Der Börsenmonat – Juli 20

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Ein alter Börsenkalauer lautet:
„Wie kann ich ein kleines Vermögen an der Börse machen?
„Ganz einfach, indem du ein großes Vermögen investierst!“

Ein Beispiel wie dies „gelingen“ kann, sehen wir hier:
Manu und Max – beide Anfang 30 Jahre – haben sich mühsam 20000 € erspart und wollen nun endlich mal Rendite sehen. Aktien sind ja angeblich das Gebot der Stunde und die beiden glauben, dass Bitcoins die Zukunft gehört.
Es ist die Mittagspause des 24. Juni und eine Aktie dazu ist schnell gefunden: Netcents Technology. Mal schauen!
„Hey, heute morgen war Netcents noch bei 80 Cents, mal sehen was geht. Hui, zum Feierabend steht die Aktie jetzt schon auf 1,20 €. Satte 50% bergauf. Da legen wir uns morgen früh gleich auf die Lauer und kaufen 10000 Anteile zu 1,20 €.“
Der Morgen der Entscheidung: Doch die Rallye läuft schon – „Hm, aber wir kriegen unsere 10000 Anteile! Oh, zu 1,60 gekauft; na siehste schon 1,80 €, so verdient man blitzschnell 2000 €“ – oder doch nicht?
Inzwischen ist es 17.30 und Netcents steht auf 1,32 – nicht schön. Einmal drüber schlafen. „Die Aktie ruht sich nur etwas aus auf dem Weg nach oben.“ Doch die Aktie fällt unter einen Euro und steht sieben Börsentage später auf gerade mal 0, 85 €
So schnell haben Max und Manu ihr ganzes Sparvermögen noch nie in einer Woche für nix und wieder nix halbiert. 8000,- € futsch.

Netcents Chart – Quelle: Comdirect

Netcents ist das was erfahrene Börsenfüchse einen Pennystock nennen, damit kann man nur zocken und am Ende heulen wenn das Geld weg ist. Sollte es die beiden Börsenfrischlinge wirklich geben, kann ich nur sagen: „Herzliches Beileid Max und Manu!“

Quelle: Comdirect

Wer Aktien einer Firma kauft, die eine geringere Marktkapitalisierung als 500 Mio. hat, muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass hier ein großes Restrisiko besteht. Selbst wenn viele Aktien über den Tisch gehen ist das kein Nachweis für Qualität( rote Markierungen – siehe oben). Es müssen übrigens nicht einmal Penny-Stocks sein, die uns das Geld rauben. Jüngstes Beispiel ist das DAX-Unternehmen Wirecard, war da nicht auch mal was mit HypoRealEstate, Citigroup und und und….
Es ist dringend geboten auf die Warnsignale zu hören und diese waren bei Wirecard schon vor einem Jahr nachzulesen.
Deshalb ist es sinnvoll sich über die Aktien zu informieren, die wir uns anlachen wollen.

Vorschau im neuen Tab(öffnet in neuem Tab)

Hier zwei hilfreiche Quellen zum Nachblättern akuteller News: (gewähltes Beispiel Raiffeisen Bank – aus der Watchlist)

Was macht eigentlich das Musterdepot ?

Für das 2012 mit 4100 € neu aufgelegte Musterdepot ging es zunächst bis 2016 nur bergauf, um dann mit der Chinakrise, dem Brexit und der Trumpwahl im November wieder heftig einzubrechen. Zwar brachte der jüngste Crash im Frühjahr 20 zwischenzeitlich ein Minus von jeweils mehr als 10% in den beiden Monaten Februar und März, diese sind aber nach dem raschen Rauswurf von Borussia Dortmund, Yamaha Gold (ausgestoppt), Voltabox, Ceconomy, sowie Teilverkäufen von Grieg Seafood und Sony inzwischen wieder ausgebügelt.

Zwischenstände: halbjährliche Erfassung

Als Antwort auf den Crash wurde im März mutig Encavis eingekauft, was bereits nach 3 Monaten mit +32% zu Buche schlägt. Allerdings hat der Energiepark-Betreiber damit derweil ein Gewicht von über 40% am Depot, was nicht gesund für den Mix ist und möglicherweise in einem Teilverkauf endet. Der Schlager des Monat Juni war mit + 45% Niu Tech (Elektromotorroller und Fahrräder), der dadurch zum 100%-ter geworden ist. An 3D Systems (3D-Druck) wird weiter festgehalten, vielleicht sogar nachgekauft, es ist eben billig.

