Der Börsenmonat – Dezember 20

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Bob Ross – 14 Farben

Dreht der Wind an Hexensabbat,
macht es einen großen Bummskarach.

Hexensabbat
Ok, reim dich oder ich fress´dich! Viermal im Jahr, zuletzt am letzten Freitag, ist sog. Hexensabbat an der Börse (großer Verfallstag für den Börsenhandel mit Optionen etc., jeweils der dritte Freitag im März, Juni, September und im Dezember). Die Neupositionierung vieler Händler kann dabei Trendwenden herbei führen und die Aktien und Indizes neu ausrichten (nach Süden – fallend – oder gen Norden – steigend). In den kommenden 14 Tagen heißt es daher Augen auf die Indizes richten um mögliche fällige Trendwechsel nicht zu verpassen.

Thema: RoboAdviser
Wer braucht schon einen RoboAdviser? Doch wie heißt es so schön: Vorsprung durch durch Technik…Na, dann schauen wir mal etwas genauer hin. Glaubt man Twitter so sind RoboAdviser jetzt im Trend und Franke-Media.net hat sich die Mühe gemacht und 20 verschiedene Roboter-Advice Anbieter einem Vergleichstest unterzogen. Im Vergleich mit dem MSCI World Index (+9,4%) haben jedoch nur 4 RoboAdvisor eine wirkliche Outperformance hinlegen können. Im Vergleich zum Börsenmonat-Musterdepot (> +40%) hinkt selbst der Topperformer 20% hinterher.

Quelle: Franke-Media.net

Wir sollten nicht übersehen, dass Aktienanlage auch ein wenig eine Kunst ist und eben nicht nur eine Technik. Wobei das schöne ist: Diese Kunst kann jede(r) erlernen. Dafür sind Lehrer.innen sehr hilfreich, so wie einst der legendäre Bob Ross uns jahrelang gezeigt hat wie wir ganz einfach mit einer Farbpalette, einer Auswahl an Pinseln und ein paar Ölfarben tolle Bilder malen können. (Bob Ross – The Joy of Painting )

Was machen wir denn anderes an der Börse? Aus einer Palette von Aktien die richtige Mischung zusammenstellen und mit Hilfe von Informationen und Charts unsere Kurven ziehen. Bei der Aktien-Technik bevorzuge ich nach wie vor die hoch informativen und aussagekräftigen Charts von Comdirect.

Quelle: Comdirect.de

Die 38 Tage-Linie (grün), die 90 Tage– und die 200 Tage-Linie(violett) zeigen uns wie die Aktie sich bewegt. Steigt das Momentum über 100 so gilt dies als Kaufsignal. Die Relative Stärke warnt uns vor Überhitzungen (rot) und weist uns auf große Schwäche (grün) hin. Besonders hilfreich ist auch der ZigZag. Er bedeutet uns schnell die Trendwenden, die so leichter ausgenutzt werden können.

Dezember – Jahresabschluss
Wieder geht ein Börsenjahr zu Ende. Es war zweifelsohne das spannendste seit 2016 (Chinakrise, Brexit, Trumpwahl). Das Jahr 2020 wurde vor allem durch den Corona-Börsencrash im März überschattet, während der Brexit und das Gepolter um Trump bisher nicht wirklich negativ zu Buche geschlagen sind. Das könnte sich allerdings schon im Januar ändern, denn der DAX hat sich zwischenzeitlich bereits deutlich über die 38 Tage-Linie erhoben. Vorsicht ist also die Mutter der Porzellankiste!

Comdirect – DAX-Chart YTD

Der Dezember ist auch der richtige Monat um wieder einmal an die Steuererklärung zu denken. Der Sparerfreibetrag beträgt für 2020: 801 € für Ledige u. 1.602 € für Ehepaare – was bedeutet dass anfallende Zinsen, Dividenden und Aktiengewinne bis zum angegebenen Pauschbetrag nicht mit ca. 25% versteuert werden, aber darüber von jedem Euro mehr als 25 Cent dem Staat gehören. Da lohnt es sich schon für uns Kleinanleger.innen mit dem Verkauf von Verlust- und Gewinn-Aktien so zu jonglieren, dass der Steuerbetrag erträglicher wird.

Musterdepot Dezember 20
Apropos Jahresendrallye – während im DAX immernoch darauf gewartet wird, hat unsere Alle-Weltmischung (CN, USA, JP, GB, D…) schon seit Oktober in den Rallye-Modus geschaltet.
Das Börsenmonat-Musterdepot geht im Januar in die 10. Runde, also ist es wieder Zeit für einen Jahresrückblick. Im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren war 2020 reichlich Anlass auf die Großwetterlage zu reagieren. Hat der DAX sein Hoch (13784 Punkte ) vom Januar bis dato nicht wieder erreicht, sieht die Lage beim Börsenmonat-Musterdepot sehr positiv aus. Nach dem Crash im März hat das Depot aktuell 48% zugelegt und somit seit dem Start im Januar 2012 mit +527% den DAX weit hinter sich gelassen. Waren zu Jahresbeginn noch 10 Aktien im Depot, so mussten Cancom, Voltabox, Borussia Dortmund, Yamaha Gold und Ceconomy im Crash-Modus weichen. Auch Sony und Grieg Seafood mussten im Crash Federn lassen. Damit schrumpfte das Börsenmonat-Portefolio im Frühjahr auf lediglich 6 Werte, Anfang November war dann Grieg Seafood nach 4 1/2 Jahren (seit April 2018 im Depot) unter seinen Einstandspreis gefallen.
Seit März kamen Zug um Zug Encavis, Bank of Ireland, ITM Power, Canadian Solar, Solarparken, Apple, Vodafone und Coherus Bioscienses hinzu. Pfizer und LPKF Laser lieferten nur eine kurze Stippvisite im Musterdepot ab. Pfizer legte uns allerdings mit der Gründung von Viatris noch ein kleines Geschenk ins Depot. Viatris steht auch nach 20 € Steuerabzug mit 285 % zu Buche, womit das Portfolio zum Jahresende auf 13 Werte
angewachsen ist.

