Der Börsenmonat – November 20

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Alle reden über Trump, wir reden über Aktien.

Je größer die Depotgewinne,
desto leichter zahlt sich die Steuer.

Steuern und Aktien
Schenken wir einem Bericht der ARD Börse Glauben stehen nun die angenehmeren Börsenmonate des Jahres vor uns. Grund genug nicht ausser Acht zu lassen, dass bald das Jahr 2020 für die Steuer zu Ende geht. Somit Zeit für die Frage: Haben sie dieses Jahr Verluste oder Gewinne gemacht, oder beides zusammen? Es sei wie es sei. Wenn sich Gewinne zum Jahresende abzeichnen, so lohnt es sich für uns Kleinanleger u. -anlegerinnen diese teilweise oder auch komplett zu realisieren. Grund ist die Tatsache, dass 25 % Abgeltungsteuer plus Solidarzuschlag und eventuell Kirchensteuer bei der Veräußerung auf den Aktiengewinn anfallen. Was bedeutet, dass von 1000 € Gewinn über 250 € an das Finanzamt fließen. Den Einbehalt der Steuer nimmt die Depotbank direkt vor, wir brauchen also nichts zu tun um unsere Steuerpflichten zu erfüllen. Der Staat nimmt ordentlich, rechnet uns aber für unsere Spar- und Investionsaktivitäten einen Sparerpauschbetrag von 801 bzw. 1602 € (Ledige/Verheiratete) an.

Wenn wir also noch im Jahr 2020 Aktien von Firmen verkaufen, die uns zusammen 1000€ Gewinn erwirtschaftet haben, zahlen wir nur noch auf den überstehenden Gewinn von 200 € rund 50 € Steuern. Anders sieht die Situation aus, wenn wir parallel dazu in diesem Jahr Aktien mit z.B. 2000 € Verlust verkauft haben, dann wird erstmal solange aufgefüllt bis echte Gewinne über den Sparer-pauschbetrag hinaus aufgelaufen sind. Dieser steuerliche Freibetrag gilt natürlich auch 2021 bzw. so lange wie Steuergesetzgebung gleich bleibt. Durch geschicktes Kaufen und Verkaufen lässt sich also der Pauschbetrag besser nutzen.

Crashmonate: Oktober und Februar
Puuuh, das war ein Monat. Die Crashgefahr war so groß wie Ende Februar und der Oktober war extrem volatil. Die sogenannte Präsidentenrallye, die eigentlich schon ab dem 23.Okt. hätte laufen sollen kam nicht in die Gänge und kann gelinde gesagt als Eimer voll Sand bezeichnet werden. Immerhin kommt jetzt rein börsentechnisch die bessere Jahreshälfte. Alte Börsenregeln sagen: Von November – April gilt der Halloween-Effekt während für Mai-Oktober die Redewendung: „Sell in May and remember to come back in September“, bemüht wird.

Sprüche eben, denn beim Monatsvergleich im Musterdepot zeigt sich, daß bis auf März alle Monate positiv sind:
(Nov.-Apr. 34 : 18; Mai-Okt. 37 : 17). Es gibt hier kaum einen signifikanten Unterschied. Neben März sind die Monate Februar und August/September mit Vorsicht zu genießen. Eine ungeschriebene Regel sagt uns, dass die Aktien des vergangenen Börsenjahres oft nicht mehr im Frühjahr zünden wie zuvor, so dass bei der Suche nach neuen Aktien natürlich auch die Gefahr wächst auf die falschen Pferde zu setzen. August u. September gelten wie allgemein bekannt an der Börse als schwächere Monate, daher nur der knappe Vorsprung.

