Politik & Börse: Der Drawdown der AfD hat begonnen

Nachdem meine Vorhersagen zum Bitcoin sich als richtig erwiesen haben (siehe folgende Artikel seit Oktober 2017)
Bitcoin – Wer nicht hören will muss fühlen (02/2018)
Bitcoin – Spinning Wheel (01/2018)
Bitcoin – die Hasenjagd hat begonnen (12/2017)
Bitcoins – auf zum Fahnenstangen-Tango! (12/2017)
Bitcoin – das digitale goldene Kalb (10/2017)

und der Bitcoin-Chrash mit einem Absturz von mehr als 50 % schmerzhaft für die Besitzer dieser Kryptowährung war, ergibt sich die Frage ob der DAX einen ähnlichen Drawdown erleben wird. Ich meine nicht, zwar hat der DAX von seinem Hoch bei 13500 Punkten noch zunächst Abwärtspotential bis auf 11200/11400 Punkte, aber dann sollte die deutliche Korrektur seit Januar beendet sein und der DAX wieder nach Norden drehen. Abwarten und Tee trinken…. vielleicht kommt es ja auch ganz anders.

Ganz anders kommt es vielleicht auch als es das folgende Bild suggeriert:

Richtig hinsehen! Riskieren sie einen zweiten Blick. Das ist ein Bundestags-Wahlergebnis wie es sich die AfD wünscht. Da wird selbst Erdogan und Putin neidisch, nur Erich Honecker und Adolf Hitler können da noch mithalten.

Doch holen wir die AfD auf den harten Boden der Wirklichkeit zurück. Der Zenit der AfD ist bereits überschritten. Natürlich hatte die AfD nie 90% der Wählerstimmen bei einer BTW bekommen und wird sie auch nicht, selbst nicht mit Gewalt. Einschlägiges Social-Media gaukelt allerdings den AfD-Fans genau dies vor.

Zum Beispiel macht ein Web-Reisebüro namens „Kult-Tours“  den Wunschtraum der AfD „möglich“. Auf einer nur mit einer  Suchmaschine auffindbaren versteckten Unterseite der Kult-Tours betätigt sich ein Sammler rechtspopulistisch vorgefärbter Nachrichten und zieht damit die Gemeinde der AfD Fans in den Bann.

Doch Obacht; jetzt kommt die schlechte Nachricht für die AfD-Junkies: Der schleichende Niedergang ihrer Lieblings-Partei hat schon begonnen, da nützt es auch nichts wenn sich mehr als 2000 dieser Fans sich gegenseitig liken. Denn Realitiät wird diese Abstimmung nie werden, genauso wenig wie alle Schmetterlinge Motten werden, nur weil ich in der Nacht mit dem Scheinwerfer unterwegs gezählt haben.

Schauen wir auf die Wahlumfragen der vergangenen Monate, die wissenschaftlichem Standard standhalten. Eine vollständige Auflistung der Wahlumfragen bekannter Institute finden wir auf  Wahlumfrage.de. Dabei zeigt sich, dass fast zeitgleich um den 20 Februar, mit dem Hoch der AfD bei 16%, das Tief der SPD bei 15% erfolgte und die AfD bei den letzten 7 Umfragen seit dem 13. März 2018 von 15% (INSA) bereits 6 mal Punkte abgeben musste und zuletzt auf nur noch bei 12,5% (Allensbach) schwächelte, während parallel dazu die SPD vom Februar-Tief wieder um 4 Punkte auf 19% zulegen konnte.

Wählerumfragen März 2018(zur Übersicht: Wählerbefragungen seit der Bundestagswahl 2017)

Der Drawdown (der prozentuale Verlust vom Allzeithoch) der AfD beträgt inzwischen – 15-20% und die Vorhersage, dass die Konsolidierung der AfD bis in den Sommer anhalten wird, ist kein Hexenwerk. Möglicherweise wird die AfD sich sogar wieder mit Prozenten im einstelligen Bereich zufrieden geben müssen.

Welche Gründe sprechen für einen Absturz der AfD in der Gunst der Wähler?

1. Ähnlich wie beim Bitcoin erfüllt die AfD nicht den gepriesenen Auftrag.

So wie der Bitcoin als Alternative für normale Währungen beworben und verkauft wurde, aber nur der Sammelwut seinen Hype verdankte, so gelang der AfD das Einfangen von 16% Wählerstimmen nur durch die Stimulation der Ängste und der Unzufriedenheit, der von der Gesellschaft Vergessenen. Eine politische Partei – die wirklich alternativ sein will – muss zeigen wie sich die wirtschaftliche und soziale Zukunft für die Bürgerinnen und Bürger bessert und da reicht es nicht, Menschen zu Sündenböcken für die wirklichen Probleme zu machen. Auf soviel Blödheit darf die AfD bei den Wählern nicht hoffen, der Zulauf ist damit bei den Prozentpunkten gedeckelt.

