Krieg der Träume – Wiederholt sich die Geschichte?

Die Geschichte wiederholt sich, sagen die einen.
Ja; sie ist sogar zyklisch, meinte einst Oswald Spengler in seiner Schrift „Untergang des Abendlandes“, in der er eine Kulturzyklentheorie der Geschichte vertritt.

Die Geschichte wiederholt sich nicht, sagen die anderen.
Sie berufen sich dabei auf den Fortschritt, der die Geschichte verändert, z.B. über das Rad zum Auto, zum Flugzeug, oder vom Bleistift über die Schreibmaschine zum Computer und zur KI.

Die Geschichte ist sich selbst ähnlich, sage ich.
Sollte die Geschichte sich selbst wiederholen? Reiner Zufall. Dennoch, jede technische oder soziale Revolution kommt nicht von ungefähr, sie hat ihre Vorlage in den vorhandenen Bedingungen der Umwelt und des Kosmos. Dabei bilden sich fraktale Muster aus, die Altes verwenden und Neues hinzufügen. Ändern sich z.B. die sozio-ökonomischen Bedingungen nimmt die Geschichte einen geänderten Lauf. Ermöglichen die Bedingungen alte Strukturen und Muster zu verwenden, so werden diese soweit möglich benutzt. Dahinter steckt das Prinzip der Selbsterhaltung. Sollte ein Baum entstehen der zugleich Nadeln und Blätter besitzt, so würde dies nur möglich sein auf den historischen Blaupausen.

Wird sich 1933 wiederholen?
Nein. Was aber nicht bedeutet, dass die Zukunft Besseres für uns bereithält – zumindest ohne unser Zutun. Die Bedingungen haben sich in den vergangenen 100 Jahren geändert. 2018 ist nicht mehr 1918 und 2039 wird nicht wie 1939 werden.

Zum Vergleich können wir heutzutage auf exzellentes Dokumentar-Material aus der Zeit von 1918 bis 1939 zugreifen.
Die TV-Serie Krieg der Träume , ist eine dreiteilige Dokumentation mit Spielfilmcharakter, die reale Geschichten von dreizehn Männern, Frauen und Kindern erzählt. 1918 lag die Welt in Trümmern und diese Menschen blicken nun voller Hoffnungen und Wünsche in die Zukunft. Doch 20 Jahre später scheint sich der Kreis zu schließen.

zu den Teilen 2-8

Die Welt will erneut den Krieg. Doch dieser 2. Weltkrieg wurde noch viel schlimmer, mit fortschrittlichen Waffen gekämpft und endete 1945 mit der Atome und noch mehr Getöteten als der 1. Weltkrieg. Aber der 1. Weltkrieg endete mit belastenden Träumen. Die Demokratie in Europa ist von Anfang an in Konkurrenz mit dem Kommunismus und dem Faschismus, hinzu kommt noch der wachsende Kapitalismus.

Der Ausgang sollte hinreichend bekannt sein, die Gier des Kapitalismus (Weltwirtschaftskrise 1929-32) trat der Demokratie in den Rücken und befeuerte den lauernden Kommunismus (Russland), wie den Antisemitismus des rasch wachsenden Faschismus in Italien, Spanien, Deutschland, selbst in England und den USA wollten Faschisten die Macht übernehmen.

Ob sich die Geschichte 2018 wiederholt?
Wiederholen sicher nicht, aber ein 3.Weltkrieg ist auch nicht ausgeschlossen. Da sich die Bedingungen in den vergangenen 100 Jahren geändert haben, müssten wir in diesem Krieg innerhalb weniger Jahre mit mehr als 200 Millionen Getöteten rechnen.

Der klassische Kommunismus ist einem Staatskapitalismus autoritärer Ausprägung gewichen. Die Welt ist kleiner geworden und die Globalisierung hat nicht nur Positives gebracht. Es wird wieder mit den Ängsten der Menschen gespielt. Autokraten bedrohen die Demokratien und zwei globale Wirtschaftskrisen haben tiefe Spuren hinterlassen. Faschistisch ausgerichtete Parteien lauern darauf das alte Sündenbockspiel wieder aufleben zu lassen, wonach immer die anderen Menschen und Ländern angeblich an der eigenen Misere schuld sind, um dann endlich an der Macht doch wieder nur die Armen zu bestehlen um den eigenen Reichtum zu mehren.

