Der Börsenmonat: Aktiensparplan BoMo 2022


#Börsenmonat

Das Börsenmonat-Musterdepot(BOMO12) hat sich nunmehr seit 10 Jahren bewährt(Startkapital – 4100 € im Januar 2012 – keine Sparrate!). Trotz eines 50%tigen Absturzes bei der Marke von 20 000 € im Brexit & Trump Jahr 2016 liegt es inzwischen mit 580% im Plus. Genug Gewinn für nützliche Anschaffungen oder lang gehegte Wünsche. Für Börsenneulinge, die nicht mit 30000 € einsteigen können hat das BOMO-Musterdepot aber keinen großen Lerneffekt mehr und speziell für die Kleinanlegerschaft, die im ersten (Lern-)Jahr mit 1000 – 5000 € an die Börse wollen, sind die „Überlebensbedingungen“ einfach völlig andere als für einen Warren Buffet, der längst nicht mehr so agiert wie vor 30 Jahren. Buffets Markenschild „Buy and Hold“ macht aus den Lernlingen von 2022 sicher kein zweites Mal die reichsten Leute der Welt. Im Übrigen hält er in seinem Depot 41% Apple-Aktien. Wer also also meint nur ein paar Apple Aktien kaufen zu müssen und sich dann schlafen zu legen, sollte wissen dass auch die Kurse der Apple Aktien in den Jahren 1993, 2000, 2002 und 2008 genauso wie die Aktien der Konkurrenz von Microsoft in den achtziger und neunziger Jahren, 2000 und 2008, mit über -40% und mehr in den Keller gingen. Finanzielle Verluste schmerzen niemand mehr als die Kleinanlegerschaft. 2022 ist nicht 2002 und gerade junge Menschen die mit 18, 28,38 oder… die ersten Schritte an der Börse machen, brauchen Beratung – KnowHow – damit es ihnen nicht wie mir in meinen ersten 10 Börsenjahren geht – himmelhoch jauchzend und dann doch zu Tode betrübt. Wartet nur ein Weilchen, der nächste Crash kommt bestimmt.

Für Neulinge an der Börse ist es also Zeit für einen zeitgemäßen Ansatz:

ETF-Aktiensparplan (nicht empfohlen)
Wer sich keine Gedanken machen will – ist bei einem DAX ETF vielleicht besser aufgehoben…Na ja, wir müssen wissen, dass ein ETF immer nur die Performance des gewählten Indizes wie z.B: DAX, MDAX, TecDAX, EuroStocks, Dow Jones oder MSCI World abbildet. Das bedeutet aber auch, dass wir nicht die bessere Hälfte des Kuchens bekommen, sondern nur den Durchschnitt, denn die schwachen Titel des DAX wurden ja auch alle eingekauft. Im Endeffekt nehmen wir also jedes Jahr nur die mittlere Performance des DAX mit, ebenso auch die negativen Jahre.
Während in Amerika die ersten ETF Experimente schon in den 1970ziger Jahren gestartet wurden, gibt es den ersten DAX-ETF in Deutschland seit 2001.

Was hier als Fehleinschätzung bezeichnet wird war keine! In Wirklichkeit lag der Fehler der Medien darin, die Liebe der Anlegerschaft zur Mittelmäßigkeit nicht zu erkennen. Ergo: Wir sind nicht Geld gierig, aber die bessere Hälfte der Aktien darf es schon sein.


Rückblickende Einlassung: 2002 startete ich als Neuling mit 4000 € („1 Monatsgehalt“) an der Börse und es gelang mir doch tatsächlich sofort den DAX zu schlagen (DAX 2002 -43%, ich -42%). Ok, ok – ich weiß auch nicht warum ich mir ausgerechnet mit 2002 das schlechteste aller DAX-Jahre als Startzeitpunkt ausgesucht habe – aber aus Erfahrung wird man bekanntlich klug, hi hi.

Zwei Dinge weiß ich heute:

  • Hätte ich 2002 zu Jahresbeginn einen DAX-ETF gekauft, wäre ich 2002 mit -43% genauso untergegangen wie der DAX, denn ein ETF auf den DAX schlägt den DAX nie.
  • Hätte mir jemand 2002 verraten, wie wichtig Timing an der Börse ist, also der Zeitpunkt des Ein- u. Verkaufs wäre ich wahrscheinlich genauso „leichtfüßig“ durch die geplatzte Dotcom-Blase spaziert wie durch den Corona-Crash im Feb/März 2020 (ich -20%, DAX -38%). Der DAX landete 2020 dementsprechend am Jahresende nur bei +3,6%, ich hingegen bei +34,7%)

Fazit: Wegen seiner Eigenschaft einen kompletten Index abzubilden kann ein DAX-ETF zwar als zusätzliche Stütze für ein Depot hilfreich sein, aber als Basisinvestment ist er ungeeignet.

