Zukunftsfäden (5) Wahrheit (die ganze…)

Die Wahrheit mit der Wahrheit ist,
dass die Wahrheit eine Lüge ist.

Es wird schon nicht so schlimm kommen – oder?
Wie die frisch veröffentliche Shell Jugendstudie berichtet, glaubt eine Mehrheit (53%) der Jugendlichen, die Regierung verschweige „die Wahrheit“. Zwar zeigt die Studie, dass die jungen Menschen optimistisch in die Zukunft blicken, andererseits aber sind sie angefüllt von Misstrauen gegenüber dem Establishment, gegenüber der Politik und den gesellschaftlichen Eliten. Die Angst um die Zukunft betrogen zu werden ist groß. Deshalb verfällt unsere Jugend zurück in althergebrachte Muster, allen voran das gute alte Vorurteil, und in seiner besonderen Ausprägung – der Rassismus.
Die Erfahrung unfair (was auch immer das sei) behandelt zu werden, befördert den Populismus. In dieser Falle sind die Jugendlichen in guter Gesellschaft mit der älteren Generation. So betont zwar die Mehrheit der Jugendlichen (57%), sie finden es gut, dass Deutschland viele Flüchtlinge aufgenommen habe. Aber genauso finden es 20% der Jugendlichen nicht so gut, wenn in der Wohnung nebenan eine Flüchtlingsfamilie einziehen würde. Außerdem lehnen 18% es ab, neben einer türkischen Familie zu wohnen. Die Anfälligkeit für Lügenpropaganda ist offensichtlich und wird in Zukunft radikalen Parteien einen konstanten Anteil an Wählerstimmen sichern.

Die Wahrheit hat es in diesen Tagen schwer, doch was ist wenn – die Wahrheit mit der Wahrheit ist, dass die Wahrheit tatsächlich eine Lüge ist?

In der TV-Serie Mysterien des Weltall geht Morgan Freeman  der Frage nach: „Warum lügen wir?“ Dabei werden ertaunliche Erkenntnisse zu Tage gefördert. (Leider ist diese Folge z.Z. nicht im Free-TV mehr erhältlich. ZDF und Servus TV bringen jedoch in loser Folge einzelne Sendungen aus der empfehlenswerten TV-Serie – hier die Übersicht zur  Staffel 6 der Reihe Mysterien des Weltalls.

Mehr oder weniger überraschend zeigen Experimente, dass bereits Kleinkinder ab zwei Jahren bereit sind zu lügen um z.B. ihre Neugier zu befriedigen.  Andererseits macht Lügen zwar intelligent, aber nicht unbedingt klug. Wer lügt muss mehr Energie aufwenden um z.B. episodische Geschichten zu erfinden, die dann ja auch noch glaubhaft sein müssen. Das erfordert nicht nur Kreativität, sondern auch Wissen und Beobachtungsgabe. Wer im Eigeninteresse regelmäßig lügt, läuft allerdings Gefahr am Ende dennoch zu scheitern, denn je weiter fortgeschritten die Lügengebilde sind, desto wahrscheinlicher enthalten sie fehlerhafte Stellen, die nicht mehr übertünscht werden können.  Wer sich auf Notlügen beschränkt, fährt am Ende besser.

Im Computer-Zeitalter werden neue digitale Lügentechniken verwendet.

Zum Beispiel:
– die Butler-Lüge
– Sockenpuppelüge (Identitätslüge)
– Fake-Bewertungen als Ablenkung vom dem ab, was der Bewerber nicht weiß (in ich-Rede)

Die digitale Lüge beherbergt wegen der besseren Nachprüfbarkeit jedoch ein größeres Risiko als die gesprochene Lüge.

Probleme bei der Wahrnehmung der Realität

Unser grundlegendes Problem die Realität von der Täuschung unterscheiden zu können sind dabei unsere Sinne:
– Tastsinn
– Wärmeempfinden
– optische Wahrnehmunbgsfähigkeit
– begrenzter Hörsinn
Wir können mit vielen Tierarten nicht mithalten wie der Fledermaus (hören), den Schmetterlingen (riechen), dem Chameleon (sehen) oder den Walfisch (hören), darüber hinaus bastelt uns unser Gehirn eine ganz eigene Realität, angefangen bei der Tatsache, dass wir eigentlich mit dem Kopf nach unten hängen – oder gilt das nur für die Leute in Australien?
Würde man z.B: alles auf dem Desktop in seiner vollen Realität erfassen wollen, müsste man die Bits und Bytes, die dahinter stehen auch wahrnehmen samt der fließenden elektrischen Ströme. Letzlich haben wir nur die Sinne, die wir brauchen um zu überleben und selbst die funktionieren auch nicht immer richtig – siehe bei Vergiftungsfällen. So können wir uns keine Farben vorstellen, die wir nicht sehen können, auch nicht die die Gerüche wahrnehmen die Schmetterlinge antreiben.
Hinzu kommt, dass unser Gehirn falsche Erinnerungen schafft. Das Wahrgenommene (z.B. das Sehen eines Autounfalls) verändert eine kleine Gruppe von Nervenzellen (= Engramm —> Physiologische Spur der gespeicherten Erinnerung). Wenn nun alte Erinnerungen (—> Engramme) durch neue ähnliche Erfahrungen  ausgelöst werden,  werden diese Erinnerungen miteinander vernetzt, überlagert oder sogar ausgelöscht. Die Episode im Gehirn ändert sich dann durch das (fehlerhafte) Verknüpfen der Engramme. Dennoch trauen wir unseren Erinnerungen, auch wenn wir uns nicht an alles aus unserem Leben erinnern können.