Musterdepot Übersicht 3.7.20

Watchlist und Ausblick
Ein Blick auf die Watchlist des zurückliegenden Monats kann unter dem Punkt „verpasste Gelegenheiten“ zusammengefasst werden, was am VDAX gelegen haben könnte, der immer wieder Verkaufsgelgenheiten anzeigte (steigender VDAX = tendenziell günstigere Einkaufskurse, fallender VDAX = tendenziell sich verteuernde Einkaufskurse). Ob noch das viel zitierte W noch kommt ist genauso ungewiss wie der lockere Durchmarsch zu neuen DAX-Hochständen ebenso unwahrscheinlich bleibt. Es wird sicher wellig und volatil weitergehen. Die Q2 Zahlen in den kommenden Juli u. August-Wochen werden uns neue Hinweise geben. So stehendie statistisch belegten schwachen Börsenmonate August und September vor uns.
Das „Gute am Corona-Crash“ war, dass nun 35% des Depot als Cash zur Verfügung stehen. Für die rund 7000 € können wir in der zweiten Jahreshälfte noch drei bis vier Werte ins Depot aufnehmen. Die Watchlist für den Juli ist weiterhin mit 20 Werten besetzt.
Neu in der Watchlist seit dem 1. Juli sind: Pfizer, HelloFresh und Software AG. Die erste Juliwoche zeigte bis auf TEVA nur positive Performance und sieben der 20 Aktien sind denkbare oder mögliche Einkäufe. Doch Vorsicht! Die vor uns liegenden Quartalszahlen könnten für kräftige Enttäuschungen sorgen. Übereilte Schnellkäufe sind also nicht angesagt.

Watchlist am 6.7.20

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Der Börsenmonat – Juni 20

#DerBoersenmonat #Musterdepot

Mein Musterdepot

Im Zuge der Dotcom-Krise 2000-2002 nahm ich mit meinen Schülerinnen und Schülern am Börsenspiel „Planspiel Börse“ der Sparkasse teil. Dabei erhält ein Team (mind. 2 SuS bilden ein Team) ein virtuelles Startkapital, das in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu verwalten und zu mehren ist. Als Lehrer für Politik & Wirtschaft und Chemie erstellte ich so mein erstes Musterdepot und kann inzwischen auf rund 20 Jahre Erfahrung zurückblicken. Dabei habe ich viele hilfreiche Tipps für KleinanlegerInnen sammeln können. Es wird Zeit dieses Wissen weiterzugeben.

Jede und Jeder, die sich mit dem Gedanken eines Aktiensparplans als Altersvorsorge beschäftigen und das eigene Aktiendepot selbst managen möchten, ist gut beraten es in Form eines Musterdepot zu simulieren. Falls die Simulation dann einmal Realität werden soll, erhält man schon vor dem ersten echten Euro bereits in wenigen Monaten die Erkenntnis, dass Aktien heftige Wertverluste bringen können und deshalb regelmäßig – monatlich – zu überlegen ist, ob sich noch die richtigen Aktien im Depot befinden.

Ob Muster- oder Real-Depot, es stellt sich die Frage: An welche(s) Unternehmen gebe ich mein Geld? Sollten wir bei der Auswahl auf die populärsten Unternehmen setzen, deren Aktien im DAX, dem bekanntesten Börsen-Index Deutschlands gelistet sind? Schaut man sich den DAX an, fallen die sogenannten Autoaktien auf, zu deren Top-Werten neben VW natürlich auch Daimler gehört, das seit 1998 im DAX gelistet ist.

Wie wäre ein Musterdepot, das nur die Daimler-Aktie enthält im zurückliegenden Jahr gelaufen? Ein Blick auf den folgenden Chart liefert uns dazu die notwendigen Erkenntnisse:

Performance-Vergleich Daimler vs Musterdepot

Der Performance-Abgleich meines Musterdepots (Stand Ende Mai 2020) mit Daimler bringt erstaunliches zu Tage. Wer nur auf Daimler setzte war im zurückliegenden Jahr nicht erfolgreich, der Wertverlust für die Daimleraktie lag zeitweise bei -50%. Daimler war also keine gute Wahl, stattdessen bringt Diversifikationdas Halten von Aktien aus verschiedenen Branchen und Regionen – auch in Krisenzeiten erträgliches zustande.

Auswertung des Charts.

