A houseman in Berlin

Oh Ernesto – Ernesto O.
Music for the shutdown! 

Du möchtest gerne raus, raus raus … kannst aber nicht.
Stay cool and listen houseman!

A houseman in Berlin

Ernesto O.

#Corona Trendbarometer

21.März
—————————————————————————

Ist das Klopapier wirklich alle? Oder wird nur unsinnig gehamstert?
Der Klopapierrechner hilft ihnen bei der Versorgung und bei der Besinnung.

https://www.blitzrechner.de/toilettenpapier/

Warum Toilettenpapier, Nudeln, Ingwer und Backhefe zu den ersten Opfern der Coronakrise gehören, muss sich jeder selbst beantworten. Immerhin glauben wir hier im alten Europa nicht, dass wir alle Waffen kaufen müssen, denn hört, liebe Amerikaner, der Virus lässt sich nicht erschiessen. Die 675 Mrd. Dollar für´s Militär hat euer Präsident schlicht und einfach ineffektiv eingesetzt.

Seitdem die Medien und die Politiker weltweit uns mittlerweile stündlich mit Informationen über den Zustand der Welt im Allgemeinen und über das Coronavirus im Speziellen eindecken, macht es Sinn über aktuelle Trends – auch kritisch – zu informieren.  Dabei ist Vorfahrt für Fakten und Aufklärung, statt Spekulationen und unsinnige Verbote angesagt, damit wir mit den Dingen, die wir tun, effektiv die Ausbreitung der Pandemie behindern und möglichst Kollateralschäden vermeiden helfen.

Dass Menschen an Grippe sterben, ist leider so. Die Grippenwellen von 1968/70, 1977/78 und 2009 waren keinesweges harmloser als die aktuellen Corona-Grippewelle.

Der Unterschied war vor allem, dass nicht die ganze Welt glaubte digital alles im Griff haben zu können. Hier werden wir umlernen müssen. Katastrophen waren, sind und werden Teil des menschlichen Lebens bleiben.
Lernen wir damit angemessen umzugehen.

Es kommt nicht darauf an besonders viel zu tun,
es kommt darauf an die richtigen Dinge zu tun
.

Ernesto O.

Crash-Propheten und das Nicht-Ende der Welt

Nein, es ist noch nicht soweit. Das #Coronavirus wird weder den 3. Weltkrieg auslösen noch ersetzen. Der große Vorteil in der heutigen Krise gegenüber der verheerenden Pest-Epidemie aus dem vergangenen 14. Jahrhundert ist zum einen der Vorsprung durch Technik und Medizin und zum anderen die Größe der Bevölkerung.

Der schwarze Tod, wie die Pest gemeinhin genannt wurde, tötete im Mittelalter in Deutschland rund 5 Mio. Menschen (von 11 Mio.) Die Pest dezimierte von ihrer Ankunft am Kaspischen Meer im Jahre 1346 bis zu ihrem Ende 1353 die Einwohnerzahl in Europa um 40 Millionen (von 80 Mio. – min. 25/70 – max. 50/80 – 35-65%).

Sollte eine Epidemie in Europa abermals 50 Millionen Menschen hinweg raffen, dann wären das vergleichsweise nur noch ca. 7% der Bevölkerung. Also in etwa soviel Tote wie der 2. Weltkrieg in die Bevölkerung geschlagen hat. Im Unterschied zum WK II. könnte sich aber die Wissenschaft in Friedenszeiten voll und ganz auf die Bekämpfung dieser Epidemie konzentrieren, während im finsteren Mittelalter mit fragwürdiger Alchemie, religiösem Wahn und Aberglaube gegen die Krankheit gekämpft wurde.

Auch die Gefahr der potentiell möglichen Verknappung von Ressourcen stellt sich heute erheblich anders dar. Womit wir wieder bei der Wirtschaft wären, die 2020 global aufgestellt ist und lokale Engpässe ausgleichen vermag. Deshalb wird auch die aktuelle Coroanvirus-Panik dann enden, wenn die Zahl der Neuinfizierten schwindet und die weltweit geheilten Corona-Fälle die Anzahl der Neuinfektionen übertrifft. Dann fängt sich ebenfalls die Weltkonjunktur und die Börsen werden wieder steigen.

Seit 1800 haben wir immer wieder große Krisen erlebt, die die Weltbörsen in die Knie gezwungen haben, wie die folgende Grafik zeigt:

Hausse, Baisse und Crash

Doch ein paar Jahre später waren diese Krisen überwunden und es ging der Menschheit wirtschaftlich besser als zuvor. Die Geldwirtschaft (nicht zwangsläufig der Kapitalismus) wird uns noch so lange erhalten bleiben bis wir Lösungen à la Enterprise, Voyager u. Star Trek gefunden haben. Grund genug auch weiterhin den erfolgreichen Ratschlägen von Warren Buffet zu folgen.

Langfristig steigen die Wirtschaftsleistung und der Markt (s. Abb. oben)

Wer schon in jungen Jahren beginnt in Aktien zu investiert hat auch im hohen Alter ein Auskommen

Gib dein Geld in Aktien von Firmen, deren Geschäfte du verstehst

Versuche nicht,
den Markt
kurzfristig vorherzusagen

Kaufe dann, wenn die Kurse gefallen sind

Wenn Seifenblasen platzen, heißt es Bäume pflanzen.

Aber nicht in das fallende Messer greifen.
Bekanntlicherweise liegt ja auch in der Krise die Chance, was in dem Satz „Kaufe wenn die Kanonen donnern“ seinen Widerhall findet.

