World-Tell-O-Scope: Oktober 18

World-Tell-O-Scope:  Oktober 18

Online-Medien wie „Tichys Einblick“ oder „Ach gut“ kennen sie wahrscheinlich schon. Wenn nicht, auch gut. Das besondere an diesen und vielen ähnlichen Medien ist, dass sie sich aufklärerisch geben, aber vor allem eins verbreiten: Meinung, Meinung, Meinung. Hinzu kommt, dass diese Autoren zumeist politische Schlagseite haben und an Fakten nur Interesse haben wenn sie gut in das eigene Weltbild passen.

WorldTellOScope hat sich zur Aufgabe gemacht, nicht zu kommentieren, sondern die Wirksamkeit der  Fakten des zurückliegenden Monats zu begutachten und für den kommenden Monat das festzuhalten was wahrscheinlich oder möglicherweise daraus folgen wird. Im Prinzip betreibt  World-Tell-O-Scope eine Art monatliche Chartanalyse der Weltpolitik.   

Der Blick zurück in den September liefert die Basis für das was im Oktober passieren wird.  Die interessantesten „Polit-Märkte“ sind zur Zeit die USA, Deutschland und die EU, die Türkei, China, Russland und der Iran.

Beginnen wir mit Deutschland. 

Deutschland:  Der September war turbulent, und es ist zu erwarten, dass erst nach den Wahlen in Bayern eine gewisse Beruhigung in dem einen wie dem anderen Sinne eintreffen wird. Deutschland leidet unter einer neuen Welle des Populismus. 

Nach wie vor betreibt die AFD eine aggressive Politik, die vom Wahlkampf geprägt ist. Es zeichnet sich allerdings ab, dass der Schulterschluss mit Pegida, IB, III. Weg etc nur im Osten Deutschlands ankommt und in Bayern und Hessen die AFD trotz Einzug in die Landesparlamente Ende November als Verlierer nicht nur in den Augen ihrer eigenen Wählern dastehen wird. Das Herumeiern der GROKO  könnte sein rasches Ende finden, wenn Innen & Heimatminister Seehofer erkennt was er bei der Wahl in Bayern angerichtet hat. 

Apropos Bayern. Sollte sich Ende Oktober wider Erwarten eine Koalition CSU/AfD in Bayern abzeichnen so ist aller Voraussicht die Spaltung der CSU Fraktion in eine neue CDU und eine CSU-Fraktion zu erwarten. Es bleibt spannend, während die Arbeit für die Bundesbürger warten muss.  

 

USA:  Der innenpolitische Druck auf Donald Trump hat im September weiter zugenommen. Dies kann zu neuen Kapriolen seitens Trump bis zu den Kongress-Wahlen im November führen, was ggf. zu außenpolitischem Aktionismus führt, womit Trump weiterhin die Weltwirtschaft irritieren würde. Allerdings gibt es ja eine „geheime Fraktion“ im Weißen Haus die Trump gegen politischen Unsinn „pampert“. Der Druck der US-Schulden könnte ihn auch vorsichtiger werden lassen. Die Ergebnisse des Handelsstreits vor allem mit China, eventuell auch mit der  EU werden ihm in den kommenden Monaten noch negativ aufstoßen. Für den Wahlkampf der Republikaner braucht es positive Anstösse, die sollen nun im Oktober von einem Abkommen mit Mexiko und Kanada kommen.

 

Italien treibt ein gewagtes Spiel, die wachsenden Staatsschulden lassen die Anleihen-Renditen in die Höhe steigen. Der zunehmende Streit zwischen den Koalitionären kann im Oktober noch stärker werden. (Linksaussen-Rechtsaussen-Koalitionen können ganz schnell implodieren.) 

 

Türkei:  Der September war für das Erdogan-Regime weitgehend ein verlorener Monat, auch wenn Erdogan dies natürlich anders darstellen wird. Der Staatsbesuch in Deutschland 🇩🇪 war für die Katz. Wieder zurück in Ankara gilt  für ihn im Oktober: „Guten Morgen liebe Sorgen; seid ihr schon alle wieder da.“

Als da wären die Lira-Schwäche, der anhaltende Dollarabfluss, der Braindraw, der kostspielige Syrien-Einsatz, die „lästigen“ Journalisten, der fehlende Frieden mit den Kurden, keine EM 2024, einbrechende Autoverkäufe etc. 

