Der Börsenmonat – September 21

#Börsenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Q 3 – das schwache Quartal

Es ist September und der Blick auf die Quartalsbilanzen des Börsenmonatdepots seit 2002 zeigt es deutlich: Das 3. Quartal von Juli bis Ende September ist überwiegend in rot. Zwar hat die erste Septemberwoche 547 € gebracht, und der August unerwartete 300 €, doch in diesem Jahr hat der Juli -900 € vorgelegt, so dass aktuell mit -53 € das Q 3 weiterhin negativ ist. Dementsprechend wurden im August die Füße still gehalten und keine Trades getätigt.

DAX und Börsenmonat-Depot Entwicklung im August
Die beste August-Performance lieferten Apple, BioNTech und ITM Power ab, am negativen Ende waren Varta, Anta Sports, Bayer und 7C Solarparken. Nur vier der fünfzehn Aktien im Depot – Lenovo, Solarparken, Sunhydrogen (Pennystock!) und Bayer, – haben seit Einkauf eine negative Bilanz, wobei Bayer mit -190 € Schlusslicht war, aber im Mai bereits 140 € Dividende abgeworfen hatte.

Alles in allem verlief der August ruhig, keine Einkäufe oder Verkäufe, dafür wurde die Watchlist immer länger, ohne dass sich im August wirklich gute Gelegenheiten ergaben. Die große Mehrzahl der Quartalberichte war positiv, aber fast alle Aktien standen danach unter Druck, am stärksten Varta. Wenn ich bei meinen Depotaktien zukaufen wollte würde ich aktuell ein Auge auf Apple, 3D Systems, ITM, Niu Tech und Encavis werfen. Encavis fällt möglicherweise im September aus dem SDAX und läuft weiter in die Unterbewertung, das sollte bald eine Zukaufchance geben. Encavis wächst stetig – Kursziel 2023 – 32 €, also 100% bis dahin. Der DAX hatte zwar im August mit 2,1% zu 0,8% die Nase vor dem Börsenmonat-Depot, aber nach wie vor lag das Depot Ende August mit 17,5%, rund 4% vor der DAX-2021 Performance von 13,4% und das obwohl der DAX von Mai bis heute drei neue Allzeithochs markierte:

Vergleich DAX 2007 und 2021

Alle denen, die jetzt dem Glauben anheim fallen, dass der DAX bis zum Jahresende problemlos noch weitere Rekord-Hochs produzieren wird, sei der Herbst 2007 ins Gebetbuch geschrieben, bekanntlich endete trotz wiederholter Rekorde von Oktober bis Dezember der DAX im Crash der Suprime-Finanzkrise s.o. Vergleich DAX 2007/2021 Natürlich bleibt es unser Ziel das Aktiensortiment des Musterdepots weiter auf ein doppeltes „Fußballteam“ auszubauen (20-25 Aktien), aber im Unterschied zur Bundesliga ist das „Transaktionsfenster“ an der Börse anhaltend offen und wir können für jede Position auf dem Depot-Platz jederzeit neu ein- oder verkaufen.

Die Aussichten bis zum Jahresende
„ Den exportorientierten deutschen Standardwerten helfen vor allem zwei Faktoren: die sich weiter erholende Weltkonjunktur und der Anlagenotstand der Anleger – auch wenn die Aktien-Bewertungen inzwischen historisch hoch sind. Vor allem die ETF-basierten Altersvorsorgeprodukte treiben die großen Indexschwergewichte weltweit. Diese passiv geführten Anlagevehikel sorgen mit ihrer eigenen Logik dafür, dass ein anhaltendes positives Momentum in den etablierten Trends weiteres Kapital anzieht – und die Hausse sich selbst nährt. Die schlechte Nachricht: Dieses Schema wird sich nicht in alle Zukunft fortschreiben lassen. Anlegern muss klar sein, dass das Pendel irgendwann in die Gegenrichtung ausschlagen wird: Dann werden wegen fallender Kurse entsprechende Umschichtungen – und daraus folgend neuerliche Verluste – die Folge sein. Die gute Nachricht: Im Moment deutet der Trend nach oben und die Anlagewelt sieht gut aus. Quelle ist Lutz Mathes, der einmal im Monat für das comdirect magazin die aktuelle Entwicklung des DAX analysiert. Sollte der DAX jedoch auf 15150 absacken sind weitere Verluste bis zur 200-Tageslinie bei 14700 Punkten zu erwarten. Danach ist ein weiteres Durchrutschen auf 13750 möglich. Das bedeutet für uns: Den Abstand zur 200-Tagelinie also weiterhin nicht aus den Augen verlieren!

Auf dem Programm steht weiterhin fahrplanmäßig die Aufstockung der börsennotierten Unternehmen bis zur Anzahl von 24 Aktienpaketen. Der Cash für die nächsten fünt Aktien zu jeweils 1000 € ist durch die Teilverkäufe im laufenden Jahr eingesammelt; nun gilt es aus der aktuell mit 23 Werten üppigen Watchlist die passenden Aktien auszusuchen. Faustregel: Pro geplantem Neukauf zwei Werte in Augenschein nehmen, das können, müssen aber nicht Werte aus der gleichen Branche sein.

Aktuelle Watchlist

Aktuell steht das Depot nach Steuern mit 615% im Plus (694% vor Steuern). Natürlich fallen auf Gewinne 25% + x Kapitalertragssteuer an, der Staat will ja auch von etwas leben. Im Unterschied zu vielen Musterdepot in den bekannten Börsen-Medien werden auch die Transaktionskosten aus dem Depot abgerechnet. Null € Transaktionskosten sind Augenwischerei und spielen schon bald nach Eröffnung des Depots praktisch keine Rolle mehr, wenn wir für 1000 € Aktie 1,5% für die Transaktion zahlen müssen. Aktien klettern oder fallen sowieso 1,5% täglich. Übrigens ab 5000 € steigen auch die Transaktionskosten pro Aktienpaket. Für unsere Kleinlegerschaft ein Grund mehr nicht mehr als 4999 € in einen Deal zu stecken.