Wahrheit der Quanten? Lügt uns das Universum an?

Die Position eines Elektrons und zugleich seine Geschwindigkeit erkennen, das geht nicht (Kolibri-Effekt/Unschärferelation Heisenberg). Definierende Eigenschaften und Zustände bestimmen die Quanten-Realität wie Spin und Ladung oder die Eigenschaft „Hart“ und das Objekt „Fels“.  Im Film Alice im Wunderland existiert die Grinsekatze. Ich habe schon oft eine Katze ohne Grinsen gesehen aber noch nie ein Grinsen ohne Katze. Aber genau das geht in der Quantenwelt, indem man die Eigenschaft vom Objekt trennt! Auf der Quantenbene kann die Materie von der Eigenschaft in einem Experiment getrennt werden. So lässt sich Teilung eines Neutronenstrahls mit einem bestimmten Spin in einem Kristall in zwei Strahlen durch Filter und Magnete zerlegen. Der eine Strahl besteht dann nur aus eigenschaftslosen Neutronen und der andere Strahl nur aus der Eigenschaft des Spins.

Die Wirklichkeit ist in Wahrheit auch nicht das, was sie sein sollte.

Doch was können wir tun? Schichten der Wahrheit aufdecken – sukzessiv der ganzen Wahrheit näherkommen. Information als Aufklärung ist ein Nebelscheinwerfer durch die Lügen, Sinnestäuschungen und Täuschung des Intellekts. Das Problem des selektiven Gedächtnisses jedoch bleibt uns jedoch erhalten und wir können es nur Schritt für Schritt angehen.  Es bleiben die Fakten als Bausteine, aus denen die Wahrheit aufgebaut ist und das Puzzle, das wir lösen müssen.

Jeder der behauptet
er kenne die ultimative Wahrheit,
lügt das blaue vom Himmel herunter! (Morgan Freeman)

Ernesto O.

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

Zukunftsfäden ist Teil  einer kleinen Serie von Plauder-Beiträgen, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen.

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Zukunftsfäden (4) Normalität?

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

Sind sie normal?
Ja, ja, ist ja gut – natürlich sind sie normal. Ich frage auch nie wieder.

„Aber“ – aber was, der Rest der Welt – wie – „der Rest der Welt ist völlig verrückt!“
Aber sie – wenigstens sie – sie sind normal. Das ist aber …



Nun ja, mit der Normalität ist das so eine Sache, wie wir am Beispiel Stefan, dem „gelernten DDR-Bürger“ sehen werden.

Stefan(Klarname) – auf Twitter, der mit dem Gelbwestensymbol, sagt zu mir:

„Moment. Bitte keine voreiligen Schlüsse! Ich bin wie jeder normale Mensch daran interessiert, dass in unsere Gesellschaft wieder Normalität einzieht. Da die Altparteien es BEWIESEN haben, dass sie dazu aus eigener Kraft nicht in der Lage sind, muss man die Opposition bemühen…


Wenn das stimmt, dann ziehe nicht öffentlich die Gelbweste an, sondern beteilige dich konstruktiv an der Lösung der Probleme.
Außerdem was ist Normalität. Gibt es da ein Patent drauf?

Stefan(Klarname):
Ich bin gelernter DDR-Bürger. Für mich und vor allem für meine Frau war es normal, nachts ohne Angst auf die Straße gehen zu können. Soviel zum Thema nicht mehr vorhandene NORMALITÄT. Und das ist nur ein einziger Aspekt unter vielen…

Stefan, die Gelbweste, (ob seine Name wirklich so klar ist habe ich nicht recherchiert. Nur soviel, es gibt enorm viele Fake-Accounts auf Twitter, die versuchen eine bestimmte Ideologie zu verbreiten) will „als normaler Mensch“ eine „Normalität“, wie er sie so gefühlt und früher wahrgenommen hat, die in seiner Vorstellung so vorhanden war, aber nicht mehr vorhanden ist. Da kennen wir Leute, die dann lieber gleich sagen: „Ich will mein Land zurück.“ Meint er damit die DDR, aber lassen wir das …und kommen zur Sache.

Gibt es überhaupt Normalität?

Gehen wir naturwissenschaftlich heran, dann finden wir schnell die Normalbedingungen, die im Labor gelten 293,15 K ≙ 20 °C und 1,01325 bar = 760 Torr. Das ist also die vielgesuchte Normalität?
Pech gehabt – es gibt viele nicht deckungsgleiche Normbedingungen. Sie unterscheiden sich von den Standardbedingungen des Labors in der Physik, Chemie, Physiologie, Gaschromatographie, Luftfahrt und Druckluftindustrie bereits bei diesen zwei lächerlich kleinen Größen.
Normalität in den Naturwissenschaften ist also definiert, und das nicht nur weil „unsere Normalität“ auf dem Titan, der Venus oder der Sonne wenig hilfreich sind. Selbst auf der Erde verwendet die Technik diverse Normalitäten und da ergibt sich nun die Frage, ob bzw. welche menschliche Gesellschaft als „normal“ definiert werden kann.

