Crash-Propheten und das Nicht-Ende der Welt

Nein, es ist noch nicht soweit. Das #Coronavirus wird weder den 3. Weltkrieg auslösen noch ersetzen. Der große Vorteil in der heutigen Krise gegenüber der verheerenden Pest-Epidemie aus dem vergangenen 14. Jahrhundert ist zum einen der Vorsprung durch Technik und Medizin und zum anderen die Größe der Bevölkerung.

Der schwarze Tod, wie die Pest gemeinhin genannt wurde, tötete im Mittelalter in Deutschland rund 5 Mio. Menschen (von 11 Mio.) Die Pest dezimierte von ihrer Ankunft am Kaspischen Meer im Jahre 1346 bis zu ihrem Ende 1353 die Einwohnerzahl in Europa um 40 Millionen (von 80 Mio. – min. 25/70 – max. 50/80 – 35-65%).

Sollte eine Epidemie in Europa abermals 50 Millionen Menschen hinweg raffen, dann wären das vergleichsweise nur noch ca. 7% der Bevölkerung. Also in etwa soviel Tote wie der 2. Weltkrieg in die Bevölkerung geschlagen hat. Im Unterschied zum WK II. könnte sich aber die Wissenschaft in Friedenszeiten voll und ganz auf die Bekämpfung dieser Epidemie konzentrieren, während im finsteren Mittelalter mit fragwürdiger Alchemie, religiösem Wahn und Aberglaube gegen die Krankheit gekämpft wurde.

Auch die Gefahr der potentiell möglichen Verknappung von Ressourcen stellt sich heute erheblich anders dar. Womit wir wieder bei der Wirtschaft wären, die 2020 global aufgestellt ist und lokale Engpässe ausgleichen vermag. Deshalb wird auch die aktuelle Coroanvirus-Panik dann enden, wenn die Zahl der Neuinfizierten schwindet und die weltweit geheilten Corona-Fälle die Anzahl der Neuinfektionen übertrifft. Dann fängt sich ebenfalls die Weltkonjunktur und die Börsen werden wieder steigen.

Seit 1800 haben wir immer wieder große Krisen erlebt, die die Weltbörsen in die Knie gezwungen haben, wie die folgende Grafik zeigt:

Hausse, Baisse und Crash

Doch ein paar Jahre später waren diese Krisen überwunden und es ging der Menschheit wirtschaftlich besser als zuvor. Die Geldwirtschaft (nicht zwangsläufig der Kapitalismus) wird uns noch so lange erhalten bleiben bis wir Lösungen à la Enterprise, Voyager u. Star Trek gefunden haben. Grund genug auch weiterhin den erfolgreichen Ratschlägen von Warren Buffet zu folgen.

Langfristig steigen die Wirtschaftsleistung und der Markt (s. Abb. oben)

Wer schon in jungen Jahren beginnt in Aktien zu investiert hat auch im hohen Alter ein Auskommen

Gib dein Geld in Aktien von Firmen, deren Geschäfte du verstehst

Versuche nicht,
den Markt
kurzfristig vorherzusagen

Kaufe dann, wenn die Kurse gefallen sind

Wenn Seifenblasen platzen, heißt es Bäume pflanzen.

Aber nicht in das fallende Messer greifen.
Bekanntlicherweise liegt ja auch in der Krise die Chance, was in dem Satz „Kaufe wenn die Kanonen donnern“ seinen Widerhall findet.

