Der Börsenmonat: Tipps der Börsen-Oma

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Mit dem richtigen Spürhund gegen den Börsenbär…

Wer glaubt, dass nur Männer wissen, wie ein erfolgreiches Aktieninvestment aussieht, der irrt. Beate Sander kannte sich mit der Börse bestens aus, auch wenn sie nicht so bekannt ist wie Warren Buffett. Doch sie hat ihre eigene Methode entwickelt um gute Aktien zu finden und auch hilfreiche Ratgeber zum Thema Börse verfasst.

Die kürzlich verstorbene Beate Sander, auch liebevoll als “Börsen-Oma” bezeichnet, hat es verstanden ihr Erspartes erfolgreich an der Börse in die Rente zu investieren. Beate Sander fing im Alter von 59 Jahren mit dem Aktienhandel an. 18 Jahre später war ihr Depot auf einen Wert von über zwei Millionen Euro angewachsen. In einem Focus-Interview plauderte Beate Sander aus dem „Börsen-Nähkästchen“

Im “Zaster-Magazin” finden wir die wichtigsten Börsen-Tipps von Beate Sander:

1
Erhöhe die Menge deiner Aktien pro Stück nur schrittweise, zum Beispiel 30, 50, 70 und irgendwann 100+.
2
Machst du drei- oder vierstellige Kursgewinne einzelner Aktien, solltest du Teilverkäufe erwägen, um Geld zu sichern und eventuell neue Investitionen zu tätigen.
3
Keine Position unter 1000 Euro. Sonst sind die Transaktionskosten oft so teuer, dass sich Teilverkäufe kaum lohnen.
4
Nutze Crashs, um nach- oder einzukaufen. Bei der Finanzkrise 2008 hat die Mehrheit der Anleger verkauft, was zu niedrigen Kursen geführt hat, die sich dann aber wieder rasch erholt haben.
5
Kaufe nur Aktien, die du auch bereit wärst, ein Leben lang zu behalten. Heißt: Kaufe nur, wovon du wirklich überzeugt bist.
6
Investieren, wo es nur geht. Mit vielen Aktien in unterschiedlichen Bereichen streust du dein Verlustrisiko (das können auch Papiere aus abseitigen Märkten wie etwa Russland und Lateinamerika sein).
7
Kaufe dir entsprechende Fachliteratur. Mit dem Internet allein geht es nicht. Hier verzettelt man sich sehr und alle raten etwas anderes (Zum Beispiel den „Aktien- und Börsenführerschein“, einem Klassiker, den Sander selbst geschrieben hat).
8
Wer wenig Geld zur Verfügung hat, sollte zunächst mit relativ sicheren ETFs starten. Auf diese Weise streust du deine Anlage mit einer einzigen Gebühr breit.
9
Aktien- und Börsengeschäfte haben nicht immer mit „bösem Geld“ zu tun. Du kannst auch umweltfreundlich und klimabewusst handeln und in nachhaltige Fonds investieren.
10
Zum Schluss: Verkaufe bei einem Crash niemals all deine Aktien. Du wirst es bereuen, denn danach geht es irgendwann immer bergauf und du hast dann das Nachsehen.

Diese Tipps hören sich vielversprechend an. Grund genug für Der Börsenmonat das aktuell laufende Musterdepot dem 10 Regel-Check nach Börsen-Oma-Sander zu unterziehen:

1
Erhöhe die Menge deiner Aktien pro Stück nur schrittweise, zum Beispiel 30, 50, 70 und irgendwann 100+
Richtig – schrittweise Einkaufen, denn Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Wieviele Aktien gekauft werden ist abhängig vom Einkaufspreis der einzelnen Aktienstücke und der Größe des Depots. Aktien sollten in der Regel zunächst nur 5-10% Anteil am Gesamtdepot haben. Lediglich zwei Aktien des Musterdepots sind über 10% gewichtet. Niu Tech 160 St. = 20% und Encavis 400 St. = 32%. Wenn der Anteil einer Aktie ein Drittel des gesamten Aktienpaketes überschreitet, verringert ein Teilverkauf das Abwärtsrisiko. Sollte Encavis weiter steigen (bis 20€) werden 100 Stücke veräußert.

