Undenkbar – Frieden in der Ukraine – MaNaGeRe

Das Undenkbare ist eine Talklinie, die sich mit schwarzen Schwänen, grauen Mäusen, weißen Löwen und der Zukunft beschäftigt.

Frieden zwischen der Ukraine und Putins Russland – Mal Nach Gerechnet
Die Steigerung der offenen Briefe der vergangen Tage zum Ukrainekrieg, war die Behauptung von Ulrike Guérot in einer TV Sendung, dass:

„Der ungerechteste Frieden ist besser als der gerechteste Krieg.“

Da steht er, der Satz, wie ein Fels in der Brandung, sofern kein Erdbeben ihn umkippt.



Stellvertretend nur eine Antwort für die zahllosen Antworten auf Twitter:



Mal nachgerechnet
Beispiel 1: Indisch-Pakistanische Kriege 1947, 1965, 1971, 1999, und heute:
Über die Jahre haben sich inzwischen mehr als 3 Mio. Tote in den Kriegen und in den Phasen des „ungerechten Friedens“ dazwischen angesammelt. Erst im März „landete versehentlich“ eine indische Rakete in Pakistan (beide Länder besitzen Atomwaffen!)

Beispiel 2: Fortwährende Feindschaft zwischen Israel und Palestina, mit zahlreichen offenen Kriegen, schwelender Konflikt bis heute. Allein 1947 wurden über 20000 Menschen getötet und 1 Mio. flüchteten. Obwohl mit dem Ende des Jom-Kippur-Krieges 1973 das Ende des Krieges scheinbar eingeleitet war, griff das Töten später auf den Libanon über und nach dessen Ende 2006 eskalierte der Syrienkrieg ab 2011. Auch die Zahl der Getöteten in Israel und Palestina stieg bei Intifadas und Operationen wie „Gegossenes Blei, Wolkensäule, Schutzecke“ kontinuierlich weiter.

Beispiel 3: „Klassiker Deutschland-Frankreich“. Der Waffenstillstand im Juni 1940 verhinderte weiteren Krieg nicht, im Gegenteil, die Kapitulation des „Erzfeindes“ Frankreich motivierte Hitler in seiner Bereitschaft zu viel größeren Kriegshandlungen und Verbrechen. Bereits drei Monate später im September 1940, schnappte Hitler sich Nordafrika und konnte durch erst durch Gegenwehr der Aliierten im Mai 43 vertrieben werden. In den fast Jahren von 1941 bis 1945 erzwang er mit seinen Achsenmächten Millionen Kriegstote, Verletzte, Flüchtlinge und Vertriebene und ermöglichte so neue Diktaturen und Schreckensherrschaften, die viele weitere unschuldige Tote zeugten. Im Nachhinein kann gesagt werden, dass die USA mit wesentlich mehr Unterstützung der von Hitler bedrohten Staaten (1939-41) den Krieg hätte verkürzen können.

Der offene Briefestreit an den Bundeskanzler, in dem der eine fordert, keine schweren Waffen an die Ukraine zu liefern, während der andere verlangt, genau dies zu tun, mag der allgemeinen Bewusstseinsbildung dienen, ändert aber nichts an dem unberechenbaren Faktor Mensch, jederzeit willkürlich einen neuen Krieg zu eröffnen. Es ist mit oder ohne Waffenhilfe für die Ukraine, mit oder ohne Kapitulation der Ukraine ein Tanz auf dem Vulkan.

Falsch: „Der ungerechteste Frieden ist besser als der gerechteste Krieg.“
Richtig: Krieg ist immer ungerecht.
Logisch: Friede kann es immer nur am Ende des Krieges geben.
Ziel: Durch Ausgleich der berechtigten Bedürfnisse kann Frieden nachhaltig werden.

Solange die Ukraine keinen Angriffskrieg (Marsch auf Moskau) anzettelt müssen wir trotz aller Nebeneffekte und Risiken helfen, das völkerrechtlich zugesicherte Gebiet der Ukraine mit unseren Möglichkeiten gegen die aggressive Expansionpolitik Putins zu verteidigen.

Seit 1999 hat Putin, der großgeworden im KGB, an der Unterdrückung Ostdeutschlands als Stasi-Agent teilgenommen hat, und als FSB-Chef täglich Tarnen, Täuschen, Tricksen übt, sich zum Diktator über Russland aufgeschwungen, das er mit seiner Kreml-GESTAPO belügt, manipuliert und unterdrückt. Er hat Kriege in Tschetschenien, Georgien, Moldavien, Transnistrien, Krim und der Ukraine geführt und unverholenen Drohungen gegen die souveränen Nachbarländer Estland, Lettland, Litauen und Finnland ausgesprochen. Will er Hitler nacheifern oder ist er einfach ein wildgewordener „russischer Bär“?

Zu einer schlechten Ehe gehören immer zwei. Das gibt aber niemals einem der Partner das Recht zu vergewaltigen und zu töten. Putin wird die Folgen für alle seine kriminellen Übergriffe bezahlen müssen.

Eine weiterführende Analyse zur Frage: „Müssen wir Putin Finden anbieten?“ findet sich in einem Interview mit der Kriegsforscherin Daniela Ingruber

Ernesto O.

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Das Undenkbare 1

Das Undenkbare ist ein Thread, der sich mit schwarzen Schwänen, grauen Mäusen und weißen Löwen beschäftigt, oder aber mit der Zukunft.

e.e 2022

„Die Geschichte wiederholt sich“, ist ein Mem, das schon seit über einhundert Jahren in der Welt kursiert. Oswald Spengler beschrieb in seinem Werk „der Untergang des Abendlandes“ (Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte 1918-1923) den zyklischen Ablauf der Geschichte grob so:

Phase 1: Harte Zeiten erzeugen starke Männer
Phase 2: Starke Männer schaffen gute Zeiten
Phase 3: Gute Zeiten erzeugen schwache Männer
Phase 4: Schwache Männer schaffen harte Zeiten
Phase 1: Harte Zeiten erzeugen starke Männer
Phase 2 usw.

Spengler dachte darüber hinaus dass es 1000 Jahre dauern würde bis ein Zyklus abgeschlossen wäre. Er sah dabei das Kaiserreich und die darauffolgende Weimarer Republik als den Übergang von Phase 3 und 4 hin zu einem neuen 1000 jährigen Zyklus. Spengler war Nationalist und die Nazis propagierten auf dem Nährboden dieser Geschichtsauffassung ihr angeblich kommendes 1000 jähriges Reich, das – wie bekannt – bereits nach 12 Jahren in Schutt und Asche lag.

Nicht weniger verkehrt ist eine weitere Variante der zyklischen Vorstellung von Geschichte.
Phase 1: Sozialisten erzeugen harte Zeiten (Wirklich ? Nur wenn wir die Nazis von Faschisten in Sozialisten umwandeln. Waren das etwa rote Wölfe in brauen Schafspelzen ?)
Phase 2: Harte Zeiten erzeugen Kapitalisten
Phase 3: Kapitalisten erzeugen gute Zeiten (für wen denn eigentlich – ich kann das nicht bestätigen…)
Phase 4: Gute Zeiten erzeugen Sozialisten (warum denn überhaupt, wenn gute Zeiten doch gut sind…)
Phase 1: Sozialisten erzeugen harte Zeiten (es wäre mir neu, dass die Labor-Party England heruntergewirtschaftet hätte… „Cool Britannia“)

Geschichte verläuft nicht zyklisch,
Geschichte verläuft fraktal,
also sich selbst ähnlich. Ähnlich!

Natürlich gab und gibt es unbestritten zyklische Elemente der Geschichte, z.B. in der Wirtschaft, beim Erbrecht etc, aber daraus einen Kreislauf herleiten zu wollen, ist genauso falsch wie zu behaupten Wasser sei Wasserstoff, nur weil 2 von 3 Teilen des H2O Moleküls Wasserstoff sind. Wasser hat eine völlig andere Qualität als Wasserstoff, was sich in Eigenschaften und Verhalten der nassen Verbindung deutlich zeigt. Ein nicht lokaler sondern globaler Blickwinkel auf die Geschichte zeigt, wie abgeändert der Weg der Zukunft verläuft. Ein weiterer Faktor sind Krisen (politisch, technisch, natürlich; hinzu gesellt sich der Faktor Zufall, der die Geschichte immer wieder auf eine andere Schiene bringt. Aber auch moralische Vorstellungen über die Menschen ändern den Verlauf der Geschichte.

