Der Börsenmonat – Welcome 2022

#Börsenmonat #Blog

Auch in diesem Jahr werden manche Aktien wieder 50 % fallen während andere ihren Kurs verdoppeln. Grund genug für den Börsenmonat Blog regelmäßig einen Blick darauf zu werfen wie die DAX Performance überboten werden kann. Nachdem seit 2019 der DAX jedes Jahr zu legen konnte (DAX 2018: -18,26%) wird es wahrscheinlicher dass die Jahresperformance des deutschen Börsen-Index auch wieder einmal negativ sein kann. Es gibt genügend anhaltende Probleme wie zum Beispiel das Lieferketten Problem, die Never-Ending Corona-Story, das Gerangel der großen Mächte USA, Russland und China mit der EU, wachsende Rohstoffkosten oder die schwelende Immobilienblase in China.

Der Börsenmonat war und ist ein Blog für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger, die wir analog dem US Börsen-Index S&P500 in die beiden Gruppen S & P einteilen können: P = Poor und S = Standard. So entspricht P = weniger als 10.000 € und S = 10 – 100.000 € an Eigenkapitalinvestition.

Im Besonderen suchen Anlegerinnen und Anleger, die neu an der Börse mit geringem Kapital einsteigen wollen nach Orientierung. Hier kann das Aktien-Sparplandepot des Börsenmonats (BoMo-Sparplan-Depot), das wir in den nächsten vier Jahren in einer Börsenolympiade als Musterdepot führen zum Vergleich mit eigenen Entscheidungen an der Börse herangezigen werden.

Das BoMo-Sparplan-Depot startet auf einer Basis von 2000 € und einer monatlichen Sparrate von 133,33 € , so dass bis zum Jahresende mit 3600 € jeweils 900 € in vier verschiedene Aktien investiert werden können. Bis Ende der Börsenolympiade am 1.1.2026 kommen mit den 133,33 € im Monat, pro Jahr nochmals 1600 € auf das Verrechnungskonto des Musterdepots. Die mit der Sparrate erzielten 6400 € plus die 2000 € Anfangskapital ergeben sich am Ende 8400 € auch falls wir keine Aktie dafür kaufen sollten. Die Aktien, die für das BoMo-Sparplan-Depot ausgewählt werden, sollen möglichst zum günstigen Zeitpunkt gekauft werden und gewinnbringend die langjährig ermittelte DAX-Performance von 8% pA. übertreffen.

Wer selbst ein eigenes Aktiendepot in den vergangen 20 Jahren betrieben hat, weiß dass 8% Rendite innerhalb eines Jahres nicht selbstverständlich sind. Von 2002 bis heute gab es für den DAX zwar nur vier negative Jahre, aber die Verluste in diesen Börsenjahren waren kräftig: Von -44% (2002) über -40% (2008), -15% (2011) bis -18% (2018). Nicht genug damit: Im September 2011 und im März 2020 fiel der DAX in weniger als einem Monat um mehr als -20%.

DAX-Performance Quelle: Boerse.de

Ein ETF auf den DAX hätte vom 1.1.2018 bis 1.1.2022 zwar rund 20-25% Rendite in diesen vier Jahren erbracht. Nun ist es aber so, dass der DAX im schlechtesten Jahr dieser „Börsenolympiade“ 2018 mit -18% bei den o.g. 8400 € immerhin einen Verlust von 1512 € eingefahren hätte, während im besten der vier Jahre 2019 mit +25% wieder ausgehend von den o.g. 8400 € kräftige 2100 € Gewinn zu Buche gestanden hätten.

Die Ausschläge des DAX können also heftig in beide Richtungen gehen und so ist es leicht einzusehen, dass es bei der Auswahl der Aktien nicht nur darauf ankommt die besseren Stücke auszuwählen. Die Hauptaufgabe bei der Steuerung des BoMo-Sparplan-Depots wird also auch das Timing sein – zu welchem Zeitpunkt kaufe ich ein, und wann verkaufe ich mit Erfolg.