Börsenmonat-Musterdepot 21. Dezember

NiuTech wurde im November beim Stand von 30 € um die Hälfte reduziert. Encavis ist ebenfalls über die Ziellinie gesprintet, so dass auch einmal ein paar Stücke davon verkauft werden können. Die Schlager des Monats sind allerdings die Bank of Ireland und 3 D Systems, das laut Experten durchaus noch Luft bis 9,45 € haben soll. Die Wasserstoff-Aktie ITM Power ist typisches Beispiel für eine zukunftsgerichtete innovative Firma. Wer bei 1000 € Einsatz einer Technikaktie nicht wenigstens ein + von 30% zutraut, sollte sie erst gar nicht kaufen. Die 500 € Gewinn hat sich ITM-Power redlich verdient. Grüner Wasserstoff hat sicher noch eine große Zukunft.
Apple, Vodafone, Solarparken und Coherus Biosciences sind die Neulinge im Börsenmonat-Musterdepot.

Sollte Apple wirklich auf 75 € fallen, wie es ein Analyst funkt, wäre das sicher ein guter Grund nachzukaufen, ähnliches gilt für Vodafone, das global aufgestellt ist und im kommenden Brexit-Theater ebenfalls nachgekauft werden könnte. Solarparken – der Name allein spricht für sich. Es hat eine sonnige Zukunft, nicht zuletzt weil RWE bis 2022 Steinkohle- und Atomkraftwerke dicht macht.
Wir alle wollen diesen Corona-Virus 2021 in Griff kriegen, das wird aber durch Impfungen alleine nicht gelingen. Da braucht es für den Virus auch Medikamente wenn es schon passiert ist, doch nicht so wirkungsloses Zeug wie Hydroxychloroquin oder Azithromycin aus Trumps Allkoholbar sondern hochwirksame Stoffe. Coherus Biosciences und Formycon (Kurs 60€ !) arbeiten daran effektive Medikamente für die Immunabwehr u.a. gegen Corona zu entwickeln. Sollte sich Coherus Biosciences auch als Flop erweisen, war es wenigstens für einen guten Zweck.

Watchliste
Der Cashbestand liegt bei gerade ein 1% des Depots, da können wir keine großen Sprünge machen, dennoch bleiben einige Aktien auf der Watchliste.
Wer am Monatsanfang in Ceconomy, Twitter, LPKF Laser oder VW investiert hat konnte Gewinne erzielen, der Rest ist Schweigen im Walde. Nicht vergessen; das Kursziel von LPKF steht im neuen Jahr weiterhin bei 35 – 40 € . Pfizer lohnt eigentlich aktuell keinen weiteren Blick, denn alle Erwartungen sind offensichtlich eingepreist, Moderna, CureVac, AstraZenica und andere sind auf dem Sprung Impfstoffe zu liefern.

Watchlist 12-20

Ausblick
Wo steht der DAX Ende 2021? Das ist eine beliebte Frage bei den Brokern und Journalisten. Für uns Leute mit kleinem Depot, stellt sich eine andere Frage. Wie schaffen wir es 2021 wieder den DAX zu schlagen? Wie gut im Diagramm zu erkennen gab es bei Krisen von 2016 einen Einbruch von 50% ! – 2020 jedoch einen deutlichen Ausbruch. Nicht jede Krise kann vorhergesehen werden und so ein Crash geht oft innerhalb von Tagen von statten. Der Blick regelmäßige Blick auf DAX und die 200-Tage-Linie ist jedoch eine gute Leitlinie für das Verhältnis von Aktien zu Cash im Depot. Dies war ein Grund warum 2020 der März-Absturz besser vom Depot verkraftet wurde als die Tücken von 2016.

In den letzten 3 1/3 Börsenjahren von August 2017 – heute konnte so die Delle im Frühjahr deutlich besser im Zaum gehalten werden. Der Jahresabschluss mit 28% im Plus bietet eine gute Basis für den „guten Rutsch“ im neue Jahr, den wir an der Börse aber gerne vermeiden wollen.

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Der Börsenmonat: Tipps der Börsen-Oma

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Mit dem richtigen Spürhund gegen den Börsenbär…

Wer glaubt, dass nur Männer wissen, wie ein erfolgreiches Aktieninvestment aussieht, der irrt. Beate Sander kannte sich mit der Börse bestens aus, auch wenn sie nicht so bekannt ist wie Warren Buffett. Doch sie hat ihre eigene Methode entwickelt um gute Aktien zu finden und auch hilfreiche Ratgeber zum Thema Börse verfasst.