Natürlich könnte das Börsenjahr 20 genauso aufregend werden wie 2016 . Drei Impacts trafen damals hart das Musterdepot. Es begann mit der China- und Solarkrise schon im Januar nach unten zu laufen, Ende Juni folgte die Brexitentscheidung und die Trump-Wahl im November gab ihm dann noch einen heftigen Stoß. Das Musterdepot wackelte und halbierte sich (siehe Diagramme unten). Auch in diesem Jahr leiden wir unter drei großen Risiken: Die Coronankrise seit Februar, die Präsidentschaftswahl in den USA (jetzt im November) und eventuell ein ungeregelter BREXIT als Silvesterrakete. Da helfen wie bei COVID-19 nur Schutzmasken (infizierte Aktien nur mit der Kneifzange anfassen) und solange Abstand halten von schwachen Aktien bis sie wieder auf die Füße kommen.

Musterdepot Oktober 20

Unser Musterdepot hat im Oktober 1800 € zugelegt und ist damit auf Rang fünf der besten 100 Monatsergebnisse seit dem Start in 2012 geklettert.
Wir sehen es ihm deshalb nicht auf den ersten Blick an, aber da war dennoch ein Crash der den Zugewinn halbierte. Obwohl bis zur Monatsmitte das Depot mit +20% über 3800 € zulegte, verlor während der „negativen Präsidentschafts-wahlrallye“ wieder über die Hälfte des Gewinns. Zum Vergleich: Im März verlor das Depot 11% bzw. 1900 € jetzt aber in 14 Tagen 2000 € . Das fühlt sich an wie beim Fußball wenn durch das toll herausgespielte 3:0 schon alles klar erscheint, aber an Ende nur mühsam ein 4:3 eingefahren wird.

Stand: 30.Oktober

Und die Gewinner im Oktober sind (von rechts nach links) Niu Tech, Encavis, Bank of Ireland, 3D Systems, Sony im Endspurt und Anta Sports (Monatsplus der Top 5 von +10% bis +46%). Grieg Seafood und 3D Systems standen Ende September knapp vor dem Aus, aber Totgesagte leben bisweilen länger, was von 3D Systems mit einem Bocksprung von 3,99 auf zwischenzeitlich 6,96 beantwortet wurde. In den letzten Tagen kam allerdings wieder die Angst vor den Quartalszahlen am 5. November dazu und so steht der Kurs am Monatsende „nur“ auf 5,05. Anfang des Jahres stand der Kurs sogar auf 11,50 (kurz vor dem Corona-Crash). Es lohnt sich hier weiter auf die Zeiten nach Corona zu warten. Ein schlechtes Quartal hatte hingegen Grieg Seafood und kratzt im Oktober weiter an neuen Tiefs. Dabei will die Grieg Seafood weiter in die Zukunft investieren, aber der Ausbau der neuen Lachsfarm in Neufundland verzögert sich wegen Corona. Eigentlich zum Zugreifen, aber unser Cash ist zu 98% ausgeschöpft.
Erwischt hat es hingegen LPKF Laser, zum Einstandpreis wieder verkauft und gegen Canadian Solar ausgetauscht. Canadian Solar läuft zwar noch nicht wie erwartet (-274 €) aber LPKF hat nach dem Tausch zeitweise schon 500 € schlechter als CS gestanden. Der Verkauf von Grieg Seafood würde ca. 1300-1400 € freisetzen, vielleicht im Tausch gegen LPKF, das schon zum Ende des Jahres wieder aufdrehen könnte.

Watchliste – Warren Buffet

Ich weiß nicht was Warren Buffet auf seiner Liste stehen hat, aber auch der Börsenmonat führt eine Watchliste.

ADVA und Software AG wurden nach mehr als -20 % Verlust von der Watchliste herunter genommen. Durch eine Hackerattacke ist der Kurs der Software AG nachhaltig gefallen, so dass wir erst im neuen Jahr wieder einen Blick darauf werfen werden.
Vielleicht sollten wir in Zukunft immer gleich nach Monatsbeginn die Aktie kaufen, die sich ganz vorne tummelt. Bei Jinkosolar hätte sich das diesen Monat extrem gelohnt, selbst nach dem Rücksetzer vom Top (ca. 350% zur Monatsmitte) stehen hier mehr als 160% zu Buche. Auffällig ist auch die LPKF Laser Aktie, die fast 30% verloren hat, dabei hatten Analysten noch Anfang Oktober ein Kursziel von 30 – 40 € vorhergesagt, was inzwischen eine Kursverdopplung bedeuten würde. Das könnte das November-Schnäppchen werden.