2
Machst du drei- oder vierstellige Kursgewinne einzelner Aktien, solltest du Teilverkäufe erwägen, um Geld zu sichern und eventuell neue Investitionen zu tätigen.
Sehr sinnvoll! Nachdem ich 240 Stück Jinko Solar 2018/12 für 9,90 ins Depot aufgenommen hatte, stieg die Aktie auf 21,20 im Juni 19. Das sind + 114%! Im Okt. 19 bei 13,20 entnervt verkauft. Hätten ich nachdem die Aktie auf 90% (19,20€) zurückfiel die Hälfte verkauft, wären 720€ mehr im Portemonnaie geblieben. Eine ähnliche Erfahrung hatte ich schon einmal 2012 mit Jinko Solar gemacht. Solaraktien oszillieren gerne, deshalb heißt es nach auffälligen Kursanstiegen durch Teilverkäufe Gewinne sichern. Weitere Aktien mit großer Performance sind Sony (169%), da wurde im März schon die Hälfte der Anteile bei 60 € realisiert. Jetzt steht die Aktie über 70€, dennoch steht der restliche Gewinn zur Disposition. Der Verkauf der Playstation 5 läuft vermutlich bis Weihnachten gut weiter. 2021 könnte es also auch mal mit Sony wieder bergab gehen, dann darf Sony den Platz für eine andere Aktie räumen. Der „Elektro Vespa Roller“ und E-Bike Produzent Niu Tech hat mit +333% den Vogel abgeschossen. Bevor hier ein Teilverkauf stattfindet ist allerdings zu bedenken, dass Niu Tech auch 2021 weiterhin eine Wachstumsaktie bleibt und in Zukunft der komplette Zweiradmarkt weltweit weitgehend elektrifiziert wird. Da spekulieren wir einfach weiter auf 30 €, dann ist ein Teilverkauf fällig.
Es müssen nicht immer dreistellige Zuwächse sein um einen Teilverkauf vorzunehmen. Encavis am 4. März 500 Aktien gekauft und Ende April nach +15% schon wieder 100 St. verkauft. Hätte ich die 100 St. im Depot behalten würden heute knapp 600 € mehr zu Buche stehen. Da Encavis aber rasch 35% des Depotanteils erreichte, war ein Teilverkauf durchaus angezeigt, denn Rücksitzer an der Börse treffen immer wieder die besten (wertvollsten) Aktienpakete am stärksten.
3
Keine Position unter 1000 Euro. Sonst sind die Transaktionskosten oft so teuer, dass sich Teilverkäufe kaum lohnen.
Stimmt. Wer also nur 500 € einsetzt hat, hat am Ende vielleicht nur noch 250 € – abzüglich 30-40 € Kauf- u. Verkaufsgebühren. Solche Kleinbeträge sind reines Spekulationsgeld. Ausnahmen bestätigen die Regel.

4
Nutze Crashs, um nach- oder einzukaufen. Bei der Finanzkrise 2008 hat die Mehrheit der Anleger verkauft, was zu niedrigen Kursen geführt hat, die sich dann aber wieder rasch erholt haben.
Der Solarparkbetreiber Encavis ist solch ein positives Beispiel für ein „Krisenkind“, das genau dies beweist. Es geht aber in Crashs auch andersherum, wie ich mit Yamana Gold erlebt hatte. Als ich Yamana Gold als „sichere Krisenaktie“ im Oktober 19 zu 3,27€ gekauft hatte, war die Enttäuschung sehr groß als die Goldaktie im März bei 4,20 zusammen mit dem kompletten Musterdepot 1:1 in den Corona-Keller ging. Bei 2,82€ = Verkauf! Aber manchmal ist die erste Eindruck nicht der richtige, 8 Tage später kam die Aktie zurück und kletterte bis Mitte August auf 5,66. Richtig wäre also gewesen dran zu bleiben und billig hinzu zu kaufen. Hinweis: Gold steigt gerne mit dem Markt und fällt gerne mit dem Markt. Jetzt weiß ich es.

5
Kaufe nur Aktien, die du auch bereit wärst, ein Leben lang zu behalten.
Heißt: Kaufe nur, wovon du wirklich überzeugt bist.