Aufgetragen ist die Performance meiner 6 Musterdepot-Aktien und der Aktie von Daimler (schwarz) seit 2019.
Daimler hat seit Mai 2019 zeitweise über 50% an Wert verloren.

Zum Vergleich die Kursentwicklung meiner Musterdepot-Werte:

  1. Grieg Seafood (Norwegen), trotz guter Perspektiven mit einem Verlust von 25%. Krisenzeiten wie diese haben offensichtlich auch Einfluss auf Preise und Verbrauch von Bio-Lachs. Deshalb wurde Ende Februar bei den ersten Crash-Anzeichen die Position halbiert.
  2. Anta Sports (China) – Konkurrenz zu Adidas, Puma, Nike und co. – hat einen Fußtritt mitbekommen, ist aber mit + 40% seit März wieder auf dem Weg zum Erfolg.
  3. Sony (Japan), schon als Dauerlutscher seit Juli 2016 im Depot. Zum Einstiegskurs von 27,02 € dabei, ist Sony aktuell auf 58,82 € gestiegen. Geduld kann sich auszahlen. Allerdings wird der Weg bis zur nächsten Playstation holprig, deshalb wurde die Position im Mai halbiert.
  4. Encavis (Deutschland) – und die Sonne lacht! Schon seit 2004 habe ich ein Photovoltaik-Hausdach, wenig effizient im Vergleich zu den neuen Solaranlagen von heute. Die vergangenen 6 Jahre Stromverbrauch konnte ich in Eigenproduktion erzeugen, das macht ökologisch wie ökonomisch Sinn. Sinn macht auch der Solarparkbetreiber Encavis rund 100% + im zurückliegenden Jahr.
  5. Niu Tech (China): Freude machen auch die „chinesischen Vespas 2.0“, E-Motorroller, E-Bikes u. E-Motorräder, die seit dem Crash-Tiefpunkt der Daimleraktie mit starken 50% Anschub eine tolle Performance zeigen.
  6. 3D-Systems (USA): Die 3D-Druck-Technikaktie ist ein „Sorgenkind“ und liegt seit dem Kauf im Dezember 2019 mit 10% im Minus. Aber nach wie vor haben 3D-Drucker eine Zukunft. Unter 6,50-7 € ist die Aktie eine Nachkauf-Überlegung wert.

Wer ein Muster- oder Real-Depot anlegen will, sollte nicht nur auf eine Branche setzen. Der Mix machts, dann stimmt auch die Chemie im Depot.

Die Watchlist

Mein Musterdepot enthält in normalen Zeiten 5 – 10 Werte, maximal 12. Im Unterschied zu den Fondsmanagern, können KleinanlegerInnen nicht viel Zeit in das Börsegeschehen investieren. Dennoch sollten sie sich die Zeit nehmen und einmal im Monat die Watchlist und das Depot ausmisten.

Die erste Woche des neuen Monats entscheidet darüber welche Aktien aus der Watchlist fliegen. Drägerwerk wird durch Twitter (politisch interessant) ersetzt. Shop-Apotheke hat wahrscheinlich das Ende der Fahnenstange erreicht und sollte auch ausgedient haben.

Historie

  • Mein Musterdepot besteht seit 2002 und startete im ersten Jahr sogleich mit einem Verlust von -43%. (Dot.com-Crash)
  • Die Finanzkrise 2008 bis zum Jahresende mit -53% zu.
  • Die kleine Sommer-Herbstkrise 2011 schlug sich nochmals am Jahresende mit -34% nieder.
  • Die China-Krise im Frühjahr 2016 bis zum Brexit drückte mein Musterdepot nochmals um -38% nach unten.
  • Dagegen hat die Corona-Virus-Krise 2020 nur mit -9% zugeschlagen während der DAX trotz starker Erholung immer noch mit -13% im Keller ist.

    Eigentlich geht es immer nur darum den DAX zu schlagen. Sollte die Jahresperformance des Musterdepots nach dem ersten Quartal schlechter als die DAX-Performance sein, muss man sich fragen ob man wirklich die richtigen Aktien hat.

Obwohl ich bis 2016 viel in meinen Musterdepot herum experimentiert habe, liegt das Depot mit 458% seit 2002 (2006: 720%, 2011: 3%) im Plus (ca. +20% p.A.).

Ausblick

Ich halte derzeit vom Gesamtwert des Depots knapp 40% in Cash. Der Grund ist einfach. Ich gehe nach wie vor nicht davon aus, dass der DAX V-förmig zu den alten Höchständen von 2020 über 13500 Punkte aufschließt. Ich erwarte die W-Formation und gehe von einem zweiten Dip aus, sobald der DAX die 200-Tageslinie bei 12200 Punkten erreicht hat.