Wer freies nicht benötigtes Geld an der Börse anlegen will – und nicht gerade eben zwei falsche Hände bei Aktienkauf hat – ist besser beraten das Depot selbst zu verwalten, sofern er/sie umsichtig aus dem riesigen Angebot der Aktien auswählt.

So und jetzt Butter bei die Fische:

Aktiensparplan-Muster-Depot 2022:

Start: 3.1.2022

Für Börsen-Neulinge:
Sinnvollerweise legen sie sich bis dahin ein Depot bei einer Direkt-Bank (Vergleich siehe hier) an und überweisen sich ihr Grundkapital – nur Geld das sie entbehren können – auf das Verrechnungskonto ihres Depots. Dort wartet es geduldig genauso zinslos wie auf den anderen Banken bis sie es wieder abheben.

Finanzielle Voraussetzungen:
Ideale Vorgabe für Neu-Börsianer.innen:
a) 4000 € Grundkapital
b) eine monatliche Sparrate von 133,33 € in den ersten vier Jahren (entspricht 400 € pro Quartal) Erklärung: Der Aktionär und andere Medien schlagen häufig Startdepots mit 5000, 10000 und 25000 € vor. Solch große Beträge können bzw. wollen Jungaktionär.innen aber verständlicherweise nicht sofort auf einen Streich investieren. Einerseits ist das Risiko zu groß, da es an Erfahrung mit der Börse fehlt, andererseits soll ja auch nur das wirklich freie Geld an der Börse eingesetzt werden!
c) Ziel ist es etwas für die Rente zu tun, einen Notgroschen zu haben und jährlich den DAX zu schlagen.

Das erste Jahr – der Einstieg:
Ich sagte es schon: Das Timing ist wichtig, ebenso wichtig ist es aber auch so rasch wie möglich zu einem diversifizierten Aktien-Depot zu gelangen. Diversifikation bedeutet Aktien verschiedener Branchen, Länder und Indizes(DAX, SDAX, Dow, Nasdaq, FTSE usw.) im Depot zu halten. Typischerweise kauft man ein Aktienpaket einer Firma für ca. 1000 €, das ergibt bei vollem Einsatz des Grundkapitals und der Sparrate im ersten Jahr somit vier verschiedene Börsen notierte Aktienpakete aus dem Grundkapital und ein weiteres Aktienpaket am Ende des Jahres aus der Sparrate, so dass nach einem Jahr noch ein Cash von 600 € für das zweite Jahr übrig bleibt.

Das erste Jahr – alternativer Einstieg:
Es geht aber auch die „Kleingeld-Variante“. Wer keine 4000 € Grundkapital auf dem Verrechnungskonto des eigenen Depots bereitstellen will, kann auch auf einer Basis von nur 2000 € starten. Dies ändert am Diversifikation- und Timing-Plan für das erste Börsenjahr nichts. Es werden dann pro Handel nur jeweils für 500 € Aktienpakete eines Unternehmens gekauft. Das ändert auch an der Performance nichts, lediglich der Gewinn in absoluten Zahlen ist am Jahresende geringer. Sobald durch die monatlichen 133 € der Cashbetrag groß genug geworden ist, kann schließlich auf 1000 € pro Einkauf aufgestockt werden.

Ziel im ersten Jahr:
5 Aktien diverser Unternehmen sofern es das Timing ermöglicht.


Erläuterung: Haben wir zum Beispiel vier verschiedene Aktienpakete gekauft – alle Aktien zum Einkaufspreis von sagen wir 1000 € , dann macht es nichts aus wenn 2 von den 4 um 50% fallen wenn die anderen beiden gleichzeitig um 50% steigen. Das ist dann ein Nullsummengeschäft und es ist nichts verloren. Kaufen wir aber nur zwei Aktienpakete und dann ausgerechnet die beiden Aktien, die 50% fallen, dann haben wir am Ende unser schönes Geld halbiert und Heulen und Zähneklappern ist angesagt.

Fahrplan:
Es gibt keinen festen verbindlichen Fahrplan für das Aktiensparplan-Depot 2022. Wir werden über Aktienzukauf von Monat zu Monat entscheiden. Die ersten beiden Aktien werden wir im ersten Quartal(Q 1) kaufen und diese sollten weitgehend sicher vor Verlusten sein. Aktuell würde ich aus meinem eigenen 18 Aktien-Portfolio Encavis, Varta, Apple, Sony oder Niu Tech bevorzugen. Aber genau hier ist die Sache mit dem Timing von Bedeutung. Haben diese Aktien im Januar kein gutes Momentum, dann sieht die Sachlage natürlich anders aus und Käufe werden vielleicht erst später getätigt.

So bis dann
und Cash fürs Depot sammeln…

Ernesto O.

Stay tuned

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