Genauso wenig wie eine 100% Vorhersage über die Zukunft abgegeben werden kann, kann eine inverse Zinsstruktur mit Sicherheit eine Rezession vorhersagen, und schon gleich 2x mal nicht den Zeitpunkt wann diese eintreffen wird. Das einzige was sich zuverlässig in der Geschichte wiederholt sind Krisen, und das sind keineswegs nur Wirtschaftskrisen wie das folgende Schaubild nahelegt.

Es sind jedoch die grundlegenderen Krisen, der sich die Menschheit stellen muss. In scheinbar sich verkürzenden Abständen geben sie der globalen Gesellschaft Schübe.

Die Krisen speisen sich aus den politischen, technischen, natürlichen, zufälligen, moralischen bis hin zu den evolutionsbedingten und koismischen Gegebenheiten (Sonnensturm oder Alienbesuch) und möglicherweise in 225 Millionen Jahren, wenn die Milchstraße sich sich einmal um selbst gedreht hat ergibt sich dann ein großer Zyklus, der aber spätestens in 4 Milliarden Jahren wenn uns die Andromeda-Galaxie anrempelt auch wieder vorbei ist.

Beängstigender ist da ein alte provokante These von mir (2002), die die Menschheit in ein Wechselbad schickt.

Die kosmische Welle: Kapitel Geschichte

Genau hier sollte die Menschheit wirklich etwas nachhaltig ändern. Dies ist auch der tiefere Grund, weshalb die Europäer der Ukraine bei der Abwehr gegen den neuen alten Unterdrücker helfen müssen, wollen sie nicht selbst wieder unterdrückt werden. Grundsätzlich können wir alles mit allem vergleichen, also auch Putin mit Hitler und Stalin, dabei stellt sich jedoch heraus dass Vergleiche – besonders politische – hinken, wie im Focus-Artikel: „Darf man Putin mit Hitler vergleichen? Was Historiker sagen“, dargelegt wird.

Dennoch lohnt es sich zu Vergleichen. Analogik heißt die Technik die Vergleiche als Hilfsmittel verwendet. Analogik deckt die Unterschiede auf, die wir erkennen müssen um Putin und die KremlGESTAPO mit ihren eigenen Waffen schlagen zu können.

Irgendwie sind ja alle Orangen, Mandarinen, Clementinen, Blutorangen und Grapefruit Zitrusfrüchte, das haben sie gemeinsam, aber Größe, Form, Geschmack, Kernigkeit, Inhaltsstoffe etc. unterscheiden sich doch erheblich von einander. Putin gibt sich im Unterschied zu andern Diktatoren etwa sehr christlich – was er natürlich nicht ist – denn er weiß wenn er den Rückhalt in der orthodoxen russischen Kirche verliert, ist er verloren. Das gibt uns den Hebel seinen Popen, Patriarch Kyrill vor aller Augen als Verräter an Jesus und Ostern zu entlarven. Wenn die russischen Rentner begreifen, dass ihr Glauben gerade eben von einem Judas und einem Kain ermordet wird, schwindet das blinde Vertrauen rasch in Putins angebliche „Russen- und Menschenfreundlichkeit“.

Nächster Angriffspunkt ist seine „sichere Schachstrategie“, er lässt sogar seinen neusten Jagdbomber „Checkmate“ taufen, hier gilt es seine Schachphilospie gründlich zu durchkreuzten. Echte Schachspieler wie Kasparow haben bereits gute Pläne. Putin will also nach Transnistrien? Schön, Moldau und die Ukraine können Hase und Igel mit Putin spielen und ganz schnell die Moldauer, Bulgaren und Ukrainer aus den Fängen des KGB Sheriff Viktor Gushan in Tiraspol befreien. 😉

Ernesto O.

wird fortgesetzt

BoMo-Olympiade – März 22

Börsenmonat #Blog #Aktiensparplan #Börsenolympiade #BoMoOlympiade

Nein: Putin hat mich nicht sprachlos gemacht, aber so wütend wie noch nie in meinem Leben. Iwan der Schreckliche hat ein neues Gesicht bekommen: Putin grosny (russ.: грозный = fürchterlich, Angst ein flößend). Doch der Kreml-Goliath kann den Ukraine-David und seine 44 Freunde (Russland hat 44 Länder rund um den Globus zu Feinden erklärt!) nicht in die Knie zwingen und sein Angriffskrieg wird auf ihn mit aller Wucht zurückfallen. Mit dem Triumph-Marsch durch Kiew wird es sowieso nichts. Niemand will ihn dort haben. Schon jetzt hat Putin der russischen Wirtschaft massiv geschadet. Das Leben der russischen Normalbürgerinnen und Bürger funktioniert nicht mehr nach Planwirtschaft und die Perspektive ist schlecht. Putin wird sich im Kreml einmauern müssen, denn mit jedem weiteren Angriff auf die Zivilbevölkerung der Ukraine finden sich mehr Menschen, die ihm dafür den Tod wünschen. Militärtechnisch macht Putins Stab fatal viele Fehler. Die Ukraine (603.700 km² 42 Millionen Einwohner) ist nicht Syrien (185.180 km² 17,1 Millionen Einw.) und Aleppo ist mit einer Fläche von 190 km² fast 5x kleiner als Kiew (847 km² ). Es wird bei diesem Krieg kein Unentschieden geben und selbst wenn es Putin gelingen sollte die ganze Ukraine nach x Monaten zu besetzen, so wird der darauffolgende und von den 44 Feinden Putin-Russlands unterstützte sich anschließende Partisanenkrieg der Ukraine das Putin-Regime zum Rückzug zwingen. Die russisch-orthodoxe Kirche (60-90 Millionen Gläubige/140 Mio. Russ.innen) wird früher oder später aus dem Zustand des Schweigens kommen und sich an Davids Seite (Ukraine) – die zehn Gebote (Du sollst nicht töten) und Jesus (Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!) – stellen müssen. Dies hätte Putin klar sein müssen bevor er den Angriff gegen die Ukraine begonnen hat. Die wirtschaftlichen Sanktionen und die wachsende politische Isolation treiben Putins Russland in die Arme Chinas, Grund genug für die Oligarchen an Putins schnellem Abgang zu arbeiten.

Die EU hilft wie viele andere Staaten auf allen offiziellen und inoffiziellen Wegen der jungen Demokratie Ukraine. Die vor Kriegsverbrechen Flüchtenden erhalten in den Nachbarländern Unterkunft. Auch die Firma meines Sohnes hat ukrainischen Flüchtlingen leere Büroräume als Wohnersatz zur Verfügung gestellt und obwohl Putin verbrannte Erde hinterlässt, ist die Aussicht auf eine gute Zukunft für die Menschen in der Ukraine besser als für die Menschen der mit „Raketen gefüllte FSB Tankstelle“ Russland.

Während die russische Börse unter Putins Knute ebenso leidet wie die Supermärkte mit leeren Regalen in ganz Russland, machen die restlichen Börsen der Welt, das was sie in solchen Situationen immer machen. Nachdem der erste der Schock eingepreist ist werden die Börsen weltweit mit Ausnahme der russischen RTS wieder schrittweise aus dem Tal herauskommen. Im Allgemeinen heißt es politische Börsen haben kurze Beine, aber es war just im März 2000 als ich mein Engagement in Aktien begonnen hatte, die Dotcom-Blase platze gefolgt von 9/11, der den Börsencrash weiter verstärkte über den Afganistankrieg bis hin zum Beginn des Irak-Krieg im März 2003. Drei Jahre Niedergang an den Weltbörsen! Der DAX verlor in dieser Zeit 5563 von 7932 Punkten, das waren 70%. Die Verkettung von weltwirtschaftlichen Problemen mit politischen Krisen bietet genügend Möglichkeiten uns die Finger zu verbrennen. Solche Bären-Märkte ohne große Verluste zu überstehen ist schwierig, aber durchaus möglich bei vorsichtigem und umsichtigem Investieren.

Der Blick auf die Musterdepots der Börsenolympiade zeigt den Absturz der Märkte eine Woche nach der russischen Attacke auf die Ukraine:

Verständlicherweise stürzte der ETF-DAX zusammen mit dem DAX um -9% am meisten, während der MSCI-World ETF mit -5% glimpflich davon kam. Hilfreich war dabei auch, dass die von Putin vergifteten russischen Werte aus dem MSCI entfernt wurden. Beim Standard- und beim Turbosparplan brachte der Februar trotz aller Turbulenzen ein Plus von einem 1%. Der Wert von Apple tauchte mit -4% unter, die Nachricht in/mit Russland keine Geschäfte mehr zu machen trifft aber die russische Bevölkerung auf Dauer mehr als Apple selbst. Der Niedergang von Encavis seit Anfang des Jahres war wie vermutet übertrieben und drehte beim Jahrestief von 12,10 €. Seit dem Einkauf zu 13,24 € am 9. Februar hat die Aktie bis zum Monatsende 14% zugelegt.

