Der Börsenmonat – Juli 20

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Ein alter Börsenkalauer lautet:
„Wie kann ich ein kleines Vermögen an der Börse machen?
„Ganz einfach, indem du ein großes Vermögen investierst!“

Ein Beispiel wie dies „gelingen“ kann, sehen wir hier:
Manu und Max – beide Anfang 30 Jahre – haben sich mühsam 20000 € erspart und wollen nun endlich mal Rendite sehen. Aktien sind ja angeblich das Gebot der Stunde und die beiden glauben, dass Bitcoins die Zukunft gehört.
Es ist die Mittagspause des 24. Juni und eine Aktie dazu ist schnell gefunden: Netcents Technology. Mal schauen!
„Hey, heute morgen war Netcents noch bei 80 Cents, mal sehen was geht. Hui, zum Feierabend steht die Aktie jetzt schon auf 1,20 €. Satte 50% bergauf. Da legen wir uns morgen früh gleich auf die Lauer und kaufen 10000 Anteile zu 1,20 €.“
Der Morgen der Entscheidung: Doch die Rallye läuft schon – „Hm, aber wir kriegen unsere 10000 Anteile! Oh, zu 1,60 gekauft; na siehste schon 1,80 €, so verdient man blitzschnell 2000 €“ – oder doch nicht?
Inzwischen ist es 17.30 und Netcents steht auf 1,32 – nicht schön. Einmal drüber schlafen. „Die Aktie ruht sich nur etwas aus auf dem Weg nach oben.“ Doch die Aktie fällt unter einen Euro und steht sieben Börsentage später auf gerade mal 0, 85 €
So schnell haben Max und Manu ihr ganzes Sparvermögen noch nie in einer Woche für nix und wieder nix halbiert. 8000,- € futsch.

Netcents Chart – Quelle: Comdirect

Netcents ist das was erfahrene Börsenfüchse einen Pennystock nennen, damit kann man nur zocken und am Ende heulen wenn das Geld weg ist. Sollte es die beiden Börsenfrischlinge wirklich geben, kann ich nur sagen: „Herzliches Beileid Max und Manu!“

Quelle: Comdirect

Wer Aktien einer Firma kauft, die eine geringere Marktkapitalisierung als 500 Mio. hat, muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass hier ein großes Restrisiko besteht. Selbst wenn viele Aktien über den Tisch gehen ist das kein Nachweis für Qualität( rote Markierungen – siehe oben). Es müssen übrigens nicht einmal Penny-Stocks sein, die uns das Geld rauben. Jüngstes Beispiel ist das DAX-Unternehmen Wirecard, war da nicht auch mal was mit HypoRealEstate, Citigroup und und und….
Es ist dringend geboten auf die Warnsignale zu hören und diese waren bei Wirecard schon vor einem Jahr nachzulesen.
Deshalb ist es sinnvoll sich über die Aktien zu informieren, die wir uns anlachen wollen.

Vorschau im neuen Tab(öffnet in neuem Tab)

Hier zwei hilfreiche Quellen zum Nachblättern akuteller News: (gewähltes Beispiel Raiffeisen Bank – aus der Watchlist)

Was macht eigentlich das Musterdepot ?

Für das 2012 mit 4100 € neu aufgelegte Musterdepot ging es zunächst bis 2016 nur bergauf, um dann mit der Chinakrise, dem Brexit und der Trumpwahl im November wieder heftig einzubrechen. Zwar brachte der jüngste Crash im Frühjahr 20 zwischenzeitlich ein Minus von jeweils mehr als 10% in den beiden Monaten Februar und März, diese sind aber nach dem raschen Rauswurf von Borussia Dortmund, Yamaha Gold (ausgestoppt), Voltabox, Ceconomy, sowie Teilverkäufen von Grieg Seafood und Sony inzwischen wieder ausgebügelt.