Ausblick: November

Tatsächlich geht es möglicherweise schon nächste Woche an der Börse wieder bergauf, wenn ein Nachwahl-Chaos wie einst bei Bush-Gore vermieden werden kann. Sollte Corona dem „Halloween-Effekt“ keine Steine in den Weg legen, könnten wir also bis April steigende Kurse an der Börse sehen.

Quelle: https://www.boerse-frankfurt.de/

Nicht vergessen werden sollte, auch wenn es zwischenzeitlich immer wieder mal ein Baisse gibt(Phase mit fallenden Kursen), steigt der DAX über Jahrzehnte hinweg doch roundabout 8% im Jahresdurchschnitt. Doch genau das ist der Punkt: Mit etwas Ehrgeiz lässt sich der DAX jedes Jahr schlagen. Hinkten wir zwischen April und August dem DAX meist hinterher hat sich gerade im Oktober das Blatt deutlich gewendet.

Letzte Börsenwoche…

Während der DAX vergangene Woche um 8% in die Knie ging und -9,4% im Oktober hat das Depot nur -2,2% in der letzten Woche hinnehmen müssen und sogar 9,1% im Monat zuglegt! Auch im Jahresrückblick hat der DAX inzwischen wieder -12,8% eingefahren und bis Silvester ist bestenfalls kaum mehr als eine 0 drin. Vergleichen wir die letzten 10 Monate mit dem Depot (+5,8%) haben wir dem DAX inzwischen 18,6% abgenommen, was nicht zuletzt auf die welt- und branchenweite Diversifikation des Musterdepots zurückzuführen ist. Zuletzt noch einen Blick auf den VDAX (siehe oben unterste Zeile), der die Volatilität der Indizes (DAX) anzeigt. Steigt der VDAX mehr als 1% am Tag notiere ich mir ein Buy, fällt er um mehr als 1% ein Sell.
Der VDAX kann neben der 200 Tageslinie ein Hinweis darauf sein, ob man günstiger einkaufen und teuerer verkaufen kann. Stay tuned

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Wie junge Anleger in sozialen Medien abgezockt werden

Tipps für Börsenneulinge von boerse.ARD.de

Der Börsenmonat – September 20

DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Wenn du mit deinem Hund spazieren gehst,
läuft der Hund (die Börse) dir manchmal vorneweg,
aber manchmal läuft er dem Herrchen (die Wirtschaft) auch hinterher.

In der vergangenen Dekade haben sich die Monate August und September zu den schlechtesten des Jahres entwickelt. Insgesamt haben seit 2017 fünf von acht Spätsommermonaten (August + September) negativen Ertrag auch im Börsenmonat-Musterdepot generiert. 2020 ist der September ebenfalls auf dem Weg Verluste zu generieren. Eigentlich war uns Anfang April allen klar, dass die Wirtschaft einen kräftigen Rücksetzer erlitten hatte, was sich auch so dann im Musterdepot Ende März mit -21% Performance dokumentierte. Hier nun schlug die klassische André Kostolany Erfahrung (sinngemässes Zitat oben) zu. Während die Börse seit März von der Leine zog und wir hinterher rannten, zieht der „Hund“ jetzt in die andere Richtung. Immerhin füllte diese weit von der Wirtschaftsrealität entfernte halbjährige andauernde Ralley den Depotkrug wieder bis 20300 € auf und es sah aus als ob nichts gewesen wäre. Doch pünktlich zum „Hexensabbat“ (Freitag (18. September) drehten die Börsen. Am Hexensabbat, dem großen Verfallstag laufen die Wetten auf Aktien und Derivate aus und es zeigt sich ob die Börsianer im zurückliegenden Quartal zu optimistisch waren.