 

Russland: Nach der Fußball-WM ist die Begeisterung vorbei und Putin steckt in der Klemme. Die Wirtschaft ist zwar stabil, aber weiter auf niedrigem Niveau. Die Einfallslosigkeit bezüglich der Lösung kann noch einige Zeit anhalten, vor allem dann, wenn es in Syrien 🇸🇾 weiterhin nicht wirklich voran geht. Putin hält Assad die Stange und das kann sich als Fehler bei der Befriedung Syriens erweisen zumal im Nahostdreieck weiterhin widerstrebende Interessen kochen (Iran, Irak, Syrien, Türkei, Israel, Palästina, Gaza, Saudi-Arabien, Katar, Jemen)

 

China: 

…hat über den Sommer seine Positionen auf dem Afrikanischen Kontinent weiter ausgebaut. Ziel ist es ein Handelskrieg mit den USA langfristig auszubremsen und das eigene Wirtschaftswachstum in Gang zu halten. Was China am wenigsten gebrauchen kann ist das Misstrauen der anderen Staaten, denn China’s innerer Erfolg ist abhängig vom Rest der Welt und diese Erkenntnis beeinflusst in den kommenden Monaten die Strategie der chinesischen Regierung. Prinzipiell wird hier „Tit for Tat“ gespielt. Wer mit China handelt kann erwarten, dass dies auf Gegenliebe stößt, wenngleich die chinesischen Handelsstrategen  natürlich auch auf ihren Vorteil achten. An den heutigen Streitigkeiten mit den USA ist diese aber letztlich selbst schuld. Fairer Handel wird das größte Problem bleiben, wobei Trump aber auch nicht den Eindruck erweckt, dass er fair spielen will.     

 

Iran: Auch wenn der Iran an der Oberfläche wieder gefestigt erscheint, so brodelt es doch weiter im Land. Dabei wollen vor allem die jungen Iraner keine Unterstützung von Seiten der US-Regierung. Blickt man in der Geschichte zurück, so haben die US-Regierungen der letzten 50 Jahre genug Chancen vertan im Iran positiven Einfluß zu gewinnen, nicht zuletzt wegen des religiös markierten Konflikts zwischen den Saudis und den Ayatollahs. Was die jungen Menschen im Iran wollen ist eine weitgehende Abkehr von der anhaltenden religiösen Diktatur, was aber nicht bedeutet, dass sie grundsätzlich gegen den schiitischen Islam sind. In Sachen Atomabkommen ist der Iran als moralischer Sieger hervorgegangen, auch wenn Trump und Israel einen großen Krieg an die Wand malen. Die Regierung hat sich Verbündete in der ganzen Welt gesucht: Russland, China und die EU. Das hilft zwar noch nicht über ihre finanziellen Probleme hinweg, bietet aber für die kommenden Monate einen Hoffnungsschimmer.  

 

Mögliche Überraschungen im Oktober: 

  • Ein neues Referendum zum BREXIT scheint möglich. Falls diese Chance nicht zum Zuge kommt, so wird sich England damit abfinden müssen, dass die Zukunft der Briten schlechter aussehen wird als sie bei einer Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU gewesen wäre. Der Schaden für die EU wird zwar erkennbar sein, aber sich in überschaubaren Grenzen halten.  
  • Im Herbst wird es auch weiterhin zu starken Wetterextremen kommen.  

Ernesto O. 

 

Es ist nicht die Absicht von World-Tell-O-Scope Politik zu betreiben. Alle Vorhersagen ohne Gewähr. Es handelt sich um Möglichkeiten, mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten, die eintreffen können, aber nicht müssen.    Weiterlesen

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AFTERWORK 2015-09-15

Fakten-Analysen-Perspektiven

In unserer kurzlebigen Zeit prasseln innerhalb eines Tages eine kaum aufzunehmende Flut von Informationen (ntv – der Tag) auf uns ein. Das führt sehr leicht dazu, dass wir  ( #Wir  #Wee )  Wichtiges übersehen oder viel zu schnell vergessen. Statt darüber nachzudenken ist es natürlich viel einfacher diese Dinge zu vergessen, morgen gibt es auch noch geile Nachrichten….

