Bitcoin – die Hasenjagd hat begonnen

 

Als ich am Mittwochabend meinen Artikel zu schreiben begann wußte ich nicht, dass meine Vorhersagen sich so schnell erfüllen würden und der Bitcoin sich so stark pulverisieren würde. Doch der Reihe nach. Ich schrieb:

Wer hat eigentlich geglaubt, dass der Bitcoin ein besonders „goldiges“ Gold ist?

Dies ist ein Irrtum wie sich jetzt nach und nach zeigen wird. Die Annahme, dass der Bitcoin ein extrem seltenes Gut ist, mag heute noch stimmen, aber er eignet sich als Währung nicht, wenn er wie ein Kunstwerk gehandelt wird. Übel am Bitcoin ist dass er „geklont“ werden kann.

Klartext: Der Bitcoin hat sich zu einem riesigen Karnivoren-Dinosaurier entwickelt aber, aber es wird ihm wie all den großen Predatoren der Erdgeschichte gehen. Erhält er nicht täglich seine notwendige riesige Nahrungsmenge, landet er ganz schnell auf dem Müllhaufen der Geschichte. Früher hieß es: „Die Revolution“ frisst ihre Kinder“. Bei der Kryptorevolution werden die Kinder ihre Eltern fressen. Viele Hunde sind des Hasen tot.

Wo kommen die „Krypto-Hunde“ her?
Eigentlich absolut easy. Während man Gold mühsam suchen und graben muss, kann jeder der einen Computer und Zugriff auf genügend Strom hat, mittels eines schicken Algorithmus sein eigenes Kryptogeld ausbrüten. Der Rest ist Werbung in sozialen und sonstigen Netzen. Angeblich gibt es inzwischen schon 1300 Krypto-Währungen weltweit, wobei 200 auch genügen würden um jeden noch so kleinen Zwergstaat mit Krypto-Cash zu versorgen. Auch die großen Dinos der Urzeit legten Eier und das ist z.B. mit „Bitcoin-Cash“ ja auch bereits geschehen. Aber betrachten wir die Lage populationstechnisch – nicht populistisch, wie das Hinz und Kunz tun – dann werden wir feststellen, dass sich der Bitcoin bereits in der „Rettet die Waale“-Phase befindet. Genauso wie das mit einem Neuankömmling auf den pazifischen Inseln ist, hat auch der Bitcoin rasch seinen natürlichen Lebensraum – die Börse – erobert, aber die anderen Lebewesen schlafen nicht. Hinzu kommt dass exponentielles Wachstum – in der Hälfte der Zeit, bei Verdopplung des Preises – teuer erkauft werden muss. Um den Preis von 20.000 $ zu halten muss eine entsprechend große Menge an Neukunden stetig generiert werden. Bei zugleich stark steigendem Preis geht dies ohne die ständige Erschließung neuer Nahrungsquellen nicht. Bei gleichzeitig wachsender Konkurrenz wird dies zunehmend schwerer. In logischer Konsequenz hat das kräftige Pulsieren schon begonnen. Bald wird der Bitcoin wie eine Supernova explodieren und als „Weißer Cash-Zwerg“ enden. Nachdem er an der 20.000$ Marke schon gekratzt hat ging es rasch auf 15.000$ zurück(Donnerstag). Die nächste Phase könnte noch einmal auf 40.000$ führen (ist nicht passiert). Stattdessen ist aber am Freitag Morgen der Bitcoin bis auf rund 11.000$ abgestürzt. Zwar will ich nicht ausschließen, dass die Cash-Nova in einem letzten Burst die 40T$-Marke noch erreicht, was sie aber dann dafür noch alles verbrennen wird, wird sich zeigen.

Ernesto O.

Quelle: Finanzen.net

Bitcoin – das digitale goldene Kalb

Pfeil rotPfeil rot Translation

Stellen wir uns vor, in den Medien wird über Atombomben wie folgt berichtet: „Die Atombombe ist die neue Freiheit schlechthin. Sie beseitigt auf anonyme Weise die Probleme, die uns umgeben. Ja sicher, sie ist hoch gefährlich, blablabla…. blablabla und doch: So können sie die Bombe kaufen! … und hier erklären wir Ihnen wie sie funktioniert, aber nehmen Sie nur eine kleine Anzahl, denn der Rückstoß kann auch sie vernichten! Es geht ganz einfach per Handy!“

Diese hirnrissige Art von Werbung im Stil der NRA (NationRifleAssociation) für Schnellfeuergewehre, die in den USA inzwischen schon im Musikladen nebenan (guns & guitars) vom Massenmörder gekauft werden können, funktioniert bei der „Bitcoin-Bombe“ bisher reibungslos und die Werbe-Frequenz dafür hat sich derart gesteigert, dass der große Bitcoin-Crash vorprogrammiert ist. Selbst seriöse Webseiten wie ARD-Börse und Finanzen.net hecheln auf diese Weise dem Hype hinterher und verführen so (ungewollt?) zum Kauf des Bitcoins. Noch läuft die Party auf der Titanic. Doch welche Eisberge steuern auf den Bitcoin zu? Das sind nicht viele große, aber sie haben eine verheerende Wirkung wenn sie aufschlagen.