Ernesto O.

Stay tuned

Von Buffet verApplet – Der Börsenmonat

#Börsenmonat

Wer der alten Buffet-Philosophie „Aktien kaufen und liegen lassen“ folgt, wacht angeblich eines Tages auf und ist reich. Das mag funktionieren wenn man wie Buffet im Alter von 11 Jahren seine ersten Aktien kaufen kann. Oder vielleicht mit 18 oder 22, dann sind es nur noch 44 Jahre bis man mit 66 zu Milliardärs gehört. Heute prägt wohl eher der Satz von Konrad Adenauer, „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, die neue Philosophie des Warren Buffet.

Denn die vor wenigen Jahren vom Altmeister verpönten Apple Aktien sind heute die Top Nummer 1 in seinem Depot. Satte 43 % beträgt das Gewicht an Apple Aktien im Berkshire Hathaway Portfolio, während die nächsten drei Favoriten nur 30 % und die Aktien auf den Plätzen 5-10 zusammen 15 % Anteil im Depot ausmachen. Auf alle anderen Aktien im Buffet-Depot kommen gerade eben noch 12 %.
Ausgesprochen lustig ist es anzusehen, dass auch die Melinda & Bill Gates Stiftung, quasi die Konkurrenz von Microsoft, 43 % an Berkshire Hathaway in ihrem Portfolio hält und somit mehr als 20 % Apple Aktien im Depot liegen. Das besondere Flair an Apple ist, dass Apple nicht nur die wertvollste Aktie der Welt mit einer Bewertung von knapp 3 Billionen Dollar ist, sondern auch in den vergangenen 10 Jahren eine Performance von rund 1400% hingelegt hat. (siehe Chart).


Bereits 2005 hatte ich Apple in mein Depot genommen, aber im November 2007 schließlich das erste mal komplett verkauft. Dann kaufte ich 2012 wieder Apple, aber im Januar 2015 waren schon wieder alle Anteile verkauft. Es dauerte fast sechs Jahre bis ich im November 2020 wieder 10 Anteile erwarb. Innerhalb des letzten Jahres stockte ich die Apple Aktien auf 35 Stück auf und die Apple Anteile haben jetzt ein Gewicht von 20% am Börsenmonat-Musterdepot und derweil eine Performance von 49% innerhalb eines Jahres. Grund für die Verkäufe war letztlich auch die Tatsache, dass der Kurs der Apple-Aktie negative Phasen hatte. So verlor die Apple Aktie 2018 innerhalb von 3 Monaten 36% an Wert um dann 2019 wieder mit einem Plus von 100% durchzustarten.

Ob das Timing für den Wiederneueinstieg, das intuitiv im November 20 gewählt wurde eine kluge Idee war wollen wir am Chart seit August 2020 überprüfen:


Wie der Chart zeigt gab es insgesamt sechs gute Zeitpunkte bei Apple zuzugreifen und zwar genau dann wenn der von einem Zwischentop gefallene Kurs sich am Zwischentief wieder auf den Weg macht die 38 Tageslinie nach oben zu durchbrechen. So erwischte ich gerade noch die letzte Möglichkeit im November 2020 auf den Zug aufzuspringen; auch der März war ein guter Zeitpunkt nach zu kaufen. Mein letzter Zukauf im Juli des Jahres war allerdings nicht mehr optimal, denn ich hätte besser schon im Juni zugreifen sollen wie der fünfte rote Pfeil anzeigt.

Zum Risiko: Sollte die Apple Aktie wieder solche Kapriolen schlagen wie 2018 als die 36 % in den Keller ging empfiehlt sich für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger der schrittweise Abverkauf.
In der ängstliche Variante bedeutet dies: Das erste Drittel nach -12%, das zweite Drittel -24%. Bei -36% die Hälfte vom Rest verkaufen, d.h. 16% behalten.
Effektiver wäre gewesen: Erst bei -20% vom Zwischen-Top die Hälfte verkaufen, das wäre dann jeweils nur einmal 2018 und beim Corona-Crash 2020 gewesen.