AFTERWORK  ändert dies. Hier erscheinen Beiträge, die Fakten zeigen, die nicht vergessen werden wollen und durch deren Analyse Perspektiven für die Zukunft gefunden werden können. 

globaleslernen-imaginekidsWas wurde aus den Millenium-Zielen aus dem Jahr  2000 ?
  1. Fakten

Video 1 mit NDR: „Sagen sie doch mal die Wahrheit!“

Mit diesen Worten wollte die Pegida-Oma auf ihr Elend aufmerksam machen und gab im Februar 15 dem NDR ein Wut-Interview, in dem sie dem Rest der Welt ihre Meinung über Ausländer im Allgemeinen und „kriminelle Asylanten“ im speziellen kundtat.

und …. „die Grenzen müssen bewacht werden verdammt noch mal“

Na dann sagen wir mal die Wahrheit.

Video 2: 6 junge Deutsche starten Selbst-Experiment – „Ich hätte das niemals gedacht“

Das ZDF liefert Fakten in dem sie 3 Frauen und 3 Männer dahin schickte wo es richtig weh tut.
Da der Beitrag 45 Minuten lang ist hat ihn wahrscheinlich kein Pegida-Anhänger gesehen…

Pfeil rotPfeil rotPfeil rot   Auf der Flucht (ZDF-Mediathek)


2. Analyse

Was die namenlose Oma will ist offensichtlich. Warum sie es sagt ebenfalls. Sie gehört zu den zu kurz gekommenen im Leben, zu denen die entweder nie eine Chance bekommen oder sie nicht genutzt haben. Dass sie das beklagt ist verständlich. Nicht in Ordnung ist aber wenn sie Ausländer und  Flüchtlinge pauschal kriminalisiert und anfängt Geschichten nach zu plappern, die sie selbst nicht beweisen kann, sondern aus Vorteilen schöpft, die ihr von denen in den Mund gelegt werden, die ihr eigenes politisches Süppchen kochen wollen. Sag die ganze Wahrheit Oma… und mache deine Augen richtig auf.

Der Film „Auf der Flucht“ zeigt nicht nur dass es noch deutlich ärmere Menschen als die „Pegida-Oma“ gibt, er zeigt auch dass sie großes Leid auf sich nehmen um der unerträglichen Not und dem Krieg  zu entkommen. Wer nun sagt diese Flüchtlinge sollen da bleiben wo der Pfeffer wächst, muss sich sagen lassen, dass skrupelloser Egoismus  – durch zahllose Beispiele aus der Geschichte belegt (z.B: Napoleon, Nazi-Herrenrasse, das Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ etc.) – üblicherweise damit endet, dass man schneller mit leeren Händen dasteht, als diejenigen die anderen helfen (siehe Deutschland 1945).

3. Perspektiven

Jammern gilt nicht, schließlich gibt es positive Lösungen für alle Armen dieser Welt.

  1. Alle Staaten der Erde (UNO-Mitglieder) müssen anerkennen, dass jeder Mensch ein Recht auf angemessene Wohnung, hinreichende Ernährung, Sinn stiftende Arbeit und die Chance auf etwas Glück haben muss.  
  2. Die UNO muss das Recht erhalten Menschen erfolgreich schützen zu dürfen – notfalls auch mit Waffengewalt.
  3. Die Welt-Staatengemeinschaft muss mehr Geld zum Schutz dieser Menschen aufbringen und einen globalen Marshallplan entwickeln, der die Ärmsten auf Augenhöhe bringt.
  4. Die Reichen dieser Welt (egal ob in kommunistischen, kapitalistischen oder feudalistischen Ländern) müssen für die Unterstützung zur Kasse gebeten werden. Sofortmaßnahme: Alle Milliardäre spenden 10% ihres Vermögen als Startkapital, es dürfen auch 15% sein – Allah wird es den Spendern danken.
  5. Insbesondere die 20 Großmächte der Erde (G 20) sind aufgefordert aktiv zu werden. Weltflüchtlings-Krisengipfel in einem Monat! Vorlage eines Konzeptes an die UNCHR
  6. Allen Regierungen sollte klar sein, dass es in jedem Land der Erde eine große Zahl von Menschen (20-80% der Bevölkerung) jeder Rasse, Hautfarbe, Religion und beiderlei Geschlechts gibt, die dieses Vorhaben nicht nur wünschen, sondern auch auf kreative Weise zunehmend Druck auf die Staatengemeinschaft ausüben werden, falls nicht mehr getan wird als in vergangenen 15 Jahren (Milleniumziele)
  7. Die technischen Fähigkeiten der Menschheit sind ungemein, es ist möglich daraus die notwendigen sozialen Fähigkeiten zu entwickeln, von denen unser ganzer Planet profitieren kann.

Ernesto O.

 


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