Zwischenstände: halbjährliche Erfassung

Als Antwort auf den Crash wurde im März mutig Encavis eingekauft, was bereits nach 3 Monaten mit +32% zu Buche schlägt. Allerdings hat der Energiepark-Betreiber damit derweil ein Gewicht von über 40% am Depot, was nicht gesund für den Mix ist und möglicherweise in einem Teilverkauf endet. Der Schlager des Monat Juni war mit + 45% Niu Tech (Elektromotorroller und Fahrräder), der dadurch zum 100%-ter geworden ist. An 3D Systems (3D-Druck) wird weiter festgehalten, vielleicht sogar nachgekauft, es ist eben billig.

Musterdepot Übersicht 3.7.20

Watchlist und Ausblick
Ein Blick auf die Watchlist des zurückliegenden Monats kann unter dem Punkt „verpasste Gelegenheiten“ zusammengefasst werden, was am VDAX gelegen haben könnte, der immer wieder Verkaufsgelgenheiten anzeigte (steigender VDAX = tendenziell günstigere Einkaufskurse, fallender VDAX = tendenziell sich verteuernde Einkaufskurse). Ob noch das viel zitierte W noch kommt ist genauso ungewiss wie der lockere Durchmarsch zu neuen DAX-Hochständen ebenso unwahrscheinlich bleibt. Es wird sicher wellig und volatil weitergehen. Die Q2 Zahlen in den kommenden Juli u. August-Wochen werden uns neue Hinweise geben. So stehendie statistisch belegten schwachen Börsenmonate August und September vor uns.
Das „Gute am Corona-Crash“ war, dass nun 35% des Depot als Cash zur Verfügung stehen. Für die rund 7000 € können wir in der zweiten Jahreshälfte noch drei bis vier Werte ins Depot aufnehmen. Die Watchlist für den Juli ist weiterhin mit 20 Werten besetzt.
Neu in der Watchlist seit dem 1. Juli sind: Pfizer, HelloFresh und Software AG. Die erste Juliwoche zeigte bis auf TEVA nur positive Performance und sieben der 20 Aktien sind denkbare oder mögliche Einkäufe. Doch Vorsicht! Die vor uns liegenden Quartalszahlen könnten für kräftige Enttäuschungen sorgen. Übereilte Schnellkäufe sind also nicht angesagt.

Watchlist am 6.7.20

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Der Börsenmonat – Juni 20

#DerBoersenmonat #Musterdepot

Mein Musterdepot

Im Zuge der Dotcom-Krise 2000-2002 nahm ich mit meinen Schülerinnen und Schülern am Börsenspiel „Planspiel Börse“ der Sparkasse teil. Dabei erhält ein Team (mind. 2 SuS bilden ein Team) ein virtuelles Startkapital, das in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu verwalten und zu mehren ist. Als Lehrer für Politik & Wirtschaft und Chemie erstellte ich so mein erstes Musterdepot und kann inzwischen auf rund 20 Jahre Erfahrung zurückblicken. Dabei habe ich viele hilfreiche Tipps für KleinanlegerInnen sammeln können. Es wird Zeit dieses Wissen weiterzugeben.

Jede und Jeder, die sich mit dem Gedanken eines Aktiensparplans als Altersvorsorge beschäftigen und das eigene Aktiendepot selbst managen möchten, ist gut beraten es in Form eines Musterdepot zu simulieren. Falls die Simulation dann einmal Realität werden soll, erhält man schon vor dem ersten echten Euro bereits in wenigen Monaten die Erkenntnis, dass Aktien heftige Wertverluste bringen können und deshalb regelmäßig – monatlich – zu überlegen ist, ob sich noch die richtigen Aktien im Depot befinden.

Ob Muster- oder Real-Depot, es stellt sich die Frage: An welche(s) Unternehmen gebe ich mein Geld? Sollten wir bei der Auswahl auf die populärsten Unternehmen setzen, deren Aktien im DAX, dem bekanntesten Börsen-Index Deutschlands gelistet sind? Schaut man sich den DAX an, fallen die sogenannten Autoaktien auf, zu deren Top-Werten neben VW natürlich auch Daimler gehört, das seit 1998 im DAX gelistet ist.