Der DAX konnte sich im März zunächst kaum erholen (0,2%) und steht seit Jahresbeginn weiterhin mit -8,8% in der Kreide. Inzwischen haben sich die Märkte zu Teil erholt, wie die Übersicht vom 22.März zeigt:

Seit Monatsanfang hat der DAX-ETF 1% seiner Verluste aufgeholt und verzeichnet ein kleines Plus von 23 €, während der MSCI-ETF ohne die ausgeschlossenen russischen Werte ein Monats-Plus von 5% im März erreicht.
Allerdings bleiben die ETF-Depots auch im dritten Monat negativ auf der Strecke. Die BoMo-Standard u. Turbosparpläne können hingegen im März zulegen: Apple +5%, Envcavis +18%. Damit hat unser Basisinvest von 2400 € bereits nach drei Monaten 10,3% Gewinn (247€ auf 2647€) erbracht.

Wie geplant werden wir für das zweite Quartal wieder 400 € Sparplan-Cash (133,33 pro Monat) in jedes Musterdepot aufnehmen, für die ETFs „gekauft“ werden bzw. zur Investition in den beiden Sparplänen kommen, wenn sich auf den Märkten gute Chancen bieten.

Ernesto O.

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Die Musterdepots der BoMoOlympiade dienen lediglich der Information und Lernhilfe beim Umgang mit der Börse und stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar.

BoMo Olympiade – Feb 22

#Börsenmonat #Blog #Aktiensparplan #Börsenolympiade #BoMoOlympiade


Das war der Januar
Die beiden Indizes DAX (-2,60%) und MSCI-World (-3,98%) schmolzen im Januar wie Kerzenwachs an der heißen Flamme, Nasdaq (-8,98%) und TecDAX (-11,79%) gerieten in schwere See. Die Angst vor der Zinswende in den USA brachte viele Indizes unter Druck und zugleich die Erkenntnis, dass bei der Auswahl der ETFs der Faktor Dynamik der Börse eine große Rolle spielt. Nicht jeder Börsen-Index läuft gleich gut bzw. schlecht. Deshalb Augen auf bei der Auswahl. Was in diesem Quartal gut ist muss nicht im nächsten Quartal gut sein und umgekehrt.
Vergleichen wir die vier Musterdepots, so zeigen sich Standard- und Turbo-Sparplan dank Abwarten und Apple-Kauf mit der Nasenspitze vorne.

Es ist Februar
Der Grundgedanke eines ETF-Sparplans ist ja eigentlich eine Automatik: Dauerauftrag 133, 33 € pro Monat auf den ETF der Wahl überweisen und langsam aber sicher reich werden. Wie wir aber sehen haben die ETFs im Januar nicht mitgespielt. Mit leichtem Zähneknirschen verfolgen wir die Idee im Februar weiter und werden die restlichen 1000+x Euro investieren. Beide ETF-Musterdepots liegen aktuell noch mit 1% im Minus.

Die konkurrierenden Musterdepots:
(einmalige Basis 2000 € + 400 € pro Quartal)
Musterdepot 1: ETF-DAX
Musterdepot 2: ETF MSCI-World
Musterdepot 3: Standard-Sparplan
Musterdepot 4: Turbo-Sparplan (einmalige Basis 4000 €)
als Eichmaß dient der DAX-Chart


1: ETF-DAX-Sparplan
Buy am 9. Februar 9x 131,04 iShares Core DAX UCITS ETF WKN: 593393
2: ETF-MSCI-Sparplan
Buy am 9. Februar 15x 75,14 iShares Core MSCI World UCITS ETF WKN: A0RPWH

Der Grundgedanke der beiden Sparplandepots ist keine monatliche Sparautomatik. Hier wird schubweise investiert. Voraussetzung ist, dass wenigstens 500 € im Cash vorhanden sind. Somit konnte nun das zweite Aktienpaket eingekauft werden. Die Wahl fiel auf Encavis. Während Apple (KGV 29) eine sogenannte „Burggrabenaktie“ mit vielen Alleinstellungs-merkmalen ist, gilt dies für Encavis (KGV 27) nicht. Dabei konnte Encavis bis vor einem Jahr sogar mit Apple mithalten.

Encavis unterhält überwiegend Solar- und auch Windparks und das mit wachsendem Erfolg.
Gemessen an RWE, E.on oders Vattenfall ist Encavis ein relativ kleines Unternehmen (Marktkapitalisierung 2,16 Mrd. €), und hat parallel mit Siemens Energy (Marktkapitalisierung 13,97 Mrd. €) seit Oktober deutlich an Börsenwert verloren.
Encavis betreibt in seinem Portfolio Windanlagen (25%) und im Kerngeschäft Solaranlagen(75%) und investiert in den Ausbau derselben. Bis 2025 dürften der Ausbauplan der Anlagen die weitere Performance der Aktie bis über 30€ treiben. Das aktuelle Kursziel liegt bei 19,50 – 23 €. Sollte sich dieses Ziel bis zum Jahresende verwirklichen lassen, so bedeutet dies eine Performance von 47% – 74%. Ausserdem besteht langfristig die Chance, dass ein großer Energieplayer sich die gut wachsende Encavis AG einverleibt, was dem Aktienkurs einen zusätzlichen Schub geben dürfte.

3: Standard-Sparplan
Buy am 9. Februar 60 x Encavis – Kurs 13,24
4: Turbo-Sparplan – bis Ende Juni wie Standard-Sparplan
Die selbst gemanagten Sparplan-Depots sind aktuell positiv, während die ETF-Depots vorerst negativ bleiben.



Ernesto O.

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Die Musterdepots der BoMoOlympiade dienen lediglich der Information und Lernhilfe beim Umgang mit der Börse und stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar.


BoMo-Börsenolympiade

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BoMo-Börsenolympiade 2022-2026

Auch im neuen Jahr ist der Börsenmonat Blog wieder dabei und verfolgt das Geschehen an der Börse. Seit Beginn der Corona-Krise im Februar 2020 ist es sportlicher geworden und viele junge Leute sind – vermutlich mit wenig Geld – an die Börse gegangen um ihr Glück zu suchen. In dieser Zeit kam Cathie Wood Gründerin und CEO der Investmentgesellschaft ARK Invest zu großer Popularität (Presse: „Die beste Investorin der Welt!“) Doch die Börse ist kein 100 Meter Lauf; die Börse ist ein Marathon.


Wer hat die Corona-Jahre 2020 und 2021 erfolgreicher überstanden, der Börsenstar Cathie Woods oder Altmeister Warren Buffet?
Auch wenn ein aktueller Artikel im Aktionär titelt: „Warren Buffett schlägt Cathie Wood – und wie!“ , bleibt festzuhalten dass Warren Buffet den Aktienkurs der Berkshire Hathaway Aktie B 2021 zwar um 25% steigern konnte während Cathie Wood im selben Jahr fast -50% an Performance verloren hat, aber wenn wir vom DAX Tief in der Corona-Krise im März 2020 als Startlinie ausgehen dann sind beide aktuell Kopf an Kopf auf der Ziellinie mit rund 60% im Plus.

Beim Betrachten des Vergleichcharts stellt sich allerdings die Frage was Cathie Wood im zurückliegenden Börsenjahr falsch gemacht hat. Wahrscheinlich dachte sie nach dem ersten Rückschlag im Frühjahr 2021 – das war’s – die nächsten Hype-Aktien steht vor der Tür, was ja auch der Dow Jones und der DAX bis in den August hinein vorgegaukelt haben. Doch an der Börse muss nach einem Gipfel das Gas herausgenommen werden um Kräfte für den nächsten Berganstieg zu sparen. Eben wie beim Marathon – nicht ständig nachpowern, sonst fällt man am Schluss tot um (war schon bei der Schlacht von 2500 Jahren in Griechenland so) und andere werden die Medaillien holen.
Nachdem nun hoffentlich alle Kleinanlegerinnen und -anleger begriffen haben, dass die Börse einem Marathonlauf gleicht, der erst endet wenn es keine Unternehmen mehr gibt die Geld einsammeln müssen um damit am Ende des Jahres Geld zu verdienen, wird es verständlich weshalb der Börsenmonat eine Börsen-Olympiade startet. Allerdings geht es hier nicht nur um die Ehre und den sportlichen Wettkampf. In den kommenden vier Jahren wollen wir den DAX besiegen und möglichst auch etwas für die Ren(di)te tun.
Die BoMo-Olympiade stellt dabei weder eine Kaufempfehlung noch Kaufberatung dar, die vier Musterdepots dienen dem Training im Umgang mit Aktien. Wer ein eigenes Depot eröffnen möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass Aktien auch finanzielle Verluste erbringen können bis hin zum Totalverlust. Selbst ganze Indizes können mehr als 40% im Jahr fallen, so wie der DAX beispielsweise 2002 mit -43%. Genau dies wollen wir durch Übung mit den Musterdepots vermeiden lernen, eine Garantie gibt es dafür natürlich nicht!