Der erste Satz ist wohl nur eine Hommage für Warren Buffet (und nicht unbedingt wahr), aber Teil 2 ist ein genaueren Blick wert.
Das heißt nicht, dass du an die Aktie glauben musst. (Trau keinem Wert, den du nicht schon einmal selbst verkauft hast…) In der Praxis bedeutet das: Die Aktie muss dich überzeugen und das z.B. durch eine nachhaltige Perspektive und positive Quartalszahlen. Ungeprüft Aktien einkaufen ist wie Roulette.

6
Investieren, wo es nur geht. Mit vielen Aktien in unterschiedlichen Bereichen streust du dein Verlustrisiko (das können auch Papiere aus abseitigen Märkten wie etwa Russland und Lateinamerika sein).
Das Musterdepot ist global aufgestellt und noch wichtiger in diversen Branchen gestreut. Übergewichtete Branchen erhöhen das Verlustrisiko. Deshalb ein besonderes Auge auf die Solaraktien Encavis und Canadian Solar wegen Gefahr der Übergewichtung. Abseitig ist relativ: Das können auch schon Aktien aus Norwegen, China, Japan, Italien oder Zypern sein.

7
Kaufe dir entsprechende Fachliteratur( zum Beispiel den „Aktien- und Börsenführerschein“, einen Klassiker, den Sander selbst geschrieben hat). Mit dem Internet allein geht es nicht. Hier verzettelt du sich sehr schnell und alle raten etwas anderes.
Es gibt eine kaum zu überschauende Anzahl an Literatur zum Thema Börse. Wenn es nicht von der Altmeisterin persönlich sein soll, dann geht es auch für Neueinsteiger mit „Börse Für Dummies“ von Christine Bortenlänger ein hilfreiches Buch zum Einstieg.

8
Wer wenig Geld zur Verfügung hat, sollte zunächst mit relativ sicheren ETFs starten. Auf diese Weise streust du deine Anlage mit einer einzigen Gebühr breit.
Wer keine 1000 € zusammen hat kann es tatsächlich zuerst einmal mit einem ETF auf den DAX versuchen. Das Börsen Musterdepot startet üblicherweise zu Beginn (zuletzt 2012) mit 4000 – 5000 €, so dass man sich 4 -5 ausgewählte Aktien ins Depot legen kann.

9
Aktien- und Börsengeschäfte haben nicht immer mit „bösem Geld“ zu tun. Du kannst auch umweltfreundlich und klimabewusst handeln und in nachhaltige Fonds investieren.
Natürlich geht das, aber Lehrgeld wird jede(r) mal zahlen müssen. Mein Musterdepot aus der ersten Dekade von 2002 -2011 steckt alles Geld komplett in Solar und pushte zwar ab 2004 die 4000€ bis auf 33000 €, doch als ich dann Australien die schmutzige Steinkohle austreiben wollte hatte ich schnell 9000,- € in den Sand gesetzt weil die Regierung lieber das schwarze Gold unterstützte statt in Solverdi („grüne Sonne“) zu subventionieren. Nein die Welt kannst du nicht im Hau Ruck Verfahren retten, wenn der Regierung des Landes das Klima völlig egal ist und lieber riesigen Waldbränden tatenlos zusieht. Ende 2011 war dann auch Ende für das erste Börsenmonat Musterdepot. +1% nach 10 Jahren. (Umwelt-)Bewußtes und Ethisches Investitionen machen dennoch mit entsprechendem Augenmaß Sinn.

10
Zum Schluss: Verkaufe bei einem Crash niemals all deine Aktien. Du wirst es bereuen, denn danach geht es irgendwann immer bergauf und du hast dann das Nachsehen.
Tabula Rasa heißt bei 0 anfangen. Aber jeden Monat das Fallobst ausschneiden und/oder gegen frisches Obst ersetzen ist hilfreich. Eine neue Aktie pro Monat (ggf. im Austausch gegen die potenziell schwächste) bedeutet auch jeden Monat eine neue Chance.