Bis zum nächsten Hexensabbat (18.12.2020) kurz vor Weihnachten wird es holprig, denn große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Brexit und US-Wahlen werden je nach Ergebnis ein Auf- und Ab an den Börsen verursachen, während die Weltwirtschaft langsam versucht wieder Fahrt aufzunehmen.

Welche Verluste darf ein Depot hinnehmen?
Sieht man von typischen Crashsituationen wie im März ab, kann es aber auch passieren, dass die Börsen langsam den Hang hinunter rutschen, wie etwa 2002 oder 2016, was aber ein kleines Depot recht bald halbieren kann.

Entwicklung Musterdepot seit 2012 (halbjährig)

Natürlich könnten wir stur Kostolany folgen, „Schlaftabletten“ nehmen und uns vor Augen halten, dass irgendwann der „Hund“ auch wieder vorneweg rennt, wie  der Durchmarsch von Januar 2017 bis Januar 2020 mit ca. 100% auf 20600 € bezeugt. Aber das Nichtstun habe ich 2016 in der China/Brexit/Trumpkrise ausprobiert und musste so innerhalb von 12 Monaten 50% Lehrgeld bezahlen. Deshalb stellt sich jetzt die Frage: Wird dies wieder geschehen, und wenn ja, gibt es ein Gegenmittel? Sollte der September der Anfang einer Korrektur sein, die vielleicht bis Ende 2021 die Börse Schritt für Schritt nach unten führt? Was tun?

Wann ist der Verkauf einer Aktie sinnvoll?

  • Wenn sie besonders viel Gewinn gemacht hat?
  • Vor- oder nach Quartalszahlen?
  • Wenn sie kontinuierlich Monat für Monat abrutscht?
  • Nachdem sie rasch abgestürzt ist?

An der Börse gewinnt wohl am Ende immer wieder der Optimismus, aber bis dahin ist das nicht ganz so einfach. Ein gänzlich ungesteuertes Depot wirft einem schnell ein, zwei oder gar mehrere Jahre zurück. Ein Blick auf das Musterdepot Ende Januar 2020 und der Vergleich mit heute kann bei der Entscheidung helfen. Ab + 30% machen Aktien wirklich Spaß und deshalb vergleichen wir das Musterdepot von Januar 2020 (10 verschiedene Aktien) mit heute (ebenfalls 10 verschiedene Aktien). Ende Januar hatten folgende vier Aktien zwischen 30% und 138% Performance erzielt.

Depotaufnahme – – Jan 20/Anzahl/% – – heute/Anzahl/%
7.2016 Sony 27,02 – – 50 St./ 138% – – 25 St./148% 66,90
4.2018 Grieg Seafood 7,37 – – 350 St./ 91% – – 220 St./ 3% 7,56
7.2019 Niu Tech 6,05 – – 160 St./ 30% – – 160 St./ 164% 15,95
12.2019 3D Systems 7,69 – – 120 St./ 30% – – 330 St./ -30% 4,09
Neue Aktie (seit Anfang April dabei):
4.2020 Encavis /500 / 9,85 – – – – 400St./ 46% 14,14

Sony:
Wenn eine Aktie über 100% gelaufen ist wie der Börsendino Sony, dann darf gerne mal die Hälfte verkauft werden. Weiter beobachten.

Grieg Seafood:
Grieg ist nun auch schon im dritten Jahr im Depot. Leider ist die Story zu Ende, seit die Aktie im Juli Opfer einer Corona-Fakenews wurde. Dabei arbeitet Grieg Seafood fleißig daran das Lachsgeschäft weiter auszubauen. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, statt im Februar nur 130 Aktien, gleich 180 bis 200 Stück zu verkaufen. Zurück auf die Watchliste.

Niu Tech:
Gehört zu der Sorte von Aktien, die einen Anlauf brauchen bis sie durchstarten. Es benötigte ein halbes Jahr Geduld (Juli 19 bis Januar 20) bis die erwartenden 30% erreicht wurden. Doch dann ging alles Ruckzuck und die Aktie liegt inzwischen bei 164% im Plus und ist weiterhin ein spannende Wette auf die Zukunft. Hat nach wie vor Potential.