Stefan hat wohl keine Ahnung was normal ist, aber es ist ganz einfach sich selbst als normal zu definieren, dann hat man eine Messlatte, an der man alle anderen Menschen verzweifeln lassen kann. Stefans Messlatte ist der „gelernte DDR-Bürger“. Mal abgesehen davon, dass er indirekt damit zugibt mit Vorurteilen aufgeladen zu sein – indoktriniert – hat er sich doch angeblich vorgenommen alles zu hinterfragen, und da er das nicht schafft, lässt er sich gerne von den Bartschmeichlern neu ausrichten. Man kann es selbstironisch betrachten wie beim Begriff  „Gelernter Österreicher“

Gelernter Österreicher ist eine (selbst)ironische Bezeichnung für Menschen mit Insiderwissen über Land, Leute und Gepflogenheiten. Ein Kenner der österreichischen sozialen und politischen Verhältnisse. Meist bezieht sie sich auf geborene Österreicher. Manchmal wird sie auch für Zugezogene verwendet, dann ist es eine Auszeichnung.

Um der Normalität, die sich Stefan vorstellt, nahe zu kommen, ist der Begriff „Gelernter Irgendwas“ nicht dienlich. Mit Klischees kommt man Normalität nicht bei und schon gar nicht wenn man behauptet, dass man heute mit Angst nachts auf die Strasse geht und früher, als die Stasi noch hinter jeder Ecke lauerte – nicht.

Nicht nur, dass jeder „normal“ nach seiner/ihrer Fasson festlegen kann,  es ist auch leicht nachweisbar, wenn man Normalität, – als Mehrheitsverhalten in einer Gesellschaft – definiert, selbst am gleichen Ort – immerzu im Fluß ist.

Beispiel Mannheim/Deutschland:

1890 waren Pferdekutschen normal und wenn Carl Benz mit seiner Motorkutsche unterwegs war, warfen Leute auf den „rauchenden stinkenden Teufel“ mit Steinen.

1936 Wer bei den Olympischen Spielen als Mannheimer nicht Sieg Heil rief war in Verdacht mit den „schwarzen Untermenschen“ zu kollaborieren, obwohl diese wie Jesse Owens mit 4 Goldmedaillen das Gegenteil bewiesen.

1945 Wer nach dem 8. Mai noch Sieg Heil rief, war nicht normal, weil Hitler und   die ganze Scheisse, die seine Nazis zu verantworten hatten, niemand mehr auskosten wollte.

1968 Wer Flower Power zelebrierte, Love & Peace allen wünschte und den Polizisten Rosen schenkte, war schon deshalb nicht normal weil junge Männer mit langen Haare einfach nicht normal sein durften.

1989  wäre eine Mauer zwischen Mannheim und Waldhof nicht normal gewesen, für West- u. Ostberliner aber schon. Doch 1990 war das alles schon nicht mehr wahr.

2019 ist für einen echten Mannemer wie Bülent Ceylan, die AfD nicht eine normale Partei, für Chemnitzer sieht das völlig anders aus.

Wer  Normalität predigt, hat weder die Gesellschaft noch die Geschichte  verstanden. Sie ist vielfältig mit vielen Strömungen und Meinungen und natürlich mit Mehrheiten, die sich auf demokratische Weise feststellen lassen oder diktatorisch erzwungen werden.

Und jetzt glaubst du beim Blick durch deine rosarote Brille, oh pardon deine Filterblase – du bist normal?
Dann bist du nicht normal.

Ich bin dann doch lieber ein bischen verrückt und betrachte die Welt von allen Himmelsrichtungen – ist das jetzt normal?

Ernesto O.

Zukunftsfäden ist Teil  einer kleinen Serie von Plauder-Beiträgen, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen.

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Zukunftsfäden (3) Atombomben auf Grönland

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

Trump ist bekannt für seine lauten Twitter-Ideen. Davon hat er uns im August gleich zwei serviert:

Grönland

Wanderer kommst du nach Dänemark, dann bringe Geschenke mit, dachte sich wohl auch Donald Trump und so überraschte er die Welt eine Woche vor dem geplanten Staatsbesuch bei Königin Margarethe II. mit der Ansage an Dänemark, die Insel Grönland kaufen zu wollen. Dort war man aber überhaupt nicht amused und tat die Sache als Aprilscherz ab, worauf hin ein beleidigter Donald Trump kurzerhand seine Reise nach Dänemark drei Tage vor dem Abflug cancelte.

Nach einem allgemeinen Kopfschütteln der Europäer  und einem Aufbrodeln der Nachricht in den interkontinentalen Medien, bei dem das kolonialistische Interesse an Grönland Trump´s zur Kenntniss genommen und kommentiert wurde scheint wieder Ruhe eingekehrt. Aber hier in Zukunftsfäden wird diese Nachricht jetzt erst richtig interessant, denn beim Blick in die Zukunft gibt es zur Ruhe im Karton-Szenario noch ein radikal alternatives Grönland Szenario.

Grönland(Kalaallit Nunaat) ist die größte Insel der Erde und damit ein Land, das politisch betrachtet ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark ist. Grönland ist von Eis bedeckt, das durch die globale Erwärmung der letzten 150 Jahre zurückweicht und es zunehmend grüner macht. Mit einer Fläche von 2.166.086 km² ist es größer als Saudi-Arabien und fast so groß wie Algerien. Die Bodenschätze des Landes machen Grönland – wie einst Alaska – für einen neuen Goldrausch interessant. Entscheidend für dieses Szenario ist, dass Grönland die geringste Bevölkerungsdichte der Welt hat(abgesehen von der Antarktis).