Beate Sander hat ausserdem eine durchgängige Strategie für den Kauf und Verkauf von Aktien entwickelt, die sogenannte „Hoch/Tief-Mut-Strategie“
Ihr Erfolg basiert nicht auf Zufall, sondern auf einer klaren Linie, die auch Kleinanleger/innen befolgen können. Das sind die wichtigsten Eckpunkte:

  • Die wichtigste Regel in Beate Sanders Strategie lautet: „Bleibe mutig, wenn die anderen ängstlich werden.“
  • Sie kauft Aktien breit gestreut nach Ländern, Branchen, Indizes. Sie investiert zu verschiedenen Zeitpunkten, mischt große, mittlere und kleine Werte, Value-Aktien und Wachstumswerte. Sie hat etwa 120 Titel in ihrem Depot.
  • Chancenreiche Aktien erwirbt sie zu günstigen Kursen, wie aktuell im Corona-Crash.
  • Die Dividenden legt sie konsequent wieder an. Sie bevorzugt Titel mit verlässlichen, möglichst steigenden Dividenden-Ausschüttungen.
  • Etwa ein Drittel des Kapitals investierte sie in substanz- und dividendenstarke, nachhaltige, defensive und fair bewertete Value-Aktien. Ein weiteres Drittel fließt mit Blick auf Kurs, Dividende und Zukunftschancen in Titel weltweit. Das letzte Drittel ist für wachstumsstarke, offensive, konjunkturabhängige Growth-Aktien reserviert.
  • Diese Strategie half ihr in 18 Jahren aus 30.000 € Startkapital 2.000.000 € Aktienkapital zu generieren.

Beate Sander hatte auch immer flotte Sprüche auf Lager:

  • Meine besten Pferde bleiben im Stall“
  • „Breit gestreut, nie bereut“
  • „Ein lahmer DAX ist alles andere als ein Rennpferd.
  • “Schrotthaufen fliegen raus”
  • “ein Crash ist gut für Leute mit Mut”

Doch in einem Punkt unterscheide ich mich von der Beate-Sander-Strategie. Ich bin kein Freund von ETF´s, denn ein Index-ETF z.B. auf den DAX mindert zwar das Verlustrisiko, weil ein ETF alle 30 DAX Aktien kauft, aber er kann dann auch praktisch nicht den Index outperformen. Jedoch genau darum geht es beim Börsenmonat Musterdepot! Der Vorsprung gegenüber dem DAX liegt für das laufende Jahr bei soliden 15% (Depot: 13,6%, DAX: -1,4%).

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Der Börsenmonat – November 20

#DerBoersenmonat #Musterdepot #FreeBlog

Alle reden über Trump, wir reden über Aktien.

Je größer die Depotgewinne,
desto leichter zahlt sich die Steuer.

Steuern und Aktien
Schenken wir einem Bericht der ARD Börse Glauben stehen nun die angenehmeren Börsenmonate des Jahres vor uns. Grund genug nicht ausser Acht zu lassen, dass bald das Jahr 2020 für die Steuer zu Ende geht. Somit Zeit für die Frage: Haben sie dieses Jahr Verluste oder Gewinne gemacht, oder beides zusammen? Es sei wie es sei. Wenn sich Gewinne zum Jahresende abzeichnen, so lohnt es sich für uns Kleinanleger u. -anlegerinnen diese teilweise oder auch komplett zu realisieren. Grund ist die Tatsache, dass 25 % Abgeltungsteuer plus Solidarzuschlag und eventuell Kirchensteuer bei der Veräußerung auf den Aktiengewinn anfallen. Was bedeutet, dass von 1000 € Gewinn über 250 € an das Finanzamt fließen. Den Einbehalt der Steuer nimmt die Depotbank direkt vor, wir brauchen also nichts zu tun um unsere Steuerpflichten zu erfüllen. Der Staat nimmt ordentlich, rechnet uns aber für unsere Spar- und Investionsaktivitäten einen Sparerpauschbetrag von 801 bzw. 1602 € (Ledige/Verheiratete) an.

Wenn wir also noch im Jahr 2020 Aktien von Firmen verkaufen, die uns zusammen 1000€ Gewinn erwirtschaftet haben, zahlen wir nur noch auf den überstehenden Gewinn von 200 € rund 50 € Steuern. Anders sieht die Situation aus, wenn wir parallel dazu in diesem Jahr Aktien mit z.B. 2000 € Verlust verkauft haben, dann wird erstmal solange aufgefüllt bis echte Gewinne über den Sparer-pauschbetrag hinaus aufgelaufen sind. Dieser steuerliche Freibetrag gilt natürlich auch 2021 bzw. so lange wie Steuergesetzgebung gleich bleibt. Durch geschicktes Kaufen und Verkaufen lässt sich also der Pauschbetrag besser nutzen.