Die kürzlich verstorbene Beate Sander, auch liebevoll als “Börsen-Oma” bezeichnet, hat es verstanden ihr Erspartes erfolgreich an der Börse in die Rente zu investieren. Beate Sander fing im Alter von 59 Jahren mit dem Aktienhandel an. 18 Jahre später war ihr Depot auf einen Wert von über zwei Millionen Euro angewachsen. In einem Focus-Interview plauderte Beate Sander aus dem „Börsen-Nähkästchen“

Im “Zaster-Magazin” finden wir die wichtigsten Börsen-Tipps von Beate Sander:

1
Erhöhe die Menge deiner Aktien pro Stück nur schrittweise, zum Beispiel 30, 50, 70 und irgendwann 100+.
2
Machst du drei- oder vierstellige Kursgewinne einzelner Aktien, solltest du Teilverkäufe erwägen, um Geld zu sichern und eventuell neue Investitionen zu tätigen.
3
Keine Position unter 1000 Euro. Sonst sind die Transaktionskosten oft so teuer, dass sich Teilverkäufe kaum lohnen.
4
Nutze Crashs, um nach- oder einzukaufen. Bei der Finanzkrise 2008 hat die Mehrheit der Anleger verkauft, was zu niedrigen Kursen geführt hat, die sich dann aber wieder rasch erholt haben.
5
Kaufe nur Aktien, die du auch bereit wärst, ein Leben lang zu behalten. Heißt: Kaufe nur, wovon du wirklich überzeugt bist.
6
Investieren, wo es nur geht. Mit vielen Aktien in unterschiedlichen Bereichen streust du dein Verlustrisiko (das können auch Papiere aus abseitigen Märkten wie etwa Russland und Lateinamerika sein).
7
Kaufe dir entsprechende Fachliteratur. Mit dem Internet allein geht es nicht. Hier verzettelt man sich sehr und alle raten etwas anderes (Zum Beispiel den „Aktien- und Börsenführerschein“, einem Klassiker, den Sander selbst geschrieben hat).
8
Wer wenig Geld zur Verfügung hat, sollte zunächst mit relativ sicheren ETFs starten. Auf diese Weise streust du deine Anlage mit einer einzigen Gebühr breit.
9
Aktien- und Börsengeschäfte haben nicht immer mit „bösem Geld“ zu tun. Du kannst auch umweltfreundlich und klimabewusst handeln und in nachhaltige Fonds investieren.
10
Zum Schluss: Verkaufe bei einem Crash niemals all deine Aktien. Du wirst es bereuen, denn danach geht es irgendwann immer bergauf und du hast dann das Nachsehen.

Diese Tipps hören sich vielversprechend an. Grund genug für Der Börsenmonat das aktuell laufende Musterdepot dem 10 Regel-Check nach Börsen-Oma-Sander zu unterziehen:

1
Erhöhe die Menge deiner Aktien pro Stück nur schrittweise, zum Beispiel 30, 50, 70 und irgendwann 100+
Richtig – schrittweise Einkaufen, denn Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Wieviele Aktien gekauft werden ist abhängig vom Einkaufspreis der einzelnen Aktienstücke und der Größe des Depots. Aktien sollten in der Regel zunächst nur 5-10% Anteil am Gesamtdepot haben. Lediglich zwei Aktien des Musterdepots sind über 10% gewichtet. Niu Tech 160 St. = 20% und Encavis 400 St. = 32%. Wenn der Anteil einer Aktie ein Drittel des gesamten Aktienpaketes überschreitet, verringert ein Teilverkauf das Abwärtsrisiko. Sollte Encavis weiter steigen (bis 20€) werden 100 Stücke veräußert.

2
Machst du drei- oder vierstellige Kursgewinne einzelner Aktien, solltest du Teilverkäufe erwägen, um Geld zu sichern und eventuell neue Investitionen zu tätigen.
Sehr sinnvoll! Nachdem ich 240 Stück Jinko Solar 2018/12 für 9,90 ins Depot aufgenommen hatte, stieg die Aktie auf 21,20 im Juni 19. Das sind + 114%! Im Okt. 19 bei 13,20 entnervt verkauft. Hätten ich nachdem die Aktie auf 90% (19,20€) zurückfiel die Hälfte verkauft, wären 720€ mehr im Portemonnaie geblieben. Eine ähnliche Erfahrung hatte ich schon einmal 2012 mit Jinko Solar gemacht. Solaraktien oszillieren gerne, deshalb heißt es nach auffälligen Kursanstiegen durch Teilverkäufe Gewinne sichern. Weitere Aktien mit großer Performance sind Sony (169%), da wurde im März schon die Hälfte der Anteile bei 60 € realisiert. Jetzt steht die Aktie über 70€, dennoch steht der restliche Gewinn zur Disposition. Der Verkauf der Playstation 5 läuft vermutlich bis Weihnachten gut weiter. 2021 könnte es also auch mal mit Sony wieder bergab gehen, dann darf Sony den Platz für eine andere Aktie räumen. Der „Elektro Vespa Roller“ und E-Bike Produzent Niu Tech hat mit +333% den Vogel abgeschossen. Bevor hier ein Teilverkauf stattfindet ist allerdings zu bedenken, dass Niu Tech auch 2021 weiterhin eine Wachstumsaktie bleibt und in Zukunft der komplette Zweiradmarkt weltweit weitgehend elektrifiziert wird. Da spekulieren wir einfach weiter auf 30 €, dann ist ein Teilverkauf fällig.
Es müssen nicht immer dreistellige Zuwächse sein um einen Teilverkauf vorzunehmen. Encavis am 4. März 500 Aktien gekauft und Ende April nach +15% schon wieder 100 St. verkauft. Hätte ich die 100 St. im Depot behalten würden heute knapp 600 € mehr zu Buche stehen. Da Encavis aber rasch 35% des Depotanteils erreichte, war ein Teilverkauf durchaus angezeigt, denn Rücksitzer an der Börse treffen immer wieder die besten (wertvollsten) Aktienpakete am stärksten.
3
Keine Position unter 1000 Euro. Sonst sind die Transaktionskosten oft so teuer, dass sich Teilverkäufe kaum lohnen.
Stimmt. Wer also nur 500 € einsetzt hat, hat am Ende vielleicht nur noch 250 € – abzüglich 30-40 € Kauf- u. Verkaufsgebühren. Solche Kleinbeträge sind reines Spekulationsgeld. Ausnahmen bestätigen die Regel.