BoMo-Olympiade – Start 3.1.2022
In unseren Börsenolympiade (Ende -30.12.2025) lassen wir vier Aktiensparplan-Musterdepots gegen den DAX antreten. Bis Silvester 2025 gilt es also den DAX zu schlagen, d.h. gemessen am DAX der zurückliegenden vier Jahre wären das beim DAX 23% (5,75% p.A. ) gewesen. In den vergangen 20 Jahren seit 2002 kam der DAX auf 10,3% pA. Über das langjährige Mittel betrachtet lag die jährliche Rendite des DAX zwischen 7 und 8%. Wenn unsere Musterdepots den DAX toppen wollen, so müssten sie in der unserer Börsenolympiade bis 2026 über 30 % an Rendite erwirtschaften (7,5% pA).
Damit wir unsere Ziele umsetzen können starten wir mit einem Basiskapital von 2000 € und einer Monatsrate von 133,33 €, so dass wir 2022 bis zum Jahresende über 3600 € zur Investition in Aktien verfügen. Bei einer Auswahl über vier Aktien bedeutet das ungefähr 900 € pro ausgewählte Aktie.

Die konkurrierenden Musterdepots:
(einmalige Basis 2000 € + 400 € pro Quartal)
Musterdepot 1: ETF-DAX
Musterdepot 2: ETF MSCI-World
Musterdepot 3: Standard-Sparplan
Musterdepot 4: Turbo-Sparplan (einmalige Basis 4000 €)
als Eichmaß dient der DAX-Chart


Alle vier Börsenolympiade-Musterdepots haben einen Invest-Sparplan 133,33… € pro Monat ( entspricht 400 € pro Börsenquartal bzw. 1600 € pro Jahr). Die Simulation wird so realistisch wie möglich geführt. Aktiengewinne werden deshalb abzüglich 25% Steuer beim Verkauf berechnet bzw.. mit den Verlusten gegengezeichnet. Transaktionskosten werden mit 15 € pauschal berechnet, da die Transaktionskosten je nach Einkaufsort und Konditionen für Depots schwanken, denn ausländische bzw. marktenge Aktien können auch über diesem Satz liegen. Ein- und Verkäufe werden in der Regel über Tradegate getätigt (Handel von 8.00 -22.00) dazu verwenden wir die Charts von comdirect.de.


Musterdepot 1: DAX-ETF
3.Januar 22: Buy 8 x Core DAX ETF zu 136,25 = 1090 €.
30.1.22: Aktueller Stand bei 130,50 = 1044 € entspricht -4,2% Cash 2400 – 10190-15 = 1295 €

Quelle comdirect.de

Musterdepot 2: MSCI-World ETF
3.1.: Buy 15 x 79,60 = 1194 €
30.1.22: Aktueller Stand bei 74,67 = 1120,05 € entspricht -6,2% Cash 2400 – 1194-15 = 1191 €

Quelle comdirect.de

Musterdepot 3: Standard Sparplan
Kein Kauf bis zum dem Ende des Monats – Grund: DAX drehte gleich nach den ersten zwei Tagen nach unten. Ausserdem sind die 10jährigen. Staatsanleihen im Januar kontinuierlich gestiegen, was zu einem Rückgang der Aktienkäufe durch institutionelle Anleger seit Anfang Januar geführt hat.

10 jährige US Staatsanleihen

Also abwarten bis die Berichtssaison erkennbare Tendenz zeigt. Nachdem Apple gute Zahlen am 27.1 gemeldet hat. Einstieg in die Aktie:
31.Januar: Buy Apple 10 x 152,50 = 1525
€ Cash 2400 – 1525 -15 = 860 €

Musterdepot 4: Turbo Sparplan
Wie bei Musterdepot 3. Der Vorteil eines selbstgemangten Depots ist eben auch der, dass wir die Finger von Aktien lassen können, während ein ETF den Märkten hinterher hecheln muss. Der Turbo, die 2000 Extra-Euro werden nach jetzigem Stand auch wahrscheinlich erst ab Juli zum Einsatz kommen, es sei dann ein Dividenden-Ausschüttung verlockt zum Handeln.
Nachdem Apple gute Zahlen am 27.1 gemeldet hat. Einstieg in die Aktie.
31.Januar.: Buy Apple 10 x 152,50 = 1525 €
Cash 2400 – 1525 -15 = 860 €

Fazit Börsenolympiade – Januar:
Wer zu früh kommt den bestraft mitunter eben doch auch mal das Leben. Die beiden ETF-Depots haben wie der DAX und die Weltbörsen einen Fehlstart hingelegt. Negative Monate zu Jahresbeginn gibt es immer wieder einmal, so. z.B. 2000, 2002, 2016 oder 2020 geschehen. Abwarten und Tee trinken ist daher solange eine gute Idee bis die Indizes keine neuen Tiefstände mehr erzeugen. Ausnahmeaktien bestätigen hier die Regel und könnten eventuell gegen den Trend laufen, so wie einst im Jahr 2002 als der DAX übers Jahr -43% in den Keller ging und ich mit -42% bei der Crashpartie dabei war, United Internet aber über 20% stieg.
Demnächst mehr von der BoMoBörsenolympiade – Übrigens: Es gibt zahlreiche öffentliche Musterdepots, die ebenfalls Informationen über den geschickten Umgang mit Aktien zur Verfügung stellen



Ernesto O.

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Der Börsenmonat – Welcome 2022

#Börsenmonat #Blog

Auch in diesem Jahr werden manche Aktien wieder 50 % fallen während andere ihren Kurs verdoppeln. Grund genug für den Börsenmonat Blog regelmäßig einen Blick darauf zu werfen wie die DAX Performance überboten werden kann. Nachdem seit 2019 der DAX jedes Jahr zu legen konnte (DAX 2018: -18,26%) wird es wahrscheinlicher dass die Jahresperformance des deutschen Börsen-Index auch wieder einmal negativ sein kann. Es gibt genügend anhaltende Probleme wie zum Beispiel das Lieferketten Problem, die Never-Ending Corona-Story, das Gerangel der großen Mächte USA, Russland und China mit der EU, wachsende Rohstoffkosten oder die schwelende Immobilienblase in China.

Der Börsenmonat war und ist ein Blog für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger, die wir analog dem US Börsen-Index S&P500 in die beiden Gruppen S & P einteilen können: P = Poor und S = Standard. So entspricht P = weniger als 10.000 € und S = 10 – 100.000 € an Eigenkapitalinvestition.

Im Besonderen suchen Anlegerinnen und Anleger, die neu an der Börse mit geringem Kapital einsteigen wollen nach Orientierung. Hier kann das Aktien-Sparplandepot des Börsenmonats (BoMo-Sparplan-Depot), das wir in den nächsten vier Jahren in einer Börsenolympiade als Musterdepot führen zum Vergleich mit eigenen Entscheidungen an der Börse herangezigen werden.

Das BoMo-Sparplan-Depot startet auf einer Basis von 2000 € und einer monatlichen Sparrate von 133,33 € , so dass bis zum Jahresende mit 3600 € jeweils 900 € in vier verschiedene Aktien investiert werden können. Bis Ende der Börsenolympiade am 1.1.2026 kommen mit den 133,33 € im Monat, pro Jahr nochmals 1600 € auf das Verrechnungskonto des Musterdepots. Die mit der Sparrate erzielten 6400 € plus die 2000 € Anfangskapital ergeben sich am Ende 8400 € auch falls wir keine Aktie dafür kaufen sollten. Die Aktien, die für das BoMo-Sparplan-Depot ausgewählt werden, sollen möglichst zum günstigen Zeitpunkt gekauft werden und gewinnbringend die langjährig ermittelte DAX-Performance von 8% pA. übertreffen.

Wer selbst ein eigenes Aktiendepot in den vergangen 20 Jahren betrieben hat, weiß dass 8% Rendite innerhalb eines Jahres nicht selbstverständlich sind. Von 2002 bis heute gab es für den DAX zwar nur vier negative Jahre, aber die Verluste in diesen Börsenjahren waren kräftig: Von -44% (2002) über -40% (2008), -15% (2011) bis -18% (2018). Nicht genug damit: Im September 2011 und im März 2020 fiel der DAX in weniger als einem Monat um mehr als -20%.

