Der Börsenmonat – Todeskreuz und die rote Linie (200TL)

#Börsenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.


Da habe ich doch einmal dieses Jahr eine Woche Urlaub genommen und prompt springt der „Bulle“ DAX über den „roten Zaun“ (200 Tageslinie). Nun bricht zwar nicht eine Welt zusammen, aber es ist wie auf der Autobahn. Wechselt der DAX von der Überholspur (oberhalb der 38 TL – grün) auf die mittlere Spur (zwischen 90 TL und 38 TL ), weiter auf die LKW Spur (zwischen 200 TL und 90 TL) und schließlich auf die Standspur (unter der 200 TL – rotviolett), wie am vergangen Mittwoch geschehen, dann verliert er jedes mal an Performance und die Marktgewinne schmelzen, während die Verluste sich breit und breiter machen, -5% seit dem Sommer-Top.

Zuletzt war der DAX vor einem Jahr am 26. Oktober nach unten durchgebrochen, um aber am 3. November 2020 schon wieder die Fahrt zu beschleunigen. Bereits am 7. November erreichte er den Platz an der Sonne (über der 38 TL). Mit einer gleichen „Wettervorhersage“ tue ich mich aktuell schwer, denn die dunklen Wolken enthalten noch einiges an regnerischem Potential. Es ist eben alles möglich, nicht zwangsläufig muss dies eine kurze Kapriole bleiben. Welche Art von Klimaveränderung bis zum Jahresende dominiert, ist schwer vorher zu sagen. Schauen wir auf die Jahre 2015 bis heute, so ist festzustellen….

dass der DAX in den vergangenen sieben Jahre 15x unter die 200 Tageslinie (rote Markierungen) gerutscht ist. Nur vier Durchbrüche waren von großer Relevanz:

2015 17.8: 10940 —> 9427 = -13,8%
2015 2.12: 11190 —> 8752 = -21,7%

2016 26.4: 10260 —> 9557 = -6,8%
2016 … < -1,5%
2016 … < -1,5%
2016 … < -1,5%
2017 28.8: 12123 —> 11945 = -1,5%
2018 2.2: 12863 —> 12604 = -2,0%
2018 … < -1,5%
2018 … < -1,5%
2018 31.7: 12805 —> 10416 = -18,6%
2019 2.8: 11658 —> 11412 = -2,1%
2020 26.2: 12774 —> 8441 = -33,9%
(vom Top bei 13745 —> 38,6% vgl. Börsenmonat-Depot -20,3%)

2020 24.10: 12177 —> 11556 = -5%
2021 6.10: 15100 …. ???
Das Ergebnis von letzter Woche bleibt abzuwarten. Nicht unwesentlich dürften neben der Großwetterlage die „Wasserstandsmeldungen der Unternehmen“ sein. Die Quartalsberichte zum letzten Quartal starten gerade und es könnte bei überzeugenden Ausblicken dem DAX den Rücken stärken.

Von einem Todeskreuz spricht man übrigens an der Börse wenn die 50 TL die 200 TL kreuzt. Zwar hat jetzt die 38 Tageslinie (grün) die 90 Tageslinie (orange) nach unten gekreuzt, aber dies ist kein Grund abergläubig zu werden. Grundsätzlich sind kreuzende Tageslinie aber zu beachten. Es ist wie im Strassenverkehr: An Kreuzungen stehen Ampeln, die uns entweder stoppen oder freie Fahrt gewähren. Wir müssen also auch in Erwägung ziehen den Aktienbestand zu reduzieren. Sollte sich allerdings in den kommenden Tagen erweisen, dass die Börsen-Baustellen abgebaut werden, heißt es wieder schrittweise Gas geben. Im umgekehrten Fall aber, auf die Bremse treten und gezielt weiter Cash aufbauen. Irgendwann ist das aktuelle Tief durchkreuzt. Vom Sommer-Top bei 15937 (—> 15170) haben wir aktuell -4,8%, das ist noch mit Stock-Picking auszuhalten.

Nicht vergessen – immer eine Aktie über behalten.

Ernesto O.