Zukunftsfäden (3) Atombomben auf Grönland

Blicken wir zurück, sehen wir den roten Faden der Vergangenheit.
Schauen wir vorwärts, entdecken wir zwei, drei, vier, viele Fäden der Zukunft.

Trump ist bekannt für seine lauten Twitter-Ideen. Davon hat er uns im August gleich zwei serviert:

Grönland

Wanderer kommst du nach Dänemark, dann bringe Geschenke mit, dachte sich wohl auch Donald Trump und so überraschte er die Welt eine Woche vor dem geplanten Staatsbesuch bei Königin Margarethe II. mit der Ansage an Dänemark, die Insel Grönland kaufen zu wollen. Dort war man aber überhaupt nicht amused und tat die Sache als Aprilscherz ab, worauf hin ein beleidigter Donald Trump kurzerhand seine Reise nach Dänemark drei Tage vor dem Abflug cancelte.

Nach einem allgemeinen Kopfschütteln der Europäer  und einem Aufbrodeln der Nachricht in den interkontinentalen Medien, bei dem das kolonialistische Interesse an Grönland Trump´s zur Kenntniss genommen und kommentiert wurde scheint wieder Ruhe eingekehrt. Aber hier in Zukunftsfäden wird diese Nachricht jetzt erst richtig interessant, denn beim Blick in die Zukunft gibt es zur Ruhe im Karton-Szenario noch ein radikal alternatives Grönland Szenario.

Grönland(Kalaallit Nunaat) ist die größte Insel der Erde und damit ein Land, das politisch betrachtet ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark ist. Grönland ist von Eis bedeckt, das durch die globale Erwärmung der letzten 150 Jahre zurückweicht und es zunehmend grüner macht. Mit einer Fläche von 2.166.086 km² ist es größer als Saudi-Arabien und fast so groß wie Algerien. Die Bodenschätze des Landes machen Grönland – wie einst Alaska – für einen neuen Goldrausch interessant. Entscheidend für dieses Szenario ist, dass Grönland die geringste Bevölkerungsdichte der Welt hat(abgesehen von der Antarktis).

In Grönland leben ~ 55.000 Menschen, d.h umgerechnet auf einem Gebiet von der Größe Algeriens würden sich gerade einmal soviele Einwohner tummeln wie in Görlitz oder Baden-Baden. Damit ist das riesige Land extrem korruptionsanfällig. Würde Trump jedem Grönländer eine halbe Million Dollar in die Hand drücken, das sind für einen 4 Personen Haushalt  stolze 2 Millionen $, dann wäre das Geschäft auch nichts anderes wie wenn der Trumpkonzern  zum Beispiel sich durch eine Übernahme das Immobilienunternehmens Vonovia einverleiben  würde. Vonvia hat einen  Wert von ca. 2 Mrd. – zum Vergleich: Monsanto wurde von Bayer für 66 Mrd. übernommen. Sollte Trump nicht das nötige Kleingeld haben würden im die Gebrüder Koch bestimmt aushelfen und ein Kredit von der Deutschen Bank würde den Deal besiegeln. Der Gedanke an dieses Grönland-Szenario2 lässt jedoch jeden vernünftigen Menschen erschaudern, schließlich ist Grönland extrem wichtig für das ökologische Gleichgewicht der Erde und des Golfstroms insbesondere.

Atombombe

Eigentlich habe ich gedacht, als Mr. President die Schlüssel für die Atombomben der US-Streitmacht ausgehändigt wurden, hätte er auch ein  Aufklärungsbriefing über die Auswirkungen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erhalten.  Was? Er wurde aufgeklärt!?
Na dann muss er wohl gepennt oder von seinem Golfplatz geträumt haben. Wie kann ein einigermaßen gebildeter Mensch auf die Idee kommen, dass der Abwurf einer Atombombe ins Auge des Orkans eine erfolgreiche Methode zur Bekämpfung eines Hurrikans sein könnte?

Wenn man das tut, wird der Weg des Hurrikans eine unberechenbare Steigerung des Risikos. Alles entscheidend ist jedoch, dass der Abwurf einer Atombombe einen verheerenden radioaktiven Fallout verursacht.