In Grönland leben ~ 55.000 Menschen, d.h umgerechnet auf einem Gebiet von der Größe Algeriens würden sich gerade einmal soviele Einwohner tummeln wie in Görlitz oder Baden-Baden. Damit ist das riesige Land extrem korruptionsanfällig. Würde Trump jedem Grönländer eine halbe Million Dollar in die Hand drücken, das sind für einen 4 Personen Haushalt  stolze 2 Millionen $, dann wäre das Geschäft auch nichts anderes wie wenn der Trumpkonzern  zum Beispiel sich durch eine Übernahme das Immobilienunternehmens Vonovia einverleiben  würde. Vonvia hat einen  Wert von ca. 2 Mrd. – zum Vergleich: Monsanto wurde von Bayer für 66 Mrd. übernommen. Sollte Trump nicht das nötige Kleingeld haben würden im die Gebrüder Koch bestimmt aushelfen und ein Kredit von der Deutschen Bank würde den Deal besiegeln. Der Gedanke an dieses Grönland-Szenario2 lässt jedoch jeden vernünftigen Menschen erschaudern, schließlich ist Grönland extrem wichtig für das ökologische Gleichgewicht der Erde und des Golfstroms insbesondere.

Atombombe

Eigentlich habe ich gedacht, als Mr. President die Schlüssel für die Atombomben der US-Streitmacht ausgehändigt wurden, hätte er auch ein  Aufklärungsbriefing über die Auswirkungen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erhalten.  Was? Er wurde aufgeklärt!?
Na dann muss er wohl gepennt oder von seinem Golfplatz geträumt haben. Wie kann ein einigermaßen gebildeter Mensch auf die Idee kommen, dass der Abwurf einer Atombombe ins Auge des Orkans eine erfolgreiche Methode zur Bekämpfung eines Hurrikans sein könnte?

Wenn man das tut, wird der Weg des Hurrikans eine unberechenbare Steigerung des Risikos. Alles entscheidend ist jedoch, dass der Abwurf einer Atombombe einen verheerenden radioaktiven Fallout verursacht.

Besonders in den 1950er  und 1960er Jahren war der weltweite radioaktive Niederschlag durch die oberirdischen Atomwaffentests der USA und der Sowjetunion beträchtlich, so dass die oberirdischen Tests aus Strahlenschutz-Gründen durch eine Konvention von 1963 eingestellt wurden. China führte seinen letzten oberirdischen Atombombentest 1980 durch.

Nicht nur dass der radioaktive Fallout des bebombten Hurrikans dann sofort eine optimale Verteilung der Radioaktivität an der Ostküste der USA verursachen wird, eine nachthaltige Verseuchung mit radioaktiven Isotopen des Golfstroms wäre die Folge und würde die Nahrungsquellen des Atlantik vergiften.

Nicht zuletzt würden die Bermudas und die Bahamas Donald Trump den Krieg erklären, aber darauf käme es nach dem verursachten Flurschaden durch die USA auch nicht mehr an.

Dummheit oder politisches Kalkül?

Vielleicht kommt es ja aber auch ganz anders. Die USA unterhält in Thule auf Grönland einen militärischen Stützpunkt, der mit Atomwaffen bestückt ist. Sollte China oder Russland Appetit auf Grönland bekommen, dann lässt Trump Atombomben auf Grönland werfen. Lästermäuler sagen, dass sich sich so dann ganz leicht das Gold von der Erde kratzen lässt und das Erdöl der Arktis ohne Umwege verbrannt werden kann.

De facto hat sich Trump letztlich entschieden wegen des Hurrikans Dorian seine Reise nach Polen abzusagen und auf seinem Golfplatz in Virginia den Sturm abzuwarten. Noch mal Glück gehabt?

Es ist was faul im Staate …

Ernesto O.

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Zukunftsfäden (2) Yesterday

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

A hard days night

Gibt es einen roten Faden in die Zukunft? Wohl eher viele, in vielen Farben und manch einer davon könnte blutrot sein. Ich blogge hier in der Absicht das Bündel aufzulösen – na ja zumindest arbeite ich daran – , nach Farben zu sortieren, die einzelnen Fäden zu verfolgen und ihre Auswirkungen für die Menschheit zu beleuchten.
Ob es sich bei den Schrullen und Schleifen des Alltags am Ende eher um einen klassischen Tonbandsalat handelt wird sich zeigen. Wir werden die Wicklungen und Verwicklungen auskosten. Hangeln wir uns also durch Raum und Zeit und schauen was wir sehen. Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft. Diese kann manchmal schon morgen im Yesterday enden, so wie für Himesh Patel. Der Überraschungsfilm mit Tiefgang (inklusive Notting Hill zum Quadrat) zeigt was passiert, wenn die Menschheit Teile ihres Geschichtsbewusstseins verliert und seien es nur die Erinnerungen an ein paar Musiker, wie die Beatles, in Film „Yesterday“.