Privatanleger/innen haben schon bemerkt, die Corona-Krise ist gut für das Klima – das war die Finanzkrise 2008 auch schon – die Nachfrage nach Erdöl ist eingebrochen, was den Heizölpreis verbilligt. Gold hingegen ist nur bedingt ein Kauf. Es beruhigt das Gewissen einiger Marktteilnehmer, aber man kann es nicht essen. Deshalb lohnt es sich Nahrungsmittelaktien zu beobachten. Die Leute werden feststellen, dass sie weiterhin essen müssen. Besonders Bioprodukte sind bereits gefragt, wie der wöchentliche Einkauf bei Allnatura bestätigt.
Wer glaubt, dass Energie wegen Corona nicht mehr benötigt wird, irrt. Besonders umweltfreundliche Energieträger wie Sonne, Wasser, Wind und Bio sind gerade in Zukunft gefragt.
Insgesamt gilt Stockpicking in den Branchen, die in den kommenden Monaten wieder anspringen werden. Lebensmittelproduzenten(Fisch, Großhandel, Tee, Kaffee…), die in letzten Tagen unter die Räder gekommen sind, sind einen Blick wert, nicht aber Fast-Food-Ketten.
Sobald die Kurse sich wieder deutlich von der Unterseite in Richtung 200-Tageslinie bewegen, generiert die Börse wieder Kaufkurse. Dass „Buy-the-Dip“ klappt, darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen.
Gute Zeiten werden wieder kommen und es ist nur eine Frage der Zeit, ob schon im April, Mai, Juni oder spätestens im Herbst 2020.

Wer nachhaltig anlegen will, dem empfehle ich dieses frische Interview zum Crash mit Robert Halver.
Wer umweltfreundlich anlegen will, kann demnächst auch den DAX ESG ( 50 aus 100 HDAX Aktien) ins Auge fassen. Leider ist dort nicht alles Gold was sich Environment, Social und Governance nennt. Begründete Kritik an der Auswahl der ESG-Aktien ist da nicht weit. Was hat dort z.B. eine Aktie wie Bayer zu suchen, während gute Werte wie Encavis, SMA Solar (beide SDAX) oder weitere Werte wie Verbio, Verbund oder CropEnergies fehlen.

Es bleibt spannend! Dranbleiben.

Ernesto O.

Platon aus der Höhle

(Fortsetzung von „Die Schatten des Platon“)

Jeder ist ein Opfer seiner Sozialistion,
aber wir müssen ihr nicht alles opfern.

Während Platon und Sokrates uns nahelegen, dass wir nie die Wahrheit kennen lernen können, sage ich jetzt mal salopp: „Ich pfeife darauf.“

Woher kommt mein Optimismus?
Die Antwort lautet: Erfahrung und die Logik

Eine kurze Erklärung des Begriffes

  • Sozialisation
    bezeichnet den Prozess, bei dem heranwachsende Menschen durch die Normen und Wertvorstellungen der gesellschaftlichen Umgebung geprägt werden, so dass diese Menschen den ihnen vorgelebten Wertekanon übernehmen bzw. so verinnerlichen.

In Sophies Welt von Jostein Garder klingt das zugespitzt in etwa so: Viele Menschen haben es sich im kuscheligen und warmen Fell eines großen weißen Kaninchen bequem gemacht und trauen sich aus Angst vor der rauen Wirklichkeit nicht mehr hervor.

In Hinblick auf Platon und Sokrates greift die soziologische Definition von Sozialisation jedoch zu kurz. Wir brauchen eine ganzheitlichere kosmologische Verortung des Begriffs, um einerseits zu verstehen warum wir ein Opfer sind und um anderseits zu verstehen warum wir nicht Opfer bleiben müssen.

Die Sozialisationsbedingungen einer ganzen Spezies, ja allen Lebens auf der Erde sind umfassend tiefgreifender als die lokalen gesellschaftlichen Bedingungen einzelner Individuen. Die Anzahl der Einfluß nehmenden Faktoren spielt dabei nur bedingt eine Rolle, denn die Wirkung jedes einzelnen Faktors auf unser individuelles Verhalten ebenso wie auf das Benehmen der Spezies Mensch kann lähmend oder pushend sein.

Hier eine rasch zusammen geschriebene,
sicherlich unvollständige Liste der Faktoren:

  • Raum-Zeitgefüge
  • Gravitation
  • Position der Erde, Ressourcen, Klima
  • Chem. Zusammensetzung der Atmosphäre und des Erdbodens
  • Katastrophenverursachende Fakten (Asteroideneinschläge, Erdbeben, Vulkane, Hurrikans…)
  • Biogene Einflüsse (Mikroben, Viren, irdische u. kosmische Evolution)
  • Soziales und geografisches Gefüge der Menschheit,
  • ökologische u. soziale Nischen
  • Religion, Geschlecht, Herkunft
  • aggressives oder friedliches Umfeld
  • Staats-, Wirtschafts- und Gesellschaftsformen, Normen, Rechte u. Pflichten, Familie, Clique etc.
  • historische u. technologische Entwicklungen, Moden, Trends, politische u. mediale Manipulation

Oder kurzum die Taktgeber der Menschheit, als da wären: Natur, Gesellschaft, Kunst, Wissenschaft u. interaktive Technik und unser ganz individuelles Bewusstsein, gesteuert von Not u. Neugier, Emotion u. Ratio, sowie ganz klassisch unser Über-Ich (Gewissen u. „Gott“).

Es ist die Einstellung zu den Dingen,
die die Dinge verändert.