Besonders in den 1950er  und 1960er Jahren war der weltweite radioaktive Niederschlag durch die oberirdischen Atomwaffentests der USA und der Sowjetunion beträchtlich, so dass die oberirdischen Tests aus Strahlenschutz-Gründen durch eine Konvention von 1963 eingestellt wurden. China führte seinen letzten oberirdischen Atombombentest 1980 durch.

Nicht nur dass der radioaktive Fallout des bebombten Hurrikans dann sofort eine optimale Verteilung der Radioaktivität an der Ostküste der USA verursachen wird, eine nachthaltige Verseuchung mit radioaktiven Isotopen des Golfstroms wäre die Folge und würde die Nahrungsquellen des Atlantik vergiften.

Nicht zuletzt würden die Bermudas und die Bahamas Donald Trump den Krieg erklären, aber darauf käme es nach dem verursachten Flurschaden durch die USA auch nicht mehr an.

Dummheit oder politisches Kalkül?

Vielleicht kommt es ja aber auch ganz anders. Die USA unterhält in Thule auf Grönland einen militärischen Stützpunkt, der mit Atomwaffen bestückt ist. Sollte China oder Russland Appetit auf Grönland bekommen, dann lässt Trump Atombomben auf Grönland werfen. Lästermäuler sagen, dass sich sich so dann ganz leicht das Gold von der Erde kratzen lässt und das Erdöl der Arktis ohne Umwege verbrannt werden kann.

De facto hat sich Trump letztlich entschieden wegen des Hurrikans Dorian seine Reise nach Polen abzusagen und auf seinem Golfplatz in Virginia den Sturm abzuwarten. Noch mal Glück gehabt?

Es ist was faul im Staate …

Ernesto O.

Zukunftsfäden ist Teil  einer kleinen Serie von Plauder-Beiträgen, die die Vergangenheit, Gegenwart und die möglichen „Zukünfte“ zwischen nicht ganz ernst gemeint und sehr ernst gemeint in Verbindung setzen.

–> Zukunftsfäden (1)
–> Zukunftsfäden (2) Yesterday

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Bitcoin – das digitale goldene Kalb

Pfeil rotPfeil rot Translation

Stellen wir uns vor, in den Medien wird über Atombomben wie folgt berichtet: „Die Atombombe ist die neue Freiheit schlechthin. Sie beseitigt auf anonyme Weise die Probleme, die uns umgeben. Ja sicher, sie ist hoch gefährlich, blablabla…. blablabla und doch: So können sie die Bombe kaufen! … und hier erklären wir Ihnen wie sie funktioniert, aber nehmen Sie nur eine kleine Anzahl, denn der Rückstoß kann auch sie vernichten! Es geht ganz einfach per Handy!“

Diese hirnrissige Art von Werbung im Stil der NRA (NationRifleAssociation) für Schnellfeuergewehre, die in den USA inzwischen schon im Musikladen nebenan (guns & guitars) vom Massenmörder gekauft werden können, funktioniert bei der „Bitcoin-Bombe“ bisher reibungslos und die Werbe-Frequenz dafür hat sich derart gesteigert, dass der große Bitcoin-Crash vorprogrammiert ist. Selbst seriöse Webseiten wie ARD-Börse und Finanzen.net hecheln auf diese Weise dem Hype hinterher und verführen so (ungewollt?) zum Kauf des Bitcoins. Noch läuft die Party auf der Titanic. Doch welche Eisberge steuern auf den Bitcoin zu? Das sind nicht viele große, aber sie haben eine verheerende Wirkung wenn sie aufschlagen.

1. Handelsverbote durch Regierungen
Beispiel China, andere Länder könnten folgen. Aber auch die staatliche Kontrolle des Bitcoins, der damit in seiner Anonymität angekratzt wäre, würde den spekulativen Handel eindämmen und den Höhenflug des Bitcoins ausbremsen.