4
Nutze Crashs, um nach- oder einzukaufen. Bei der Finanzkrise 2008 hat die Mehrheit der Anleger verkauft, was zu niedrigen Kursen geführt hat, die sich dann aber wieder rasch erholt haben.
Der Solarparkbetreiber Encavis ist solch ein positives Beispiel für ein „Krisenkind“, das genau dies beweist. Es geht aber in Crashs auch andersherum, wie ich mit Yamana Gold erlebt hatte. Als ich Yamana Gold als „sichere Krisenaktie“ im Oktober 19 zu 3,27€ gekauft hatte, war die Enttäuschung sehr groß als die Goldaktie im März bei 4,20 zusammen mit dem kompletten Musterdepot 1:1 in den Corona-Keller ging. Bei 2,82€ = Verkauf! Aber manchmal ist die erste Eindruck nicht der richtige, 8 Tage später kam die Aktie zurück und kletterte bis Mitte August auf 5,66. Richtig wäre also gewesen dran zu bleiben und billig hinzu zu kaufen. Hinweis: Gold steigt gerne mit dem Markt und fällt gerne mit dem Markt. Jetzt weiß ich es.

5
Kaufe nur Aktien, die du auch bereit wärst, ein Leben lang zu behalten.
Heißt: Kaufe nur, wovon du wirklich überzeugt bist.

Der erste Satz ist wohl nur eine Hommage für Warren Buffet (und nicht unbedingt wahr), aber Teil 2 ist ein genaueren Blick wert.
Das heißt nicht, dass du an die Aktie glauben musst. (Trau keinem Wert, den du nicht schon einmal selbst verkauft hast…) In der Praxis bedeutet das: Die Aktie muss dich überzeugen und das z.B. durch eine nachhaltige Perspektive und positive Quartalszahlen. Ungeprüft Aktien einkaufen ist wie Roulette.

6
Investieren, wo es nur geht. Mit vielen Aktien in unterschiedlichen Bereichen streust du dein Verlustrisiko (das können auch Papiere aus abseitigen Märkten wie etwa Russland und Lateinamerika sein).
Das Musterdepot ist global aufgestellt und noch wichtiger in diversen Branchen gestreut. Übergewichtete Branchen erhöhen das Verlustrisiko. Deshalb ein besonderes Auge auf die Solaraktien Encavis und Canadian Solar wegen Gefahr der Übergewichtung. Abseitig ist relativ: Das können auch schon Aktien aus Norwegen, China, Japan, Italien oder Zypern sein.

7
Kaufe dir entsprechende Fachliteratur( zum Beispiel den „Aktien- und Börsenführerschein“, einen Klassiker, den Sander selbst geschrieben hat). Mit dem Internet allein geht es nicht. Hier verzettelt du sich sehr schnell und alle raten etwas anderes.
Es gibt eine kaum zu überschauende Anzahl an Literatur zum Thema Börse. Wenn es nicht von der Altmeisterin persönlich sein soll, dann geht es auch für Neueinsteiger mit „Börse Für Dummies“ von Christine Bortenlänger ein hilfreiches Buch zum Einstieg.

8
Wer wenig Geld zur Verfügung hat, sollte zunächst mit relativ sicheren ETFs starten. Auf diese Weise streust du deine Anlage mit einer einzigen Gebühr breit.
Wer keine 1000 € zusammen hat kann es tatsächlich zuerst einmal mit einem ETF auf den DAX versuchen. Das Börsen Musterdepot startet üblicherweise zu Beginn (zuletzt 2012) mit 4000 – 5000 €, so dass man sich 4 -5 ausgewählte Aktien ins Depot legen kann.

9
Aktien- und Börsengeschäfte haben nicht immer mit „bösem Geld“ zu tun. Du kannst auch umweltfreundlich und klimabewusst handeln und in nachhaltige Fonds investieren.
Natürlich geht das, aber Lehrgeld wird jede(r) mal zahlen müssen. Mein Musterdepot aus der ersten Dekade von 2002 -2011 steckt alles Geld komplett in Solar und pushte zwar ab 2004 die 4000€ bis auf 33000 €, doch als ich dann Australien die schmutzige Steinkohle austreiben wollte hatte ich schnell 9000,- € in den Sand gesetzt weil die Regierung lieber das schwarze Gold unterstützte statt in Solverdi („grüne Sonne“) zu subventionieren. Nein die Welt kannst du nicht im Hau Ruck Verfahren retten, wenn der Regierung des Landes das Klima völlig egal ist und lieber riesigen Waldbränden tatenlos zusieht. Ende 2011 war dann auch Ende für das erste Börsenmonat Musterdepot. +1% nach 10 Jahren. (Umwelt-)Bewußtes und Ethisches Investitionen machen dennoch mit entsprechendem Augenmaß Sinn.

