrungen beim Management eines Aktiendepots und ist weder eine Empfehlung für den Kauf von Aktien noch eine Anlageberatung.

Aktienkurse können fallen und einen Totalverlust des Einsatzes verursachen.
Wer dennoch ein Aktiendepot erstellen will, sollte Penny-Stocks meiden
und das Depot in verschiedene Branchen und Länder diversifizieren.


Der Mix macht´s

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