Ohne Bewusstein für Geschichte werden wir uns in einer zyklischen Zeitfolge wiederfinden, dabei wollen wir doch Endlosschleifen vermeiden. Das Laufen im Kreis bringt keine neuen Erkenntnisse, ausser die, dass wir im Kreis laufen. So wie Counselor Deanna Troi auf dem Raumschiff Enterprise, die ihre Kapitänspatentprüfung 21 mal wiederholen musste, weil sie nicht bereit war ein Mitglied der Crew sterben zu lassen, um das ganze Raumschiff zu retten.  Enterprise: 7.Staffel, Folge „Radioaktiv“.
Natürlich hat Deanna recht, das menschliche Leben ist zu achten und zu schützen. Nur, wenn alle tot sind, nützt es uns nicht den Dreck unterm Fingernagel. Oder wollen wir wirklich, dass auf unserem Grabstein steht: „Du hattest Vorfahrt.“ Was wir von Deanna lernen können ist es zu vermeiden in Situationen zu kommen, die Menschenopfer von uns verlangen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Ausweg!

Auf dem Schachbrett ist es da halt viel einfacher…

Ernesto O.

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Zukunftsfäden (1)

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

eine meiner Jungendsünden - Vierecke (ungefähr)

Tauchen wir zusammen 90 000 Jahre tief in die Vergangenheit ein. Damals im Rhone-Tal nahmen die Neandertaler ihr Schicksal in die Hand und spannen den ersten Faden der Menschheit. Damit änderten sie unsere Geschichte, die Zukunft Europas und der ganzen Erde. Mit so einem Faden lässt sich allerhand machen, dachte sich auch Ariadne, Königstochter auf Kreta, als sie Thesus ihren „Ariadnefaden“ gab. Nachdem er den Minotaurus im Labyrinth von Knossos getötet hatte, bot ihm der Faden Orientierung und so fand Theseus mit Hilfe des Fadens seinen Weg zurück in die Freiheit. Ob Ariadne´s Faden rot war? Wir wissen es nicht.

Unter einem „roten Faden“ versteht man eine Spur,
einen Weg oder auch eine Linie an der sich die Dinge ausrichten.
Etwas zieht sich wie ein roter Faden durch etwas.

Zieht sich durch die Zukunft ein roter Faden? Wohl kaum. Die Zukunft ist unbestimmt. Oder?
Aber vielleicht ist sie ja gerade doch deterministisch und wir sind deshalb der Vorherbestimmung ausgeliefert. In den Religionen vor unserer Zeitrechnung stand der Faden kulturübergreifend für das Schicksal. Die Moiren in Griechenland und die Nornen des Nordens spannen das Schicksal, indem sie den Faden für jedes Leben ausmaßen und bei der vorherbestimmten Länge abschnitten. Aus diesem Schicksalsfaden wurde so das Leben jedes einzelnen Menschen gewebt. Meine Überzeugung ist hingegen, dass zwar jeder ein Opfer seiner Sozialisation ist(oder altgriechisch: seines Schicksals), aber wir ihr nicht alles opfern müssen. Natürlich ist die Zukunft eines jeden von uns bisweilen ein Nadelöhr durch das wir uns hindurchzwängen müssen, aber allermeist haben wir die Möglichkeit uns frei zu entscheiden, wobei der Preis dafür wiederum sehr hoch sein kann.

Es war Goethe, der den roten Faden populär machte.
In Wahlverwandtschaften wird in Ottiliens Tagebuch der Kennfaden der britischen Marine beschrieben: „Sämtliche Tauwerke der königlichen Flotte sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke kenntlich sind, dass sie der Krone gehören.“
Ebenso zieht sich durch Ottiliens Tagebuch ein Faden …

Während in China der rote Faden für eine schicksalshafte Verbindung zwischen Mann und Frau steht begegnet uns in der Bibel der „rote Faden“ als Unterscheidungsmerkmal zwischen dem Erst- und dem Zweitgeborenen. Streckte ein Kind bei der Geburt die Hand heraus griff die Hebamme zu, band einen roten Faden um die Hand und sagte: „Er ist zuerst herausgekommen.“ Mit dieser Praxis wurde Schicksal gestiftet, denn der Erstgeborene hatte in der patriarchalischen Gesellschaft Privilegien, die den anderen Kindern versagt waren. Logisch betrachtet haben wir Menschen den roten Faden zum Faden des Schicksals erklärt und nicht umgekehrt. Dem roten Faden ist unser Schicksal egal. Es sind von Anfang an wir Menschen, die damit Schindluder treiben.

Ernesto O.

P.S. Es folgt eine kleine Serie von Plauder-Beiträgen, unter dem Titel „Zukunftsfäden“, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen. Stay tuned

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Hätte, hätte, Fahrradkette am 13. Februar

Hätte ich als Kind nicht Flügelhorn gelernt, würde ich heute nicht den Bass spielen;
hätte ich nicht in der Waschküche mein eigenes Labor gehabt, hätte ich auch nie Naturwissenschaften studiert;
hätten die Ärzte an der Charité nicht intensiv geforscht, wäre das Tuberkelbazillus nicht so rasch entdeckt worden;
hätte der Börsencrash am Black Friday 1929 nicht stattgefunden, wäre Hitler nicht an die Macht gekommen;
hätten die Nazis keinen Weltkrieg vom Zaun gebrochen, wäre Deutschland 1945 nicht gevierteilt worden;
hätten Hitler und seine Vasallen an Weihnachten 44 eingesehen, dass der Endsieg eine verblendete Illusion ist, wäre Dresden auch 1945 eine blühende Stadt geblieben;
hätte Gorbatschow 1989 nicht erkannt, dass friedliche Koexistenz der Völker besser ist als Kalter Krieg, würde der Eiserne Vorhang heute immer noch Europa spalten;
würde die chemische Industrie einsehen, dass weniger Gift gut für eine bessere Biosphäre ist, würden wir heute nicht über das Bienensterben jammern müssen.