10
Zum Schluss: Verkaufe bei einem Crash niemals all deine Aktien. Du wirst es bereuen, denn danach geht es irgendwann immer bergauf und du hast dann das Nachsehen.
Tabula Rasa heißt bei 0 anfangen. Aber jeden Monat das Fallobst ausschneiden und/oder gegen frisches Obst ersetzen ist hilfreich. Eine neue Aktie pro Monat (ggf. im Austausch gegen die potenziell schwächste) bedeutet auch jeden Monat eine neue Chance.


Beate Sander hat ausserdem eine durchgängige Strategie für den Kauf und Verkauf von Aktien entwickelt, die sogenannte „Hoch/Tief-Mut-Strategie“
Ihr Erfolg basiert nicht auf Zufall, sondern auf einer klaren Linie, die auch Kleinanleger/innen befolgen können. Das sind die wichtigsten Eckpunkte:

  • Die wichtigste Regel in Beate Sanders Strategie lautet: „Bleibe mutig, wenn die anderen ängstlich werden.“
  • Sie kauft Aktien breit gestreut nach Ländern, Branchen, Indizes. Sie investiert zu verschiedenen Zeitpunkten, mischt große, mittlere und kleine Werte, Value-Aktien und Wachstumswerte. Sie hat etwa 120 Titel in ihrem Depot.
  • Chancenreiche Aktien erwirbt sie zu günstigen Kursen, wie aktuell im Corona-Crash.
  • Die Dividenden legt sie konsequent wieder an. Sie bevorzugt Titel mit verlässlichen, möglichst steigenden Dividenden-Ausschüttungen.
  • Etwa ein Drittel des Kapitals investierte sie in substanz- und dividendenstarke, nachhaltige, defensive und fair bewertete Value-Aktien. Ein weiteres Drittel fließt mit Blick auf Kurs, Dividende und Zukunftschancen in Titel weltweit. Das letzte Drittel ist für wachstumsstarke, offensive, konjunkturabhängige Growth-Aktien reserviert.
  • Diese Strategie half ihr in 18 Jahren aus 30.000 € Startkapital 2.000.000 € Aktienkapital zu generieren.

Beate Sander hatte auch immer flotte Sprüche auf Lager:

  • Meine besten Pferde bleiben im Stall“
  • „Breit gestreut, nie bereut“
  • „Ein lahmer DAX ist alles andere als ein Rennpferd.
  • “Schrotthaufen fliegen raus”
  • “ein Crash ist gut für Leute mit Mut”

Doch in einem Punkt unterscheide ich mich von der Beate-Sander-Strategie. Ich bin kein Freund von ETF´s, denn ein Index-ETF z.B. auf den DAX mindert zwar das Verlustrisiko, weil ein ETF alle 30 DAX Aktien kauft, aber er kann dann auch praktisch nicht den Index outperformen. Jedoch genau darum geht es beim Börsenmonat Musterdepot! Der Vorsprung gegenüber dem DAX liegt für das laufende Jahr bei soliden 15% (Depot: 13,6%, DAX: -1,4%).

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
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in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Der Börsenmonat – November 20

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Alle reden über Trump, wir reden über Aktien.

Je größer die Depotgewinne,
desto leichter zahlt sich die Steuer.

Steuern und Aktien
Schenken wir einem Bericht der ARD Börse Glauben stehen nun die angenehmeren Börsenmonate des Jahres vor uns. Grund genug nicht ausser Acht zu lassen, dass bald das Jahr 2020 für die Steuer zu Ende geht. Somit Zeit für die Frage: Haben sie dieses Jahr Verluste oder Gewinne gemacht, oder beides zusammen? Es sei wie es sei. Wenn sich Gewinne zum Jahresende abzeichnen, so lohnt es sich für uns Kleinanleger u. -anlegerinnen diese teilweise oder auch komplett zu realisieren. Grund ist die Tatsache, dass 25 % Abgeltungsteuer plus Solidarzuschlag und eventuell Kirchensteuer bei der Veräußerung auf den Aktiengewinn anfallen. Was bedeutet, dass von 1000 € Gewinn über 250 € an das Finanzamt fließen. Den Einbehalt der Steuer nimmt die Depotbank direkt vor, wir brauchen also nichts zu tun um unsere Steuerpflichten zu erfüllen. Der Staat nimmt ordentlich, rechnet uns aber für unsere Spar- und Investionsaktivitäten einen Sparerpauschbetrag von 801 bzw. 1602 € (Ledige/Verheiratete) an.