2. Die AfD zieht wie der Bitcoin dunkle Geschäftemacher an.

Der Aufstieg der AfD wäre nie ohne Pegida, dem Wohlwollen der NPD und den europaweit agierenden Identitären, wie die Schwächen der Bundesregierung in diese Höhe erfolgt. Doch der misanthropische Kern der AfD wird nun zum Klotz am Bein für weitere und bereits bestehende Wählerschichten. Tendenziell werden sich die sogenannten Protest-Wähler, denen die AfD weitgehend ihren Erfolg verdankt, abgestoßen fühlen, vor allem auch deshalb weil die Wirkungslosigkeit der AfD im Bundestag täglich offensichtlicher wird.

3. Die Medien haben die AfD größer gemacht als sie ist.

Dabei agierte allen voran die Bildzeitung wie manch ein Börsenportal: „Wir haben schlimmes vom Bitcoin zu berichten, aber wenn sie diese Link anklicken zeigen wir Ihnen, wie sie Bitcoins kaufen können. Ganz einfach, so bekommen sie Bitcoins.“ Damit haben die Medien an der Börse wie in der Politik Lawinen losgetreten, die sich jedoch logischerweise irgendwann totlaufen und dann die Hoffnungen der Wähler enttäuschen. Die Stärke der AfD profitierte von Facebook-, WhatsApp- und Twittergruppen, sowie der Möglichkeit alles und damit auch vor allem FakeNews und Hass zu teilen. Dazu trug  in sehr starkem Maße auch die Polizei selbst bei, da sie mittlerweile täglich hunderte von – zumeist überflüssigen Informationen – auf Twitter etc. absetzt. Langsam dämmert es aber den Menschen, dass der ständige digitale Alarmzustand nicht mit den Fundamentaldaten und Werten Deutschlands übereinstimmt, was dem Zulauf der AfD schaden wird.

4. Widerstand als Alternative zur AfD.

Noch etwas kann die AfD zurück auf einstellige Beliebtheitswerte drücken. Während die AfD weiter „nur Menschen bekämpft“ (Migranten, Muslime, „Lügenpresse“-Journalisten und Regierungspolitiker, „Linksgrün-Versiffte“, „Kameltreiber und Kümmelhändler“) aber sich unfähig erweist gesellschaftliche Themen problemlösend zu bearbeiten, rüstet sich allseits der Widerstand. Die CSU will die AfD jetzt „radikal bekämpfen“. Die AfD springt deshalb gleich in Opferstellung und tut laut kreischend so, als ob die „Nacht der langen Messer“-Verschwörung gegen sie angezettelt würde. Dabei verkennen die AfD Politiker, dass die CSU sicher keinen Bürgerkrieg beginnen wird, sondern mit Sach- und Verbalpolitik die fremdenfeindlichen politischen Positionen der AfD besetzt, um der neuen Konkurrenz das Wasser abzugraben. Der AfD wird es nicht viel nützen, dass sie das Original sind und die CSU die Fälschung. Die CSU wird so wie große Konzerne in der Wirtschaft reagieren – als WhatsApp Facebook gefährlich wurde, kaufte man es eben auf. Sie wird die Kunden der AfD bei der Bayernwahl schlucken.

Fazit:
Eine kräftige Korrektur der AfD in der Wählergunst bis in den Sommer hinein ist zu erwarten, da der AfD die „Geschäftsfelder“ ausgehen. Möglicherweise könnten die anstehenden Landtagswahlen den Niedergang der AfD etwas aufhalten, dies gilt allerdings nur dann, wenn die AfD neue Themen erobern kann und somit ihrem Namen „Alternative für Deutschland“ gerecht würde. AfD shorten!

Stay tuned

Ernesto O.

 

In Sofies Blumengarten

Wenn wir uns nicht um das Paradies auf Erden bemühen,
werden wir uns ganz schnell in einer Hölle wiederfinden.


Die Weiße Rose war ein Thinktank des Widerstands gegen die Hölle der Diktatur.

Der Begriff Thinktank (dt. Denkfabrik) entstand im II.Weltkrieg als Militärs an einem geheimen abhörsicheren Ort (tank) mit Experten an militärischen Strategien arbeiteten (think). Heute handelt es sich häufig bei Thinktanks  um Stiftungen, deren Absicht die Manipulation des Mainstreams der Meinungen ist zum Zwecke der Durchsetzung der eigenen Interessen ist, z.B. das Cato Institute der Milliardäre  Koch.

Scheinbar ohnmächtig leistete die Weiße Rose Widerstand gegen die brutale, rassistische, menschenfeindliche Nazi-Diktatur. Sophie und Hans Scholl waren getragen von der Vision einer freien, menschenfreundlichen Zukunft   für alle Menschen auf der Erde. Ihr Versuch ein Netzwerk gegen ideologische und rassistische Unterdrückung zu begründen wurde zerstört.  Die zarte Blume des Friedens wurde durch das Nazi-Regime niedergetrampelt, so wie auch heute noch viele Friedensblumen getötet werden.

Ernesto O.

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