Ich war schon als Kind neugierig. Sei es als mich meine Mutter des Nachts aufweckte um mir Polarlichter zu zeigen, was in Süddeutschland wahrlich eine Seltenheit ist oder als ich aus der Schule ein Prisma mit nach Hause nahm, um mir immer wieder die Regenbogenfarben des Sonnenlichts in die Augen zu werfen. Sei sei, dass ich einmal eine komplette Packung Bittermandeln auf einen Satz gegessen habe, nur um zu schauen, was die darin enthaltene Blausäure mit meinem Magen macht, oder als ich mich dem Auto überschlug, und die Gelegenheit wahrnahm und mit Gott und dem Tode ein „Vier-Augen-Gespräch“ führte.

Letztendlich ist es doch so, dass all die zuvor aufgeführten Faktoren, die uns zweifelsohne in einer Höhle ohne Sonnenlicht einkerkern können, aber genau die gleichen Faktoren sind, die uns auch bei der Befreiung helfen können, so wie das Erdbeben, das Barabbas aus seinem Schlafzustand aufrüttelte und er den Weckruf verstand, um er sich aus der Höhle und seiner Gefangenschaft zu befreien.

Der Sozialisation – sei es der kosmischen, wie der individuellen – nicht alles zu opfern ist sinnvoll, dennoch sollten wir nicht erwarten, dass wir nach der Befreiung von den kosmischen wie soziologischen Fesseln jetzt plötzlich die ganze Wahrheit des Universums sehen können. Da hat sich seit Sokrates und Platon nichts geändert. Aber – und das ist das Positive – unser Horizont wird weiter und unser Bewusstsein wird durch den Prozess der Befreiung, die neuen Erfahrungen und Gedanken erweitert.

Die Menschheit hat davon profitiert, selbst in biblischem Sinne. Seitdem die Menschheit vom Baum der Erkenntnis gegessen hat wurde ein Prozess eingeleitet der uns nicht nur Gut und Böse unterscheiden lässt, sondern auch technischen Fortschritt beschert. Leider hat unser sozialer Fortschritt damit nicht mitgehalten, aber auch hier gilt es den Muff unter den Talaren abzulegen. Bietet dieser Fortschritt doch der Menschheit und jedem Individuum die Chance besser in Einklang mit der Natur und den Mitmenschen leben zu können. Das geht nicht mit Zwang, das geht mit intelligenter Innovation und einem erneuerten Bewusstsein, das sich der Fremd- wie der Selbsterkenntnis nicht verschließt. Mit Tarnen, Täuschen, Tricksen und Fremdsteuerung der Menschen wird dieser positive Prozess jedoch schlimme Rückschläge erleiden.

Das Zauberwort heißt: Kooperation

Also – Never give up! Wir bleiben dran.

Ernesto O.

PS: Die Welt ist ein großes Theater, aber wir dürfen unser persönliches Drehbuch selbst schreiben.

Die Schatten des Platon

Die Schatten des Platon
Siehst du die Schatten an der Wand?
Sie bringen dich um den Verstand.

Wer kennt es nicht, das Höhlengleichnis des Platon?

Philosophie ist, salopp gesagt, ein althergebrachter Versuch die Welt und die Existenz des Menschen zu beschreiben und zu erklären. Im Unterschied zu Religion und Naturwissenschaft bezieht die moderne Philosophie alle Aspekte des Lebens und der Natur in ganzheitlicher Weise in ihre Deutungsversuche mit ein. Das Höhlengleichnis des Sokrates ist zwar bereits mehr als 2500 Jahre alt, aber sein Schüler Platon hat es schon erfolgreich genutzt um die die Rolle des Menschen im Kosmos zu problematisieren.

„Stelle dir Menschen als Gefangene in einer Höhle vor, dort angekettet können sie nicht die Welt da draussen vor der Höhle sehen. Doch sie erkennen lange Schatten, die durch ein Feuer vor dem Ausgang der Höhle erzeugt werden und an der Wand herum geistern. Auch wenn das Feuer erloschen ist und die Sonnenstrahlen in die Höhle hinein strahlen, sie sehen immer nur Schatten an der Wand. Bald halten sie die Schatten für die wirkliche Welt da oben. Doch die Wahrheit über die wirkliche Welt kann nur draussen vor der Höhle wahrgenommen werden. So leben die Gefangenen in einer Welt des Scheins und die Einbildung tut ihr übriges. Bald glauben sie, dass die schemenhaften Abbildungen, die sie sehen, die ganze Wahrheit sind. Dabei ist die Wahrheit doch nur, dass sie Gefangene in einer Höhle sind.

Die „Realität“ der Schatten

Nun gibt es das Höhlengleichnis schon seit mehr als 2000 Jahren, doch merkwürdiger Weise wurde es bisher – meines Wissens – noch nicht verfilmt.

Wer sich in die Lebens- und Gedankenwelt eines Höhlensklaven besser versetzen möchte, dem kann der Historien-Spielfilm “Barabbas” weiterhelfen. Barabbas musste wegen seiner Verbrechen als Sklave in den römischen Schwefelminen schuften, ohne Hoffnung darauf jemals wieder ans Tageslicht zu gelangen. Der Staub und die Dunkelheit lassen ihn nahezu erblinden…

Barabbas – Salt Mines

Barabbas in den Schwefelminen

Meine Antwort auf das Höhlengleichnis jedoch lautet:

Jeder ist ein Opfer seiner Sozialistion,
aber wir müssen ihr nicht alles opfern.