Wie wäre ein Musterdepot, das nur die Daimler-Aktie enthält im zurückliegenden Jahr gelaufen? Ein Blick auf den folgenden Chart liefert uns dazu die notwendigen Erkenntnisse:

Performance-Vergleich Daimler vs Musterdepot

Der Performance-Abgleich meines Musterdepots (Stand Ende Mai 2020) mit Daimler bringt erstaunliches zu Tage. Wer nur auf Daimler setzte war im zurückliegenden Jahr nicht erfolgreich, der Wertverlust für die Daimleraktie lag zeitweise bei -50%. Daimler war also keine gute Wahl, stattdessen bringt Diversifikationdas Halten von Aktien aus verschiedenen Branchen und Regionen – auch in Krisenzeiten erträgliches zustande.

Auswertung des Charts.

Aufgetragen ist die Performance meiner 6 Musterdepot-Aktien und der Aktie von Daimler (schwarz) seit 2019.
Daimler hat seit Mai 2019 zeitweise über 50% an Wert verloren.

Zum Vergleich die Kursentwicklung meiner Musterdepot-Werte:

  1. Grieg Seafood (Norwegen), trotz guter Perspektiven mit einem Verlust von 25%. Krisenzeiten wie diese haben offensichtlich auch Einfluss auf Preise und Verbrauch von Bio-Lachs. Deshalb wurde Ende Februar bei den ersten Crash-Anzeichen die Position halbiert.
  2. Anta Sports (China) – Konkurrenz zu Adidas, Puma, Nike und co. – hat einen Fußtritt mitbekommen, ist aber mit + 40% seit März wieder auf dem Weg zum Erfolg.
  3. Sony (Japan), schon als Dauerlutscher seit Juli 2016 im Depot. Zum Einstiegskurs von 27,02 € dabei, ist Sony aktuell auf 58,82 € gestiegen. Geduld kann sich auszahlen. Allerdings wird der Weg bis zur nächsten Playstation holprig, deshalb wurde die Position im Mai halbiert.
  4. Encavis (Deutschland) – und die Sonne lacht! Schon seit 2004 habe ich ein Photovoltaik-Hausdach, wenig effizient im Vergleich zu den neuen Solaranlagen von heute. Die vergangenen 6 Jahre Stromverbrauch konnte ich in Eigenproduktion erzeugen, das macht ökologisch wie ökonomisch Sinn. Sinn macht auch der Solarparkbetreiber Encavis rund 100% + im zurückliegenden Jahr.
  5. Niu Tech (China): Freude machen auch die „chinesischen Vespas 2.0“, E-Motorroller, E-Bikes u. E-Motorräder, die seit dem Crash-Tiefpunkt der Daimleraktie mit starken 50% Anschub eine tolle Performance zeigen.
  6. 3D-Systems (USA): Die 3D-Druck-Technikaktie ist ein „Sorgenkind“ und liegt seit dem Kauf im Dezember 2019 mit 10% im Minus. Aber nach wie vor haben 3D-Drucker eine Zukunft. Unter 6,50-7 € ist die Aktie eine Nachkauf-Überlegung wert.

Wer ein Muster- oder Real-Depot anlegen will, sollte nicht nur auf eine Branche setzen. Der Mix machts, dann stimmt auch die Chemie im Depot.

Die Watchlist

Mein Musterdepot enthält in normalen Zeiten 5 – 10 Werte, maximal 12. Im Unterschied zu den Fondsmanagern, können KleinanlegerInnen nicht viel Zeit in das Börsegeschehen investieren. Dennoch sollten sie sich die Zeit nehmen und einmal im Monat die Watchlist und das Depot ausmisten.