Wenn wir also noch im Jahr 2020 Aktien von Firmen verkaufen, die uns zusammen 1000€ Gewinn erwirtschaftet haben, zahlen wir nur noch auf den überstehenden Gewinn von 200 € rund 50 € Steuern. Anders sieht die Situation aus, wenn wir parallel dazu in diesem Jahr Aktien mit z.B. 2000 € Verlust verkauft haben, dann wird erstmal solange aufgefüllt bis echte Gewinne über den Sparer-pauschbetrag hinaus aufgelaufen sind. Dieser steuerliche Freibetrag gilt natürlich auch 2021 bzw. so lange wie Steuergesetzgebung gleich bleibt. Durch geschicktes Kaufen und Verkaufen lässt sich also der Pauschbetrag besser nutzen.

Crashmonate: Oktober und Februar
Puuuh, das war ein Monat. Die Crashgefahr war so groß wie Ende Februar und der Oktober war extrem volatil. Die sogenannte Präsidentenrallye, die eigentlich schon ab dem 23.Okt. hätte laufen sollen kam nicht in die Gänge und kann gelinde gesagt als Eimer voll Sand bezeichnet werden. Immerhin kommt jetzt rein börsentechnisch die bessere Jahreshälfte. Alte Börsenregeln sagen: Von November – April gilt der Halloween-Effekt während für Mai-Oktober die Redewendung: „Sell in May and remember to come back in September“, bemüht wird.

Sprüche eben, denn beim Monatsvergleich im Musterdepot zeigt sich, daß bis auf März alle Monate positiv sind:
(Nov.-Apr. 34 : 18; Mai-Okt. 37 : 17). Es gibt hier kaum einen signifikanten Unterschied. Neben März sind die Monate Februar und August/September mit Vorsicht zu genießen. Eine ungeschriebene Regel sagt uns, dass die Aktien des vergangenen Börsenjahres oft nicht mehr im Frühjahr zünden wie zuvor, so dass bei der Suche nach neuen Aktien natürlich auch die Gefahr wächst auf die falschen Pferde zu setzen. August u. September gelten wie allgemein bekannt an der Börse als schwächere Monate, daher nur der knappe Vorsprung.

Natürlich könnte das Börsenjahr 20 genauso aufregend werden wie 2016 . Drei Impacts trafen damals hart das Musterdepot. Es begann mit der China- und Solarkrise schon im Januar nach unten zu laufen, Ende Juni folgte die Brexitentscheidung und die Trump-Wahl im November gab ihm dann noch einen heftigen Stoß. Das Musterdepot wackelte und halbierte sich (siehe Diagramme unten). Auch in diesem Jahr leiden wir unter drei großen Risiken: Die Coronankrise seit Februar, die Präsidentschaftswahl in den USA (jetzt im November) und eventuell ein ungeregelter BREXIT als Silvesterrakete. Da helfen wie bei COVID-19 nur Schutzmasken (infizierte Aktien nur mit der Kneifzange anfassen) und solange Abstand halten von schwachen Aktien bis sie wieder auf die Füße kommen.

Musterdepot Oktober 20

Unser Musterdepot hat im Oktober 1800 € zugelegt und ist damit auf Rang fünf der besten 100 Monatsergebnisse seit dem Start in 2012 geklettert.
Wir sehen es ihm deshalb nicht auf den ersten Blick an, aber da war dennoch ein Crash der den Zugewinn halbierte. Obwohl bis zur Monatsmitte das Depot mit +20% über 3800 € zulegte, verlor während der „negativen Präsidentschafts-wahlrallye“ wieder über die Hälfte des Gewinns. Zum Vergleich: Im März verlor das Depot 11% bzw. 1900 € jetzt aber in 14 Tagen 2000 € . Das fühlt sich an wie beim Fußball wenn durch das toll herausgespielte 3:0 schon alles klar erscheint, aber an Ende nur mühsam ein 4:3 eingefahren wird.

Stand: 30.Oktober

Und die Gewinner im Oktober sind (von rechts nach links) Niu Tech, Encavis, Bank of Ireland, 3D Systems, Sony im Endspurt und Anta Sports (Monatsplus der Top 5 von +10% bis +46%). Grieg Seafood und 3D Systems standen Ende September knapp vor dem Aus, aber Totgesagte leben bisweilen länger, was von 3D Systems mit einem Bocksprung von 3,99 auf zwischenzeitlich 6,96 beantwortet wurde. In den letzten Tagen kam allerdings wieder die Angst vor den Quartalszahlen am 5. November dazu und so steht der Kurs am Monatsende „nur“ auf 5,05. Anfang des Jahres stand der Kurs sogar auf 11,50 (kurz vor dem Corona-Crash). Es lohnt sich hier weiter auf die Zeiten nach Corona zu warten. Ein schlechtes Quartal hatte hingegen Grieg Seafood und kratzt im Oktober weiter an neuen Tiefs. Dabei will die Grieg Seafood weiter in die Zukunft investieren, aber der Ausbau der neuen Lachsfarm in Neufundland verzögert sich wegen Corona. Eigentlich zum Zugreifen, aber unser Cash ist zu 98% ausgeschöpft.
Erwischt hat es hingegen LPKF Laser, zum Einstandpreis wieder verkauft und gegen Canadian Solar ausgetauscht. Canadian Solar läuft zwar noch nicht wie erwartet (-274 €) aber LPKF hat nach dem Tausch zeitweise schon 500 € schlechter als CS gestanden. Der Verkauf von Grieg Seafood würde ca. 1300-1400 € freisetzen, vielleicht im Tausch gegen LPKF, das schon zum Ende des Jahres wieder aufdrehen könnte.