3D Systems: Im Januar noch bei 30%. Doch der Nachkauf der Aktie bei schwachem Kurs im August hat uns auf dem falschen Fuß erwischt. Obwohl sie zu den Marktführern beim 3D-Druck gehört und der 3D-Druck eine gute Zukunftsperspektive vorweist, ist die US-Aktie eines der Opfer der Trumpschen Corona-Katastrophe und des damit verbundenen Wirtschaftsdesasters geworden. Auch wenn diese Aktie keine typische Depotleiche ist, wie Steinhoff oder Wirecard, sollte sie nach klassischen Regeln bei -30% und einem Verlust von 570 € abgestossen werden. Allerdings neigen Technikaktien dazu, wie ich das schon mit CandianSolar und Evotec erlebt habe, bisweilen stark zu schwanken. Dennoch: Die letzten Septembertage werden über das Depot-Schicksal der 3D Systems Aktie entscheiden.

Encavis:
Diese Aktie ist gutes Beispiel dafür, dass alle 1 – 2 Quartale ähnlich wie bei den großen Börsenindizes bzw. je nach Wirtschaftslage, ein Stühlerücken im Depot angezeigt ist. In nur fünf Monaten über 40% im Plus, das macht Freude. 14 Tage nach dem Hexensabbat im März gekauft, kommt sie gut voran. In den kommenden zwei Jahren könnte sie über 100% steigen.

monatliche Entwicklung 9.2019 – 9.2020

In einem Börsenjahr kann viel passieren. Der Knick im Oktober 2019 bei 18600 € und und der allgemeine Crash im März auf 16000 € zeigt, dass bei rechtzeitiges Handeln ein Depotabsturz wie im Jahr 2016 – von 20200 zurück auf 10100 € – zumeist vermieden werden kann.

Vorschau im neuen Tab

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Wie junge Anleger in sozialen Medien abgezockt werden

Tipps für Börsenneulinge von boerse.ARD.de

Der Börsenmonat – Wirecard Horrorshow

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Kluge Leute lernen
aus den Fehlern
der Anderen
und aus den eigenen.

Der Katzenjammer über die Wirecard Horrorshow ist groß. Dabei hätten kluge Leute bereits vor mehr als zwei Jahren die Gefahren dieser Aktie erkennen können. Mitte Januar 2018 fiel der Kurs von Wirecard innerhalb von 2 Wochen um 22%. Ärgerlich, aber zunächst noch keine ernsthafte Gefahr für ein breit aufgestelltes Depot, denn 20% Kursverlust ist je nach Stückzahl und Gewichtung einer einzigen Aktie in einem gut diversifizierten Depot auszuhalten. Doch Mitte 2018 nach einer 100% Rallye änderte sich die Höhenluft für Wirecard. Der Börsenchart sorgte für zahlreiche Warnsignale.

Wirecard 2017-2020

1.Warnsignal:
Der massive Kursverfall zwischen September und Dezember 2018 (27.08.18 – 27.12.18 197 – 125= -36%), bei dem die Aktie einen Wertverlust von 36% erlitt, wurde begleitet von einem Rutsch unter die 200-Tagelinie im November und signalisierte erstmals erhöhte Wachsamkeit .

2.Warnsignal:
Anfang Februar 2019 führte ein kritischer Bericht der Financial Times in den folgenden drei Wochen zu einem heftigen Sturz in den Börsenkeller.
23.01.19 – 8.2.19 168 – 94 = – 44%

3.Warnsignal:
Im Herbst 2019 wurden die Presseberichte mit Vorwürfen gegen Wirecard lauter. Bis Weihnachten erfolgte ein weiterer Absturz um 31%, wobei am 15. Oktober schlagartig die 200-Tagelinie steil nach unten gekreuzt wurden.
6.09.19 – 27.12.19 158 – 109 = – 31%