Börsenmonat-Depot 6.9.2021

Die Top 5 des Depots hat in der ersten Woche des September schon mal ganz gut zugelegt. Ob sie ihre „Versprechen“ halten und uns das Q 3 dieses Jahr ins Positive wenden?

Übrigens – das aktuelle 10Y-Börsendepot wird Ende des Jahres geschlossen. Am 1. Januar startet ein neues Börsenmonat-Depot, das die Situation für Neulinge simuliert , die mit 1000 € an Börse starten.

Ernesto O.

Der Börsenmonat-Blog beschreibt den Umgang mit Aktien in der Alltagspraxis und stellt keine Finanz-Beratung oder Empfehlung für den Kauf von Aktien dar. Der Kauf von Aktien ist mit Risken verbunden, die möglicherweise zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen können.

Der Börsenmonat – Herbst?

#Boersenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Am 1. September beginnt der meteorologische Herbst, der astronomische Herbst folgt am 22. September, und am Freitag, dem 17. September ist Hexensabbat.

Gibt es es an der Börse Jahreszeiten?

Eine interessante Frage, die bei genauerer Recherche einige Überraschungen aufdeckt. Es ist schon ein bisschen wie mit der Wetter- und Klimadiskussion. Obwohl die Wissenschaft seit Jahren Belege für eine Klimaerwärmung und die gefährliche Rolle der Menschheit abliefert, erzählen uns ein paar „Polit-Störche“, dass dies alles nicht stimmt, weil dieser Sommer in Mitteleuropa ja, „ach so nass und kalt ist“. Aber mal ehrlich: Nur weil Schalke in der letzten Bundesligasaison gerade einmal 25 Törchen geschossen hat, bedeutet das nicht, dass es eine schrecklich Tor-arme Bundesliga-Saison war. Der FC Bayern hat ja schließlich 99 Tore eingenetzt. Während die Tor-Statistik der Bundesliga keinen Trend zu mehr Toren, eher zu weniger Toren pro Spiel aufweist ist das beim Weltklima nicht so. Die Temperaturerwämung der vergangenen 250 Jahren ist eindeutig identifizierbar. So verwundert es nicht dass eine nachhaltige Klimaänderung ebenso wie eine anhaltende Spekulation auf Rohstoffe sich in den Börsen-Statistiken niederschlägt. Diese Strömungen in den Aktienkurse sind zwar weniger eindeutig zu erkennen, aber es gibt auch hier Faktoren wie beim Fußball oder beim Wetter, die für das Auf- und Ab an der Börse bestimmend sind.

Hier sind vor allem die grundlegende Aufwärtsspirale der Märkte, der saisonale Trendwechsel, die Quartale mit ihren Berichtsmonaten, die ungezügelte Rohstoffspekulation und die Finanzpolitik der Zentralbanken und Regierungen zu nennen.

  1. Die Aufwärtsspirale der Märkte oder die „immerwährende Hausse“
Immerwährende Hausse?

Diese immerwährende Hausse ist jedoch nur scheinbar und ihr Motor ist nicht die Sonne, sondern die Inflation bzw. die wachsende Geldmenge. Dehnen wir die Zeitachse dieses Diagramms weit genug auseinander so erkennen wir die dunklen Börsen-Wetterperioden. Die regelmäßig wiederkehrenden Crashs und Korrekturen , allein in letzten 20 Jahren mehrfach: 2000 – 03/2003, 2008/09, 2011, 2016, 2020… In Wirklichkeit bewegen sich die Märkte in einer unregelmäßigen Aufwärtsspirale ➿und das seit 200 Jahren. Grob vereinfacht – die Indizes steigen um X Punkte, um dann nach einiger Zeit wieder bis zu 50% zu fallen, um dann wieder irgendwann über das alte Rekordhoch zu steigen, so dass eben eine unregelmäßige Aufwärtsspirale entsteht.

Beispiel DAX seit 1988

In einer breiten Range (s. Autobahnmodell und Börsenuhr) schiebt der DAX sich Spirale um Spirale nach oben, seit 1988 inzwischen vier Mal so geschehen. Nachdem der DAX sich bis zu einem scheinbar finalen Rekordhoch gekämpft hat, dreht er am TOP und geht oft in eine Steilkehre nach unten, wo er an einem Tiefpunkt (s. Abwärtspfeile) die Kurve wieder nach oben nimmt um eines Tages ein neues Rekordhoch zu markieren und von dort das Spiel von neuem beginnt. Am nächsten jedoch nie präzise vorhersagbaren Tiefpunkt startet dann die neue Aufwärtsspirale des DAX. Bei der Markierung der neuen Zwischentiefs kann das neue Tief sogar tiefer sein als das letzte Zwischentief, so geschehen im März 2020. Zugleich hat die Volatilität der Aufwärtsspirale in den vergangenen zwanzig Jahren leicht zugenommen, sowohl in der Auslenkung (Übertreibung und Untertreibung der Märkte) als auch im Zeitfenster (die Abstände der Extreme werden tendenziell kürzer).

2. Gutes und schlechtes Halbjahr
Neben den ganzen großen Trends im „Börsenklima“ gibt es noch einige kleinere „Wettereinflüsse“. Hier können wir das starke gegen das schwache Halbjahr abgrenzen. In der Tat läßt sich feststellen, dass die Märkte eine schlechtere und eine bessere Jahreshälfte kennen. Der Spruch „Sell in Mai…“ scheint hier eine grundsätzliche Erfahrung an der Börse widerzuspiegeln.