Die erste Woche des neuen Monats entscheidet darüber welche Aktien aus der Watchlist fliegen. Drägerwerk wird durch Twitter (politisch interessant) ersetzt. Shop-Apotheke hat wahrscheinlich das Ende der Fahnenstange erreicht und sollte auch ausgedient haben.

Historie

  • Mein Musterdepot besteht seit 2002 und startete im ersten Jahr sogleich mit einem Verlust von -43%. (Dot.com-Crash)
  • Die Finanzkrise 2008 bis zum Jahresende mit -53% zu.
  • Die kleine Sommer-Herbstkrise 2011 schlug sich nochmals am Jahresende mit -34% nieder.
  • Die China-Krise im Frühjahr 2016 bis zum Brexit drückte mein Musterdepot nochmals um -38% nach unten.
  • Dagegen hat die Corona-Virus-Krise 2020 nur mit -9% zugeschlagen während der DAX trotz starker Erholung immer noch mit -13% im Keller ist.

    Eigentlich geht es immer nur darum den DAX zu schlagen. Sollte die Jahresperformance des Musterdepots nach dem ersten Quartal schlechter als die DAX-Performance sein, muss man sich fragen ob man wirklich die richtigen Aktien hat.

Obwohl ich bis 2016 viel in meinen Musterdepot herum experimentiert habe, liegt das Depot mit 458% seit 2002 (2006: 720%, 2011: 3%) im Plus (ca. +20% p.A.).

Ausblick

Ich halte derzeit vom Gesamtwert des Depots knapp 40% in Cash. Der Grund ist einfach. Ich gehe nach wie vor nicht davon aus, dass der DAX V-förmig zu den alten Höchständen von 2020 über 13500 Punkte aufschließt. Ich erwarte die W-Formation und gehe von einem zweiten Dip aus, sobald der DAX die 200-Tageslinie bei 12200 Punkten erreicht hat.

Viele Unternehmen werden noch eine Weile mit den Folgen der Coronakrise zu kämpfen haben. In der Finanzkrise von 2008 dauerte es ganze 5 Jahre bis der DAX 2013 auf neue Höchststände kletterte. Deshalb heißt es für mich noch genügend Pulver trocken halten, es werden sich zahlreiche Gelegenheiten bieten um wieder in gute Unternehmen zu investieren.
Sollte dem DAX allerdings einen Durchmarsch der 200-Tageslinie gelingen, dann schauen wir mal…

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere das Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Corona-Virus: Wie läuft es wo?

Zwar hat die Bundesregierung nach wie vor eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen, aber die Situation ist in den einzelnen Ländern keineswegs gleich gelagert. Einige Länder scheinen über den Berg, während in anderen Staaten das Corona-Virus tobt.

1. Auf dem Weg zum Höhepunkt der Krise:

2. Der tägliche Kampf um bessere Zahlen:

3. Auf dem Weg der guten Besserung:

4. Pandemie ausgestanden?

5. Beginnt schon die zweite Welle?

6. Diffuse Datenlage:

Ernesto O.

Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus/

Corona: Nebel voraus

NGC 6726 Corona Australis

Was tun wenn der Nebel kommt? Jeder Autofahrer, jede Autofahrerin weis es – wir fahren auf Sicht, achten darauf dass wir gut gesehen werden und falls Glätte hinzukommen sollte, wir die richtige Winterausrüstung aufgezogen haben.

Je dichter der Nebel, desto weiter herunter mit der Geschwindigkeit, notfalls bis zum Stillstand!

Momentan befinden wir uns in einer ähnlichen Situation: Virologe K will die Kitas öffnen, Virologe D will das unter keinen Umständen. Doch die Meinungsverschiedenheiten in der Wissenschaft, Gesellschaft und Politik sind noch viel gravierender als hier angedeutet. Da wird einerseits blindes Herumstochern im Nebel als Wahrheit verkauft und andererseits vor lauter Angst auf der Überholspur der Autobahn geparkt, anstatt sich angemessen langsam vorwärts zu bewegen.