Sorry, manchmal muss ich mich auch mal selbst zitieren,
aus: „Die kosmische Welle“ Ob das die Lösung ist? Nachdenken lohnt sich. (wird fortgesetzt)

Ernesto O.

P.S. hier der komplette Spielfilm „Barabbas“
https://youtu.be/Z_YN3JGWQHU

Königin Silvia und der Bettentrick

Es war 1994 oder 96, auch egal, jedenfalls war es eine dieser spottbilligen Rubin-Reisen nach Italien. Florenz, Neapel, Capri, Ischia, Amalfi, Pompeji mit Vesuv, Rom mit Petersdom und Gardasee. Inbegriffen war auch eine Werbeveranstaltung, eine Kaffeefahrt mit dem Reisebus hinauf in den Apennin, inklusive ein kostenloses Mittagessen in einem abgelegenen einsamen Berg-Restaurant. Wer schon auf Kaffeefahrten war weiß worum es geht. Den Leuten werden Dinge wie Heizdecken, Perlenketten, Essbesteck-Sets und so weiter verkauft. In diesem Fall war es allerdings etwas ganz Besonderes: Teuere Bettwäsche und Matratzen, die selbst die Königin von Schweden wegen ihrer exklusiven Qualität benutzt. Sogar mit eingelassenen Silberfäden und dementsprechend war der Preis dafür auch stattlich.
Natürlich konnten die Käufer der Bettausstattung auch noch eine Reise gewinnen, doch erst musste man die Lobpreisungen des Verkäufers über sich ergehen lassen. Wer hier an Flucht bei 35 Grad Aussentemperatur dachte, verwarf den Gedanken sehr schnell, denn die Sonne knallte unbarmherzig vom Himmel herab. Zuhören war angesagt, jedoch zwei junge Frauen fanden den Vortrag nicht erquickend und begannen zu schwatzen. Daraufhin reagierte der Verkäufer erbost und warf die beiden Damen lautstark hinaus. Der Effekt zündete und die Angst davor draußen in der Hitze der Sonne braten zu müssen machte aus dem Rest der Busgesellschaft eine andächtig lauschende Zuhörerschaft. Da waren auch keine Einklatscher mehr nötig. Die teueren „Königin Silvia Betten“ gingen weg wie warme Semmeln.

Nachtrag: Das Mittagessen war sehr bescheiden, kein Vergleich zur Pizza a Metro in Napoli.

So, was können wir daraus lernen?
Der Königin Silvia Bettentrick funktioniert folgendermaßen:
Ich suche mir in meinem Publikum unter fadenscheinigem Vorwand eine Person, die ich als Störenfried stigmatisiere und lasse sie unter Zuhilfenahme von weiteren Personen hinauswerfen.
Ergebnis: Nun habe ich das Publikum dazu gebracht sich auf mich auszurichten und zugleich sich gegen den ausgegrenzten Menschen zu wenden.
Nebeneffekte: Hinzu kommt, dass jetzt zahlreiche Zuhörer mich für eine besonders konsequente Person halten und mir unterschwellig mehr Durchsetzungsvermögen und Kompetenz zusprechen. Somit mir auch mehr Respekt zollen und darüber hinaus sich im Hinterkopf die Angst davor manifestiert ebenfalls als Störenfried ausgegrenzt zu werden.

So bindet man mit diesem einfachen Trick den Rest des Saales an sich.

Und nun wird es lustig: Naja, eigentlich nicht.

#Weingarten #Weidel

Ich weiß nicht ob Alice Weidel bei ihrem Wirtschaftsstudium auch ein Werbeverkauf-Seminar bei Rubin Reisen absolviert hat. Leider ist im folgenden AfD-TV Video das Opfer nicht zu sehen – warum nur….

Wenn ich die  „Weidel-Rede“ in Weingarten anschaue dann gibt es auffallende Parallelen zum  Königin Silvia Bettentrick:

Alice Weidel und viele Politiker in der AfD versprechen den Leuten eine schöne Reise zurück in die Vergangenheit, in der angeblich alles besser („normal“) war, locken mit Waren der Extraklasse (Herrenrasse u. rassitischer Ideologie) und demonstrieren denen, die diesen Behauptungen auf den Leim gehen eine „Macht der Gemeinschaft“ aus der jeder Störenfried verbannt wird. Wer nicht folgt, der wird ganz sicher  in der Wüste verhungern (von der „Umvolkung“ überrannt werden); wer aber folgt wird profitieren und an Stärke gewinnen.

Warum nur erinnert mich dieses Szenario an den Kinofilm „die Welle“ ?
Die Hintergrundinfo zur Weidel-Story liest sich auf Twitter jedoch so.

Nach diesem Tweet von Studis für Weingarten, könnte einem allerdings sogar in den Sinn kommen, dass hier mit üblen Polit-Karten gezinkt wurde. Muss aber nicht sein, denn der „Königin Silvia Bettentrick“ funktioniert auch ohne Agenten. Die Manipulierten merken es in der Regel nicht solange nicht Aussenstehende die Situation beleuchten.

Allen  Lehrkräften  für  das Fach  Politik und  Wirtschaft kann es  als praktisches  Material zur Anschauung für den Unterrichtseinsatz dienen. Nur Philopshia Perennis wundert sich warum Weidel-TV den Clip schon wieder gelöscht hat.

Sollte das Video aus dem Netz verschwinden, gibt es allerdings nach wie vor den Spielfilm „Die Welle“, der allemal sehenswert ist und zeigt wie leicht Menschen zu manipulieren sind und für Zwecke einer Bewegung mißbraucht werden können.