Privatanleger/innen haben schon bemerkt, die Corona-Krise ist gut für das Klima – das war die Finanzkrise 2008 auch schon – die Nachfrage nach Erdöl ist eingebrochen, was den Heizölpreis verbilligt. Gold hingegen ist nur bedingt ein Kauf. Es beruhigt das Gewissen einiger Marktteilnehmer, aber man kann es nicht essen. Deshalb lohnt es sich Nahrungsmittelaktien zu beobachten. Die Leute werden feststellen, dass sie weiterhin essen müssen. Besonders Bioprodukte sind bereits gefragt, wie der wöchentliche Einkauf bei Allnatura bestätigt.
Wer glaubt, dass Energie wegen Corona nicht mehr benötigt wird, irrt. Besonders umweltfreundliche Energieträger wie Sonne, Wasser, Wind und Bio sind gerade in Zukunft gefragt.
Insgesamt gilt Stockpicking in den Branchen, die in den kommenden Monaten wieder anspringen werden. Lebensmittelproduzenten(Fisch, Großhandel, Tee, Kaffee…), die in letzten Tagen unter die Räder gekommen sind, sind einen Blick wert, nicht aber Fast-Food-Ketten.
Sobald die Kurse sich wieder deutlich von der Unterseite in Richtung 200-Tageslinie bewegen, generiert die Börse wieder Kaufkurse. Dass „Buy-the-Dip“ klappt, darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen.
Gute Zeiten werden wieder kommen und es ist nur eine Frage der Zeit, ob schon im April, Mai, Juni oder spätestens im Herbst 2020.

Wer nachhaltig anlegen will, dem empfehle ich dieses frische Interview zum Crash mit Robert Halver.
Wer umweltfreundlich anlegen will, kann demnächst auch den DAX ESG ( 50 aus 100 HDAX Aktien) ins Auge fassen. Leider ist dort nicht alles Gold was sich Environment, Social und Governance nennt. Begründete Kritik an der Auswahl der ESG-Aktien ist da nicht weit. Was hat dort z.B. eine Aktie wie Bayer zu suchen, während gute Werte wie Encavis, SMA Solar (beide SDAX) oder weitere Werte wie Verbio, Verbund oder CropEnergies fehlen.

Es bleibt spannend! Dranbleiben.

Ernesto O.

Bitcoin – das digitale goldene Kalb

Pfeil rotPfeil rot Translation

Stellen wir uns vor, in den Medien wird über Atombomben wie folgt berichtet: „Die Atombombe ist die neue Freiheit schlechthin. Sie beseitigt auf anonyme Weise die Probleme, die uns umgeben. Ja sicher, sie ist hoch gefährlich, blablabla…. blablabla und doch: So können sie die Bombe kaufen! … und hier erklären wir Ihnen wie sie funktioniert, aber nehmen Sie nur eine kleine Anzahl, denn der Rückstoß kann auch sie vernichten! Es geht ganz einfach per Handy!“

Diese hirnrissige Art von Werbung im Stil der NRA (NationRifleAssociation) für Schnellfeuergewehre, die in den USA inzwischen schon im Musikladen nebenan (guns & guitars) vom Massenmörder gekauft werden können, funktioniert bei der „Bitcoin-Bombe“ bisher reibungslos und die Werbe-Frequenz dafür hat sich derart gesteigert, dass der große Bitcoin-Crash vorprogrammiert ist. Selbst seriöse Webseiten wie ARD-Börse und Finanzen.net hecheln auf diese Weise dem Hype hinterher und verführen so (ungewollt?) zum Kauf des Bitcoins. Noch läuft die Party auf der Titanic. Doch welche Eisberge steuern auf den Bitcoin zu? Das sind nicht viele große, aber sie haben eine verheerende Wirkung wenn sie aufschlagen.

1. Handelsverbote durch Regierungen
Beispiel China, andere Länder könnten folgen. Aber auch die staatliche Kontrolle des Bitcoins, der damit in seiner Anonymität angekratzt wäre, würde den spekulativen Handel eindämmen und den Höhenflug des Bitcoins ausbremsen.

2. Insolvenz der Plattformen und Bitcoin-Anbieter
Beispiel Bitcoin Group. Das KgV ist astronomisch und die Marktkapitalisierung marschiert bereits auf die 400 Millionen $ zu; bei einem erwirtschafteten Gewinn in 2017 von kaum mehr als 1 Million (2018: max. 6-8 Mio.) Das erinnert stark an Enron und andere Firmen der Internetblase 2000. Auch Tesla hat heute ein astronomisches KgV, aber bereits jetzt einen Umsatz von mehr als 7 Milliarden $ in 2017, was immerhin dem Tausendfachen gegenüber der Bitcoin Group für 2018 entspricht.