Bekanntlicherweise sind alle gute Dinge drei. Wieviel Signale brauchten einige Börsianer eigentlich noch bis sie bemerkten, dass Wirecard keine gute Wertanlage war? War es ein Mangel an Information oder doch die Gier nach der nächsten 100% Rallye? Wer sich nicht über das Wirecard-Geschäftsmodell informierte, hatte natürlich völlig ausser Acht gelassen, dass Wirecard ausschließlich vom digitalen Geldhandel lebte und nirgendwo so schnell „99er-Buchungen“ angefertigt werden können wie hier.
Wer aber an Weihnachten nicht kapiert hatte, dass Wirecard eine Zockeraktie ist, muss die Schuld wirklich bei sich selbst suchen. Dann am 13. Febraur 2020 gab es die endgültige Quittung. Bis Mitte März ging es 40% nach unten und nach einem kurzen Aufbäumen (85 auf 138€ !) im April über 75 und 99 € am 17. Juni im freien Fall auf praktisch Null. Ein Totalverlust, der für diejenigen zu vermeiden war, die auf die Warnsignale geachtet haben.

Doch wer schon früher Lotto oder Roulette gespielt hat, sollte nicht jetzt jammern weil er/sie mit virtuellem Poker-Geld oder digitalen „Währungen“ wie Bitcoin sein Porte­mon­naie ruiniert hat.

Quelle: ARD-Börse via Tagesschau

Was allerdings obiger Leser bei ARD Börse/Tagesschau als Kommentar los lässt ist auch nicht gerade besonders intelligent. Wer den inneren Wert eines Unternehmens bei der Wahl einer Aktie in den Vordergrund stellt, dem gelingt es auch das Depot durch die Coronakrise zu manöverieren.

Wie sieht es nun mit dem inneren Werten der Aktien im Börsenmonat-Musterdepot aus? Der Blick darauf zeigt folgendes:

Pfizer(USA) – Medikamente optional Corona Impfungen mit BioNTech
ITM Power(GB) – Wasserstoff (breites Angebot an Lösungen)
LPKF Laser(D) – E-Technik, Computer und Optik
NIU Tech (CHN) – Motorroller, E-Bikes, umweltfreundliche Mobilität
Anta Sports(CHN) – Sportartikel für den riesigen asiatischen Markt
Sony(JP) – Elektronik und Unterhaltung
Encavis(D) – Solar- und Windparks, Energiegewinnung u. Speicherung u. Stromhandel
Grieg Seafood (NOR) – Fisch, Lachs
3DSystems(US) 3D Druck – wachsende Zukunftstechnologie
Soweit alles solide Firmen mit handfesten Produkten und einem innerem Wert!

Bank of Ireland (IRL) – Bankwesen, Kredite.
Das ist die einzige Aktie im Musterdepot, die ausser mit Geld mit nichts Greifbarem handelt, deshalb ist sie nur mit 5% im Depot. Würde sie von heute auf morgen wegen Insolvenz auf Null schrumpfen, wären 941 € zu verschmerzen von 20244 € (Aktueller Wert des Musterdepots). Bei dieser Depotgröße ist mit einer monatlichen Schwankungsbreite von 1000 € durchaus zu kalkulieren.
Am Ende des Jahres zählt schließlich nur ob unser Depot den DAX schlägt oder nicht.

Aktueller Zwischenstand
DAX: Monat August +5,8%, seit 1. Januar -1,6%
Börsenmonat: Monat August +1,3%, seit 1. Januar +0,4%
Der DAX hat im August zwar fleißig aufgeholt, doch unser Musterdepot hat weiterhin einen Vorsprung von 2%.

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.


Ähnliche Beiträge

Der Börsenmonat – August 20

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Geld macht nicht glücklich,
aber es erweitert die Möglichkeiten.