Crashmonate: Oktober und Februar
Puuuh, das war ein Monat. Die Crashgefahr war so groß wie Ende Februar und der Oktober war extrem volatil. Die sogenannte Präsidentenrallye, die eigentlich schon ab dem 23.Okt. hätte laufen sollen kam nicht in die Gänge und kann gelinde gesagt als Eimer voll Sand bezeichnet werden. Immerhin kommt jetzt rein börsentechnisch die bessere Jahreshälfte. Alte Börsenregeln sagen: Von November – April gilt der Halloween-Effekt während für Mai-Oktober die Redewendung: „Sell in May and remember to come back in September“, bemüht wird.

Sprüche eben, denn beim Monatsvergleich im Musterdepot zeigt sich, daß bis auf März alle Monate positiv sind:
(Nov.-Apr. 34 : 18; Mai-Okt. 37 : 17). Es gibt hier kaum einen signifikanten Unterschied. Neben März sind die Monate Februar und August/September mit Vorsicht zu genießen. Eine ungeschriebene Regel sagt uns, dass die Aktien des vergangenen Börsenjahres oft nicht mehr im Frühjahr zünden wie zuvor, so dass bei der Suche nach neuen Aktien natürlich auch die Gefahr wächst auf die falschen Pferde zu setzen. August u. September gelten wie allgemein bekannt an der Börse als schwächere Monate, daher nur der knappe Vorsprung.

Natürlich könnte das Börsenjahr 20 genauso aufregend werden wie 2016 . Drei Impacts trafen damals hart das Musterdepot. Es begann mit der China- und Solarkrise schon im Januar nach unten zu laufen, Ende Juni folgte die Brexitentscheidung und die Trump-Wahl im November gab ihm dann noch einen heftigen Stoß. Das Musterdepot wackelte und halbierte sich (siehe Diagramme unten). Auch in diesem Jahr leiden wir unter drei großen Risiken: Die Coronankrise seit Februar, die Präsidentschaftswahl in den USA (jetzt im November) und eventuell ein ungeregelter BREXIT als Silvesterrakete. Da helfen wie bei COVID-19 nur Schutzmasken (infizierte Aktien nur mit der Kneifzange anfassen) und solange Abstand halten von schwachen Aktien bis sie wieder auf die Füße kommen.

Musterdepot Oktober 20

Unser Musterdepot hat im Oktober 1800 € zugelegt und ist damit auf Rang fünf der besten 100 Monatsergebnisse seit dem Start in 2012 geklettert.
Wir sehen es ihm deshalb nicht auf den ersten Blick an, aber da war dennoch ein Crash der den Zugewinn halbierte. Obwohl bis zur Monatsmitte das Depot mit +20% über 3800 € zulegte, verlor während der „negativen Präsidentschafts-wahlrallye“ wieder über die Hälfte des Gewinns. Zum Vergleich: Im März verlor das Depot 11% bzw. 1900 € jetzt aber in 14 Tagen 2000 € . Das fühlt sich an wie beim Fußball wenn durch das toll herausgespielte 3:0 schon alles klar erscheint, aber an Ende nur mühsam ein 4:3 eingefahren wird.

Stand: 30.Oktober

Und die Gewinner im Oktober sind (von rechts nach links) Niu Tech, Encavis, Bank of Ireland, 3D Systems, Sony im Endspurt und Anta Sports (Monatsplus der Top 5 von +10% bis +46%). Grieg Seafood und 3D Systems standen Ende September knapp vor dem Aus, aber Totgesagte leben bisweilen länger, was von 3D Systems mit einem Bocksprung von 3,99 auf zwischenzeitlich 6,96 beantwortet wurde. In den letzten Tagen kam allerdings wieder die Angst vor den Quartalszahlen am 5. November dazu und so steht der Kurs am Monatsende „nur“ auf 5,05. Anfang des Jahres stand der Kurs sogar auf 11,50 (kurz vor dem Corona-Crash). Es lohnt sich hier weiter auf die Zeiten nach Corona zu warten. Ein schlechtes Quartal hatte hingegen Grieg Seafood und kratzt im Oktober weiter an neuen Tiefs. Dabei will die Grieg Seafood weiter in die Zukunft investieren, aber der Ausbau der neuen Lachsfarm in Neufundland verzögert sich wegen Corona. Eigentlich zum Zugreifen, aber unser Cash ist zu 98% ausgeschöpft.
Erwischt hat es hingegen LPKF Laser, zum Einstandpreis wieder verkauft und gegen Canadian Solar ausgetauscht. Canadian Solar läuft zwar noch nicht wie erwartet (-274 €) aber LPKF hat nach dem Tausch zeitweise schon 500 € schlechter als CS gestanden. Der Verkauf von Grieg Seafood würde ca. 1300-1400 € freisetzen, vielleicht im Tausch gegen LPKF, das schon zum Ende des Jahres wieder aufdrehen könnte.