Vom Beginn einer Skepsis

Aber was können wir bei fehlender Klarsicht und solch einer dürftigen Informationslage tun?
Manchmal kommt man auch ohne die Hilfe der Wissenschaft aus einer kniffligen Lage heraus, wenn man die aktuellen Gefahren analysiert und daraus praktikable Schlüsse zieht. Betrachten wir die Charts zur Corona-Krise, so können wir vor allem aus den folgenden Diagrammen Trends ableiten, die Auskunft darüber geben wie wir uns verhalten, um sowohl unsere Gesundheit als auch die Gesellschaft möglichst wenig zu schädigen.

Neuinfektionen

Der Blick auf die täglichen Infektionsfälle zeigt, dass nach der Ausbildung eines Doppeltop die Entwicklung der Infektionen in einen Abwärtstrend übergegangen ist.

Betrachten wir die Zahl der täglichen durch den Coronavirus verursachten Todesfälle so können wir 3 Widerstandszonen ausmachen. Der Widerstand I bei 100 Toten pro Tag konnte bisher nicht unterschritten werden. Aktuell ist der Widerstand II bei 170 bis 180 Toten im Visier, sollte er nicht halten so ist wieder mit bis zu 300 Toten pro Tag zu rechnen. Da die Zahl der Toten, der Zahl der Infizierten nachläuft ist damit zu rechnen, dass die 200 Toten pro Tag erreicht und auch nochmals überschritten wird.

Worldometers.info

Der Chart von worldometers.info zeigt den Verlauf der Infektionen seit dem 15. Februar und ebenfalls (blassgrün) die Zahl der neuen Genesenen, die sich seit Ostern über der Zahl der tgl. Neuinfizierten stabilisiert. Nach dem Doppeltop hat sich ein bärischer Keil ausgebildet (hellgrün) der nun auf den Widerstand zwischen 900 und 1200 (untere rote Grenzlinie) stößt. Am Ende jedes Keils wird ein Ausbruch stattfinden. Ein rasches Unterschreiten der 1000er Marke ist wegen des Widerstands wenig wahrscheinlich, hingegen ein Backbeat Richtung 2500 wahrscheinlich, schlimmstenfalls sogar Richtung 5000 Neuinfektionen.

Entwickeln sich die Gewinne eines Unternehmen schlecht so versucht das Unternehmen dem entgegen zu steuern, genau dies hat die Politik auch in der medizinischen wie ökonomischen Coronakrise auch getan. Die nach dem 20. März ergriffenen Maßnahmen haben Anfang April begonnen zu wirken. Weil aber die radikalen Maßnahmen das gesellschaftliche Leben zu ersticken drohen, sind sie nicht auf ewig durchzuhalten, was übrigens auch rein medizinisch nicht angezeigt ist.

Da jedoch die Befreiung von der Geißel Corona in Form eines Impfstoffes noch 1 bis 2 Jahre auf sich warten lässt, sind jetzt gezielte Entlastungen sinnvoll. Der Ausbruch der Infektionskurve (rot-blau) nach oben wird zwar kommen, aber die elementaren Eindämmungsfaktoren wirken weiterhin, was den bullischen Ausbruch aller Voraussicht nach oben begrenzen wird. Dies gilt natürlich nur wenn das Virus nicht mit neuen bösartigen Mutationen aufwartet.

Ernesto O.

die kosmische Welle

Das Fraktalistätsprinzip

fraktale Herzen

Es ist Zeit für eine Auferstehung.
Oh wie vieldeutig dieser Satz in meinen Ohren klingt.