Kennen Sie Ayia Napa?
Nein ? Macht nichts. Ayia Napa ist ein schöner Ort um zu relaxen oder eine Rundreise über das Mittelmeer nach Israel und Ägypten zu starten. So wie wir im Jahr 2000. Ein paar Tage nach Ostern schippern wir rüber nach Haifa. Es waren schöne Tage. Weniger schön war unsere erste Begegnung 2000 mit der Börse. Keine Woche vor unserer Urlaubsreise nach Zypern hatten wir erstmals Geld in Aktien gesteckt. 15000 DM landeten in einem Investmentfonds. Als Ende 2001 dieser dank der Dotcom-Krise und 9/11 um mehr als 50% abgestürzt war, konnte meine Frau nachts nicht mehr ruhig schlafen. So beendeten wir das erste Börsenabenteuer.

Aus heutiger Sicht würde ich mir selbst folgenden Rat zur Investition meines frei verfügbaren Geldes geben:
Nicht alles in ein Produkt stecken.
Auch wenn ein Fonds in viele Aktien streut, ist es eben doch ein einziges Produkt und bedeutet nicht wirklich Diversifikation des eigenen Geldes.
Nicht alles zur gleichen Zeit investieren.
Steht also eine Summe frei zur Verfügung (z.B. 12000 €), dann investiert man diese sinnvoller Weise zu je einem Viertel in vier aufeinander folgenden Monaten oder ein halbes Jahr lang montalich in eine neue Aktie (je 2000 €) so kann man schon in sechs Monaten ein breit gestreutes Depot haben. Sollte der Markt in dieser Zeit fallen, bekommt man Aktien billiger, sollte er steigen – nicht schlimm – Aktien, die outperformen finden sich immer, wenn man sich etwas Zeit für die Suche nimmt.

Fazit, damals für uns: Wer kein Geld übrig hat sollte es auch nicht in die Börse stecken. Aber selbst wenn, das verlorene Geld hätten wir noch gut in unser Haus stecken können.

Werfen wir einen Blick auf das Börsenmonat -Musterdepot- im August:

Börsenmonat Musterdepot August 20

Auch wenn der Rest des Jahres noch zäh werden kann (Trumpwahl im November, Coronaimpfstoff – wann?, Brexit), die Gefahr eines zweiten Crashs in 2020 ist deutlich geringer geworden. Aus diesem Grund wurde jetzt das restliche Drittel des Cashbestandes in Aktien investiert, so dass der Börsenmonat nun zu 100% auf Aktien setzt. Damit sind wieder zehn Positionen im Depot.

Auch die Neulinge sind geografisch gut verteilt auf vier Länder – die Bank of Ireland (IRL), Pfizer(USA), ITM Power(GB), LPKF Laser(D), dazu wie gehabt NIU Tech und Anta Sports(CHN), Sony(JP), Encavis(D), Grieg Seafood (NOR) und 3D Systems(USA).

Die Neueinkäufe sind ebenfalls quer durch verschiedene Branchen gestreut:
Bank of Ireland: 520 x 1,81 €
Billige Bankaktie, die sich noch nicht von der Coronakrise erholt hat. Seit März Bodenbildung, hatte noch im Dezember 19 u. im Januar 20 zwei Tops über 5 €.

Pfizer: 50 x 33,30 €
Kaum gekauft, fliegt der Pharmakonzern auch leider schon aus dem Dow Jones, weil Apple seine Aktien splittet. Pfizer arbeitet mit dem Mainzer Unternehmen BioNTech zusammen an einem Covid-19 Impfstoff und wird im Erfolgsfalle deshalb schon im Oktober – wenn BioNTech positive Ergebnisse zu vermelden hat – wieder höhere Kurse erreichen.

ITM Power: 3,30 x 3,13 €
Der britische Wasserstoff-Elektrolyseur gehört zu den Top 10 der Wasserstoff-Aktien.