2018: Zukauf (blaue Pfeile) 3 x 10 Aktien – 15 Verkauf (roter Pfeil) —> 15 Aktien am Jahresende
2019: 3 x 10 Aktien Zukauf —> 45 Aktien am Jahresende


2020/21: Beginn mit 45 Aktien, beim Corona-Crash Verkauf der Hälfte —> 22,5 Aktien, danach 6 – 7 Zukäufe à 10 Stücke, am Ende 80-90 Apple Aktien. Sollte Apple nun wieder unter 130 € fallen könnte man den Gewinn teils wieder verkaufen um auf die nächsten Anstiege zu warten.

Bei einem Kursanstieg von 35 auf 155 € in der vergangenen Olympiade (= 4 Jahre) sicherlich eine gute Strategie.


Ob die 38Tage-TopDownDipp-Strategie auch auf andere Aktien übertragbar ist, müsste einmal überprüft werden. Das funktionieren dieser Strategie setzt einen über mehrere Jahre übergeordneten Trend einer Aktie voraus und hängt davon ab wie heftig Rücksetzer sind. Handelt es sich um eine grundsätzlich an Rücksetzern arme Aktie sollte dies wie auch bei Apple möglich sein.

Doch halt. Wer jetzt sofort Apple Aktien kaufen möchte – sollte bedenken: Zwar gehört Apple zu den besten Aktien der letzten 30 Jahre, die jährliche Performance liegt bei über 19%, während der DAX mit nur 8% daneben wie ein lahme Ente wirkt. Aber: Apple jagte im letzten Quartalso ein Rekordhoch nach dem anderen und ist damit 2021 über 40% nach vorne gesprintet, wird es zunehmend wahrscheinlicher, dass wir bald ein Abtauchen unter die 38 Tageslinie erwarten können. Daher lieber zunächst einmal nur eine kleine Aktienbasis bei Apple legen oder erst die Entwicklung für den weiteren Einstieg beobachten. Die nächste 38er Kreuzung für den Nachkauf wird bestimmt kommen (je 3x in 2019, 2020 und 2021). Die Analysten haben übrigens zuletzt im Dezember das mittlere Kursziel von 152 auf 165 € erhöht. Ohne besondere News ist aktuell auch kein höheres Ziel zu erwarten und die Chancen für einen Rücksetzer steigen.

Also nicht verApplen lassen und immer 1% überbehalten (bei Apple dann schon eher 16%)

Ernesto O.

Die 38TTDD Strategie werden wir jetzt auch bei der im Januar startenden „Aktiensparplan-Olympiade“ im neuen Börsenmonat-Musterdepot anwenden. Das Börsen-MusterdepotAktiensparplan-Olympiade“ spielt dabei mit einer monatlichen Sparrate von 133,33 € und bei einem Basisinvest von 2000 € bei 4 jähriger Laufzeit Januar 2022 – Dezember 2025. Ziel ist es regelmäßig den DAX zu schlagen.
Stay tuned.

10 years after – das Börsenmonat Musterdepot

Wenn man etwas richtig gut kann wird es Zeit etwas Neues zu beginnen.

Börsenmonat Musterdepot 2012 – 2021

Das Musterdepot läuft seit Januar 2012 und deshalb wird es nach nunmehr 10 Jahren am 31.12.2021 geschlossen. Der Einsatz von 4100 € hat sich in dieser Zeit seitdem um mehr als das 7fache vermehrt. Dies gelang vor allem dadurch, dass Aktien deren Gewinne ~100% oder mehr betrugen, teilweise oder komplett wiederverkauft wurden. Die Dividenden flossen wie die Gewinne dann in neue Aktienpakete. Auch Transaktionskosten und anfällige Steuern von 25% auf realisierte Gewinne (kein Steuerfreibetrag) konnten den langfristigen Weg des Musterdepots nach oben nicht stoppen. Trotz China-Brexit-Trump-Jahr 2016 und Corona-Crash 2020 wurde durch regelmäßige Verbesserung der Börsenstrategie Rücksetzern Paroli geboten.