Meine Gewinn- und Verlustmonate Statistik für die letzten 19 Jahre Börsenmonat-Musterdepot kommt zum gleichen Ergebnis: Von November – April läuft es an der Börse besser! 60 : 34 Monate für Gewinne, während die Zeit von Mai bis Oktober 50 : 41, sieben Verlustmonate mehr aber zehn Gewinnmonate weniger aufweist. Auch der aktuelle August steht auf der Kippe. Wer also die bessere Jahresperformance für das eigene Depot anstrebt, kann sich durch Cashaufbau in den Sommermonaten auf den Startschuss für die bessere Jahreshälfte vorbereiten.

3. Die Quartale mit den Berichtsmonaten

Viermal im Jahr ist Berichtssaison. Massgebend sind hier die üblichen Kalenderquartale, die im Unterschied zu den meteorologischen Jahreszeiten am 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober beginnen. In der Regel zehn Tage nach Quartalsbeginn startet die jeweilige Berichtssaison. Die meisten Quartalsberichte werden zwischen dem 10. des ersten Quartalsmonat und dem 20. des folgenden Monats abgegeben. Berichtstermine sowie die Dividenden-Tage der Unternehmen findet man am besten, in dem man bei Finanzen.net im Suchfenster den Namen der gesuchten Firma eingibt und bei der gewünschten Aktie auf Termine/Dividende/HV klickt.

So wie sich bei den Halbjahren die Erfolgschancen auf Gewinne unterschiedlich verteilen, so unterscheidet sich auch die Erfolge in den vier Quartalen. Q 1 – 28 : 10 = 2,8 Q 2 – 30 : 18 = 1,7 Q 3 – 25 : 21 = 1,2 Q 4 – 27 : 18 = 1,5 Zwar gelang es auch mir in den vergangenen 20 Jahren in allen vier Quartalen mehr erfolgreiche als verlustreiche Monatsbilanzen abzuliefern, aber die Quartale geben sich doch erkennbar unterschiedlich. Spitzenreiter ist Q 1 mit 73% Gewinn-Monaten, vor dem Q 2 mit 62,5%, und Q 4 mit 60% Erfolgsmonaten, während das Q 3 mit 54% nur knapp überhaupt die Oberhand vor den Verlustmonaten hält. Im Januar profitieren die Quartalsberichte gerne von den dem zurückliegenden positiven Jahreszahlen und wenn nicht, so doch von dem Optimismus mit dem die Unternehmen ins neue Jahr blicken.
Im April werden die Quartalsberichte gerne mit der Aussicht auf Dividenden versüßt. Im November sind negative Aussichten zumeist schon eingepreist, während positive Erwartungen Hedgefonds dazu veranlassen nochmals zuzugreifen. Die sogenannte Jahresendrallye geht auf diesen genannten Effekt zurück.
Einzig das Sommerquartal im Juli leidet immer wieder unter den unerfüllten Erwartungen (Gewinnwarnungen nach dem ersten Kalenderhalbjahr und Gewinnmitnahmen auch bei guten Zahlen vor dem Urlaub, denn es könnte ja schlimmer werden, Dividenden gibt es ja auch keine mehr…)

4. Mikroeinflüsse
Natürlich gibt es auch regelmäßig wiederkehrende den Markttrend beeinflußende Ereignisse, die sich mal harmlos, mal heftig für DAX und co.erweisen.

  • Hexensabbate am 3. Freitag im März, Juni, September und Dezember (Spekulationswetten laufen aus…) mit dem Versuch Kurse zu wenden
  • Sitzungen und Entscheidungen der Notenbanken (Zinsschraube…)
  • Währungsverwerfungen (Schweiz 2015, EU-Austritt Großbritannien)
  • Handelstreitigkeiten (Eskalation USA – China)
  • Rohstoff-Engpässe(nach Corona) und -Spekulationen(Ölpreis 2011-12)
  • Staatsschulden (Griechenlandkrise, US-Regierungs-Shutdown)

Was die Kurse einzelner Unternehmen negativ wie positiv aus der Bahn wirft ist nun auch kein Geheimnis, wird aber oft übersehen:

  • Kapitalerhöhungen
  • teuere Gerichtsprozesse (VW, Bayer, Teva…)
  • Naturkatastrophen (Allianz, Versicherer)
  • wachsende Konkurrenz
  • Gamechanger
  • Betrugsvorwürfe
  • Shortseller – Shortqueeze
  • Übernahmen
  • Geschäftsmodell beeinflußende Politik (Subventionen)
  • etc.

    Diese Einflüsse können kurzzeitig aber auch langanhaltend sein. Dies frühzeitig zu erkennen, kann Verluste vermeiden und Gewinn bescheren helfen.

Fazit:
Es gibt an der Börse keinen Frühling, Sommer, Herbst und Winter, aber es gibt tatsächlich Zeiten im Kalenderjahr, in denen der Kauf von Aktien mehr Erfolg verspricht; wie das gute Halbjahr von November bis April, das 1. 2. und 4. Kalender-Quartal, die Dividenden-Monate und die Schnäppchen-Zeit nach den Quartalsberichten. Bevor sie also eine Aktie kaufen oder verkaufen, achten sie also auf den Zustand der Börse, die Jahreszeit, die Quartalsberichte und vergessen nicht die kleinen feinen Randbedingungen aus Punkt 4.

Wie dem auch sei. Immer eine Aktie überbehalten.

Ernesto O.

Aktienkurse können fallen und einen Totalverlust des Einsatzes verursachen.
Wer dennoch ein Aktiendepot erstellen will, sollte Penny-Stocks meiden
und das Depot in verschiedene Branchen und Länder diversifizieren.

Der Börsenmonat – August 21

#Boersenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Wer erinnert sie sich noch an den Börsen-August von 2011?

Der August 2011 war eine DAX-Katastrophe und kommt mit -19% dem Corona-Crash vom März 2020 sehr nahe. Im nachfolgenden September rutschte der DAX weitere -5% , und beendete das 3. Quartal schließlich mit – 26% und 2000 verlorenen DAX-Punkten im Börsenkeller. Ich verstärkte damals durch unkluges Handeln den ohnehin seit der Finanzkrise negativen Effekt meines Musterdepots noch weiter und beschloss deshalb 2012 das Musterdepot mit 4100 € frisch aufzulegen um aus den Fehlern von 2007-2011 zu lernen.