DAX-Performance Quelle: Boerse.de

Ein ETF auf den DAX hätte vom 1.1.2018 bis 1.1.2022 zwar rund 20-25% Rendite in diesen vier Jahren erbracht. Nun ist es aber so, dass der DAX im schlechtesten Jahr dieser „Börsenolympiade“ 2018 mit -18% bei den o.g. 8400 € immerhin einen Verlust von 1512 € eingefahren hätte, während im besten der vier Jahre 2019 mit +25% wieder ausgehend von den o.g. 8400 € kräftige 2100 € Gewinn zu Buche gestanden hätten.

Die Ausschläge des DAX können also heftig in beide Richtungen gehen und so ist es leicht einzusehen, dass es bei der Auswahl der Aktien nicht nur darauf ankommt die besseren Stücke auszuwählen. Die Hauptaufgabe bei der Steuerung des BoMo-Sparplan-Depots wird also auch das Timing sein – zu welchem Zeitpunkt kaufe ich ein, und wann verkaufe ich mit Erfolg.

Ernesto O.

Stay tuned

Von Buffet verApplet – Der Börsenmonat

#Börsenmonat

Wer der alten Buffet-Philosophie „Aktien kaufen und liegen lassen“ folgt, wacht angeblich eines Tages auf und ist reich. Das mag funktionieren wenn man wie Buffet im Alter von 11 Jahren seine ersten Aktien kaufen kann. Oder vielleicht mit 18 oder 22, dann sind es nur noch 44 Jahre bis man mit 66 zu Milliardärs gehört. Heute prägt wohl eher der Satz von Konrad Adenauer, „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, die neue Philosophie des Warren Buffet.

Denn die vor wenigen Jahren vom Altmeister verpönten Apple Aktien sind heute die Top Nummer 1 in seinem Depot. Satte 43 % beträgt das Gewicht an Apple Aktien im Berkshire Hathaway Portfolio, während die nächsten drei Favoriten nur 30 % und die Aktien auf den Plätzen 5-10 zusammen 15 % Anteil im Depot ausmachen. Auf alle anderen Aktien im Buffet-Depot kommen gerade eben noch 12 %.
Ausgesprochen lustig ist es anzusehen, dass auch die Melinda & Bill Gates Stiftung, quasi die Konkurrenz von Microsoft, 43 % an Berkshire Hathaway in ihrem Portfolio hält und somit mehr als 20 % Apple Aktien im Depot liegen. Das besondere Flair an Apple ist, dass Apple nicht nur die wertvollste Aktie der Welt mit einer Bewertung von knapp 3 Billionen Dollar ist, sondern auch in den vergangenen 10 Jahren eine Performance von rund 1400% hingelegt hat. (siehe Chart).


Bereits 2005 hatte ich Apple in mein Depot genommen, aber im November 2007 schließlich das erste mal komplett verkauft. Dann kaufte ich 2012 wieder Apple, aber im Januar 2015 waren schon wieder alle Anteile verkauft. Es dauerte fast sechs Jahre bis ich im November 2020 wieder 10 Anteile erwarb. Innerhalb des letzten Jahres stockte ich die Apple Aktien auf 35 Stück auf und die Apple Anteile haben jetzt ein Gewicht von 20% am Börsenmonat-Musterdepot und derweil eine Performance von 49% innerhalb eines Jahres. Grund für die Verkäufe war letztlich auch die Tatsache, dass der Kurs der Apple-Aktie negative Phasen hatte. So verlor die Apple Aktie 2018 innerhalb von 3 Monaten 36% an Wert um dann 2019 wieder mit einem Plus von 100% durchzustarten.

Ob das Timing für den Wiederneueinstieg, das intuitiv im November 20 gewählt wurde eine kluge Idee war wollen wir am Chart seit August 2020 überprüfen:


Wie der Chart zeigt gab es insgesamt sechs gute Zeitpunkte bei Apple zuzugreifen und zwar genau dann wenn der von einem Zwischentop gefallene Kurs sich am Zwischentief wieder auf den Weg macht die 38 Tageslinie nach oben zu durchbrechen. So erwischte ich gerade noch die letzte Möglichkeit im November 2020 auf den Zug aufzuspringen; auch der März war ein guter Zeitpunkt nach zu kaufen. Mein letzter Zukauf im Juli des Jahres war allerdings nicht mehr optimal, denn ich hätte besser schon im Juni zugreifen sollen wie der fünfte rote Pfeil anzeigt.

Zum Risiko: Sollte die Apple Aktie wieder solche Kapriolen schlagen wie 2018 als die 36 % in den Keller ging empfiehlt sich für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger der schrittweise Abverkauf.
In der ängstliche Variante bedeutet dies: Das erste Drittel nach -12%, das zweite Drittel -24%. Bei -36% die Hälfte vom Rest verkaufen, d.h. 16% behalten.
Effektiver wäre gewesen: Erst bei -20% vom Zwischen-Top die Hälfte verkaufen, das wäre dann jeweils nur einmal 2018 und beim Corona-Crash 2020 gewesen.


2018: Zukauf (blaue Pfeile) 3 x 10 Aktien – 15 Verkauf (roter Pfeil) —> 15 Aktien am Jahresende
2019: 3 x 10 Aktien Zukauf —> 45 Aktien am Jahresende


2020/21: Beginn mit 45 Aktien, beim Corona-Crash Verkauf der Hälfte —> 22,5 Aktien, danach 6 – 7 Zukäufe à 10 Stücke, am Ende 80-90 Apple Aktien. Sollte Apple nun wieder unter 130 € fallen könnte man den Gewinn teils wieder verkaufen um auf die nächsten Anstiege zu warten.

Bei einem Kursanstieg von 35 auf 155 € in der vergangenen Olympiade (= 4 Jahre) sicherlich eine gute Strategie.


Ob die 38Tage-TopDownDipp-Strategie auch auf andere Aktien übertragbar ist, müsste einmal überprüft werden. Das funktionieren dieser Strategie setzt einen über mehrere Jahre übergeordneten Trend einer Aktie voraus und hängt davon ab wie heftig Rücksetzer sind. Handelt es sich um eine grundsätzlich an Rücksetzern arme Aktie sollte dies wie auch bei Apple möglich sein.

Doch halt. Wer jetzt sofort Apple Aktien kaufen möchte – sollte bedenken: Zwar gehört Apple zu den besten Aktien der letzten 30 Jahre, die jährliche Performance liegt bei über 19%, während der DAX mit nur 8% daneben wie ein lahme Ente wirkt. Aber: Apple jagte im letzten Quartalso ein Rekordhoch nach dem anderen und ist damit 2021 über 40% nach vorne gesprintet, wird es zunehmend wahrscheinlicher, dass wir bald ein Abtauchen unter die 38 Tageslinie erwarten können. Daher lieber zunächst einmal nur eine kleine Aktienbasis bei Apple legen oder erst die Entwicklung für den weiteren Einstieg beobachten. Die nächste 38er Kreuzung für den Nachkauf wird bestimmt kommen (je 3x in 2019, 2020 und 2021). Die Analysten haben übrigens zuletzt im Dezember das mittlere Kursziel von 152 auf 165 € erhöht. Ohne besondere News ist aktuell auch kein höheres Ziel zu erwarten und die Chancen für einen Rücksetzer steigen.

Also nicht verApplen lassen und immer 1% überbehalten (bei Apple dann schon eher 16%)

Ernesto O.

Die 38TTDD Strategie werden wir jetzt auch bei der im Januar startenden „Aktiensparplan-Olympiade“ im neuen Börsenmonat-Musterdepot anwenden. Das Börsen-MusterdepotAktiensparplan-Olympiade“ spielt dabei mit einer monatlichen Sparrate von 133,33 € und bei einem Basisinvest von 2000 € bei 4 jähriger Laufzeit Januar 2022 – Dezember 2025. Ziel ist es regelmäßig den DAX zu schlagen.
Stay tuned.

10 years after – das Börsenmonat Musterdepot

Wenn man etwas richtig gut kann wird es Zeit etwas Neues zu beginnen.