Quelle: Finanzen.net – die wichtigsten Wasserstoffaktien

Dabei handelt es sich um eine Wachstumsaktie, die sicher Risiken birgt, aber bereits eine Marktkapitalisierung von 1,4 Mrd. aufweist. Vor Jahren habe ich mir einmal die Finger an Ballard Power verbrannt. Nachdem ich 2015 ausgestiegen war stieg Ballard von 1,50 € auf heute 15 € (10-Bagger). Das soll uns mit ITM Power nicht nochmal passieren…

LPKF Laser: 100 x 21,20 €
Schon am Dienstag vor einer Woche ins Depot genommen, ist die Aktie zwar wie erwartet für Wirecard in den TecDax aufgestiegen, aber eine Unternehmensnachricht über einen verschärften Sparkurs wegen Corona bedingter Auftragsverschiebungen bremst die Aktie derzeit etwas aus. Dennoch sind die jüngsten Kursziele der Analysten sehr optimistisch gestimmt. (25,30,38 und sogar 40 €). Das alles ist Grund genug auf eine Kursverdopplung in den kommenden 1-2 Jahren zu setzen.

3D Systems: 210 x 4,65 €
Der letzte Neukauf ist gar kein Neukauf. 3D Systems ist im Musterdepot in den vergangen drei Monaten schleichend erst auf -20% und nun im August nach den Quartalszahlen auf -40% im laufenden Monat abgestürzt. Alles in allem wäre dies Grund genug die Aktie aus dem Depot zu werfen. Der „angerichtete Schaden“ im Börsenmonat-Depot beläuft sich derweil auf 440 € und ich enrinnere mich da an einen ähnlichen Fall von 2013. Canadian Solar, die ich Ende Januar 2013 für 3,97 (340 Stück) gekauft hatte und die Anfang Mai mit -300 bis -500 € wie Blei im Depot lagen und dann oh Wunder bis Weihnachten auf knapp 20 € kletterten. Warum also sollte 3D Systems nicht ebenfalls outperformen? Ebenso wie Dr. Dennis Riedel (siehe Riedl-Report ) schätze ich 3D Systems als eine Aktie ein, die zu einer Zukunftstechnologie gehört und deshalb noch lange nicht abgeschrieben werden darf.

Vergleicht man die Performance der vergangenen 5 Jahre mit dem etwa gleich gut aufgestellten Konkurrenten Stratasys, so zeigt sich das 3D Systems immer wieder bis zu 100% Outperforming in der Lage ist. Ich halte ich es wie einst Jesus mit dem dürren Baum ohne Früchte und gebe dem 3D Druck noch eine Chance.

Während der DAX mit -0,8% noch unter seinem Jahresbeginn bleibt, ist das Musterdepot derweil wieder 1,0% im grünen Bereich. Ziel bleibt nach wie vor den DAX zu schlagen.

So das war es fast.
Apropos Aiya Napa, kennen Sie Aya Jaff?
Nein? Sollten sie aber!
Alle unter 40 sollten ihr Buch „Moneymakers“ als ausgesprochen nützliche Lektüre betrachten, die sowohl Lesefreude wie praktische Hilfe beim Thema Geld und Börse bietet. Alle über 40 können es auch lesen! Und sei nur um einmal einen Abgleich mit der eigenen Lebenserfahrung beim Umgang mit Geld und mit Börse zu machen.

—> Interview im Mittagsmagazin
—> Zum Blog von Aya Jaff

–> Mathe hätte mich fast das Abitur gekostet

Neben ihrem Blog gibt Aya Jaff erfrischende Interviews, wie im Mittagsmagazin und berichtet über ihre Mathe-Schul-Allergie, die ich gut nachfühlen kann. Ging mir auch als Kid so. Deshalb habe ich meiner ehemaligen Klassensprecherin Dragana, als ich sie verzweifelt schimpfend über ihren Oberstufen-Mathelehrer wieder traf, kurzerhand die Lehrer-Lösungshefte für ihre Mathebücher besorgt. Heute ist sie nach ihrem Mathe-Studium als Landvermesserin tätig.
Wirklich – ein wenig Mathe kann tatsächlich fröhlich machen. Alles fängt damit an gut schätzen zu lernen (und wenn es dazu alle 10 Finger braucht…) und endet mit einer klug ausgesuchten Aktie, die steigt und steigt.

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.


Ähnliche Beiträge