Diese Muster sind bekannt. Neu wäre es, wenn es der Menschheit gelingen würde im Interesse aller zu kooperieren, dabei den Stier des Kapitalismus zu zähmen und überbordende Machtgelüste auf ein erträgliches Maß einzudämmen. Der technische Fortschritt genügt dazu alleine nicht, es bedarf auch des sozialen Fortschritts, angefangen bei der politischen Bildung und den Menschenrechten, der Prinzip der Fairness und der internationalen Staatengemeinschaft sich für die Menschen zu engagieren und nicht für die Mächtigen.

Ernesto O.

zusätzliche Materialien in der ARD-Mediathek

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Irren ist menschlich

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Irren ist menschlich. Deshalb machen wir auch so gerne Gebrauch davon. Von Beginn an war der Irrtum in der Welt und wir sorgen auch heute noch für ausführlichen täglich Gebrauch.

Auf ZDF-Neo wurden die 10 größten Irrtümer der Menschheit zusammen getragen:
Mit dabei sind so bekannte Figuren wie Christopher Columbus, der sich an einem völlig falschen Ort wähnte oder Carl Benz, der Zweifel an der Zukunft seines Automobils hegte.

Aber das sind nur die kleineren Irrtümer – der angeblich größte Irrtum aller Zeiten brachte Einstein in die Bredouille. Wer jetzt glaubt es wäre das gewesen, was Einstein selbst als seine größte Eselei bezeichnete, irrt allerdings.

Übrigens: Lassen sie sich  nicht vom Titel der Sendung in die Irre führen.
Die „10 Glorreichen“ sind ganz sicher keine Helden.

bischihttps://www.zdf.de/sender/zdfneo/die-glorreichen-10-welches-sind-groessten-irrtuemern-100.html

 

Ernesto O.

 

Er ist wieder da (schon wieder?)

(flüster an alle) Vielleicht haben Sie es ja auch bemerkt…..

XoXo: Er ist wieder da.

Chiki: Wer?

XoXo: Na er….

Chiki: Wie er – jetzt?

XoXo: Ja, eben er.

Chiki: Wie, der … dessen Namen man nicht aussprechen darf?

XoXo: Nun ja; eigentlich war er auch nie wirklich weg.

Chiki: Nun sag schon: Wer?

XoXo: Na, der Adolf.

Chiki: (Pause) Welcher Adolf, bitte?

XoXo: Mensch! Der Adolf Hitler.

Chiki: …Gesprächspartner wendet sich erschreckt ab (zuckt zusammen und duckt sich dabei zur Seite) … ja aber

XoXo: Was, ja aber?

Chiki: hat der nicht …der hat doch nicht… oder doch… auch gute Sachen gemacht…

XoXo: Was hat der denn jetzt gutes gemacht?

Chiki:  Na, der hat doch dings, die Dings, die Autobahn gebaut.

XoXo: Nee, hat er nich!

Chiki: Nee was…so?

XoXo: Ja wirklich jetzt! Die wurde schon 1929 gebaut.

Chiki: Aber da war da doch der Hitler schon da…

XoXo: Nix aber – der hatte da aber noch nichts zu sagen!

Chiki: Ach so ja und wer hat dann die Autobahn gebaut?

XoXo: Das war der Adenauer, der hat die A 555 von Köllen nach Bonn bauen lassen

Chiki: Sach mal der Konrad? Ne oh ne.

XoXo: Ja un der Adolf hat 1933 die A555 zur Landstraße zurück gestuft damit alle glaubten er hätte die erste Autobahn bauen lassen.

Chiki: Mann oh Mann das hätt ich jetzt aber „…“

XoXo: Nochmal. Nix aber! Der Adolf hat sogar die Arbeitszeit der Deutschen von 42 Std. pro Woche um 8 Stunden auf 50 Stunden erhöhen lassen, damit er seinen 2. Weltkrieg gewinnt.

Chiki: Das ist aber gemein. Die ganze schöne freie Zeit…..

XoXo: Freizeit, Freizeit. Genutzt hat es aber trotzdem nichts, Krieg verloren. (denkt kurz nach) Erst 1965; 1965 wurde die Arbeitszeit schließlich auf 40 Stunden gesenkt und dann ab 1995 sogar auf 30 Stunden.

Chiki: Da hat er ja mein schönes Deutschland aber ganz schön verarscht!

XoXo: Und jetzt… (flüstert) Weißt du woran man das merkt?

Chiki: ist er etwa wieder….