Wie heißt es so schön? Der Markt hat immer recht – und wenn der DAX fällt….
….fällt er eben. Aber werfen wir einen genauen Blick auf den DAX von Anfang Januar bis Ende September 2011.

Das im Mai erreichte Hoch begrenzte den Aufwärtstrend und so ging es volatil hin und her bis Ende Juli. Der DAX wackelte. Das tat er auch schon Ende Februar woraufhin er die Überholspur (grüne 38Tage-Linie) verließ und rasch die 90Tage-Linie (orange Mittellinie) kreuzte um auf die Standspur unter 200Tage-Linie zu wechseln. Doch wie ein Wunder, der DAX-Motor sprang sogleich wieder an und der Absturz war abgewendet. Das Jahr 2011 versprach auch mir endlich wieder Gewinne. Das erste Halbjahr ließ mein Depot um 13% steigen und ich hatte die Nase während der DAX nur um 7% kletterte bis Ende Juli vorne . Der Juli stand allerdings im Zeichen eines drohenden Regierungs-Shutdowns in den USA und die Börse stagnierte. Erst am letzten Juli-Wochenende löste sich das USA Problem in Wohlgefallen auf.

Am 2. August war mein Depot mit 93% Aktienquote und nur mit kleinem Cash von 7% unterwegs, obwohl der DAX in den folgenden 5 Wochen 24% fallen sollte.

Musterdepot 2. August 2011

Bösartiger Weise könnte man sagen mein Depot bestand zu diesem Zeitpunkt völlig aus Auto (Fehler 1).

Zu 80% steckte das Geld in Volkswagen (35%) und Porsche (44%) zwei wirklich gute Unternehmen mit Perspektive, aber 80% Depotgeld in nur einem Konzern? (Fehler 2)

Dabei schien es als ob ich alles richtig gemacht hätte. VW meldete am 2. August Rekordwerte. Doch oh Schreck – Heftige Gewinnmitnahmen -8%!.

Die Annahme, dass gute Quartalszahlen automatisch die Kurse guter Unternehmen steigen lassen war ein Irrtum (Fehler 3).

Gleichzeitig rutsche der DAX wieder unter die 200Tage-Linie, was ich nicht beachtete (Fehler 4).

Wenn der DAX auf das Abstellgleis wechselt, heißt es (abhängig von der Lage des Depots) reagieren. Der DAX rutschte innerhalb von 10 Tagen um von 6953 auf 5613 Punkte ab,
Nun gut, am 2. August nach den Zahlen brachen Porsche und VW zwar ein, aber das Abrutschen auf ein Minus von 66 € nicht dramatisch. Am 10. August waren VW und Porsche schon 11% weniger Wert. Das waren 650 € weniger für den Volkswagen-Konzern und die 300 € Verlustregel um das Doppelte überschritten. Angebracht war also mindestens eine Halbierung der VW / Porsche Position. Stattdessen pokerte ich und erhöhte mit dem letzten Cash das Porsche-Engagement sogar auf 80 Aktien. Damit war der Griff ins fallende Messer vollendet (Fehler 5).

Bis zum 9. September reduzierte ich das ganze Depot nur auf VW und Porsche (25 bzw. 80 Aktien), ich wollte einfach nicht einsehen, dass es an der Börse Sippenhaft gibt. (Fehler 6) .

Als ich mich am 4. Oktober mich endlich von Porsche getrennt habe, hatte ich in einer JoJo-Austauschaktion (Fehler 7) dafür 53 VW Aktien.

Die Jahresendrallye – diesmal nur im Oktober – machte den Kohl aber auch nicht mehr fett. Der DAX endete mit -15% und mein Depot hatte -34% am 31.12.2011. Ende Februar 2012 endet die Eskapade mit dem Verkauf der letzen VW Aktien. Sie brachten gerade mal seit Oktober 4%.

DAX 2011: Gewinner und Verlierer
Boerse.de

…und was lernen wir daraus ?
Im richtigen Moment an die Seitenlinie gehen und den Cash erhöhen und trocken halten, bis die Börsensignale wieder einen erkennbaren Aufwärtstrend anzeigen. z.B das Momentum geht über 100 oder die 200-Tageslinie wird nach oben gekreuzt, Auch wenn der RSI sich aus dem unterverkauften Bereich gelöst hat oder die Börsennachrichten eine Kehrtwende aufzeigen. Übrigens; die besten Aktien findet man nicht immer im DAX.

Rückblick Juli 21 – Ausblick für August

Das Depot ging wie zu erwarten im Juli mit -4% in die Knie.
Die besten der 15 Aktien im Juli waren
Varta 30: +12% 459 €
BioNtech 5: + 47% 439 €
Apple 35: +6% 259€
Sony 25: +6% 124 €

Die Juli Loser im Depot waren
Niu Tech (+257%) und
3 Systems (299%),

Beide setzten im Juli mehr als 20% zurück, halten aber trotz mehrerer Teilverkäufe zusammen noch 2200 € Gewinn im Depot. Wer die Aktien nicht hat, sollte prüfen ob sich hier wieder ein Einstieg lohnt.
2021 überrascht immer wieder durch kräftige Schwankungen sowohl beim beim DAX als auch im Musterdepot. Der Januar brachte unserem Depot sofort 28%, der Februar nahm davon wieder 8% weg. Im März kehrte etwas Normalität ein -2%. Der April war eine Nullnummer aber reich an Dividende. Im Mai ging es wieder mit -3% bergab, was der Juni mit +8% konterte. Der Juli brachte es auf -4%, während die ersten Tage des August uns mit 4% auf aktuell 19,7% Performance bringen, während der DAX mit 12,5% weiter 7,2% hinterher läuft.