Ernesto O.

Zukunftsfäden (5) Wahrheit (die ganze…)

Die Wahrheit mit der Wahrheit ist,
dass die Wahrheit eine Lüge ist.

Es wird schon nicht so schlimm kommen – oder?
Wie die frisch veröffentliche Shell Jugendstudie berichtet, glaubt eine Mehrheit (53%) der Jugendlichen, die Regierung verschweige „die Wahrheit“. Zwar zeigt die Studie, dass die jungen Menschen optimistisch in die Zukunft blicken, andererseits aber sind sie angefüllt von Misstrauen gegenüber dem Establishment, gegenüber der Politik und den gesellschaftlichen Eliten. Die Angst um die Zukunft betrogen zu werden ist groß. Deshalb verfällt unsere Jugend zurück in althergebrachte Muster, allen voran das gute alte Vorurteil, und in seiner besonderen Ausprägung – der Rassismus.
Die Erfahrung unfair (was auch immer das sei) behandelt zu werden, befördert den Populismus. In dieser Falle sind die Jugendlichen in guter Gesellschaft mit der älteren Generation. So betont zwar die Mehrheit der Jugendlichen (57%), sie finden es gut, dass Deutschland viele Flüchtlinge aufgenommen habe. Aber genauso finden es 20% der Jugendlichen nicht so gut, wenn in der Wohnung nebenan eine Flüchtlingsfamilie einziehen würde. Außerdem lehnen 18% es ab, neben einer türkischen Familie zu wohnen. Die Anfälligkeit für Lügenpropaganda ist offensichtlich und wird in Zukunft radikalen Parteien einen konstanten Anteil an Wählerstimmen sichern.

Die Wahrheit hat es in diesen Tagen schwer, doch was ist wenn – die Wahrheit mit der Wahrheit ist, dass die Wahrheit tatsächlich eine Lüge ist?

In der TV-Serie Mysterien des Weltall geht Morgan Freeman  der Frage nach: „Warum lügen wir?“ Dabei werden ertaunliche Erkenntnisse zu Tage gefördert. (Leider ist diese Folge z.Z. nicht im Free-TV mehr erhältlich. ZDF und Servus TV bringen jedoch in loser Folge einzelne Sendungen aus der empfehlenswerten TV-Serie – hier die Übersicht zur  Staffel 6 der Reihe Mysterien des Weltalls.

Mehr oder weniger überraschend zeigen Experimente, dass bereits Kleinkinder ab zwei Jahren bereit sind zu lügen um z.B. ihre Neugier zu befriedigen.  Andererseits macht Lügen zwar intelligent, aber nicht unbedingt klug. Wer lügt muss mehr Energie aufwenden um z.B. episodische Geschichten zu erfinden, die dann ja auch noch glaubhaft sein müssen. Das erfordert nicht nur Kreativität, sondern auch Wissen und Beobachtungsgabe. Wer im Eigeninteresse regelmäßig lügt, läuft allerdings Gefahr am Ende dennoch zu scheitern, denn je weiter fortgeschritten die Lügengebilde sind, desto wahrscheinlicher enthalten sie fehlerhafte Stellen, die nicht mehr übertünscht werden können.  Wer sich auf Notlügen beschränkt, fährt am Ende besser.

Im Computer-Zeitalter werden neue digitale Lügentechniken verwendet.

Zum Beispiel:
– die Butler-Lüge
– Sockenpuppelüge (Identitätslüge)
– Fake-Bewertungen als Ablenkung vom dem ab, was der Bewerber nicht weiß (in ich-Rede)

Die digitale Lüge beherbergt wegen der besseren Nachprüfbarkeit jedoch ein größeres Risiko als die gesprochene Lüge.

Probleme bei der Wahrnehmung der Realität

Unser grundlegendes Problem die Realität von der Täuschung unterscheiden zu können sind dabei unsere Sinne:
– Tastsinn
– Wärmeempfinden
– optische Wahrnehmunbgsfähigkeit
– begrenzter Hörsinn
Wir können mit vielen Tierarten nicht mithalten wie der Fledermaus (hören), den Schmetterlingen (riechen), dem Chameleon (sehen) oder den Walfisch (hören), darüber hinaus bastelt uns unser Gehirn eine ganz eigene Realität, angefangen bei der Tatsache, dass wir eigentlich mit dem Kopf nach unten hängen – oder gilt das nur für die Leute in Australien?
Würde man z.B: alles auf dem Desktop in seiner vollen Realität erfassen wollen, müsste man die Bits und Bytes, die dahinter stehen auch wahrnehmen samt der fließenden elektrischen Ströme. Letzlich haben wir nur die Sinne, die wir brauchen um zu überleben und selbst die funktionieren auch nicht immer richtig – siehe bei Vergiftungsfällen. So können wir uns keine Farben vorstellen, die wir nicht sehen können, auch nicht die die Gerüche wahrnehmen die Schmetterlinge antreiben.
Hinzu kommt, dass unser Gehirn falsche Erinnerungen schafft. Das Wahrgenommene (z.B. das Sehen eines Autounfalls) verändert eine kleine Gruppe von Nervenzellen (= Engramm —> Physiologische Spur der gespeicherten Erinnerung). Wenn nun alte Erinnerungen (—> Engramme) durch neue ähnliche Erfahrungen  ausgelöst werden,  werden diese Erinnerungen miteinander vernetzt, überlagert oder sogar ausgelöscht. Die Episode im Gehirn ändert sich dann durch das (fehlerhafte) Verknüpfen der Engramme. Dennoch trauen wir unseren Erinnerungen, auch wenn wir uns nicht an alles aus unserem Leben erinnern können.