Totgesagte leben länger, doch es ist Zeit für die Wiederauferstehung der „kosmischen Welle“. 2012 hatte ich ja schon angekündigt, dass ich eine Fortsetzung schreiben werde. Inzwischen weiß ich, dass es keinen zweiten Teil geben wird. Bei der kosmischen Welle werde ich mich an die Empfehlung des Jugendtheaters Rote Grütze halten, die einst zum Thema Sex den Jugendlichen folgenden Rat gab: „Alles kann – nichts muss.“

Freuen Sie sich also auf eine schrittweise erneuerte „die kosmische Welle“. Ich werde sie hier live im Blog wie eine Computer-App überschreiben, umbauen, ergänzen, Bugs entfernen, ggf. splitten und mit kleinen oder auch größeren Updates versehen. Dabei werde ich sicher nicht von A-Z oder von Kapitel 1-10 vorgehen, sondern da anpacken, wo sich gerade etwas anbietet, wie z.B. beim „Fraktalitätsprinzip“.
Also ich freu mich jetzt schon drauf, der kosmischen Welle neuen Schwung zu verleihen. Siri hilft mir auch fleißig dabei, wenn sie bloß mal richtiges Zuhören lernen würde.  😊

Hey Siri,
das mit dem Diktat müssen wir aber noch üben.

Los jetzt – gib dein bestes!
Wir gucken heute
der Kobold fickt
der Copperfield

Verdmmt – ich habe gesagt:
„Der Kobra-Effekt!!!!“

So das war es für heute. Demnächst mehr im meinem Gedankensender 08

Übrigens, für den Fall, dass sie eine Webseite haben, dann gönnen sie sich mal einen Blcik auf die Anfangstage ihrer Seite. Das geht mit ganz einfach mit der Wayback-Machine. Geben sie einfach die gesuchte Webadresse ein, oder wie hier zum Beispiel meine Webseite: Raumzeitwellen

Ernesto O.

#CoronaCreativ #CoronaKreativ

Ich sag es ganz ehrlich, ich bin enttäuscht von der globalen Twitter Gemeinschaft. Im Angesicht der Coronakrise fehlt es den Milliarden Twitterfans an Überlebens-Philosophie und an Kreativität. Der Globus fällt in eine virale Winterstarre, jedes einzelne Land mauert sich ein. Die Begleitschäden steigen zunehmend, ein Plan für die Neubelebung fehlt, es fehlt der Input, über ihn wird nicht mal kommuniziert.

Das Ziel in Deutschland ist – wie vermutlich in jedem anderen Land – die Verdopplungsrate der Neuinfektionen auf 14 Tage zu verlängern.

Verlangsamung der Verdopplungsrate der Virusinfektionen


Doch was heißt das schon, wenn die Wissenschaft uns vorrechnet, dass erst bei einer 60-70% globalen Durchseuchung der Betrieb „Erde“ wieder normal funktionieren kann.

Wir befinden uns in einer nicht unähnlichen Situation wie Mark Watney – der Marsianer -, kräftig auf die Schnauze gefallen, aber „hurra, wir leben noch“, doch die entscheidende Phase liegt vor uns. Unsere Einstellung zu den Dingen, ist jetzt entscheidend für das Überleben und die Art und Weise wie wir überleben.

Wie hat Mark Watney es geschafft solange ohne fremde Hilfe zu überleben?
Die Methode ist einfach wie bestechend: Bootstrapping

Oder wie wir im Deutschen so schön sagen:
Sich an den Eigenen Haaren Aus dem Sumpf ziehen.

Geht nicht? Gibt’s nicht! Leider gibt es vielfältige Definitionen von Bootstrapping – aber ich versuche es mal auf den Punkt zu bringen.

Bootstrapping:
Mit nichts bzw. einfachsten Mitteln in der Hand eine überlebensfähige komplexe Struktur bzw. ein hochdifferenziertes funktionierendes System erschaffen.

Mark Watney´s Nachteil entwickelte sich dabei zu seinem Vorteil. Er hatte niemand mit dem er seine Ideen diskutieren konnte, also blieb ihm nichts anderes übrig als aus einer möglichst großen Vielfalt von eigenen Gedanken die Erfolg versprechenden auszuwählen.