2. Insolvenz der Plattformen und Bitcoin-Anbieter
Beispiel Bitcoin Group. Das KgV ist astronomisch und die Marktkapitalisierung marschiert bereits auf die 400 Millionen $ zu; bei einem erwirtschafteten Gewinn in 2017 von kaum mehr als 1 Million (2018: max. 6-8 Mio.) Das erinnert stark an Enron und andere Firmen der Internetblase 2000. Auch Tesla hat heute ein astronomisches KgV, aber bereits jetzt einen Umsatz von mehr als 7 Milliarden $ in 2017, was immerhin dem Tausendfachen gegenüber der Bitcoin Group für 2018 entspricht.

3. Stromausfall /Energieraubbau
Ohne Strom ist der Bitcoin nichts wert. Das wurde mir klar als wir neulich einen Stromausfall von 5 Minuten hatten. In dem Café, indem wir frühstücken wollten gingen 2 Stunden später die Küchengeräte immer noch nicht (Starkstromkabel!) Da gab es stundenlang nichts Warmes zu essen. Ein großer Blackout wird die Menschen mit Bitcoins zahlungsunfähig machen und der Bitcoin wird den Schaden der Wirtschaft massiv verstärken. Als ein Stromausfall im Supermarkt die Kassen blockierte, war die Abrechnung mit Bargeld und per Hand wenigstens noch möglich, mit Bitcoins bleibt die Ware im Regal. Hinzu kommt, dass der Bitcoin ein riesiger Energievernichter ist. So wie 1 Kilo Rindfleisch 7 Kilo Reis wegfrisst, so entzieht das Bitcoin-Mining den armen Ländern der Welt den billigen Strom und sorgt dafür dass Fukushima-AKWs und schmutzige Kohlekraftwerke ans Netz müssen. Für die Herstellung des digitalen Zauberwerks verbraucht das Mining schon 2017 fast soviel Strom wie Dänemark. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann NGOs wie Greenpeace, Attack, Avaaz auf Twitter und Facebook gegen diese Verschwendung Sturm laufen.

4. Hackerangriffe und Sabotage
Erinnern sie sich noch an den riesigen Datenklau in Milliardenhöhe bei Yahoo? Man muss nicht die Bitcoin-Server bombardieren um sie gezielt zu stören oder lahm zu legen. Doch nicht nur private Hacker könnten daran interessiert sein dem Bitcoin zu schaden. Kleine Staaten wie Nordkorea, wo der Bitcoin für die Bevölkerung keine Rolle spielt oder kriminelle Organisationen wie der IS, wo Kamikaze-Aktionen üblich sind könnten an der Sabotage der Schaltstellen des Bitcoin interessiert sein. Der Bitcoin lässt sich im Unterschied zur Goldproduktion erheblich leichter nachhaltig lahm legen.

5. Keine Währung/ Spekulationsobjekt
Die Psyche spielt eine große – die größte – Rolle beim Bitcoin. Natürlich wird ausser den Roulette-Spielern niemand diese „Casino-Jetons als Währung“ bezeichnen. Bitcoins sind inzwischen zum reinen Spekulationsobjekt verkommen. Alles andere ist Alibi. Der Bitcoin ist schneller gegenüber dem Dollar und dem Euro gestiegen als während des 1. Weltkriegs der Dollar gegenüber der Mark. Nur: Wir haben heute keinen Weltkrieg – die Weltwirtschaft floriert auch ohne Krieg. Selbst rein wirtschaftlich droht dem Bitcoin Gefahr, denn Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Zahl der Kryptowährungen steigt global stark an. Alle Dämme könnten brechen wenn EZB und FED ins Geschäft mit echter digitaler Währung einsteigen würden oder ganze Staaten bzw. Bundesstaaten oder Städte lokale, regionale (und zugleich internationale) Krypto-Währungen schaffen würden.

Die Entzauberung des Bitcoin steht vor der Tür, deieser Hype ist bald am Ende. Die Erkenntnis, dass der Bitcoin eigentlich eine Aktie mit falschen Versprechungen ist, wird ihn in die Niederungen der Wirklichkeit zurückholen.

Ausserdem: Totgesagte leben länger.
Bargeld, Aktien und Gold, wird das sein was ihr am Ende wieder wollt.

Ernesto O.

Übrigens, wer die Geschichte mit dem goldenen Kalb nicht kennt kann sie hier nachlesen:
„Das goldene Kalb“ (Üble Geschichte mit 3000 Ermordeten)