und würden Trump, Putin und die anderen Atommächte (China, England, Frankreich et. al) einsehen, dass ein atomares Aufrüsten, bei dem bestehenden vielfachen Overkill nutzlos ist, würden sie die zig Milliarden in die Aufrüstung des Wohlstands der armen Menschen stecken und dafür Glück und Prosperität für alle ernten.

Ernesto O.

World-Tell-O-Scope: Oktober 18

World-Tell-O-Scope:  Oktober 18

Online-Medien wie „Tichys Einblick“ oder „Ach gut“ kennen sie wahrscheinlich schon. Wenn nicht, auch gut. Das besondere an diesen und vielen ähnlichen Medien ist, dass sie sich aufklärerisch geben, aber vor allem eins verbreiten: Meinung, Meinung, Meinung. Hinzu kommt, dass diese Autoren zumeist politische Schlagseite haben und an Fakten nur Interesse haben wenn sie gut in das eigene Weltbild passen.

WorldTellOScope hat sich zur Aufgabe gemacht, nicht zu kommentieren, sondern die Wirksamkeit der  Fakten des zurückliegenden Monats zu begutachten und für den kommenden Monat das festzuhalten was wahrscheinlich oder möglicherweise daraus folgen wird. Im Prinzip betreibt  World-Tell-O-Scope eine Art monatliche Chartanalyse der Weltpolitik.   

Der Blick zurück in den September liefert die Basis für das was im Oktober passieren wird.  Die interessantesten „Polit-Märkte“ sind zur Zeit die USA, Deutschland und die EU, die Türkei, China, Russland und der Iran.

Beginnen wir mit Deutschland. 

Deutschland:  Der September war turbulent, und es ist zu erwarten, dass erst nach den Wahlen in Bayern eine gewisse Beruhigung in dem einen wie dem anderen Sinne eintreffen wird. Deutschland leidet unter einer neuen Welle des Populismus. 

Nach wie vor betreibt die AFD eine aggressive Politik, die vom Wahlkampf geprägt ist. Es zeichnet sich allerdings ab, dass der Schulterschluss mit Pegida, IB, III. Weg etc nur im Osten Deutschlands ankommt und in Bayern und Hessen die AFD trotz Einzug in die Landesparlamente Ende November als Verlierer nicht nur in den Augen ihrer eigenen Wählern dastehen wird. Das Herumeiern der GROKO  könnte sein rasches Ende finden, wenn Innen & Heimatminister Seehofer erkennt was er bei der Wahl in Bayern angerichtet hat. 

Apropos Bayern. Sollte sich Ende Oktober wider Erwarten eine Koalition CSU/AfD in Bayern abzeichnen so ist aller Voraussicht die Spaltung der CSU Fraktion in eine neue CDU und eine CSU-Fraktion zu erwarten. Es bleibt spannend, während die Arbeit für die Bundesbürger warten muss.  

 

USA:  Der innenpolitische Druck auf Donald Trump hat im September weiter zugenommen. Dies kann zu neuen Kapriolen seitens Trump bis zu den Kongress-Wahlen im November führen, was ggf. zu außenpolitischem Aktionismus führt, womit Trump weiterhin die Weltwirtschaft irritieren würde. Allerdings gibt es ja eine „geheime Fraktion“ im Weißen Haus die Trump gegen politischen Unsinn „pampert“. Der Druck der US-Schulden könnte ihn auch vorsichtiger werden lassen. Die Ergebnisse des Handelsstreits vor allem mit China, eventuell auch mit der  EU werden ihm in den kommenden Monaten noch negativ aufstoßen. Für den Wahlkampf der Republikaner braucht es positive Anstösse, die sollen nun im Oktober von einem Abkommen mit Mexiko und Kanada kommen.

 

Italien treibt ein gewagtes Spiel, die wachsenden Staatsschulden lassen die Anleihen-Renditen in die Höhe steigen. Der zunehmende Streit zwischen den Koalitionären kann im Oktober noch stärker werden. (Linksaussen-Rechtsaussen-Koalitionen können ganz schnell implodieren.) 

 

Türkei:  Der September war für das Erdogan-Regime weitgehend ein verlorener Monat, auch wenn Erdogan dies natürlich anders darstellen wird. Der Staatsbesuch in Deutschland 🇩🇪 war für die Katz. Wieder zurück in Ankara gilt  für ihn im Oktober: „Guten Morgen liebe Sorgen; seid ihr schon alle wieder da.“

Als da wären die Lira-Schwäche, der anhaltende Dollarabfluss, der Braindraw, der kostspielige Syrien-Einsatz, die „lästigen“ Journalisten, der fehlende Frieden mit den Kurden, keine EM 2024, einbrechende Autoverkäufe etc. 