Der Erfolg gab ihm recht,
die Misserfolge lehrten ihn
seine Vorgehensweise zu verbessern.

Doch daran scheitert es in der Twittergemeinde. Da werden lieber Knetfiguren gegen die Corona-Langeweile gebastelt. Ich sag es mal bösartig: „Gaffen und Maulen, das geht. Doch keiner kommt auf die Idee, Ideen und Vorschläge zu sammeln, die uns bei der Lösung unseres globalen Problems voranbringen können. Da verlässt man sich auf die Wissenschaft, als ob der Trainer allein ein Fußballspiel gewinnen könnte.

Ganze 17 Einträge finde ich unter #Coronakreativ,
unter #Coronacreativ 0 Einträge.

Dabei ist es so einfach – jeder kann selbst mithelfen, Mark Watney hat ja auch nicht darauf gewartet, dass die Wissenschaftler auf der Erde seine Probleme auf dem Mars lösen.

Also los geht es:

#Coronakreativ #Coronacreativ

  1. Einbahnwege in Supermärkten einführen, so können auch AV-Märkte und Bekleidungsgeschäfte wieder schrittweise geöffnet werden.
  2. Neuaufnahme des Schulbetriebs nur mit max. Begrenzungen an Schülern, die gleichzeitig anwesend sein dürfen.
    z.B.: 2 Stunden – Klassen A B C D , dann 2 Stunden Klassen E F G H usw.

  3. So jetzt kommt ihr.

    Ernesto O.

Übrigens – wer den Marsianer noch nicht gelesen oder gesehen hat – Prädikat: sehr empfehlenswert.

.

#PhiloFills

Und da ist es dann doch passiert: PhiloFills.
Philo Fills sind das kreative Mittel gegen die Homeoffice-Langweile.

Während ich die Eindrücke der letzten Tage verarbeite und mir Gedanken über die Welt mache, fallen sie mir auch schon ein.

Die klugen und dummen Sprüche aus meiner eigenen Philosophie oder die berühmten Zitate der Menschen aus den vergangenen Jahrtausenden.

PhiloFill 01 Ernesto O.
#PhiloFills

Ich produziere jetzt Philo Fills. In Tagen wie diesen hilft das gegen Langeweile.
Machst du mit?

Es geht ganz einfach. Nicht einmal ein Schnittmuster wird gebraucht. Da ist dieser – im Idealfall – selbstgebastelte Satz, auch gerne in Gedichtform, mit dem du dein kleines frisch geformtes digitales Kunstwerk zierst. Oder ganz ohne Bild, einfach den Satz mit dem Hashtag #PhiloFills versehen und ab auf Twitter oder eine der sonstigen SocialMediaPlattformen gepostet.

Und – nicht vergessen:

Es ist die Einstellung
zu den Dingen,
die die Dinge ändert.

Ernesto O.

#Corona Maskentheater

Kennen Sie den Cobra-Effekt, den Casimir-Effekt oder den Grauzonen-Effekt? Nein – nicht?

Wissen Sie eigentlich wer sich Schrödingers Katze ausgedacht hat, war das Heisenberg oder war das Schrödinger, der sich bielleicht Heisenbergs Unschärferelation ausgedacht hat?
In Corona Zeiten ist das alles uninteressant!

Ich habe mir in meinem #Homeoffice jetzt ein Gedankenexperiment ausgedacht, um herauszufinden ob wir der Corona-Herausforderung mit den richtigen Antworten begegnen.

Ein Liebespaar sitzt am 1. April 2020 auf einer Parkbank in Bayern und küsst sich – maskenfrei – in heftiger Liebe. Nun nähert sich ein Polizist auf 1,5m Abstand, worauf das Paar sich noch einmal umso heftiger küsst.

Achtung, jetzt wird es ein bischen wie bei George Orwell 1984:

  • Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen – Geldbuße von 150 Euro.
  • Ohne triftigen Grund die Wohnung verlassen – Geldbuße von 150 Euro.
  • Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen nicht eingehalten – Geldbuße von 150 Euro.