3. Stromausfall /Energieraubbau
Ohne Strom ist der Bitcoin nichts wert. Das wurde mir klar als wir neulich einen Stromausfall von 5 Minuten hatten. In dem Café, indem wir frühstücken wollten gingen 2 Stunden später die Küchengeräte immer noch nicht (Starkstromkabel!) Da gab es stundenlang nichts Warmes zu essen. Ein großer Blackout wird die Menschen mit Bitcoins zahlungsunfähig machen und der Bitcoin wird den Schaden der Wirtschaft massiv verstärken. Als ein Stromausfall im Supermarkt die Kassen blockierte, war die Abrechnung mit Bargeld und per Hand wenigstens noch möglich, mit Bitcoins bleibt die Ware im Regal. Hinzu kommt, dass der Bitcoin ein riesiger Energievernichter ist. So wie 1 Kilo Rindfleisch 7 Kilo Reis wegfrisst, so entzieht das Bitcoin-Mining den armen Ländern der Welt den billigen Strom und sorgt dafür dass Fukushima-AKWs und schmutzige Kohlekraftwerke ans Netz müssen. Für die Herstellung des digitalen Zauberwerks verbraucht das Mining schon 2017 fast soviel Strom wie Dänemark. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann NGOs wie Greenpeace, Attack, Avaaz auf Twitter und Facebook gegen diese Verschwendung Sturm laufen.

4. Hackerangriffe und Sabotage
Erinnern sie sich noch an den riesigen Datenklau in Milliardenhöhe bei Yahoo? Man muss nicht die Bitcoin-Server bombardieren um sie gezielt zu stören oder lahm zu legen. Doch nicht nur private Hacker könnten daran interessiert sein dem Bitcoin zu schaden. Kleine Staaten wie Nordkorea, wo der Bitcoin für die Bevölkerung keine Rolle spielt oder kriminelle Organisationen wie der IS, wo Kamikaze-Aktionen üblich sind könnten an der Sabotage der Schaltstellen des Bitcoin interessiert sein. Der Bitcoin lässt sich im Unterschied zur Goldproduktion erheblich leichter nachhaltig lahm legen.

5. Keine Währung/ Spekulationsobjekt
Die Psyche spielt eine große – die größte – Rolle beim Bitcoin. Natürlich wird ausser den Roulette-Spielern niemand diese „Casino-Jetons als Währung“ bezeichnen. Bitcoins sind inzwischen zum reinen Spekulationsobjekt verkommen. Alles andere ist Alibi. Der Bitcoin ist schneller gegenüber dem Dollar und dem Euro gestiegen als während des 1. Weltkriegs der Dollar gegenüber der Mark. Nur: Wir haben heute keinen Weltkrieg – die Weltwirtschaft floriert auch ohne Krieg. Selbst rein wirtschaftlich droht dem Bitcoin Gefahr, denn Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Zahl der Kryptowährungen steigt global stark an. Alle Dämme könnten brechen wenn EZB und FED ins Geschäft mit echter digitaler Währung einsteigen würden oder ganze Staaten bzw. Bundesstaaten oder Städte lokale, regionale (und zugleich internationale) Krypto-Währungen schaffen würden.

Die Entzauberung des Bitcoin steht vor der Tür, deieser Hype ist bald am Ende. Die Erkenntnis, dass der Bitcoin eigentlich eine Aktie mit falschen Versprechungen ist, wird ihn in die Niederungen der Wirklichkeit zurückholen.

Ausserdem: Totgesagte leben länger.
Bargeld, Aktien und Gold, wird das sein was ihr am Ende wieder wollt.

Ernesto O.

Übrigens, wer die Geschichte mit dem goldenen Kalb nicht kennt kann sie hier nachlesen:
„Das goldene Kalb“ (Üble Geschichte mit 3000 Ermordeten)