1. Handelsverbote durch Regierungen
Beispiel China, andere Länder könnten folgen. Aber auch die staatliche Kontrolle des Bitcoins, der damit in seiner Anonymität angekratzt wäre, würde den spekulativen Handel eindämmen und den Höhenflug des Bitcoins ausbremsen.

2. Insolvenz der Plattformen und Bitcoin-Anbieter
Beispiel Bitcoin Group. Das KgV ist astronomisch und die Marktkapitalisierung marschiert bereits auf die 400 Millionen $ zu; bei einem erwirtschafteten Gewinn in 2017 von kaum mehr als 1 Million (2018: max. 6-8 Mio.) Das erinnert stark an Enron und andere Firmen der Internetblase 2000. Auch Tesla hat heute ein astronomisches KgV, aber bereits jetzt einen Umsatz von mehr als 7 Milliarden $ in 2017, was immerhin dem Tausendfachen gegenüber der Bitcoin Group für 2018 entspricht.

3. Stromausfall /Energieraubbau
Ohne Strom ist der Bitcoin nichts wert. Das wurde mir klar als wir neulich einen Stromausfall von 5 Minuten hatten. In dem Café, indem wir frühstücken wollten gingen 2 Stunden später die Küchengeräte immer noch nicht (Starkstromkabel!) Da gab es stundenlang nichts Warmes zu essen. Ein großer Blackout wird die Menschen mit Bitcoins zahlungsunfähig machen und der Bitcoin wird den Schaden der Wirtschaft massiv verstärken. Als ein Stromausfall im Supermarkt die Kassen blockierte, war die Abrechnung mit Bargeld und per Hand wenigstens noch möglich, mit Bitcoins bleibt die Ware im Regal. Hinzu kommt, dass der Bitcoin ein riesiger Energievernichter ist. So wie 1 Kilo Rindfleisch 7 Kilo Reis wegfrisst, so entzieht das Bitcoin-Mining den armen Ländern der Welt den billigen Strom und sorgt dafür dass Fukushima-AKWs und schmutzige Kohlekraftwerke ans Netz müssen. Für die Herstellung des digitalen Zauberwerks verbraucht das Mining schon 2017 fast soviel Strom wie Dänemark. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann NGOs wie Greenpeace, Attack, Avaaz auf Twitter und Facebook gegen diese Verschwendung Sturm laufen.

4. Hackerangriffe und Sabotage
Erinnern sie sich noch an den riesigen Datenklau in Milliardenhöhe bei Yahoo? Man muss nicht die Bitcoin-Server bombardieren um sie gezielt zu stören oder lahm zu legen. Doch nicht nur private Hacker könnten daran interessiert sein dem Bitcoin zu schaden. Kleine Staaten wie Nordkorea, wo der Bitcoin für die Bevölkerung keine Rolle spielt oder kriminelle Organisationen wie der IS, wo Kamikaze-Aktionen üblich sind könnten an der Sabotage der Schaltstellen des Bitcoin interessiert sein. Der Bitcoin lässt sich im Unterschied zur Goldproduktion erheblich leichter nachhaltig lahm legen.

5. Keine Währung/ Spekulationsobjekt
Die Psyche spielt eine große – die größte – Rolle beim Bitcoin. Natürlich wird ausser den Roulette-Spielern niemand diese „Casino-Jetons als Währung“ bezeichnen. Bitcoins sind inzwischen zum reinen Spekulationsobjekt verkommen. Alles andere ist Alibi. Der Bitcoin ist schneller gegenüber dem Dollar und dem Euro gestiegen als während des 1. Weltkriegs der Dollar gegenüber der Mark. Nur: Wir haben heute keinen Weltkrieg – die Weltwirtschaft floriert auch ohne Krieg. Selbst rein wirtschaftlich droht dem Bitcoin Gefahr, denn Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Zahl der Kryptowährungen steigt global stark an. Alle Dämme könnten brechen wenn EZB und FED ins Geschäft mit echter digitaler Währung einsteigen würden oder ganze Staaten bzw. Bundesstaaten oder Städte lokale, regionale (und zugleich internationale) Krypto-Währungen schaffen würden.

Die Entzauberung des Bitcoin steht vor der Tür, deieser Hype ist bald am Ende. Die Erkenntnis, dass der Bitcoin eigentlich eine Aktie mit falschen Versprechungen ist, wird ihn in die Niederungen der Wirklichkeit zurückholen.

Ausserdem: Totgesagte leben länger.
Bargeld, Aktien und Gold, wird das sein was ihr am Ende wieder wollt.

Ernesto O.

Übrigens, wer die Geschichte mit dem goldenen Kalb nicht kennt kann sie hier nachlesen:
„Das goldene Kalb“ (Üble Geschichte mit 3000 Ermordeten)