Viele Unternehmen werden noch eine Weile mit den Folgen der Coronakrise zu kämpfen haben. In der Finanzkrise von 2008 dauerte es ganze 5 Jahre bis der DAX 2013 auf neue Höchststände kletterte. Deshalb heißt es für mich noch genügend Pulver trocken halten, es werden sich zahlreiche Gelegenheiten bieten um wieder in gute Unternehmen zu investieren.
Sollte dem DAX allerdings einen Durchmarsch der 200-Tageslinie gelingen, dann schauen wir mal…

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere das Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Corona-Virus: Wie läuft es wo?

Zwar hat die Bundesregierung nach wie vor eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen, aber die Situation ist in den einzelnen Ländern keineswegs gleich gelagert. Einige Länder scheinen über den Berg, während in anderen Staaten das Corona-Virus tobt.

1. Auf dem Weg zum Höhepunkt der Krise:

2. Der tägliche Kampf um bessere Zahlen:

3. Auf dem Weg der guten Besserung:

4. Pandemie ausgestanden?

5. Beginnt schon die zweite Welle?

6. Diffuse Datenlage:

Ernesto O.

Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus/

Corona: Nebel voraus

NGC 6726 Corona Australis

Was tun wenn der Nebel kommt? Jeder Autofahrer, jede Autofahrerin weis es – wir fahren auf Sicht, achten darauf dass wir gut gesehen werden und falls Glätte hinzukommen sollte, wir die richtige Winterausrüstung aufgezogen haben.

Je dichter der Nebel, desto weiter herunter mit der Geschwindigkeit, notfalls bis zum Stillstand!

Momentan befinden wir uns in einer ähnlichen Situation: Virologe K will die Kitas öffnen, Virologe D will das unter keinen Umständen. Doch die Meinungsverschiedenheiten in der Wissenschaft, Gesellschaft und Politik sind noch viel gravierender als hier angedeutet. Da wird einerseits blindes Herumstochern im Nebel als Wahrheit verkauft und andererseits vor lauter Angst auf der Überholspur der Autobahn geparkt, anstatt sich angemessen langsam vorwärts zu bewegen.

Vom Beginn einer Skepsis

Aber was können wir bei fehlender Klarsicht und solch einer dürftigen Informationslage tun?
Manchmal kommt man auch ohne die Hilfe der Wissenschaft aus einer kniffligen Lage heraus, wenn man die aktuellen Gefahren analysiert und daraus praktikable Schlüsse zieht. Betrachten wir die Charts zur Corona-Krise, so können wir vor allem aus den folgenden Diagrammen Trends ableiten, die Auskunft darüber geben wie wir uns verhalten, um sowohl unsere Gesundheit als auch die Gesellschaft möglichst wenig zu schädigen.

Neuinfektionen

Der Blick auf die täglichen Infektionsfälle zeigt, dass nach der Ausbildung eines Doppeltop die Entwicklung der Infektionen in einen Abwärtstrend übergegangen ist.

Betrachten wir die Zahl der täglichen durch den Coronavirus verursachten Todesfälle so können wir 3 Widerstandszonen ausmachen. Der Widerstand I bei 100 Toten pro Tag konnte bisher nicht unterschritten werden. Aktuell ist der Widerstand II bei 170 bis 180 Toten im Visier, sollte er nicht halten so ist wieder mit bis zu 300 Toten pro Tag zu rechnen. Da die Zahl der Toten, der Zahl der Infizierten nachläuft ist damit zu rechnen, dass die 200 Toten pro Tag erreicht und auch nochmals überschritten wird.

Worldometers.info

Der Chart von worldometers.info zeigt den Verlauf der Infektionen seit dem 15. Februar und ebenfalls (blassgrün) die Zahl der neuen Genesenen, die sich seit Ostern über der Zahl der tgl. Neuinfizierten stabilisiert. Nach dem Doppeltop hat sich ein bärischer Keil ausgebildet (hellgrün) der nun auf den Widerstand zwischen 900 und 1200 (untere rote Grenzlinie) stößt. Am Ende jedes Keils wird ein Ausbruch stattfinden. Ein rasches Unterschreiten der 1000er Marke ist wegen des Widerstands wenig wahrscheinlich, hingegen ein Backbeat Richtung 2500 wahrscheinlich, schlimmstenfalls sogar Richtung 5000 Neuinfektionen.