Börsenmonat Musterdepot 2012 – 2021

Das Musterdepot läuft seit Januar 2012 und deshalb wird es nach nunmehr 10 Jahren am 31.12.2021 geschlossen. Der Einsatz von 4100 € hat sich in dieser Zeit seitdem um mehr als das 7fache vermehrt. Dies gelang vor allem dadurch, dass Aktien deren Gewinne ~100% oder mehr betrugen, teilweise oder komplett wiederverkauft wurden. Die Dividenden flossen wie die Gewinne dann in neue Aktienpakete. Auch Transaktionskosten und anfällige Steuern von 25% auf realisierte Gewinne (kein Steuerfreibetrag) konnten den langfristigen Weg des Musterdepots nach oben nicht stoppen. Trotz China-Brexit-Trump-Jahr 2016 und Corona-Crash 2020 wurde durch regelmäßige Verbesserung der Börsenstrategie Rücksetzern Paroli geboten.

Welche Aktien Waren die Antreiber im Depot?
Leider war meine Buchführung von 2012 bis 2015 schlampig, so dass ich für diese Jahre nur lückenhaft bzw. ungefähr den Performanceverlauf wiedergeben kann.

2012 – 13
Start mit vier Aktien: VW(D), Gazprom(RUS), RenRen(CN), E-Commerce(CN)
Dann brachte der Kauf von Apple (US) rasch eine Kursverdopplung. Bei knapp 100% verkauft (nur relativ kurze Haltedauer 2012 … im Nachhinein eigentlich ein Fehler)
Associated British Food (GB) ab Sept 2012 – 2015 100+ %
Canadian Solar 2013 – 2015 100+%

2014 – 15
Bank of Ireland – (von Januar 2014 – 2016 85%)
VW Verkauf nach 55% Gewinn
Tata Motors bei 50% verkauft
Nordex Ende 2015 bei 98% verkauft

2016 – 17
Die Verluste in 2016 gingen vor allem auf die Depotübergewichtung von erneuerbaren Energieaktien (Solaredge etc.) und chinesischen Aktien (BYD, Geely…)zurück. Eine rasche Reduzierung (nicht vollständiger Verkauf!) wäre sinnvoll gewesen, denn seitdem läuft es ja wieder deutlich besser für „grüne Aktien“.
Neueinstieg bei Sony Sommer 2016 (bis heute im Depot gehalten + 324%)
co.don – 2017 bei 186% verkauft

2018 – 19
Zwei relativ lethargische Jahre für das Musterdepot
2018 Geely 64% verkauft
2018 Kauf von Grieg Seafood bis Ende 2019 97% im Plus verkauft
2019 JinkoSolar bei 80% Gewinn verkauft
Sony kontinuierlicherAnstieg auf 127%

2020 – 21
Während des Corona-Crashs wurden im Februar – März 2020 verkauft:
Grieg Seafood (Resteverkauf – Fehler)
Voltabox
Yamaha Gold
Cancom
Borussia Dortmund
Ceconomy

Dafür wurden 2020 neu aufgenommen bzw. aufgestockt:
(in Klammer Performance bis heute Dezember 2021)
Encavis (61% nach Teilverkauf)
ITM Power (51%)
LPKF Laser (-7% nach Senkung auf 1% Depotgewichtung – in Lauerstellung)
Pfizer (wieder verkauft)
Bank of Ireland (167% nach zwei Teilverkäufen)
Canadian Solar (wieder verkauft)
3D Systems ( 234 % nach vier Teilverkäufen)
Apple (50% nach zwei Zukäufen)
Vodafone (wieder verkauft)
Solarparken (2%)

Das 3. und 4. Quartal 21 zeichnet sich durch eine Sättigung nach dem Depot-Top im Juni 21 aus. Aktuell haben im Dezember Norwegian Airshuttle 20%, Lenovo 12%, Clip digital und VW mit jeweils 11% die beste Monatsperformance. Sony + 324% hat nach fünf Jahren im Musterdepot eine unnachahmliche Performance. Hier waren die zwei Teilverkäufe nicht angebracht, da Sony eigentlich nur den Weg nach oben kennt und die Kursschwankungen immer wieder rasch ausgebügelt werden konnten. Niu Tech mit 132% Performance ist nach zwei Teilverkäufen zwar aktuell von seinem Top am 12.Februar von 40,50 inzwischen zurück auf 13,90 (Kauf 7-2019 bei 6,05 €) und verhält sich genau so wie chinesische Tec-Aktien das gerne tun. Heute himmelhoch jauchzend und morgen zu Tode betrübt, aber dies ist genau der Grund warum man ein paar Stücke überbehalten sollte, so verpassen wir nicht den nächsten Aufstieg. Diese heftigen Wellenbewegungen habe ich in den letzten Jahren auch genau so bereits bei Jinko Solar, BYD, Canadian Solar und Geely erlebt.

Was hätte ich in den 10 Jahren Musterdepot besser machen können?
Auch wenn Tech-Aktien immer wieder große Performance-Booster sind, wäre ich 2015 besser beraten gewesen, mehr auf Branchen- und Länderdiversität zu achten. Der Absturz 2016 wäre früher zum Erliegen gekommen, der Versuch den Einbruch aussitzen zu wollen war falsch. Läuft die Performance rückwärts, ist das einzige probate Mittel die Einlagen rasch, aber schrittweise zu reduzieren bis der Boden erreicht ist. Nun können wir zwar wirklich nicht über die zehn Jahres Gesamt-Performance des Musterdepots klagen, aber mit einem monatlichen Sparplan (z.B. 133,33 €/pMon) wären wir sicher bis heute weiter gekommen. Das Depot (4100€) Wachstum baute ausschließlich auf Aktienumschichtungen und Ertragsdividenden auf und es hätte mit einem monatlichen Sparplan über die komplette Zeit am Ende 16000 € Kapital statt 4000 € zur Investition in Aktien zur Verfügung gestanden, das heißt dass eine Performance von nur 100% ebenfalls mehr als 30000 € erwirtschaftet hätte.

und 2022?
Börsenmonat Aktiensparplan-Musterdepot:
Ein neues selbstgemanagtes Musterdepot beginnt im Januar:
Startkapital: 2000 € / Alternative mit 4000 €
monatliche Sparrate: 133,33 € (= 400 € pro Quartal)
Laufzeit: 4 Jahre
Ziel: jährlich den DAX schlagen Am Ende (nach 4 Jahren) soll sich das eingesetzte Grundkapital ( 2000€ / 4000€) incl. Sparrate (von 6400 € n. 4 Jahren) durch geschickte Aktienauswahl und -wechsel sich verdoppeln. Das bedeutet also bei 8400 € Einsatz als Ergebnis 16 800€ + x oder bei 10400 € Gesamteinsatz mind. 20800 € als Depotziel nach Ablauf einer „Börsenolympiade“.

Start des Börsenmonat-Aktiensparplan-Depots ab dem 3. Januar 2022!

Ernesto O.

Der Börsenmonat – November 21

#Börsenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Jahresendspurt für das Börsenmonat-Musterdepot!

Die statistisch mageren Börsenmonate (Mai – Oktober) sind vorbei und der DAX startet in seine bessere Jahreshälfte (November – April) prompt mit einem Kaufsignal. Auch das Börsenmonat-Musterdepot hat sich für die Jahresendrallye noch einiges vorgenommen. 2012 mit 4100 € gestartet, hat sich der Depoteinsatz nach 9 Jahren und 10 Monaten nunmehr fast verachtfacht und mit Hilfe der Weihnachtsrallye sollte die 800% Performance-Linie auch bis zum Jahresende zu schaffen sein. Durch den in den Sommermonaten mit Teilverkäufen der Gewinneraktien aufgebauten Cash von 20% von rund 6300€ konnten seit Ende September folgende Aktien neu ins Depot genommen werden:

27.September: 300 British Petroleum (Dividende am 11.11. – Aktienrückkaufplan von BP)
27.September: 50 Clip Digital (Wachstumsunternehmen – profitabel)

  • Oktober: 30 Österreichische Post (solide – langsames aber stetes Wachstum 2011 bei 19 €)
  • Oktober: 6 Volkswagen ( nach Mangelsituation – gute Perspektive)

2.November: 50 LPKF Laser (3. Versuch seit 2017…)
2.November: 50 Barrick Gold (steht so niedrig wie seit 2019 nicht mehr – Inflation)
2.November: 500 Norwegian Air Shuttle (sehr spekulativer Rebound)

Damit ist das Depot zu 100% voll investiert und der Cash auf 0 reduziert. Die Weihnachtsrallye kann kommen, wenn sie denn will. Durch die letzten Transaktionen ist auch der Jahresplan für 2021 mit Beginn des besseren Börsenhalbjahres erfolgreich abgeschlossen:

Jahres-Ziele für 2021:

  1. „Zwei Fußballteams“ an Aktien (22)
  2. Volle Diversifikation (9 Länder 9 Branchensegmente)
  3. Cash auf 0 Euro senken für das bessere Halbjahr (Nov. – April)
  4. Aktiensparplan (noch nicht ins Musterdepot einbezogen)

Zu Punkt 1:
Das Ziel war es nicht möglichst viele Papiere im Depot anzusammeln, sondern ein breit aber noch überschaubares Depot aufzustellen. Daher ist bei „2 Fussballteams“ Schluß. Dahinter steht der „Ersatzspieler-Gedanke“: Fällt die eine Aktie ab oder wird einer „Gewinn-Diät“ unterzogen (Verkauf oder Teilverkauf) dann bleibt ein Pendant im Depot das dafür weiterläuft bis ein neuer „Teamplayer“ gefunden ist.