XoXo: (laut) Ja, da! da! …. Mensch, die Arbeitszeit steigt seit 1995 schon wieder an.

Chiki: da?

XoXo: Genau! … Schon wieder.

 

Er ist wieder da, im Kino, hoffentlich nicht in den Köppen.

AFTERWORK 2015-09-15

Fakten-Analysen-Perspektiven

In unserer kurzlebigen Zeit prasseln innerhalb eines Tages eine kaum aufzunehmende Flut von Informationen (ntv – der Tag) auf uns ein. Das führt sehr leicht dazu, dass wir  ( #Wir  #Wee )  Wichtiges übersehen oder viel zu schnell vergessen. Statt darüber nachzudenken ist es natürlich viel einfacher diese Dinge zu vergessen, morgen gibt es auch noch geile Nachrichten….

AFTERWORK  ändert dies. Hier erscheinen Beiträge, die Fakten zeigen, die nicht vergessen werden wollen und durch deren Analyse Perspektiven für die Zukunft gefunden werden können. 

globaleslernen-imaginekidsWas wurde aus den Millenium-Zielen aus dem Jahr  2000 ?
  1. Fakten

Video 1 mit NDR: „Sagen sie doch mal die Wahrheit!“

Mit diesen Worten wollte die Pegida-Oma auf ihr Elend aufmerksam machen und gab im Februar 15 dem NDR ein Wut-Interview, in dem sie dem Rest der Welt ihre Meinung über Ausländer im Allgemeinen und „kriminelle Asylanten“ im speziellen kundtat.

und …. „die Grenzen müssen bewacht werden verdammt noch mal“

Na dann sagen wir mal die Wahrheit.

Video 2: 6 junge Deutsche starten Selbst-Experiment – „Ich hätte das niemals gedacht“

Das ZDF liefert Fakten in dem sie 3 Frauen und 3 Männer dahin schickte wo es richtig weh tut.
Da der Beitrag 45 Minuten lang ist hat ihn wahrscheinlich kein Pegida-Anhänger gesehen…

Pfeil rotPfeil rotPfeil rot   Auf der Flucht (ZDF-Mediathek)


2. Analyse

Was die namenlose Oma will ist offensichtlich. Warum sie es sagt ebenfalls. Sie gehört zu den zu kurz gekommenen im Leben, zu denen die entweder nie eine Chance bekommen oder sie nicht genutzt haben. Dass sie das beklagt ist verständlich. Nicht in Ordnung ist aber wenn sie Ausländer und  Flüchtlinge pauschal kriminalisiert und anfängt Geschichten nach zu plappern, die sie selbst nicht beweisen kann, sondern aus Vorteilen schöpft, die ihr von denen in den Mund gelegt werden, die ihr eigenes politisches Süppchen kochen wollen. Sag die ganze Wahrheit Oma… und mache deine Augen richtig auf.

Der Film „Auf der Flucht“ zeigt nicht nur dass es noch deutlich ärmere Menschen als die „Pegida-Oma“ gibt, er zeigt auch dass sie großes Leid auf sich nehmen um der unerträglichen Not und dem Krieg  zu entkommen. Wer nun sagt diese Flüchtlinge sollen da bleiben wo der Pfeffer wächst, muss sich sagen lassen, dass skrupelloser Egoismus  – durch zahllose Beispiele aus der Geschichte belegt (z.B: Napoleon, Nazi-Herrenrasse, das Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ etc.) – üblicherweise damit endet, dass man schneller mit leeren Händen dasteht, als diejenigen die anderen helfen (siehe Deutschland 1945).

3. Perspektiven

Jammern gilt nicht, schließlich gibt es positive Lösungen für alle Armen dieser Welt.