Im Depot befinden sich aktuell:

Nach den Neuaufnahmen von BioNtech, Bike24 und Sunhydrogen im Juni (Der Pennystock Sunhydrogen ist nichts für kleine Depots) wurde im Juli keine neue Aktie gekauft. Allerdings 3D Systems weiter reduziert, auch BioNtech (gekauft bei 199,45 € wurde bei 177 € um 2/3 reduziert, hingegen Apple um 10 Aktien aufgestockt)
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre gilt für mich im August lieber die Füße still halten, der Cash wurde auf 15% erhöht. Dafür erhält man bei einem 30000 € Depot 4 Aktien zu je 1200 € . Bei einem kleinen Depot von 5000 € mit 4 Aktien kann man mit 750-1000 € nach einer neuen Aktie Ausschau halten. Sicher steigen nicht alle Aktien innerhalb eines Monats so rasch wie BioNtech. Nach den heutigen Q3-Zahlen hat sich BioNtech auf +91% katapultiert und ist kurz davor die sechste Aktie im 100%ter-Club nach 3D Systems (311% – seit 2019), Niu Tech (235% – 2019), Sony (221% – 2016), Bank of Ireland (173% – 2020) , Anta Sports (116% – 2019)zu werden. Hier noch auf BioNtech aufspringen zu wollen ist allerdings bei der „Fahnenstange“ die sich gebildet hat, aktuell sehr riskant. Die Aussichten sind gut, genauso gut ist es jetzt auch abzuwarten bis die Aktie in paar Tagen oder Wochen aus der roten überkauften Zone des RSI zurück kommt.
Wichtiger ist es im August die Aktien daraufhin zu beobachten wie deren Kurse auf die Quartalsergebnisse reagieren. Dazu braucht es mehr denn je einer Watchlist.

Watchlist August 21

Ich bevorzuge meine eigene Watchlist, die ich mit OpenOffice Excel(Microsoft) führe. Dennoch habe ich auf meinem Handy die Watchlist-Apps vom Aktionär und von Ariva.de

Die Aktionärs Watchlist gibt mir alle News sowie minutengenau die Kurse meiner 15 Depot-Aktien an. Wenn ich mir also am Monatsbeginn Kurs und Anzahl meiner Depot-Aktien in die Notizen-App kopiere, dann brauche ich nur dann ins einzugreifen, wenn eine Aktie meine eigene Stoppmarken zu reißen droht.

Die ARIVA-Watchlist gibt mir alle Kurse und Auffälligkeiten der potenziellen Einkaufskandidaten. Diese Watchlist zeigt zugleich die Kursentwicklungen der Kaufkandidaten an und bietet zu jeder Aktie ein Forum, das fast genauso geschwätzig wie Twitter – mit allen Höhen und Tiefen – ist.

In meiner Watchlist befinden sich zur Zeit 19 Börsentitel unter Beobachtung

Eine Watchlist ohne Cash im Depot ist schlimmer als Suppe ohne Salz. Da inzwischen 15% Cash aufgebaut wurde, besteht also die Möglichkeit drei bis fünf neue Titel zu kaufen (500 – 2000 €). Die Anzahl der Anteile, die gekauft werden bestimmt ja auch den Gewinn bzw. den Verlust. Das will überlegt sein. Meine aktuelle Favoriten sind derzeit Solarparken und Lenovo als mögliche Nachkäufe, die Deutsche als longlife Aktie, K+S als Spekulation und Associated British Foods als Rebound (wie seinerseits) die Bank of Ireland.

Wer glaubt, dass man Aktienkurse nur lange genau beobachten muss, irrt auch hier. Ich beobachte K+S schon seit November 20 ab einem Kurs von 5,94 €, bei 6,50 € war kein Cash vorhanden, bei 9 € bekam ich Zweifel am weiteren Aufschwung und jetzt hat die Aktie inzwischen schon 103% zugelegt. Manchmal lohnt es sich eben schon nach 3-4 Tagen zuzugreifen. Wie zum Beispiel Schaltbau: Kaum auf der Watchlist platzt der Aktienkurs wegen eines Kaufangebots von mehr als 50 € aus allen Nähten. Aber keine Panik – die nächste Aktie wartet schon auf ihre Chance. Es ist wie 2011. Diesmal aber steht der Zeiger für VW nach oben – Kursziel Richtung 300€!

Wie eine eigene Watchlist geführt werden kann erkläre im nächsten Börsenmonat-Special.

Bis dann… und immer eine Aktie überbehalten.

Ernesto O.

Der #Börsenmonat Blog
beschreit Erfahrungen beim Management eines Aktiendepots und ist weder eine Empfehlung für den Kauf von Aktien noch eine Anlageberatung.

Aktienkurse können fallen und einen Totalverlust des Einsatzes verursachen.
Wer dennoch ein Aktiendepot erstellen will, sollte Penny-Stocks meiden
und das Depot in verschiedene Branchen und Länder diversifizieren.


Der Mix macht´s

Der Börsenmonat – Mai 21

#Börsenmonat #Boersenmonat

Wer sich mit Fußball und Börse beschäftigt, hat sich vielleicht schon einmal die Frage gestellt: Genügt eine Fußballmannschaft voll Aktien um an der Börse auf Dauer erfolgreich zu sein?