Zu Punkt 2:
Um die Diversifikation des eigenen Depot zu checken hilft eine Branchenübersicht. . Leider kommen wir dabei schnell auf 100-120 Branchen (siehe finanzen.net ) Besser fährt es sich mit der Übersicht der Wiener Börse (Neun Branchen mit rund 40 Sektoren), als Vorlage habe ich hier jedoch die Branchen-Performance Übersicht von ARRIVA mit 11 Branchen gewählt und auf neun Segmente gekürzt.

Dabei zeigt sich, dass die 22 Werte des Börsenmonatdepots über alle Bereiche gestreut sind, allerdings mit Schwerpunkten bei Versorger & Energie, Industrie und Konsum. Einige Gesellschaften sind darüber hinaus in verschiedenen Branchen aktiv.

Grundstoffe: Barrick Gold, Bayer
Versorger & Energie: Encavis, Solarparken, ITM Power, Sunhydrogen
Industrie: Varta, 3D Systems, Norwegian AirShuttle, Lenovo, Sony
Konsum: Bike 24, VW, LPKF Laser, Apple, Clip Digital, Niu Tech, Anta Sports, Sony
Dienste & Immobilien: Niu Tech
Gesundheit: BioNTech, Bayer
Finanzen: Lenovo, Bank of Ireland, Encavis
Technologie: Apple, Sunhydrogen, Sony
Kommunikation: Österreichische Post

In diesen 10 Jahren wurden aus den anfangs 5 Aktien aus 4 Ländern dank der (Teil-)Verkäufe der Gewinneraktien inzwischen die 22 Aktien aus 9 Ländern. Zugleich hat die weltweite Diversifikation über die Jahre ein Depot mit fast stetigem Wachstum generiert. Natürlich gab und gibt es wechselnde Schwerpunkte, die durch Umschichtung an die Börsentrends der Jahre angepasst wurden. Dabei können ethische Gesichtspunkte durchaus ein Planungsbestandteil sein, allerdings sollte man nicht an der Börse „die Welt retten wollen“, wie ich das zwischen 2002 und 2010 machen wollte. Damals setzte ich 9000 Euro für Solarenergie und Biodiesel in Australien (Solverdi worldwide) in den Sand, denn niemand in Australien wollte 2004 einsehen, dass 2019 die Klimakrise ein Feuer entfachen würde, das dem 5. Kontinent die Tränen in die Augen treiben würde. Heute habe ich auch eine Weltrettungsaktie im Depot: Sunhydrogen – aber die Aktie hat nur 1% Gewicht, selbst wenn es in den Fingern juckt dem besten grünen Wasserstoffelektrolyseur noch mehr Geld beizuschießen. 500 € und kein Cent mehr, dann darf die wirklich gute Idee auch Pleite gehen, falls solche Feinde der Menschheit wie Donald Trump noch einmal an die Macht kommen.

Zu Punkt 3:
Eigentlich alles gesagt – aber es macht einfach Sinn zu Beginn des statisch besseren Börsenhalbjahres zu investieren. In der Zeit von November – Februar sind die Gewinne i.d.R. größer, sofern der Markt ein Signal gibt:

November – Januar 2017: Depot 5,2% – DAX gesamtes Jahr: 12,5% Depot gesamtes Jahr: 74%
November – Januar 2018: Depot 4,7%DAX gesamtes Jahr: -18,3% Depot gesamtes Jahr: 0%
November – Januar 2019: Depot: 10,8% – DAX gesamtes Jahr: 25,5% Depot gesamtes Jahr: 15%
November – Januar 2021: Depot: 62% DAX gesamtes Jahr 2020: 3,6% Depot gesamtes Jahr 2020: 35%


Deutlich zu erkennen, dass auch wenn der DAX in schlechten Jahren wie 2018 und 2020 schwach performte, dennoch die drei Monate ab November mit meinem aufgestellten Depot ordentlich Gewinn eingefahren haben. 2020 sogar fulminante 62%.

Zu Punkt 4:
Mit dem Start des neuen BOersenMOnat-Aktiensparplan-MusterDepot 2022 werden wir versuchen aus geringem Startkapital etwas in den kommenden vier Jahren zu machen. Das BOMO-Aktiensparplandepot ist für den kleinen Geldbeutel gedacht.
Bei einem Startkapital von 2000 bzw. 4000 € und einer monatlichen Sparrate von 133,33€ (oder 400€ pro Quartal) haben wir die Absicht aus ein oder zwei Aktien zum Start – ab dem 3. Januar 2021 – elf gewinnbringende Aktien in 48 Monaten generieren. Wer dabei sein will kann schon mal Cash sammeln und – sofern bereits vorhanden – auf das Verrechnungskonto seines/ihres Depots überweisen.

Punkt 5:
Die Qualität und Stabilität des eigenen Depots kann mit einem selbstgebastelten „Risiko-Indikator“ taxiert werden.
Ich klassifiziere Aktien wie folgt:

A – sehr seriös + regelmäßige Spitzendividende – steigen seit Jahren u. hohe Dividendenrendite: –
B – seriös – steigen meist seit Jahren: Sony, Apple, Encavis , Anta Sport, Österreischische Post
C – volatil – zyklisches Up und down: 3D Systems, BP, Bank of Ireland , Solarparken, Barrick Gold, Bayer, LPKF, Niu Tech, Lenovo
D – spekulativ – meist hohes KGV und hohe Kursziele: BioNTech, Bike 24, Cliq Digital, ITM Power, AirShuttle, Varta, VW
E – hochspekulativ – Hopp oder Flop: Sunhydrogen

Natürlich ist man vor Überraschungen nicht sicher und Aktien können auch einmal die Klasse wechseln. Aber grob gesagt ist das Risiko in Klasse A am geringsten, während in Klasse E der Totalverlust jederzeit eine 50% Chance hat.

22 Aktien – kein Cash und dennoch Bewegung an der Börse


Einerseits ist das Depot nun voll ausgebaut, andererseits ist aber auch keine Cash mehr vorhanden um in gute Chancen zu investieren. Vw wäre so eine Chance, solange der Kurs unter 200 € verharrt, schließlich locken bei VW die Kursziele der Analysen zwischen 235 und 315 €. Aber woher Cash nehmen? Immerhin stehen im November für neun der 22 Aktien noch die Quartalszahlen ins Haus, sodass Kurs-Anstiege oder Abrutscher möglich und wahrscheinlich bleiben. Deshalb kann noch Cash durch Teilverkäufe gut laufender Aktien oder eben auch durch Teilverkäufe Verlust bei der einen oder anderen Aktie vorgebeugt werden. Gezeiten- und Wellen-Effekte sind eben auch an der Börse üblich. Also bei Schwächlingen oder übergewichtigen Aktien abspecken und das so frei werdende Geld in die Aktien stecken, die sich erkennbar für die Jahresendrallye eignen.

Ernesto O.

„Der Börsenmonat“ stellt keine Empfehlungen für Aktienkäufe oder Verkäufe dar. Jede/r User/in muss seine/ihre eigene Risikobereitschaft für Investitionen in Aktien festlegen und danach handeln. Dieser Blog beschreibt lediglich die Marktlage nach den Einschätzungen des Autors.