  1. Alle Staaten der Erde (UNO-Mitglieder) müssen anerkennen, dass jeder Mensch ein Recht auf angemessene Wohnung, hinreichende Ernährung, Sinn stiftende Arbeit und die Chance auf etwas Glück haben muss.  
  2. Die UNO muss das Recht erhalten Menschen erfolgreich schützen zu dürfen – notfalls auch mit Waffengewalt.
  3. Die Welt-Staatengemeinschaft muss mehr Geld zum Schutz dieser Menschen aufbringen und einen globalen Marshallplan entwickeln, der die Ärmsten auf Augenhöhe bringt.
  4. Die Reichen dieser Welt (egal ob in kommunistischen, kapitalistischen oder feudalistischen Ländern) müssen für die Unterstützung zur Kasse gebeten werden. Sofortmaßnahme: Alle Milliardäre spenden 10% ihres Vermögen als Startkapital, es dürfen auch 15% sein – Allah wird es den Spendern danken.
  5. Insbesondere die 20 Großmächte der Erde (G 20) sind aufgefordert aktiv zu werden. Weltflüchtlings-Krisengipfel in einem Monat! Vorlage eines Konzeptes an die UNCHR
  6. Allen Regierungen sollte klar sein, dass es in jedem Land der Erde eine große Zahl von Menschen (20-80% der Bevölkerung) jeder Rasse, Hautfarbe, Religion und beiderlei Geschlechts gibt, die dieses Vorhaben nicht nur wünschen, sondern auch auf kreative Weise zunehmend Druck auf die Staatengemeinschaft ausüben werden, falls nicht mehr getan wird als in vergangenen 15 Jahren (Milleniumziele)
  7. Die technischen Fähigkeiten der Menschheit sind ungemein, es ist möglich daraus die notwendigen sozialen Fähigkeiten zu entwickeln, von denen unser ganzer Planet profitieren kann.

Ernesto O.

 


Links:

 

Die Rückkehr der Feuer von Troja

In der Antike galten Sternschnuppen als Vorzeichen für den Tod.

…und so deutete Kassandra die berühmteste Hellseherin der antiken Mythologie die „Himmelsfeuer über Troja“ (Perseiden-Strom Maximum 11. -13. August)  als Zeichen für eine blutige Zukunft der Stadt.
Die Perseiden kommen in diesen Nächten scheinbar aus  dem Sternbild Perseus. Laurentiustränen werden die Perseiden auch genannt, da in der Nacht vom 10. August,  285 n. Chr der Mönch Laurentius zu Tode gefoltert wurde. Damals sollen extrem viele Sternschnuppen gefallen sein, so dass man die Schnuppen als die Tränen des gequälten Laurentius angesehen hat.

Heute ist die Situation deutlich entspannter: Sternschnuppen werden seit dem Mittelalter gar als Glücksbringer angesehen und so ist es Brauch beim Anblick der über den Himmel zischenden Lichtfunken sich etwas (insgeheim) zu wünschen. Sternschnuppen machen übrigens keinen Lärm, was daran liegt, dass die Staubkörner der Perseiden, Überbleibsel des Kometen Swift-Tuttle/109P  in einer Höhe von 50 km über der Erdoberfläche verglühen (60 km/s!). Lediglich sogenannte – deutlich größere – Boliden (Feuerkugeln) können beim Zerplatzen in Erdnähe kommen oder gar auf der Erde aufschlagen.

Perseiden Starwalk image1

Snapshot – Starwalk

Wer die Perseiden beobachten möchte sollte ab Einbruch der Dunkelheit (möglichst abseits hell erleuchteter Städte) Richtung Nord und Ost schauen, dort steigen von Osten kommend zuerst Cassiopeia und danach Perseus auf. Das Aufblitzen der Sternschnuppen muss dabei nicht auf diese beiden Sternbilder beschränkt sein, wenngleich der scheinbare Ursprung zumeist zum Perseus weist.

 

Ernesto O. 

 


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Times are a Changing II

 

Der Blick zurück im Spiegel der Zeit offenbart uns eine völlig andere Welt als wir sie heute erleben. Aus heutiger Sicht  passierte im Vergleich zu heute ausgesprochen wenig, was Wikipedia für erwähnenswert hält. So beginnt das 9. Jahrhundert mit der Kaiserkrönung von Karl dem Großen, danach aber herrscht, so würde man heute wohl sagen, „tote Hose“. Was die Zeit zwischen 800 – 900 n.Chr.betrifft, so sind auch bedeutende Persönlichkeiten rar. Wikipedia zählt gerade mal weltweit sechs Herrschaften auf. Immerhin wurde der Horizont der Europäer um Island erweitert. Damit war der Kontinent Europa quasi entschleiert. In der Rückschau insgesamt ein sehr ruhiges Jahrhundert, das pressetechnisch locker auf einer Wikipediaseite  zusammengefaltet werden kann.

9.Jh ab 800

Wir sollten uns allerdings nicht von der Ereignisarmut blenden lassen, das Leben und Überleben war hart und grausam.

Ernesto O.

 


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Times are a Changing I

 

Bob Dylan hatte ja so recht!