Wie jeder Fußballverein weiß, ist es mit den 11 Leuten auf dem Platz nicht getan, da benötigt es die Reservebank und einiges mehr um erfolgreich eine Saison zu Ende zu spielen. Ebenso einen guten Trainer oder eine gute Trainerin, die mit einer geschickten Spielanlange ihre Strategien in Siege und Punkte verwandeln können. Ähnliches gilt für ein Börsendepot. Beate Sander („die Börsen-Oma“)hat mit ihrer Hoch-Tief-Mut-Strategie große Erfolge erzielt, allerdings dafür auch 100 bis 200 Aktien im Depot gehalten, was übertragen auf den Sport eher einem Dutzend Bundesligamannschaften entspricht. Meine Philosophie ist es hingegen: Was nicht auf einem Bildschirm einer Excel-Datei abgebildet werden kann, braucht es auch nicht für den Erfolg an der Börse. Dies bedeutet mit 20-25 Aktien sollte ein Depot bereits so gut aufgestellt sein, dass es erfolgreich in den oberen Regionen mitspielen kann. Dabei sollte aber auch die Regel gelten „Der Mix macht es!“.
Hier hat mein Musterdepot (Start: 2012 – 4100 € Einsatz) jedoch ein Handikap mitgebracht, das ich heute ändern würde. Es gelang mir zwar ohne neues Kapital nachzuschieben das eingesetzte Startkapital in 9 Jahren zu verachtfachen, aber hätte ich 2012 mit 30000 € wie die Börsen-Oma gestartet, wären das im Vergleich 240000 € und in 18 Jahren dann bei gleich gutem wirtschaften fast zwei Millionen geworden. Erwähnenswert ist dabei, dass seit 2012, der Wert des Muster-Depots immer nach Steuern, d.h. nach Abzug der Steuern für etwaige Dividenden und die mit Gewinn veräußerten Aktien berechnet wurde – was auch in der Realität so ist. Dabei überstand das Depot im Jahr 2016 sogar einen tiefen Einbruch von 50% über das ganze Jahr (Chinakrise, Brexit und Trumpwahl) und ging im Frühjahr 2020 durch die Corona-Krise nochmal 21% in Knie ging.

Mit welcher Strategie würde ich heute an die Börse gehen?

Alle, die an die Börse gehen, sollten sich darüber klar werden, dass du weder in kurzer Zeit Börsen-Millionär werden kannst, noch die Auswahl deiner Aktien die Welt retten wird. Was aber geht, ist es dir auf die Dauer eine „Rente“ zu erwirtschaften, mit der du zuerst kleinere und nach und nach auch größere und große Wünsche oder Bedürfnisse befriedigen kannst.

Schritt 1:
Wäre ich also heute Neueinsteiger-in, so würde ich entsprechend meinem Lebensalter ( 100 Euro pro Jahr; 40 Jahre = 4000 €) Startkapital investieren oder mir alternativ so rasch wie möglich 1200 € freischaufeln (pro Quartal wenigstens 300 €) um damit an der Börse anzufangen. Wenn dieser Betrag auf das Verrechnungskonto des Depots (Empfehlung Online-Bank wie z.B. die Comdirect) überwiesen ist kann es losgehen. Dann ein solides Börsenschwergewicht wie z. B. Apple oder Sony kaufen und einen Weg suchen um so rasch wie möglich das Depot auf fünf verschiedene Aktien verteilen. Keine Aktiengesellschaft sollte mehr als ein Drittel im Depot gewichtet sein, denn falls sich eine Pleiteaktie wie jüngst „Wirecard“ darin verstecken sollte, stürzt das ganze Depot nachhaltig ab.

Schritt 2:
Das bedeutet für alle neu Eingestiegenen zunächst einmal, dass sie für ihre 1200 € aber nur Anteile für eine Aktie bekommen und ggf. mehrere Jahre warten müssten bis die Aktie sich auszahlt. So lässt sich aber kein nachhaltiges Wachstum generieren, zumal dann der Gewinn noch mit ca. 25% Kapitalertragsteuer versteuert werden muss. Hieraus lässt sich aber ein sinnvoller Plan zur Entwicklung des Börsendepot erstellen. Der Staat gewährt nämlich einen jährlichen Sparer-Pauschbetrag von 801 € für Kapitalerträge für Steuerpflichtige bzw. 1602 € für gemeinsam veranlagte Paare. Warum also nicht jedes Jahr das Börsendepot zusätzlich mit 800 bzw. 1600 € füttern, das entspricht 70 – 140 € im Monat. Somit landen nach 10 Jahren zusätzlich 8 – 16000 € auf dem Verrechnungskonto des Börsendepots. Wer sich in den ersten fünf Jahren stärker anstrengt und zu dem Einstand von 1200 € fünf lang Jahre 1760 € dazu fügt, hat bereits im sechsten Jahr 10 000 € im Depot und sollte es so gut wie mein Musterdepot laufen, könnte das Depot weitere neun Jahre später mit 80 000 € dastehen. Zugleich kann ab dem sechsten Jahr auch wieder die jährlich Sparrate problemlos auf 800 € ( 70-80 € pro Monat) gesenkt werden. Fünf Jahre sind auch lange genug um das Börsendepot über die Schwelle von fünf verschiedenen Aktienpaketen (ca. 1000 € oder 5x 20% Anteilspaket) zu hiefen, so dass ein gewisses Gleichgewicht im Depot einstellt. Bei voller Auslastung und guter Diversifizierung der Aktienpakete sind sogar 8 – 12 verschiedene Investments in Aktien möglich.

Schritt 3:
Durch den jährlichen Zuschuss von 800 – 1600 € können auch jedes Jahr neue Aktienpakete eingekauft werden für den Fall, dass das Aktien-Depot zeitweise in Tristesse verfällt. Dabei gilt die Regel: „Der Mix macht’s“.
Am Beispiel Börsenmonat-Depot zeigt sich dies folgendermaßen: 13 Aktien sind auf sieben Länder (D, GB, IRL, USA, CN, JP, CAN) und acht Branchen (Industrie, Mobilität, Banken, Konsumer-Elektronik, Sport & Mode, Erneuerbare Energien, Kommunikation, Chemie & Pharma) aufgeteilt. Dabei sind einerseits „Burggraben“-Firmen wie Sony, Bayer, Vodafone, Anta Sports und Apple (=38%) und andererseits Wachstumsaktien wie Varta, Niu Tech und Encavis (=36%) , sowie eine riskantere Sektion mit 3D-Systems, Solarparken, Xphyto, ITM Power (= 18%) und eine schwer einzuschätzende Aktie wie die Bankaktie der Bank of Ireland (=8%). Diversifikation ist eben der halbe Erfolg.