Wahrheit der Quanten? Lügt uns das Universum an?

Die Position eines Elektrons und zugleich seine Geschwindigkeit erkennen, das geht nicht (Kolibri-Effekt/Unschärferelation Heisenberg). Definierende Eigenschaften und Zustände bestimmen die Quanten-Realität wie Spin und Ladung oder die Eigenschaft „Hart“ und das Objekt „Fels“.  Im Film Alice im Wunderland existiert die Grinsekatze. Ich habe schon oft eine Katze ohne Grinsen gesehen aber noch nie ein Grinsen ohne Katze. Aber genau das geht in der Quantenwelt, indem man die Eigenschaft vom Objekt trennt! Auf der Quantenbene kann die Materie von der Eigenschaft in einem Experiment getrennt werden. So lässt sich Teilung eines Neutronenstrahls mit einem bestimmten Spin in einem Kristall in zwei Strahlen durch Filter und Magnete zerlegen. Der eine Strahl besteht dann nur aus eigenschaftslosen Neutronen und der andere Strahl nur aus der Eigenschaft des Spins.

Die Wirklichkeit ist in Wahrheit auch nicht das, was sie sein sollte.

Doch was können wir tun? Schichten der Wahrheit aufdecken – sukzessiv der ganzen Wahrheit näherkommen. Information als Aufklärung ist ein Nebelscheinwerfer durch die Lügen, Sinnestäuschungen und Täuschung des Intellekts. Das Problem des selektiven Gedächtnisses jedoch bleibt uns jedoch erhalten und wir können es nur Schritt für Schritt angehen.  Es bleiben die Fakten als Bausteine, aus denen die Wahrheit aufgebaut ist und das Puzzle, das wir lösen müssen.

Jeder der behauptet
er kenne die ultimative Wahrheit,
lügt das blaue vom Himmel herunter! (Morgan Freeman)

Ernesto O.

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

Zukunftsfäden ist Teil  einer kleinen Serie von Plauder-Beiträgen, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen.

–> Zukunftsfäden (1)
–> Zukunftsfäden (2) Yesterday
–> Zukunftsfäden (3) Atombomben auf Grönland
–> Zukunftsfäden (4) Normalität?

–> Zukunftsfäden (5) Wahrheit (die ganze…)

Zukunftsfäden (4) Normalität?

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

Sind sie normal?
Ja, ja, ist ja gut – natürlich sind sie normal. Ich frage auch nie wieder.

„Aber“ – aber was, der Rest der Welt – wie – „der Rest der Welt ist völlig verrückt!“
Aber sie – wenigstens sie – sie sind normal. Das ist aber …



Nun ja, mit der Normalität ist das so eine Sache, wie wir am Beispiel Stefan, dem „gelernten DDR-Bürger“ sehen werden.

Stefan(Klarname) – auf Twitter, der mit dem Gelbwestensymbol, sagt zu mir:

„Moment. Bitte keine voreiligen Schlüsse! Ich bin wie jeder normale Mensch daran interessiert, dass in unsere Gesellschaft wieder Normalität einzieht. Da die Altparteien es BEWIESEN haben, dass sie dazu aus eigener Kraft nicht in der Lage sind, muss man die Opposition bemühen…


Wenn das stimmt, dann ziehe nicht öffentlich die Gelbweste an, sondern beteilige dich konstruktiv an der Lösung der Probleme.
Außerdem was ist Normalität. Gibt es da ein Patent drauf?

Stefan(Klarname):
Ich bin gelernter DDR-Bürger. Für mich und vor allem für meine Frau war es normal, nachts ohne Angst auf die Straße gehen zu können. Soviel zum Thema nicht mehr vorhandene NORMALITÄT. Und das ist nur ein einziger Aspekt unter vielen…

Stefan, die Gelbweste, (ob seine Name wirklich so klar ist habe ich nicht recherchiert. Nur soviel, es gibt enorm viele Fake-Accounts auf Twitter, die versuchen eine bestimmte Ideologie zu verbreiten) will „als normaler Mensch“ eine „Normalität“, wie er sie so gefühlt und früher wahrgenommen hat, die in seiner Vorstellung so vorhanden war, aber nicht mehr vorhanden ist. Da kennen wir Leute, die dann lieber gleich sagen: „Ich will mein Land zurück.“ Meint er damit die DDR, aber lassen wir das …und kommen zur Sache.

Gibt es überhaupt Normalität?

Gehen wir naturwissenschaftlich heran, dann finden wir schnell die Normalbedingungen, die im Labor gelten 293,15 K ≙ 20 °C und 1,01325 bar = 760 Torr. Das ist also die vielgesuchte Normalität?
Pech gehabt – es gibt viele nicht deckungsgleiche Normbedingungen. Sie unterscheiden sich von den Standardbedingungen des Labors in der Physik, Chemie, Physiologie, Gaschromatographie, Luftfahrt und Druckluftindustrie bereits bei diesen zwei lächerlich kleinen Größen.
Normalität in den Naturwissenschaften ist also definiert, und das nicht nur weil „unsere Normalität“ auf dem Titan, der Venus oder der Sonne wenig hilfreich sind. Selbst auf der Erde verwendet die Technik diverse Normalitäten und da ergibt sich nun die Frage, ob bzw. welche menschliche Gesellschaft als „normal“ definiert werden kann.