Der Polizist belehrt die beiden, worauf sie lachend sich zum dritten Mal küssen.

  • Wer auf eine erste Belehrung nicht entsprechend reagiert, muss sofort 55 Euro Strafe zahlen (pro Person/Bayern).
  • Bei wiederholten Verstößen sollen die Regelsätze verdoppelt werden.

Wie groß sollte die fällige Strafe sein?
Sollten die beiden jeweils gleich bestraft werden?

Als der Polizist die Anzeige für die Geldbußen ausstellen will passiert etwas.

Das Liebespaar holt zwei Bescheinigungen aus der Tasche, darin steht dass sie beide seit 17 Tagen Corona frei und wieder gesund sind.

Was sagt uns das ganze jetzt?
Ich sage Ihnen gar nichts; denken Sie selbst darüber nach.
Lösen Sie das Rätsel! Schreiben sie die Geschichte zu Ende…..

In Jena wird jetzt das Masken-Theater getanzt. Dort scheint man der Annahme zu unterliegen, man könne Corona viel schneller ausrotten wie einst die Pocken. Das wird sich jedoch als Irrtum erweisen. Es dauerte 13 Jahre von der ersten großangelegten Pockenschutzimpfung im Jahre 1967 bis die Pocken endlich 1980 nahezu weltweit ausgerottet waren. Eine totale Maskenpflicht wird ihre Intention nicht erfüllen können und sich als ineffektiv erweisen.

Mag sein, dass Österreich mehr Maskenschutz benötigt, weil die Leute, die seit Mitte März allgemein bekannten Eigen-Schutzmaßnahmen nicht zur Genüge befolgen, in Deutschland jedoch ist dies derzeit nicht angezeigt . Die Zahl der Wieder-Gesundeten und der Neu-Infizierten hat sich inzwischen aneinander angeglichen.

Österreich
Deutschland

Viel wichtiger ist es darauf zu achten, dass die Randbedingungen (psychische, soziale und ökonomische Belastung der Gesellschaft) nicht aus dem Ruder laufen und vor allem das Clustering des Corona-Viruses eingedämmt werden.

Randbedingungen: Zuerst brauchen das medizinische Personal und das Pflegepersonal ausreichende und geeignete Schutzmasken, danach benötigen erst die Risikogruppen und dann zuletzt die allgemeine Bevölkerung Schutzmasken. Letztere sollte natürlich Schutzabstand halten! Ein Beispiel: Der Verdacht, dass in einem Gefängnis in Kolumbien der Corona-Virus sei, führte zu einer Revolte, bei der 23 Häftlinge erschossen worden – die hatten aber gar keine Corona-Infektion.

Löwenzahn-Effekt (=Clustering): Die Ausbreitung der Infektion geschieht nicht einfach wahllos nach der mathematischen Formel x ^ 2,5.
Viel mehr ist es so, dass die Infektion nicht allzu zufällig geschieht
Beispiel: SanSiro-Fußball-Station in Mailand. Die Viren nutzen in einer Phase der latenten Ruhe (2-3 Stunden) die zahllosen direkten Kontakte um sie dann – wie mit dem Wind bei einer Pusteblume – geclustert in einem zumeist begrenzten Gebiet zu verbreiten – viele Bergamo-Fans haben es in ihre Heimatstadt mitgenommen. Weitere Beipiele: Heinsberg – Landkreis Heinsberg, Firma in Bayern …, Altenheim in Seattle…, Diamond Princess.
Das Beispiel des Schiffes Diamond Princess, das von Hongkong bis nach Yokohama 4 Tage Zeit bot für das stille Wachstum der auf dem Schiff infizierten Patienten (706 von 3700) zeigt aber auch dass nach wie vor die schnelle Erkennung und Isolierung der Erkrankten am Wichtigsten ist.

Ernesto O.