 

Russland: Nach der Fußball-WM ist die Begeisterung vorbei und Putin steckt in der Klemme. Die Wirtschaft ist zwar stabil, aber weiter auf niedrigem Niveau. Die Einfallslosigkeit bezüglich der Lösung kann noch einige Zeit anhalten, vor allem dann, wenn es in Syrien 🇸🇾 weiterhin nicht wirklich voran geht. Putin hält Assad die Stange und das kann sich als Fehler bei der Befriedung Syriens erweisen zumal im Nahostdreieck weiterhin widerstrebende Interessen kochen (Iran, Irak, Syrien, Türkei, Israel, Palästina, Gaza, Saudi-Arabien, Katar, Jemen)

 

China: 

…hat über den Sommer seine Positionen auf dem Afrikanischen Kontinent weiter ausgebaut. Ziel ist es ein Handelskrieg mit den USA langfristig auszubremsen und das eigene Wirtschaftswachstum in Gang zu halten. Was China am wenigsten gebrauchen kann ist das Misstrauen der anderen Staaten, denn China’s innerer Erfolg ist abhängig vom Rest der Welt und diese Erkenntnis beeinflusst in den kommenden Monaten die Strategie der chinesischen Regierung. Prinzipiell wird hier „Tit for Tat“ gespielt. Wer mit China handelt kann erwarten, dass dies auf Gegenliebe stößt, wenngleich die chinesischen Handelsstrategen  natürlich auch auf ihren Vorteil achten. An den heutigen Streitigkeiten mit den USA ist diese aber letztlich selbst schuld. Fairer Handel wird das größte Problem bleiben, wobei Trump aber auch nicht den Eindruck erweckt, dass er fair spielen will.     

 

Iran: Auch wenn der Iran an der Oberfläche wieder gefestigt erscheint, so brodelt es doch weiter im Land. Dabei wollen vor allem die jungen Iraner keine Unterstützung von Seiten der US-Regierung. Blickt man in der Geschichte zurück, so haben die US-Regierungen der letzten 50 Jahre genug Chancen vertan im Iran positiven Einfluß zu gewinnen, nicht zuletzt wegen des religiös markierten Konflikts zwischen den Saudis und den Ayatollahs. Was die jungen Menschen im Iran wollen ist eine weitgehende Abkehr von der anhaltenden religiösen Diktatur, was aber nicht bedeutet, dass sie grundsätzlich gegen den schiitischen Islam sind. In Sachen Atomabkommen ist der Iran als moralischer Sieger hervorgegangen, auch wenn Trump und Israel einen großen Krieg an die Wand malen. Die Regierung hat sich Verbündete in der ganzen Welt gesucht: Russland, China und die EU. Das hilft zwar noch nicht über ihre finanziellen Probleme hinweg, bietet aber für die kommenden Monate einen Hoffnungsschimmer.  

 

Mögliche Überraschungen im Oktober: 

  • Ein neues Referendum zum BREXIT scheint möglich. Falls diese Chance nicht zum Zuge kommt, so wird sich England damit abfinden müssen, dass die Zukunft der Briten schlechter aussehen wird als sie bei einer Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU gewesen wäre. Der Schaden für die EU wird zwar erkennbar sein, aber sich in überschaubaren Grenzen halten.  
  • Im Herbst wird es auch weiterhin zu starken Wetterextremen kommen.  

Ernesto O. 

 

Es ist nicht die Absicht von World-Tell-O-Scope Politik zu betreiben. Alle Vorhersagen ohne Gewähr. Es handelt sich um Möglichkeiten, mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten, die eintreffen können, aber nicht müssen.    Weiterlesen

Respect : Respekt #Respect : #Respekt

Da war dieser 15 jährige Jung-Rapper, der am Ende seiner Performance laut ins Publikum rief:
„Respect man!“

Doch was ist mit Respekt – Neudeutsch: Respect – eigentlich gemeint?
Fangen sie doch mal eine Diskussion auf Twitter über die Qualität der Regierung an, dann erhalten sie recht bald – besonders, wenn sie sich kritisch über die Beiträge der zahlreichen Trolle und Fake-Accounts äußern, „nette Beleidigungen“ wie z.B. H……n, l…e Z…e oder v……r G…….h und noch unflätigere Antworten. Hingegen ist die Resonanz zu einem Plakat wie die „7 Schritte zur Menschlichkeit“ eher gering.

Dabei haben die Leute – nicht nur auf Twitter – Menschlichkeit dringend nötig, ist sie schließlich die Eigenschaft, die den Menschen hilft zum Nutzen aller erfolgreich miteinander umzugehen. Das Gegenteil von Menschlichkeit ist die Unmenschlichkeit und das grenzt uns von Verhaltensweisen anderer unfreundlicher Lebewesen ab. Also bitte etwas mehr „Respect yuman“ – nicht nur gegenüber Männern, auch gegenüber Frauen, Kindern, Greisen, Politikern, Andersgläubigen, Farbigen, ganz allgemein den Menschen, Tieren, Pflanzen, der Natur und den Herausforderungen, mit denen die Erde und wir Menschen konfrontiert sind.

 

Aber wir haben ein Problem mit der „Begrifflichkeit Respekt“, und diese bezieht nicht nur auf den Missbrauch der Sprache. Es gibt nämlich verschiedene Formen des Respekts, insbesondere „Angst gesteuerten Respekt“ und „Anerkennenden Respekt“.