Watchliste – Warren Buffet

Ich weiß nicht was Warren Buffet auf seiner Liste stehen hat, aber auch der Börsenmonat führt eine Watchliste.

ADVA und Software AG wurden nach mehr als -20 % Verlust von der Watchliste herunter genommen. Durch eine Hackerattacke ist der Kurs der Software AG nachhaltig gefallen, so dass wir erst im neuen Jahr wieder einen Blick darauf werfen werden.
Vielleicht sollten wir in Zukunft immer gleich nach Monatsbeginn die Aktie kaufen, die sich ganz vorne tummelt. Bei Jinkosolar hätte sich das diesen Monat extrem gelohnt, selbst nach dem Rücksetzer vom Top (ca. 350% zur Monatsmitte) stehen hier mehr als 160% zu Buche. Auffällig ist auch die LPKF Laser Aktie, die fast 30% verloren hat, dabei hatten Analysten noch Anfang Oktober ein Kursziel von 30 – 40 € vorhergesagt, was inzwischen eine Kursverdopplung bedeuten würde. Das könnte das November-Schnäppchen werden.

Ausblick: November

Tatsächlich geht es möglicherweise schon nächste Woche an der Börse wieder bergauf, wenn ein Nachwahl-Chaos wie einst bei Bush-Gore vermieden werden kann. Sollte Corona dem „Halloween-Effekt“ keine Steine in den Weg legen, könnten wir also bis April steigende Kurse an der Börse sehen.

Quelle: https://www.boerse-frankfurt.de/

Nicht vergessen werden sollte, auch wenn es zwischenzeitlich immer wieder mal ein Baisse gibt(Phase mit fallenden Kursen), steigt der DAX über Jahrzehnte hinweg doch roundabout 8% im Jahresdurchschnitt. Doch genau das ist der Punkt: Mit etwas Ehrgeiz lässt sich der DAX jedes Jahr schlagen. Hinkten wir zwischen April und August dem DAX meist hinterher hat sich gerade im Oktober das Blatt deutlich gewendet.

Letzte Börsenwoche…

Während der DAX vergangene Woche um 8% in die Knie ging und -9,4% im Oktober hat das Depot nur -2,2% in der letzten Woche hinnehmen müssen und sogar 9,1% im Monat zuglegt! Auch im Jahresrückblick hat der DAX inzwischen wieder -12,8% eingefahren und bis Silvester ist bestenfalls kaum mehr als eine 0 drin. Vergleichen wir die letzten 10 Monate mit dem Depot (+5,8%) haben wir dem DAX inzwischen 18,6% abgenommen, was nicht zuletzt auf die welt- und branchenweite Diversifikation des Musterdepots zurückzuführen ist. Zuletzt noch einen Blick auf den VDAX (siehe oben unterste Zeile), der die Volatilität der Indizes (DAX) anzeigt. Steigt der VDAX mehr als 1% am Tag notiere ich mir ein Buy, fällt er um mehr als 1% ein Sell.
Der VDAX kann neben der 200 Tageslinie ein Hinweis darauf sein, ob man günstiger einkaufen und teuerer verkaufen kann. Stay tuned

Ernesto O.

Setze nie auf Penny-Stocks,
diversifiziere dein Depot
in verschiedene Branchen und Länder.
Aktienkurse können fallen
und einen Totalverlust
des eingesetzten Geldes verursachen.

Wie junge Anleger in sozialen Medien abgezockt werden

Tipps für Börsenneulinge von boerse.ARD.de