Schritt 4:
Wie gesagt: Wer denkt, er oder sie müsse oder könne durch ein Börsen-Depot schnell Millionär/in werden, begeht rasch Denkfehler, die ich in den letzten 21 Jahren meiner Erfahrung mit der Börse alle schon „freiwillig“ unfreiwillig durchgetestet habe. Es geht also wie im Fußball immer um das nächste Spiel (Woche/Monat) die ausstehende oder kommende Saison (Quartale/Jahr). Erstrebenswert ist es zunächst einmal kleine Brötchen zu backen, etwa 200 € pro Monat bzw. 2000 bis 2500 € an Gewinn pro Jahr. Damit lässt sich auch der DAX schlagen und das schöne an einem wachsenden Depot ist, dass bisweilen auch Aktien im Depot sind, die mehr als 100% oder noch mehr Prozent steigen, so dass ein Teilverkauf den Einkaufspreis zurück bringt. Auch wenn der Staat vom Gewinn seinen Steueranteil verlangt, fällt ab und an etwas für einen lang ersehnten Wunsch oder für eine benötigte Anschaffung ab.

Der Blick auf die Depotentwicklung seit 2012 zeigt, dass eine Vervielfachung des Einsatzes (4100 €) und zugleich ein deutlicher Performance-Vorspung gegenüber dem DAX und dem MSCI World nur mit Aktien allein (keine ETFs etc möglich ist, Steuern nach Gewinnen bereits abgerechnet) möglich ist.

Börsenmonat-Musterdepot 2012- 4/2021

und ein Blick auf die aktuellen Einzelwerte:


Aktie – gekauft – Performance – Aktionen u. Anmerkungen Mai 21


3D Systems: seit Dez 19 +208%, schwächelte im April, bereits teilverkauft – halten

Varta: seit Feb.21 -5% schwächelte im April, da ist noch Luft nach oben – Porsche Kunde?

Sony: Juli 2016 +210% schwächelte im April, bereits teilverkauft – läuft, wieder – Eintstiegschance?

Bayer: neu – April 21 + 1% brachte gerade Dividende beobachten – was bringt der Vergleich vor Gericht?

Niu Tech: Juli 2019 +413% und läuft und läuft bereits teilverkauft – einfach weiter halten

7C Solarparken: Nov. 20 – 2% will nicht recht grüne Zukunft, bei Schwäche Zukauf

Vodafone: Nov. 20 +13% ist für Telekomwert Ok bis zum Ziel von 2,10 ist noch Luft

Xphyto: April 21 +2% schon 2ter Versuch jetzt für 1,60 statt 2,07 € wieder gekauft – neu: hat schnellste PCR-Tests

Encavis: seit März 20 +64% Dauerlutscher bereits Teilverkäufe – bei Schwäche erneut Nachkauf

Anta Sports: Dez 19 +81% steigt regelmäßig mäßig könnte der nächste 100%ter werden

Apple: seit Nov 20 +8% trotz guter Zahlen müde 8% seit November – könnte auch der DAX sein

ITM Power: Aug. 20 +91% schwankt leider deutlich, aber ein sehr guter Wasserstoff-Wert dank Linde


Bank of Ireland: Aug. 20 +160% Hit des Monats Einkauf für 988 € – Ziel: 6 € bleibt bestehen – Teilverkauf kann warten

Hinweis: Ich gebe keine Kaufempfehlung für die Aktien im Börsenmonat-Depot ab. Die Anmerkungen sind meine aktuelle Meinung zu den Werten, die sich im Laufe der kommenden Monate natürlich auch ändern kann.

Der Mai ist gekommen

… die Bäume schlagen aus. An der Börse hört man aber nun: „Sell in May and come back in September“ – nur ein Börsenspruch – oder ist was dran an der Warnung?
Statistisch ist es tatsächlich so, dass von Mai bis die Oktober das schlechtere Halbjahr an den Börsen stattfindet. Von November bis April sind die Kursanstiege in der Tat etwas größer, was nun zur Vorsicht mahnt aber dieses Jahr nicht so sein muss und ausserdem: Sind die Kurse niedriger kann günstiger eingekauft werden. Die gefährlichsten Monate des Jahres sind August und September. Nimmt man als Maß die Quartalszahlen und kann beobachten, dass nach guten Zahlen die Kurse nicht steigen oder Gewinnmitnahmen erfolgen, dann ist doppelte Vorsicht geboten. Ein Blick auf den VDAX kann hier hilfreich sein. Dieser hat sich mühsam seit Februar von 30 auf 17,5 herunter gearbeitet ist aber gestern wieder um 14% nach oben auf 23 Punkte gesprungen.

Die statistischen Vorhersagen sind also verhalten für die nächsten Monate.
Ob der sich DAX daran orientieren wird bleibt ab zu warten.

Mai – Oktober im Börsenmonat-Depot-Vergleich
2012: -2%
2013: +103%
2014: -3%
2015: +17%
2016: -20%
2017: +58%
2018: +9%
2019: -7%
2020: +19%
2021: ?

Beim Börsenmonat-Depot-Vergleich zeigt sich zwar die positive Gesamtbilanz seit 2012 auch in der statistisch schlechteren Jahreshälfte, aber es ist schon auffällig, dass fast ein über das andere Jahr ein negatives Halbjahr uns in die Suppe spuckte. Wie lässt sich dagegen ansteuern? Dafür gibt es kein Patentrezept, aber noch mal: Wer voll investiert ist darf jetzt einige Gewinne mitnehmen, Positionen reduzieren, ggf. auch auflösen und die Cashquote erhöhen. Damit lassen sich bis in den Herbst hinein ausgewählte Aktien billiger einsammeln, die ihre Tiefpunkte im Sommer durchlaufen haben. Wer jetzt Pulver trocken hält bekommt im Herbst und im Winter wieder neue Chancen auf Kurssteigerungen und Chartraketen.