Der Börsenmonat: Aktiensparplan BoMo 2022

#Börsenmonat

Das Börsenmonat-Musterdepot(BOMO12) hat sich nunmehr seit 10 Jahren bewährt(Startkapital – 4100 € im Januar 2012 – keine Sparrate!). Trotz eines 50%tigen Absturzes bei der Marke von 20 000 € im Brexit & Trump Jahr 2016 liegt es inzwischen mit 580% im Plus. Genug Gewinn für nützliche Anschaffungen oder lang gehegte Wünsche. Für Börsenneulinge, die nicht mit 30000 € einsteigen können hat das BOMO-Musterdepot aber keinen großen Lerneffekt mehr und speziell für die Kleinanlegerschaft, die im ersten (Lern-)Jahr mit 1000 – 5000 € an die Börse wollen, sind die „Überlebensbedingungen“ einfach völlig andere als für einen Warren Buffet, der längst nicht mehr so agiert wie vor 30 Jahren. Buffets Markenschild „Buy and Hold“ macht aus den Lernlingen von 2022 sicher kein zweites Mal die reichsten Leute der Welt. Im Übrigen hält er in seinem Depot 41% Apple-Aktien. Wer also also meint nur ein paar Apple Aktien kaufen zu müssen und sich dann schlafen zu legen, sollte wissen dass auch die Kurse der Apple Aktien in den Jahren 1993, 2000, 2002 und 2008 genauso wie die Aktien der Konkurrenz von Microsoft in den achtziger und neunziger Jahren, 2000 und 2008, mit über -40% und mehr in den Keller gingen. Finanzielle Verluste schmerzen niemand mehr als die Kleinanlegerschaft. 2022 ist nicht 2002 und gerade junge Menschen die mit 18, 28,38 oder… die ersten Schritte an der Börse machen, brauchen Beratung – KnowHow – damit es ihnen nicht wie mir in meinen ersten 10 Börsenjahren geht – himmelhoch jauchzend und dann doch zu Tode betrübt. Wartet nur ein Weilchen, der nächste Crash kommt bestimmt.

Für Neulinge an der Börse ist es also Zeit für einen zeitgemäßen Ansatz:

ETF-Aktiensparplan (nicht empfohlen)
Wer sich keine Gedanken machen will – ist bei einem DAX ETF vielleicht besser aufgehoben…Na ja, wir müssen wissen, dass ein ETF immer nur die Performance des gewählten Indizes wie z.B: DAX, MDAX, TecDAX, EuroStocks, Dow Jones oder MSCI World abbildet. Das bedeutet aber auch, dass wir nicht die bessere Hälfte des Kuchens bekommen, sondern nur den Durchschnitt, denn die schwachen Titel des DAX wurden ja auch alle eingekauft. Im Endeffekt nehmen wir also jedes Jahr nur die mittlere Performance des DAX mit, ebenso auch die negativen Jahre.
Während in Amerika die ersten ETF Experimente schon in den 1970ziger Jahren gestartet wurden, gibt es den ersten DAX-ETF in Deutschland seit 2001.

Was hier als Fehleinschätzung bezeichnet wird war keine! In Wirklichkeit lag der Fehler der Medien darin, die Liebe der Anlegerschaft zur Mittelmäßigkeit nicht zu erkennen. Ergo: Wir sind nicht Geld gierig, aber die bessere Hälfte der Aktien darf es schon sein.


Rückblickende Einlassung: 2002 startete ich als Neuling mit 4000 € („1 Monatsgehalt“) an der Börse und es gelang mir doch tatsächlich sofort den DAX zu schlagen (DAX 2002 -43%, ich -42%). Ok, ok – ich weiß auch nicht warum ich mir ausgerechnet mit 2002 das schlechteste aller DAX-Jahre als Startzeitpunkt ausgesucht habe – aber aus Erfahrung wird man bekanntlich klug, hi hi.

Zwei Dinge weiß ich heute:

  • Hätte ich 2002 zu Jahresbeginn einen DAX-ETF gekauft, wäre ich 2002 mit -43% genauso untergegangen wie der DAX, denn ein ETF auf den DAX schlägt den DAX nie.
  • Hätte mir jemand 2002 verraten, wie wichtig Timing an der Börse ist, also der Zeitpunkt des Ein- u. Verkaufs wäre ich wahrscheinlich genauso „leichtfüßig“ durch die geplatzte Dotcom-Blase spaziert wie durch den Corona-Crash im Feb/März 2020 (ich -20%, DAX -38%). Der DAX landete 2020 dementsprechend am Jahresende nur bei +3,6%, ich hingegen bei +34,7%)

Fazit: Wegen seiner Eigenschaft einen kompletten Index abzubilden kann ein DAX-ETF zwar als zusätzliche Stütze für ein Depot hilfreich sein, aber als Basisinvestment ist er ungeeignet.

Wer freies nicht benötigtes Geld an der Börse anlegen will – und nicht gerade eben zwei falsche Hände bei Aktienkauf hat – ist besser beraten das Depot selbst zu verwalten, sofern er/sie umsichtig aus dem riesigen Angebot der Aktien auswählt.

So und jetzt Butter bei die Fische:

Aktiensparplan-Muster-Depot 2022:

Start: 3.1.2022

Für Börsen-Neulinge:
Sinnvollerweise legen sie sich bis dahin ein Depot bei einer Direkt-Bank (Vergleich siehe hier) an und überweisen sich ihr Grundkapital – nur Geld das sie entbehren können – auf das Verrechnungskonto ihres Depots. Dort wartet es geduldig genauso zinslos wie auf den anderen Banken bis sie es wieder abheben.

Finanzielle Voraussetzungen:
Ideale Vorgabe für Neu-Börsianer.innen:
a) 4000 € Grundkapital
b) eine monatliche Sparrate von 133,33 € in den ersten vier Jahren (entspricht 400 € pro Quartal) Erklärung: Der Aktionär und andere Medien schlagen häufig Startdepots mit 5000, 10000 und 25000 € vor. Solch große Beträge können bzw. wollen Jungaktionär.innen aber verständlicherweise nicht sofort auf einen Streich investieren. Einerseits ist das Risiko zu groß, da es an Erfahrung mit der Börse fehlt, andererseits soll ja auch nur das wirklich freie Geld an der Börse eingesetzt werden!
c) Ziel ist es etwas für die Rente zu tun, einen Notgroschen zu haben und jährlich den DAX zu schlagen.

Das erste Jahr – der Einstieg:
Ich sagte es schon: Das Timing ist wichtig, ebenso wichtig ist es aber auch so rasch wie möglich zu einem diversifizierten Aktien-Depot zu gelangen. Diversifikation bedeutet Aktien verschiedener Branchen, Länder und Indizes(DAX, SDAX, Dow, Nasdaq, FTSE usw.) im Depot zu halten. Typischerweise kauft man ein Aktienpaket einer Firma für ca. 1000 €, das ergibt bei vollem Einsatz des Grundkapitals und der Sparrate im ersten Jahr somit vier verschiedene Börsen notierte Aktienpakete aus dem Grundkapital und ein weiteres Aktienpaket am Ende des Jahres aus der Sparrate, so dass nach einem Jahr noch ein Cash von 600 € für das zweite Jahr übrig bleibt.

Das erste Jahr – alternativer Einstieg:
Es geht aber auch die „Kleingeld-Variante“. Wer keine 4000 € Grundkapital auf dem Verrechnungskonto des eigenen Depots bereitstellen will, kann auch auf einer Basis von nur 2000 € starten. Dies ändert am Diversifikation- und Timing-Plan für das erste Börsenjahr nichts. Es werden dann pro Handel nur jeweils für 500 € Aktienpakete eines Unternehmens gekauft. Das ändert auch an der Performance nichts, lediglich der Gewinn in absoluten Zahlen ist am Jahresende geringer. Sobald durch die monatlichen 133 € der Cashbetrag groß genug geworden ist, kann schließlich auf 1000 € pro Einkauf aufgestockt werden.

Ziel im ersten Jahr:
5 Aktien diverser Unternehmen sofern es das Timing ermöglicht.


Erläuterung: Haben wir zum Beispiel vier verschiedene Aktienpakete gekauft – alle Aktien zum Einkaufspreis von sagen wir 1000 € , dann macht es nichts aus wenn 2 von den 4 um 50% fallen wenn die anderen beiden gleichzeitig um 50% steigen. Das ist dann ein Nullsummengeschäft und es ist nichts verloren. Kaufen wir aber nur zwei Aktienpakete und dann ausgerechnet die beiden Aktien, die 50% fallen, dann haben wir am Ende unser schönes Geld halbiert und Heulen und Zähneklappern ist angesagt.

Fahrplan:
Es gibt keinen festen verbindlichen Fahrplan für das Aktiensparplan-Depot 2022. Wir werden über Aktienzukauf von Monat zu Monat entscheiden. Die ersten beiden Aktien werden wir im ersten Quartal(Q 1) kaufen und diese sollten weitgehend sicher vor Verlusten sein. Aktuell würde ich aus meinem eigenen 18 Aktien-Portfolio Encavis, Varta, Apple, Sony oder Niu Tech bevorzugen. Aber genau hier ist die Sache mit dem Timing von Bedeutung. Haben diese Aktien im Januar kein gutes Momentum, dann sieht die Sachlage natürlich anders aus und Käufe werden vielleicht erst später getätigt.

So bis dann
und Cash fürs Depot sammeln…

Ernesto O.

Stay tuned