Watchliste – Warren Buffet

Ich weiß nicht was Warren Buffet auf seiner Liste stehen hat, aber auch der Börsenmonat führt eine Watchliste.

ADVA und Software AG wurden nach mehr als -20 % Verlust von der Watchliste herunter genommen. Durch eine Hackerattacke ist der Kurs der Software AG nachhaltig gefallen, so dass wir erst im neuen Jahr wieder einen Blick darauf werfen werden.
Vielleicht sollten wir in Zukunft immer gleich nach Monatsbeginn die Aktie kaufen, die sich ganz vorne tummelt. Bei Jinkosolar hätte sich das diesen Monat extrem gelohnt, selbst nach dem Rücksetzer vom Top (ca. 350% zur Monatsmitte) stehen hier mehr als 160% zu Buche. Auffällig ist auch die LPKF Laser Aktie, die fast 30% verloren hat, dabei hatten Analysten noch Anfang Oktober ein Kursziel von 30 – 40 € vorhergesagt, was inzwischen eine Kursverdopplung bedeuten würde. Das könnte das November-Schnäppchen werden.

Ausblick: November

Tatsächlich geht es möglicherweise schon nächste Woche an der Börse wieder bergauf, wenn ein Nachwahl-Chaos wie einst bei Bush-Gore vermieden werden kann. Sollte Corona dem „Halloween-Effekt“ keine Steine in den Weg legen, könnten wir also bis April steigende Kurse an der Börse sehen.

Quelle: https://www.boerse-frankfurt.de/

Nicht vergessen werden sollte, auch wenn es zwischenzeitlich immer wieder mal ein Baisse gibt(Phase mit fallenden Kursen), steigt der DAX über Jahrzehnte hinweg doch roundabout 8% im Jahresdurchschnitt. Doch genau das ist der Punkt: Mit etwas Ehrgeiz lässt sich der DAX jedes Jahr schlagen. Hinkten wir zwischen April und August dem DAX meist hinterher hat sich gerade im Oktober das Blatt deutlich gewendet.

Letzte Börsenwoche…

Während der DAX vergangene Woche um 8% in die Knie ging und -9,4% im Oktober hat das Depot nur -2,2% in der letzten Woche hinnehmen müssen und sogar 9,1% im Monat zuglegt! Auch im Jahresrückblick hat der DAX inzwischen wieder -12,8% eingefahren und bis Silvester ist bestenfalls kaum mehr als eine 0 drin. Vergleichen wir die letzten 10 Monate mit dem Depot (+5,8%) haben wir dem DAX inzwischen 18,6% abgenommen, was nicht zuletzt auf die welt- und branchenweite Diversifikation des Musterdepots zurückzuführen ist. Zuletzt noch einen Blick auf den VDAX (siehe oben unterste Zeile), der die Volatilität der Indizes (DAX) anzeigt. Steigt der VDAX mehr als 1% am Tag notiere ich mir ein Buy, fällt er um mehr als 1% ein Sell.
Der VDAX kann neben der 200 Tageslinie ein Hinweis darauf sein, ob man günstiger einkaufen und teuerer verkaufen kann. Stay tuned

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Wie junge Anleger in sozialen Medien abgezockt werden

Tipps für Börsenneulinge von boerse.ARD.de

Der Börsenmonat – September 20

DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Wenn du mit deinem Hund spazieren gehst,
läuft der Hund (die Börse) dir manchmal vorneweg,
aber manchmal läuft er dem Herrchen (die Wirtschaft) auch hinterher.

In der vergangenen Dekade haben sich die Monate August und September zu den schlechtesten des Jahres entwickelt. Insgesamt haben seit 2017 fünf von acht Spätsommermonaten (August + September) negativen Ertrag auch im Börsenmonat-Musterdepot generiert. 2020 ist der September ebenfalls auf dem Weg Verluste zu generieren. Eigentlich war uns Anfang April allen klar, dass die Wirtschaft einen kräftigen Rücksetzer erlitten hatte, was sich auch so dann im Musterdepot Ende März mit -21% Performance dokumentierte. Hier nun schlug die klassische André Kostolany Erfahrung (sinngemässes Zitat oben) zu. Während die Börse seit März von der Leine zog und wir hinterher rannten, zieht der „Hund“ jetzt in die andere Richtung. Immerhin füllte diese weit von der Wirtschaftsrealität entfernte halbjährige andauernde Ralley den Depotkrug wieder bis 20300 € auf und es sah aus als ob nichts gewesen wäre. Doch pünktlich zum „Hexensabbat“ (Freitag (18. September) drehten die Börsen. Am Hexensabbat, dem großen Verfallstag laufen die Wetten auf Aktien und Derivate aus und es zeigt sich ob die Börsianer im zurückliegenden Quartal zu optimistisch waren.

Bis zum nächsten Hexensabbat (18.12.2020) kurz vor Weihnachten wird es holprig, denn große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Brexit und US-Wahlen werden je nach Ergebnis ein Auf- und Ab an den Börsen verursachen, während die Weltwirtschaft langsam versucht wieder Fahrt aufzunehmen.

Welche Verluste darf ein Depot hinnehmen?
Sieht man von typischen Crashsituationen wie im März ab, kann es aber auch passieren, dass die Börsen langsam den Hang hinunter rutschen, wie etwa 2002 oder 2016, was aber ein kleines Depot recht bald halbieren kann.