 

1. Angst gesteuerter Respekt:


Als Kind hatte ich Respekt vor Lehrern, was aber in der Regel die Angst davor war bestraft zu werden. Im Nachhinein betrachtet ging es dabei zumeist um harmlose Dinge wie fehlende Respekts-Bekundungen, oder auch um willkürliche unbegründeten Machtdemonstrationen seitens der Erwachsenen. Die Hackordnung aus dem Hühnerstall war noch vor 50 Jahren automatisch in der Sozialisation implementiert. Entfielen die Instrumente der Macht, war es auch mit dem erzwungenen Respekt vorbei.

 

2. Anerkennender Respekt:

Als Kind dauert eine Weile, bis man merkt, dass die primären Regeln des Respekts Menschen gemacht sind. Wirklicher Respekt ist jedoch die Anerkennung der anderen Menschen ohne irgendeine Vorleistung oder Bedingung. Das ist der Respekt ist, der es wert Respekt genannt zu werden. Wenn Kinder in die Pubertät kommen erkennen sie vor allem diesen Unterschied zwischen Angst gesteuertem und anerkennendem Respekt. Annerkennender Respekt beginnt mit Zuhören und so war es auch bei mir. Kurioserweise hörte mir der knapp 70 Jahre alte an Parkinson erkrankte Direktor meiner Schule zuerst zu, während das Gross des ihm untergebenen Kollegiums dies erst noch lernen musste. Glücklicherweise hörten mir später auch mein Chemielehrer und seine Frau – ebenfalls Chemielehrerin – sowie ein Sozialkundelehrer zu, was letztlich dazu führte, dass ich nicht an den pädagogischen Krokodilen in der Schule scheiterte. Natürlich beschränkt sich die respektvolle Anerkennung nicht nur auf sachliche und fachliche Autoritäten. Dazu gehört auch die grundsätzliche Anerkennung aller Menschen ungeachtet dessen was sie zuvor getan haben. Im Grundgesetz nennt sich das übrigens Menschenwürde.

3. Institutioneller und essentieller Respekt

Respekt verdienen auch Gerichte, die auf Basis der Menschenrechte ihre Existenzberechtigung belegen  können.  Sofern   Institutionen nicht   dazu geschaffen   wurden um  die  Menschen zu erniedrigen oder gar psychisch oder physisch zu zerstören verdienen  diese ebenfalls  Respekt. Das gilt natürlich  nicht für „Volks-, Stand- oder Terror-Gerichte und  ähnliche Tribunale“, – auch Jesus hat seine Peiniger und Mörder nicht gelobt. Essentiell ist hingegen aber auch der Respekt gegenüber der Natur. Ja,  wir müssen sogar soweit  gehen, dass  es  Dinge zwischen  Erde und Himmel gibt, die unserer Erkenntnis überlegen sind. Dazu gehört auch die richtige Einordnung von Kapital, Macht, Technik und Kontrolle in den universellen Kontext und so müssen schließlich auch wir unsere Winzigkeit im Kosmos anerkennen.

 

Die Fähigkeit alle Menschen und Dinge anzuerkennen, auch wenn sie sich uns entgegenstellen und unsere Pläne und Perspektiven blockieren, bietet die einzige Chance unerwünschte Probleme positiv und fair zu lösen, damit es uns nicht so ergeht wie der Ente mit dem Skorpion:

Der Skorpion und die Ente
Ein Skorpion geriet auf seiner Wanderschaft  an einen breiten unüberwindbaren Fluss. Als  er schon aufgeben wollte,  begegnete er einer geselligen Ente, die sich gerade anschickte ihre Füße ins Wasser setzen zu wollen. „Liebe Ente“, fragte er, „kannst du mich auf deinem Rücken mit ans andere Ufer reisen lassen ?“ Die Ente, die sich der großen Gefahr bewusst war, die vom giftigen Stachel des Skorpions ausging, winkte jedoch dankend ab. Da versprach der Skorpion der Ente sich ganz anständig und friedlich zu benehmen, denn er wolle ja keinen Selbstmord begehen. Die Ente war es zufrieden und nahm den ungewöhnlichen Gast mit auf das Wasser. Als die beiden jedoch die Mitte des Flusses erreicht hatten, da geschah es: Der Skorpion stach zu! Die so getroffene Ente blickte sich noch einmal um und fragte in ihrem Todeskampf: „Warum nur, warum ?“ Der Skorpion antwortete ihr: „Es liegt in meiner Natur“ und beide ertranken jämmerlich.

…und jetzt?

Kooperation kann nur mit Respekt gelingen. Da können wir über die Ente nicht klagen. Sie hat den Rüpel von Skorpion ja naiver Weise respektiert, während er mit seiner dummen Respektlosigkeit die Ente und sich selbst ermordete.

Respektlosen Typen, den Respekt bei zu bringen, ist das eigentliche Problem, dabei kann Technik helfen. Der Skorpion hätte durch einen einfachen Korken am Stechen gehindert werden können. Im Grunde ist das probate Mittel gegen Respektlosigkeit aber die Kraft der Überzeugung, die Menschen auf den Weg zum Respekt bringt. Dazu braucht es Hirn – eigentlich nicht einmal so viel. Think ….deep!

Fassen wir zusammen:

Respect matters!

Aretha Franklin, die eben verstorbene „Mother of Soul“, hat das schon immer gewusst.

 

ArIeSPeICiTee!

 

Ernesto O.