Entwickeln sich die Gewinne eines Unternehmen schlecht so versucht das Unternehmen dem entgegen zu steuern, genau dies hat die Politik auch in der medizinischen wie ökonomischen Coronakrise auch getan. Die nach dem 20. März ergriffenen Maßnahmen haben Anfang April begonnen zu wirken. Weil aber die radikalen Maßnahmen das gesellschaftliche Leben zu ersticken drohen, sind sie nicht auf ewig durchzuhalten, was übrigens auch rein medizinisch nicht angezeigt ist.

Da jedoch die Befreiung von der Geißel Corona in Form eines Impfstoffes noch 1 bis 2 Jahre auf sich warten lässt, sind jetzt gezielte Entlastungen sinnvoll. Der Ausbruch der Infektionskurve (rot-blau) nach oben wird zwar kommen, aber die elementaren Eindämmungsfaktoren wirken weiterhin, was den bullischen Ausbruch aller Voraussicht nach oben begrenzen wird. Dies gilt natürlich nur wenn das Virus nicht mit neuen bösartigen Mutationen aufwartet.

Ernesto O.

die kosmische Welle

Das Fraktalistätsprinzip

fraktale Herzen

Es ist Zeit für eine Auferstehung.
Oh wie vieldeutig dieser Satz in meinen Ohren klingt.

Totgesagte leben länger, doch es ist Zeit für die Wiederauferstehung der „kosmischen Welle“. 2012 hatte ich ja schon angekündigt, dass ich eine Fortsetzung schreiben werde. Inzwischen weiß ich, dass es keinen zweiten Teil geben wird. Bei der kosmischen Welle werde ich mich an die Empfehlung des Jugendtheaters Rote Grütze halten, die einst zum Thema Sex den Jugendlichen folgenden Rat gab: „Alles kann – nichts muss.“

Freuen Sie sich also auf eine schrittweise erneuerte „die kosmische Welle“. Ich werde sie hier live im Blog wie eine Computer-App überschreiben, umbauen, ergänzen, Bugs entfernen, ggf. splitten und mit kleinen oder auch größeren Updates versehen. Dabei werde ich sicher nicht von A-Z oder von Kapitel 1-10 vorgehen, sondern da anpacken, wo sich gerade etwas anbietet, wie z.B. beim „Fraktalitätsprinzip“.
Also ich freu mich jetzt schon drauf, der kosmischen Welle neuen Schwung zu verleihen. Siri hilft mir auch fleißig dabei, wenn sie bloß mal richtiges Zuhören lernen würde.  😊

Hey Siri,
das mit dem Diktat müssen wir aber noch üben.

Los jetzt – gib dein bestes!
Wir gucken heute
der Kobold fickt
der Copperfield

Verdmmt – ich habe gesagt:
„Der Kobra-Effekt!!!!“

So das war es für heute. Demnächst mehr im meinem Gedankensender 08

Übrigens, für den Fall, dass sie eine Webseite haben, dann gönnen sie sich mal einen Blcik auf die Anfangstage ihrer Seite. Das geht mit ganz einfach mit der Wayback-Machine. Geben sie einfach die gesuchte Webadresse ein, oder wie hier zum Beispiel meine Webseite: Raumzeitwellen

Ernesto O.

#PhiloFills

Und da ist es dann doch passiert: PhiloFills.
Philo Fills sind das kreative Mittel gegen die Homeoffice-Langweile.

Während ich die Eindrücke der letzten Tage verarbeite und mir Gedanken über die Welt mache, fallen sie mir auch schon ein.

Die klugen und dummen Sprüche aus meiner eigenen Philosophie oder die berühmten Zitate der Menschen aus den vergangenen Jahrtausenden.

PhiloFill 01 Ernesto O.
#PhiloFills

Ich produziere jetzt Philo Fills. In Tagen wie diesen hilft das gegen Langeweile.
Machst du mit?

Es geht ganz einfach. Nicht einmal ein Schnittmuster wird gebraucht. Da ist dieser – im Idealfall – selbstgebastelte Satz, auch gerne in Gedichtform, mit dem du dein kleines frisch geformtes digitales Kunstwerk zierst. Oder ganz ohne Bild, einfach den Satz mit dem Hashtag #PhiloFills versehen und ab auf Twitter oder eine der sonstigen SocialMediaPlattformen gepostet.