Schon 1964 sang er: „The Times They are a Changing“

Die erste Strophe lautet:

Come gather around people, wherever you roam
And admit that the waters around you have grown
And accept it that soon you’ll be drenched to the bone
If your time to you is worth savin‘
Then you better start swimmin‘ or you’ll sink like a stone
For the times they are a-changin‘

und in der Übersetzung:

Kommt versammelt euch Leute, wo immer ihr euch rumtreibt
und gebt zu, dass das Wasser um euch gestiegen ist.
Und akzeptiert, dass ihr bald bis auf die Knochen durchnässt seid.
Wenn euch eure Zeit etwas wert ist,
dann fangt ihr besser an zu schwimmen, oder ihr sinkt wie ein Stein,
denn die Zeiten ändern sich.

 

Ob Bob Dylan hier eine Metapher verwendet oder geradezu hellseherisch
die Climate-Crisis beschwört muss er selbst beantworten,
jedenfalls hat er recht behalten: „Das Wasser steigt!“

 

Viele haben den Song schon heruntergejammert.
Ich persönlich mag es lieber rockig – und auf einen Felsen (Rock) zu klettern
ist ja auch eine vorläufige Möglichkeit sich zu retten.
Aber, die Zeiten ändern sich, das Wasser steigt weiter – und wir werden etwas tun müssen.

Hier die Phil  Collins Version des Songs aus den 90zigern des alten Jahrtausends.

zum kompletten Dylan-Songtext geht es hier:
http://www.songtexte.com/songtext/bob-dylan/the-times-they-are-a-changin-3bd5e8d0.html

 

Ernesto O.

 


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Wenn die Natur Politik macht (3)

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Napoleon´s Kampf  gegen Feind und Wetter

Unbenannt - 1

War schon die Französische Revolution durch die „kleine Eiszeit“ zu Ende des 18. Jahrhunderts provoziert worden, so drehte  die Natur auch zu Napoleon Zeiten fleißig am Rad der Geschichte.  Als dieser mit seinem Russlandfeldzug sich anschickte ganz Europa zu erobern, wähnte er wohl das Wetter auf seiner Seite. Der Sommer 1811 war heiß und erzeugte mit einem milden Herbst sogar einen  Jahrhundertwein. Doch das Kriegsjahr 1812  begann kühler als normal. Schon im April 1812 war das Wetter schlechter als im langjährigen Mittel (Quelle: Wetterplanet.de). Kurz vor Beginn des Feldzugs gen Russland im Juni 1812  normalisierte sich das Wetter soweit, dass man Napoleon nicht unterstellen kann, er hätte nicht mit dem Erfolg seines Feldzuges rechnen können. Doch der trügerische Schein enttarnte sich spätestens im September 1812 in Moskau.  Aufkommende Stürme ließen Moskau  4 Tage lang brennen, verwüsteten dabei die Stadt und demoralisierten die

"Napoleon with His Troops at the Battle o...

„Napoleon with His Troops at the Battle of Borodino, 1812“ (Photo credit: Wikipedia)

Truppen Napoleons. Ab Ende Oktober gab es bereits Schneefälle  und der  November 1812 war im Kampfgebiet deutlich zu kalt.  Im Dezember 1812 brach schließlich eine allgemeine Kältewelle über Europa herein, die sich gewaschen hatte und verfolgte Napoleon bis zur katastrophalen Niederlage seines Heeres im Jahre 1813.  Er musste  zuletzt davon überzeugt sein, dass ihn sein Glück verlassen hatte, denn unter normalen Bedingungen wäre sein Feldzug wohl ein weiterer großer Triumph geworden.

Dass die Natur durch ihre „Politik“ bestimmte gesellschaftliche Truppen begünstigt wurde in Teil 2 am Beispiel der französischen Revolution deutlich. Das Beispiel Napoleon zeigt darüber hinaus, dass die Natur nicht an nationalen Grenzen  halt macht. In der Tat begünstigt sie willkürlich auch bestimmte Staatenbündnisse, wie in diesem Fall Napoleons Gegner  Österreich, Großbritannien, Russland und Preußen.

Es bleibt die spannende Frage, ob der Einfluss der Natur nur politische Grenzen und gesellschaftliche Zustände zu ändern vermag oder ob die Natur durch ihre „eigene Interessen“ auch am Rad des Fortschritts drehen kann.

Ernesto  O.