Gott würfelt nicht – vielleicht doch … Teil 1

Im Mittelalter waren die Verhältnisse klar. Entweder man glaubte an Gott und bog sich Gott so zurecht, dass die anderen nichts zu lachen hatten; oder man glaubte nicht an Gott und hatte nichts zu lachen. Gottes Strafe war gewiss: Ewige Hölle. Und wenn nicht, sorgten die Erdenmenschen schon mit Folter, Qual und anschließender Hinrichtung dafür, dass die Atheisten ja nicht die Oberhand erhielten.

Heute ist die Welt anders und Atheisten sind zumeist genauso toleriert wie Theisten. Natürlich gibt es auf beiden Seiten Unverbesserliche, die mit aller Macht für ihre Ideale kämpfen, was sich im Nachhinein jedoch als erfolglos erweisen wird, denn die Gedanken der Menschen sind frei und Menschen handeln wie sie wollen, mag der Preis dafür auch noch so hoch sein (siehe Adam und Eva – Vertreibung aus dem Paradies).

Einsteins Bemerkung „Gott würfelt nicht“, setzt also Gott voraus und das verlangt erst einmal nach einer Erklärung von Gott.

Atheisten haben Gott schnell erklärt, denn was nicht existiert, muss auch nicht erklärt werden. Na, ja.
Mit den Theisten haben wir auch keine Freude, denn Gott ist derart phänomenal, (allmächtig, allwissend, allliebend etc.) dass Gott eigentlich unerklärbar ist.

Dennoch: Versuchen wir uns mit einer (mengentheoretischen) Definition von Gott, und selbst wenn Gott eine undefinierbare Menge sein sollte, können wir Gott als Menge  M (undefinierbar) mit der Eigenschaft U {undefiniert} definieren.
 
Gehen wir die Dinge pragmatischer an, so können wir feststellen, dass es für die Menschheit immer Dinge und Sachverhalte gab und geben wird, die wir nicht erklären können. Ja man könnte sagen: Es gab, es gibt und es wird immer eine unendlich große Anzahl an Unerkklärlichem geben. Selbst wenn wir „die Grenzen“ des Universums, der Multiversen und Hypermultipolyversen immer weiter von uns weg verschieben können. Dahinter gibt es rein räumlich-dimensional etwas das unerklärlich bleibt. Spätestens hinter dem Hypermultiultrapolyversum rücken das Unerklärliche und Gott so eng zusammen, dass wir gleich „Gott“ anstelle „unerklärlich“ sagen können.
 
Was aber nicht bedeutet, dass wir mit diesem unerklärlichen Gott nicht umgehen können. Man muss ja nicht den Motor eines Autos verstehen um Auto fahren zu können (solange Sprit vorhanden ist und die Teile funktionieren).
 
… und da es in unserem Universum Kausalität gibt, darf Einstein also die Vermutung anstellen: „Gott würfelt nicht!“
 
Ernesto O.    (Fortsetzung folgt)