Und – nicht vergessen:

Es ist die Einstellung
zu den Dingen,
die die Dinge ändert.

Ernesto O.

Königin Silvia und der Bettentrick

Es war 1994 oder 96, auch egal, jedenfalls war es eine dieser spottbilligen Rubin-Reisen nach Italien. Florenz, Neapel, Capri, Ischia, Amalfi, Pompeji mit Vesuv, Rom mit Petersdom und Gardasee. Inbegriffen war auch eine Werbeveranstaltung, eine Kaffeefahrt mit dem Reisebus hinauf in den Apennin, inklusive ein kostenloses Mittagessen in einem abgelegenen einsamen Berg-Restaurant. Wer schon auf Kaffeefahrten war weiß worum es geht. Den Leuten werden Dinge wie Heizdecken, Perlenketten, Essbesteck-Sets und so weiter verkauft. In diesem Fall war es allerdings etwas ganz Besonderes: Teuere Bettwäsche und Matratzen, die selbst die Königin von Schweden wegen ihrer exklusiven Qualität benutzt. Sogar mit eingelassenen Silberfäden und dementsprechend war der Preis dafür auch stattlich.
Natürlich konnten die Käufer der Bettausstattung auch noch eine Reise gewinnen, doch erst musste man die Lobpreisungen des Verkäufers über sich ergehen lassen. Wer hier an Flucht bei 35 Grad Aussentemperatur dachte, verwarf den Gedanken sehr schnell, denn die Sonne knallte unbarmherzig vom Himmel herab. Zuhören war angesagt, jedoch zwei junge Frauen fanden den Vortrag nicht erquickend und begannen zu schwatzen. Daraufhin reagierte der Verkäufer erbost und warf die beiden Damen lautstark hinaus. Der Effekt zündete und die Angst davor draußen in der Hitze der Sonne braten zu müssen machte aus dem Rest der Busgesellschaft eine andächtig lauschende Zuhörerschaft. Da waren auch keine Einklatscher mehr nötig. Die teueren „Königin Silvia Betten“ gingen weg wie warme Semmeln.

Nachtrag: Das Mittagessen war sehr bescheiden, kein Vergleich zur Pizza a Metro in Napoli.

So, was können wir daraus lernen?
Der Königin Silvia Bettentrick funktioniert folgendermaßen:
Ich suche mir in meinem Publikum unter fadenscheinigem Vorwand eine Person, die ich als Störenfried stigmatisiere und lasse sie unter Zuhilfenahme von weiteren Personen hinauswerfen.
Ergebnis: Nun habe ich das Publikum dazu gebracht sich auf mich auszurichten und zugleich sich gegen den ausgegrenzten Menschen zu wenden.
Nebeneffekte: Hinzu kommt, dass jetzt zahlreiche Zuhörer mich für eine besonders konsequente Person halten und mir unterschwellig mehr Durchsetzungsvermögen und Kompetenz zusprechen. Somit mir auch mehr Respekt zollen und darüber hinaus sich im Hinterkopf die Angst davor manifestiert ebenfalls als Störenfried ausgegrenzt zu werden.

So bindet man mit diesem einfachen Trick den Rest des Saales an sich.

Und nun wird es lustig: Naja, eigentlich nicht.

#Weingarten #Weidel

Ich weiß nicht ob Alice Weidel bei ihrem Wirtschaftsstudium auch ein Werbeverkauf-Seminar bei Rubin Reisen absolviert hat. Leider ist im folgenden AfD-TV Video das Opfer nicht zu sehen – warum nur….

Wenn ich die  „Weidel-Rede“ in Weingarten anschaue dann gibt es auffallende Parallelen zum  Königin Silvia Bettentrick:

Alice Weidel und viele Politiker in der AfD versprechen den Leuten eine schöne Reise zurück in die Vergangenheit, in der angeblich alles besser („normal“) war, locken mit Waren der Extraklasse (Herrenrasse u. rassitischer Ideologie) und demonstrieren denen, die diesen Behauptungen auf den Leim gehen eine „Macht der Gemeinschaft“ aus der jeder Störenfried verbannt wird. Wer nicht folgt, der wird ganz sicher  in der Wüste verhungern (von der „Umvolkung“ überrannt werden); wer aber folgt wird profitieren und an Stärke gewinnen.

Warum nur erinnert mich dieses Szenario an den Kinofilm „die Welle“ ?
Die Hintergrundinfo zur Weidel-Story liest sich auf Twitter jedoch so.