Stefan hat wohl keine Ahnung was normal ist, aber es ist ganz einfach sich selbst als normal zu definieren, dann hat man eine Messlatte, an der man alle anderen Menschen verzweifeln lassen kann. Stefans Messlatte ist der „gelernte DDR-Bürger“. Mal abgesehen davon, dass er indirekt damit zugibt mit Vorurteilen aufgeladen zu sein – indoktriniert – hat er sich doch angeblich vorgenommen alles zu hinterfragen, und da er das nicht schafft, lässt er sich gerne von den Bartschmeichlern neu ausrichten. Man kann es selbstironisch betrachten wie beim Begriff  „Gelernter Österreicher“

Gelernter Österreicher ist eine (selbst)ironische Bezeichnung für Menschen mit Insiderwissen über Land, Leute und Gepflogenheiten. Ein Kenner der österreichischen sozialen und politischen Verhältnisse. Meist bezieht sie sich auf geborene Österreicher. Manchmal wird sie auch für Zugezogene verwendet, dann ist es eine Auszeichnung.

Um der Normalität, die sich Stefan vorstellt, nahe zu kommen, ist der Begriff „Gelernter Irgendwas“ nicht dienlich. Mit Klischees kommt man Normalität nicht bei und schon gar nicht wenn man behauptet, dass man heute mit Angst nachts auf die Strasse geht und früher, als die Stasi noch hinter jeder Ecke lauerte – nicht.

Nicht nur, dass jeder „normal“ nach seiner/ihrer Fasson festlegen kann,  es ist auch leicht nachweisbar, wenn man Normalität, – als Mehrheitsverhalten in einer Gesellschaft – definiert, selbst am gleichen Ort – immerzu im Fluß ist.

Beispiel Mannheim/Deutschland:

1890 waren Pferdekutschen normal und wenn Carl Benz mit seiner Motorkutsche unterwegs war, warfen Leute auf den „rauchenden stinkenden Teufel“ mit Steinen.

1936 Wer bei den Olympischen Spielen als Mannheimer nicht Sieg Heil rief war in Verdacht mit den „schwarzen Untermenschen“ zu kollaborieren, obwohl diese wie Jesse Owens mit 4 Goldmedaillen das Gegenteil bewiesen.

1945 Wer nach dem 8. Mai noch Sieg Heil rief, war nicht normal, weil Hitler und   die ganze Scheisse, die seine Nazis zu verantworten hatten, niemand mehr auskosten wollte.

1968 Wer Flower Power zelebrierte, Love & Peace allen wünschte und den Polizisten Rosen schenkte, war schon deshalb nicht normal weil junge Männer mit langen Haare einfach nicht normal sein durften.

1989  wäre eine Mauer zwischen Mannheim und Waldhof nicht normal gewesen, für West- u. Ostberliner aber schon. Doch 1990 war das alles schon nicht mehr wahr.

2019 ist für einen echten Mannemer wie Bülent Ceylan, die AfD nicht eine normale Partei, für Chemnitzer sieht das völlig anders aus.

Wer  Normalität predigt, hat weder die Gesellschaft noch die Geschichte  verstanden. Sie ist vielfältig mit vielen Strömungen und Meinungen und natürlich mit Mehrheiten, die sich auf demokratische Weise feststellen lassen oder diktatorisch erzwungen werden.

Und jetzt glaubst du beim Blick durch deine rosarote Brille, oh pardon deine Filterblase – du bist normal?
Dann bist du nicht normal.

Ich bin dann doch lieber ein bischen verrückt und betrachte die Welt von allen Himmelsrichtungen – ist das jetzt normal?

Ernesto O.

Zukunftsfäden ist Teil  einer kleinen Serie von Plauder-Beiträgen, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen.

–> Zukunftsfäden (1)
–> Zukunftsfäden (2) Yesterday
–> Zukunftsfäden (3) Atombomben auf Grönland

–> Zukunftsfäden (4) Normalität?

Weiterlesen

Deal No Deal (6)

Exit vom Brexit? Neue Optionen

Brexit Quo vadis

Exit vom Brexit – Neue Optionen ?

Prime-Minister Boris Johnson erleidet eine Schlappe nach der anderen. Großbritannien hat nach dem jüngsten Gerichtsurteil gegen den Versuch das britische Parlament in Zwangsurlaub zu schicken nun eine neue Situation, zumindest was die Möglichkeiten betrifft.

Optionen

Option 1: Neuwahlen

Option 2: Rücktritt von Boris Johnson

Option 3: Einigung mit der EU bis 31. Oktober

Option 4: Nochmalige Brexit-Verschiebung

Option 5: No-Deal-Brexit

Option 6: Rücknahme des Austrittsantrags


Die Details zu den Optionen finden sie im Focus-Artikel:
Parlamentspause verfassungswidrig

Ernesto O.

Deal No Deal (5)

Exit vom Brexit? Grenzen

Brexit

Der Brexit schafft neue Grenzen, sowohl materiell als auch ideell.
Da Großbritannien ein Inselreich ist und wie eine natürliche Festung im Atlantik liegt, kann es leicht selbst entscheiden wie weit es vor dem europäischen Festland ankern will und sich vor der EU abschotten will. Ob sich der Brexitgedanke leztzlich als fromme Milchmädchenrechnung erweist wird sich zeigen. Die Britische Regierung hat bereits ein Torschluss-Szenario : Yellohammer

Staatsgrenzen: Nordirland, Gibraltar, Frankreich

Außer der Landgrenze zwischen Irland und Nordirland besitzt das UK auch in Spanien eine gemeinsame Grenze mit dem zu Britannien gehörigen Gibraltar. Im weiteren Sinne sind auch die Bahnhöfe des Kanaltunnels in Frankreich und England Grenzbezirke, da gemäß dem Vertrag von Le Touquet die britischen Grenzkontrollen auf französischem Territorium stattfinden und umgekehrt. In der Referendumskampagne hatte Premierminister David Cameron die Grenzkontrollen mit Frankreich problematisiert, indem er das Fortbestehen des Le-Touquet-Abkommens von 2003 im Falle eines Brexits als gefährdet ansah. Das Abkommen ist als bilateraler völkerrechtlicher Vertrag nicht Teil des Rechts der Europäischen Union.