Entwicklung Musterdepot seit 2012 (halbjährig)

Natürlich könnten wir stur Kostolany folgen, „Schlaftabletten“ nehmen und uns vor Augen halten, dass irgendwann der „Hund“ auch wieder vorneweg rennt, wie  der Durchmarsch von Januar 2017 bis Januar 2020 mit ca. 100% auf 20600 € bezeugt. Aber das Nichtstun habe ich 2016 in der China/Brexit/Trumpkrise ausprobiert und musste so innerhalb von 12 Monaten 50% Lehrgeld bezahlen. Deshalb stellt sich jetzt die Frage: Wird dies wieder geschehen, und wenn ja, gibt es ein Gegenmittel? Sollte der September der Anfang einer Korrektur sein, die vielleicht bis Ende 2021 die Börse Schritt für Schritt nach unten führt? Was tun?

Wann ist der Verkauf einer Aktie sinnvoll?

  • Wenn sie besonders viel Gewinn gemacht hat?
  • Vor- oder nach Quartalszahlen?
  • Wenn sie kontinuierlich Monat für Monat abrutscht?
  • Nachdem sie rasch abgestürzt ist?

An der Börse gewinnt wohl am Ende immer wieder der Optimismus, aber bis dahin ist das nicht ganz so einfach. Ein gänzlich ungesteuertes Depot wirft einem schnell ein, zwei oder gar mehrere Jahre zurück. Ein Blick auf das Musterdepot Ende Januar 2020 und der Vergleich mit heute kann bei der Entscheidung helfen. Ab + 30% machen Aktien wirklich Spaß und deshalb vergleichen wir das Musterdepot von Januar 2020 (10 verschiedene Aktien) mit heute (ebenfalls 10 verschiedene Aktien). Ende Januar hatten folgende vier Aktien zwischen 30% und 138% Performance erzielt.

Depotaufnahme – – Jan 20/Anzahl/% – – heute/Anzahl/%
7.2016 Sony 27,02 – – 50 St./ 138% – – 25 St./148% 66,90
4.2018 Grieg Seafood 7,37 – – 350 St./ 91% – – 220 St./ 3% 7,56
7.2019 Niu Tech 6,05 – – 160 St./ 30% – – 160 St./ 164% 15,95
12.2019 3D Systems 7,69 – – 120 St./ 30% – – 330 St./ -30% 4,09
Neue Aktie (seit Anfang April dabei):
4.2020 Encavis /500 / 9,85 – – – – 400St./ 46% 14,14

Sony:
Wenn eine Aktie über 100% gelaufen ist wie der Börsendino Sony, dann darf gerne mal die Hälfte verkauft werden. Weiter beobachten.

Grieg Seafood:
Grieg ist nun auch schon im dritten Jahr im Depot. Leider ist die Story zu Ende, seit die Aktie im Juli Opfer einer Corona-Fakenews wurde. Dabei arbeitet Grieg Seafood fleißig daran das Lachsgeschäft weiter auszubauen. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, statt im Februar nur 130 Aktien, gleich 180 bis 200 Stück zu verkaufen. Zurück auf die Watchliste.

Niu Tech:
Gehört zu der Sorte von Aktien, die einen Anlauf brauchen bis sie durchstarten. Es benötigte ein halbes Jahr Geduld (Juli 19 bis Januar 20) bis die erwartenden 30% erreicht wurden. Doch dann ging alles Ruckzuck und die Aktie liegt inzwischen bei 164% im Plus und ist weiterhin ein spannende Wette auf die Zukunft. Hat nach wie vor Potential.

3D Systems: Im Januar noch bei 30%. Doch der Nachkauf der Aktie bei schwachem Kurs im August hat uns auf dem falschen Fuß erwischt. Obwohl sie zu den Marktführern beim 3D-Druck gehört und der 3D-Druck eine gute Zukunftsperspektive vorweist, ist die US-Aktie eines der Opfer der Trumpschen Corona-Katastrophe und des damit verbundenen Wirtschaftsdesasters geworden. Auch wenn diese Aktie keine typische Depotleiche ist, wie Steinhoff oder Wirecard, sollte sie nach klassischen Regeln bei -30% und einem Verlust von 570 € abgestossen werden. Allerdings neigen Technikaktien dazu, wie ich das schon mit CandianSolar und Evotec erlebt habe, bisweilen stark zu schwanken. Dennoch: Die letzten Septembertage werden über das Depot-Schicksal der 3D Systems Aktie entscheiden.

Encavis:
Diese Aktie ist gutes Beispiel dafür, dass alle 1 – 2 Quartale ähnlich wie bei den großen Börsenindizes bzw. je nach Wirtschaftslage, ein Stühlerücken im Depot angezeigt ist. In nur fünf Monaten über 40% im Plus, das macht Freude. 14 Tage nach dem Hexensabbat im März gekauft, kommt sie gut voran. In den kommenden zwei Jahren könnte sie über 100% steigen.

monatliche Entwicklung 9.2019 – 9.2020

In einem Börsenjahr kann viel passieren. Der Knick im Oktober 2019 bei 18600 € und und der allgemeine Crash im März auf 16000 € zeigt, dass bei rechtzeitiges Handeln ein Depotabsturz wie im Jahr 2016 – von 20200 zurück auf 10100 € – zumeist vermieden werden kann.

Vorschau im neuen Tab

Ernesto O.

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