Nach diesem Tweet von Studis für Weingarten, könnte einem allerdings sogar in den Sinn kommen, dass hier mit üblen Polit-Karten gezinkt wurde. Muss aber nicht sein, denn der „Königin Silvia Bettentrick“ funktioniert auch ohne Agenten. Die Manipulierten merken es in der Regel nicht solange nicht Aussenstehende die Situation beleuchten.

Allen  Lehrkräften  für  das Fach  Politik und  Wirtschaft kann es  als praktisches  Material zur Anschauung für den Unterrichtseinsatz dienen. Nur Philopshia Perennis wundert sich warum Weidel-TV den Clip schon wieder gelöscht hat.

Sollte das Video aus dem Netz verschwinden, gibt es allerdings nach wie vor den Spielfilm „Die Welle“, der allemal sehenswert ist und zeigt wie leicht Menschen zu manipulieren sind und für Zwecke einer Bewegung mißbraucht werden können.


Ernesto O.

Zukunftsfäden (5) Wahrheit (die ganze…)

Die Wahrheit mit der Wahrheit ist,
dass die Wahrheit eine Lüge ist.

Es wird schon nicht so schlimm kommen – oder?
Wie die frisch veröffentliche Shell Jugendstudie berichtet, glaubt eine Mehrheit (53%) der Jugendlichen, die Regierung verschweige „die Wahrheit“. Zwar zeigt die Studie, dass die jungen Menschen optimistisch in die Zukunft blicken, andererseits aber sind sie angefüllt von Misstrauen gegenüber dem Establishment, gegenüber der Politik und den gesellschaftlichen Eliten. Die Angst um die Zukunft betrogen zu werden ist groß. Deshalb verfällt unsere Jugend zurück in althergebrachte Muster, allen voran das gute alte Vorurteil, und in seiner besonderen Ausprägung – der Rassismus.
Die Erfahrung unfair (was auch immer das sei) behandelt zu werden, befördert den Populismus. In dieser Falle sind die Jugendlichen in guter Gesellschaft mit der älteren Generation. So betont zwar die Mehrheit der Jugendlichen (57%), sie finden es gut, dass Deutschland viele Flüchtlinge aufgenommen habe. Aber genauso finden es 20% der Jugendlichen nicht so gut, wenn in der Wohnung nebenan eine Flüchtlingsfamilie einziehen würde. Außerdem lehnen 18% es ab, neben einer türkischen Familie zu wohnen. Die Anfälligkeit für Lügenpropaganda ist offensichtlich und wird in Zukunft radikalen Parteien einen konstanten Anteil an Wählerstimmen sichern.

Die Wahrheit hat es in diesen Tagen schwer, doch was ist wenn – die Wahrheit mit der Wahrheit ist, dass die Wahrheit tatsächlich eine Lüge ist?

In der TV-Serie Mysterien des Weltall geht Morgan Freeman  der Frage nach: „Warum lügen wir?“ Dabei werden ertaunliche Erkenntnisse zu Tage gefördert. (Leider ist diese Folge z.Z. nicht im Free-TV mehr erhältlich. ZDF und Servus TV bringen jedoch in loser Folge einzelne Sendungen aus der empfehlenswerten TV-Serie – hier die Übersicht zur  Staffel 6 der Reihe Mysterien des Weltalls.

Mehr oder weniger überraschend zeigen Experimente, dass bereits Kleinkinder ab zwei Jahren bereit sind zu lügen um z.B. ihre Neugier zu befriedigen.  Andererseits macht Lügen zwar intelligent, aber nicht unbedingt klug. Wer lügt muss mehr Energie aufwenden um z.B. episodische Geschichten zu erfinden, die dann ja auch noch glaubhaft sein müssen. Das erfordert nicht nur Kreativität, sondern auch Wissen und Beobachtungsgabe. Wer im Eigeninteresse regelmäßig lügt, läuft allerdings Gefahr am Ende dennoch zu scheitern, denn je weiter fortgeschritten die Lügengebilde sind, desto wahrscheinlicher enthalten sie fehlerhafte Stellen, die nicht mehr übertünscht werden können.  Wer sich auf Notlügen beschränkt, fährt am Ende besser.

Im Computer-Zeitalter werden neue digitale Lügentechniken verwendet.