Schottland

Die Situation in Schottland ist nach dem Brexit im Allgemeinen und nach einem No-DEal-Brexit im besonderen pikant.
Im Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU stimmten 62 % der Wähler in Schottland in für einen Verbleib in der EU. Für den Fall, dass Nordirland mit der EU assoziiert bleibt – etwa über einen Verbleib in der Zollunion – wird erwartet, dass Schottland ebenfalls auf einer Sonderbehandlung bestehen wird. Der Brexit wird der schottischen Unabhängigkeitsbestrebung von England weiter Auftrieb geben.

Nordirland

Von britischer Seite ist der sogenannte Backstop Backstop-Klausel soll verhindern, dass die innerirische zu einer Außengrenze der Europäischen Union wird – der primäre Streitpunkt mit Irland für einen Deal mit der EU. Sowohl Nordirland als auch Irland wollen eine offene Grenze zwischen den Iren. Dies aber verlangt von den Briten quasi durch die Hintertür sich an die Europäischen Union zu binden.
Sollte es hier zu keiner gütlichen Einigung kommen, muss England mit dem Wiederaufflammen neuer Unruhen rechnen.

Gibraltar

Wenn der Brexit auch in Gibraltar 🇬🇮 greift wird es in jedem Fall für Einwohner Gibraltars massive wirtschaftliche Folgen haben. Die Situation wäre vergleichbar mit einem Dorf mittenin Deutschland, das jetzt plötzlich das Pfund als Währung akzeptieren müsste, obwohl die Bewohner ihr Geld bei den Nachbarn in Euro verdienen. Die Hälfte der Bevölkerung Gibraltars jeden Tag hinüber nach Spanien wechselt macht sie ein No Deal Brexit regelrecht zu Gefangenen ihres Felsen. Die Erlaubnis für ihren Freigang in die EU wäre neuen Regelungen unterworfen und könnte zur Auswanderung reizen.

Für die Europäische Union

Mit einem Brexit verliert die EU ihre zweitgrößte Volkswirtschaft, das Land mit der drittgrößten Bevölkerung und die „Finanzhauptstadt der Welt“. Mit dem Brexit entfiele der gegenwärtig drittgrößte Nettozahler zur Finanzierung des Haushalts der Europäischen Union (operative Haushaltssalden 2016: Deutschland 10,99 Milliarden Euro, Frankreich 9,22 Milliarden Euro, Vereinigtes Königreich 6,27 Milliarden Euro). Der Einnahmenverlust in Folge des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs als Nettozahler beläuft sich auf jährlich 13 Milliarden Euro. Besonders betroffen wären die vier Nettozahler Deutschland, Schweden, die Niederlande und Österreich, die seit 2002 einen Beitragsrabatt analog zum „Britenrabatt“ genießen. So müsste Österreich fortan 400 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr einzahlen und Deutschland jeweils 4,5 Milliarden. Das Vereinigte Königreich entfiele bei EU-Austritt als wichtiger Anteilseigner der Europäischen Investitionsbank (EIB), in der nur EU-Mitgliedsstaaten vertreten sind. Der Anteil des Vereinigten Königreichs beträgt 16 % oder 3,4 Milliarden Euro.

#Yellohammer

Verständlich, dass mit dem immer näher rückenden Brexit-Termin die Ängste auf beiden Seiten des Ärmelkanals wachsen.

12 direkte Risiken

  • Störungen der Grenzübergänge
  • Störungen des Transportsystems
  • Störungen der Überführung wichtiger Güter an den Grenzen
  • Gesundheitsdienste
  • Energie- und kritische Industriezweige
  • Lebensmittel- und Wasserversorgung
  • Nationale Sicherheit
  • Zugriff auf die Datenbanken zur Strafverfolgung
  • Auswirkungen auf britische Staatsbürger im Ausland
  • Bank- und Industriedienstleistungen
  • Auswirkungen auf Nordirland
  • Übersee- und Königsreichgebiete (inklusive Gibraltar)

Der Tag 1 nach einem No-Deal Brexit

  • 80 Prozent des Lkw-Verkehrs zwischen Frankreich und England wären demnach um Tage verspätet.
  • An Flughäfen und Bahnhöfen könnten neue Kontrollen Chaos auslösen.
  • Bestimmte Lebensmittel würden knapp – die Auswahl würde sinken, die Preise steigen. Dieser Zustand könnte sich über Monate halten, schreiben die Experten in „Yellowhammer“.
  • Bei internationalen Finanztransaktionen könne es zu Störungen kommen.
  • Bei einem Großteil der Medikamentenimporte könnte es Lieferengpässe geben.

Schon 2016 beschlich mich beim Stichwort Brexit ein ungutes Gefühl. Daran hat sich nichts geändert. Hier mein alter Artikel zum Brexit vom Juni 2016:

First we took Yugoslavia now we take London

Ernesto O.