Ernesto O.

Meide Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Crash-Propheten und das Nicht-Ende der Welt

Nein, es ist noch nicht soweit. Das #Coronavirus wird weder den 3. Weltkrieg auslösen noch ersetzen. Der große Vorteil in der heutigen Krise gegenüber der verheerenden Pest-Epidemie aus dem vergangenen 14. Jahrhundert ist zum einen der Vorsprung durch Technik und Medizin und zum anderen die Größe der Bevölkerung.

Der schwarze Tod, wie die Pest gemeinhin genannt wurde, tötete im Mittelalter in Deutschland rund 5 Mio. Menschen (von 11 Mio.) Die Pest dezimierte von ihrer Ankunft am Kaspischen Meer im Jahre 1346 bis zu ihrem Ende 1353 die Einwohnerzahl in Europa um 40 Millionen (von 80 Mio. – min. 25/70 – max. 50/80 – 35-65%).

Sollte eine Epidemie in Europa abermals 50 Millionen Menschen hinweg raffen, dann wären das vergleichsweise nur noch ca. 7% der Bevölkerung. Also in etwa soviel Tote wie der 2. Weltkrieg in die Bevölkerung geschlagen hat. Im Unterschied zum WK II. könnte sich aber die Wissenschaft in Friedenszeiten voll und ganz auf die Bekämpfung dieser Epidemie konzentrieren, während im finsteren Mittelalter mit fragwürdiger Alchemie, religiösem Wahn und Aberglaube gegen die Krankheit gekämpft wurde.

Auch die Gefahr der potentiell möglichen Verknappung von Ressourcen stellt sich heute erheblich anders dar. Womit wir wieder bei der Wirtschaft wären, die 2020 global aufgestellt ist und lokale Engpässe ausgleichen vermag. Deshalb wird auch die aktuelle Coroanvirus-Panik dann enden, wenn die Zahl der Neuinfizierten schwindet und die weltweit geheilten Corona-Fälle die Anzahl der Neuinfektionen übertrifft. Dann fängt sich ebenfalls die Weltkonjunktur und die Börsen werden wieder steigen.

Seit 1800 haben wir immer wieder große Krisen erlebt, die die Weltbörsen in die Knie gezwungen haben, wie die folgende Grafik zeigt:

Hausse, Baisse und Crash

Doch ein paar Jahre später waren diese Krisen überwunden und es ging der Menschheit wirtschaftlich besser als zuvor. Die Geldwirtschaft (nicht zwangsläufig der Kapitalismus) wird uns noch so lange erhalten bleiben bis wir Lösungen à la Enterprise, Voyager u. Star Trek gefunden haben. Grund genug auch weiterhin den erfolgreichen Ratschlägen von Warren Buffet zu folgen.

Langfristig steigen die Wirtschaftsleistung und der Markt (s. Abb. oben)

Wer schon in jungen Jahren beginnt in Aktien zu investiert hat auch im hohen Alter ein Auskommen

Gib dein Geld in Aktien von Firmen, deren Geschäfte du verstehst

Versuche nicht,
den Markt
kurzfristig vorherzusagen

Kaufe dann, wenn die Kurse gefallen sind

Wenn Seifenblasen platzen, heißt es Bäume pflanzen.

Aber nicht in das fallende Messer greifen.
Bekanntlicherweise liegt ja auch in der Krise die Chance, was in dem Satz „Kaufe wenn die Kanonen donnern“ seinen Widerhall findet.

Privatanleger/innen haben schon bemerkt, die Corona-Krise ist gut für das Klima – das war die Finanzkrise 2008 auch schon – die Nachfrage nach Erdöl ist eingebrochen, was den Heizölpreis verbilligt. Gold hingegen ist nur bedingt ein Kauf. Es beruhigt das Gewissen einiger Marktteilnehmer, aber man kann es nicht essen. Deshalb lohnt es sich Nahrungsmittelaktien zu beobachten. Die Leute werden feststellen, dass sie weiterhin essen müssen. Besonders Bioprodukte sind bereits gefragt, wie der wöchentliche Einkauf bei Allnatura bestätigt.
Wer glaubt, dass Energie wegen Corona nicht mehr benötigt wird, irrt. Besonders umweltfreundliche Energieträger wie Sonne, Wasser, Wind und Bio sind gerade in Zukunft gefragt.
Insgesamt gilt Stockpicking in den Branchen, die in den kommenden Monaten wieder anspringen werden. Lebensmittelproduzenten(Fisch, Großhandel, Tee, Kaffee…), die in letzten Tagen unter die Räder gekommen sind, sind einen Blick wert, nicht aber Fast-Food-Ketten.
Sobald die Kurse sich wieder deutlich von der Unterseite in Richtung 200-Tageslinie bewegen, generiert die Börse wieder Kaufkurse. Dass „Buy-the-Dip“ klappt, darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen.
Gute Zeiten werden wieder kommen und es ist nur eine Frage der Zeit, ob schon im April, Mai, Juni oder spätestens im Herbst 2020.

Wer nachhaltig anlegen will, dem empfehle ich dieses frische Interview zum Crash mit Robert Halver.
Wer umweltfreundlich anlegen will, kann demnächst auch den DAX ESG ( 50 aus 100 HDAX Aktien) ins Auge fassen. Leider ist dort nicht alles Gold was sich Environment, Social und Governance nennt. Begründete Kritik an der Auswahl der ESG-Aktien ist da nicht weit. Was hat dort z.B. eine Aktie wie Bayer zu suchen, während gute Werte wie Encavis, SMA Solar (beide SDAX) oder weitere Werte wie Verbio, Verbund oder CropEnergies fehlen.

Es bleibt spannend! Dranbleiben.

Ernesto O.