Zum Beispiel:
– die Butler-Lüge
– Sockenpuppelüge (Identitätslüge)
– Fake-Bewertungen als Ablenkung vom dem ab, was der Bewerber nicht weiß (in ich-Rede)

Die digitale Lüge beherbergt wegen der besseren Nachprüfbarkeit jedoch ein größeres Risiko als die gesprochene Lüge.

Probleme bei der Wahrnehmung der Realität

Unser grundlegendes Problem die Realität von der Täuschung unterscheiden zu können sind dabei unsere Sinne:
– Tastsinn
– Wärmeempfinden
– optische Wahrnehmunbgsfähigkeit
– begrenzter Hörsinn
Wir können mit vielen Tierarten nicht mithalten wie der Fledermaus (hören), den Schmetterlingen (riechen), dem Chameleon (sehen) oder den Walfisch (hören), darüber hinaus bastelt uns unser Gehirn eine ganz eigene Realität, angefangen bei der Tatsache, dass wir eigentlich mit dem Kopf nach unten hängen – oder gilt das nur für die Leute in Australien?
Würde man z.B: alles auf dem Desktop in seiner vollen Realität erfassen wollen, müsste man die Bits und Bytes, die dahinter stehen auch wahrnehmen samt der fließenden elektrischen Ströme. Letzlich haben wir nur die Sinne, die wir brauchen um zu überleben und selbst die funktionieren auch nicht immer richtig – siehe bei Vergiftungsfällen. So können wir uns keine Farben vorstellen, die wir nicht sehen können, auch nicht die die Gerüche wahrnehmen die Schmetterlinge antreiben.
Hinzu kommt, dass unser Gehirn falsche Erinnerungen schafft. Das Wahrgenommene (z.B. das Sehen eines Autounfalls) verändert eine kleine Gruppe von Nervenzellen (= Engramm —> Physiologische Spur der gespeicherten Erinnerung). Wenn nun alte Erinnerungen (—> Engramme) durch neue ähnliche Erfahrungen  ausgelöst werden,  werden diese Erinnerungen miteinander vernetzt, überlagert oder sogar ausgelöscht. Die Episode im Gehirn ändert sich dann durch das (fehlerhafte) Verknüpfen der Engramme. Dennoch trauen wir unseren Erinnerungen, auch wenn wir uns nicht an alles aus unserem Leben erinnern können.

Wahrheit der Quanten? Lügt uns das Universum an?

Die Position eines Elektrons und zugleich seine Geschwindigkeit erkennen, das geht nicht (Kolibri-Effekt/Unschärferelation Heisenberg). Definierende Eigenschaften und Zustände bestimmen die Quanten-Realität wie Spin und Ladung oder die Eigenschaft „Hart“ und das Objekt „Fels“.  Im Film Alice im Wunderland existiert die Grinsekatze. Ich habe schon oft eine Katze ohne Grinsen gesehen aber noch nie ein Grinsen ohne Katze. Aber genau das geht in der Quantenwelt, indem man die Eigenschaft vom Objekt trennt! Auf der Quantenbene kann die Materie von der Eigenschaft in einem Experiment getrennt werden. So lässt sich Teilung eines Neutronenstrahls mit einem bestimmten Spin in einem Kristall in zwei Strahlen durch Filter und Magnete zerlegen. Der eine Strahl besteht dann nur aus eigenschaftslosen Neutronen und der andere Strahl nur aus der Eigenschaft des Spins.

Die Wirklichkeit ist in Wahrheit auch nicht das, was sie sein sollte.

Doch was können wir tun? Schichten der Wahrheit aufdecken – sukzessiv der ganzen Wahrheit näherkommen. Information als Aufklärung ist ein Nebelscheinwerfer durch die Lügen, Sinnestäuschungen und Täuschung des Intellekts. Das Problem des selektiven Gedächtnisses jedoch bleibt uns jedoch erhalten und wir können es nur Schritt für Schritt angehen.  Es bleiben die Fakten als Bausteine, aus denen die Wahrheit aufgebaut ist und das Puzzle, das wir lösen müssen.

Jeder der behauptet
er kenne die ultimative Wahrheit,
lügt das blaue vom Himmel herunter! (Morgan Freeman)

Ernesto O.

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

Zukunftsfäden ist Teil  einer kleinen Serie von Plauder-Beiträgen, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen.

–> Zukunftsfäden (1)
–> Zukunftsfäden (2) Yesterday
–> Zukunftsfäden (3) Atombomben auf Grönland
–> Zukunftsfäden (4) Normalität?

–> Zukunftsfäden (5) Wahrheit (die ganze…)