Welche Aktien Waren die Antreiber im Depot?
Leider war meine Buchführung von 2012 bis 2015 schlampig, so dass ich für diese Jahre nur lückenhaft bzw. ungefähr den Performanceverlauf wiedergeben kann.

2012 – 13
Start mit vier Aktien: VW(D), Gazprom(RUS), RenRen(CN), E-Commerce(CN)
Dann brachte der Kauf von Apple (US) rasch eine Kursverdopplung. Bei knapp 100% verkauft (nur relativ kurze Haltedauer 2012 … im Nachhinein eigentlich ein Fehler)
Associated British Food (GB) ab Sept 2012 – 2015 100+ %
Canadian Solar 2013 – 2015 100+%

2014 – 15
Bank of Ireland – (von Januar 2014 – 2016 85%)
VW Verkauf nach 55% Gewinn
Tata Motors bei 50% verkauft
Nordex Ende 2015 bei 98% verkauft

2016 – 17
Die Verluste in 2016 gingen vor allem auf die Depotübergewichtung von erneuerbaren Energieaktien (Solaredge etc.) und chinesischen Aktien (BYD, Geely…)zurück. Eine rasche Reduzierung (nicht vollständiger Verkauf!) wäre sinnvoll gewesen, denn seitdem läuft es ja wieder deutlich besser für „grüne Aktien“.
Neueinstieg bei Sony Sommer 2016 (bis heute im Depot gehalten + 324%)
co.don – 2017 bei 186% verkauft

2018 – 19
Zwei relativ lethargische Jahre für das Musterdepot
2018 Geely 64% verkauft
2018 Kauf von Grieg Seafood bis Ende 2019 97% im Plus verkauft
2019 JinkoSolar bei 80% Gewinn verkauft
Sony kontinuierlicherAnstieg auf 127%

2020 – 21
Während des Corona-Crashs wurden im Februar – März 2020 verkauft:
Grieg Seafood (Resteverkauf – Fehler)
Voltabox
Yamaha Gold
Cancom
Borussia Dortmund
Ceconomy

Dafür wurden 2020 neu aufgenommen bzw. aufgestockt:
(in Klammer Performance bis heute Dezember 2021)
Encavis (61% nach Teilverkauf)
ITM Power (51%)
LPKF Laser (-7% nach Senkung auf 1% Depotgewichtung – in Lauerstellung)
Pfizer (wieder verkauft)
Bank of Ireland (167% nach zwei Teilverkäufen)
Canadian Solar (wieder verkauft)
3D Systems ( 234 % nach vier Teilverkäufen)
Apple (50% nach zwei Zukäufen)
Vodafone (wieder verkauft)
Solarparken (2%)

Das 3. und 4. Quartal 21 zeichnet sich durch eine Sättigung nach dem Depot-Top im Juni 21 aus. Aktuell haben im Dezember Norwegian Airshuttle 20%, Lenovo 12%, Clip digital und VW mit jeweils 11% die beste Monatsperformance. Sony + 324% hat nach fünf Jahren im Musterdepot eine unnachahmliche Performance. Hier waren die zwei Teilverkäufe nicht angebracht, da Sony eigentlich nur den Weg nach oben kennt und die Kursschwankungen immer wieder rasch ausgebügelt werden konnten. Niu Tech mit 132% Performance ist nach zwei Teilverkäufen zwar aktuell von seinem Top am 12.Februar von 40,50 inzwischen zurück auf 13,90 (Kauf 7-2019 bei 6,05 €) und verhält sich genau so wie chinesische Tec-Aktien das gerne tun. Heute himmelhoch jauchzend und morgen zu Tode betrübt, aber dies ist genau der Grund warum man ein paar Stücke überbehalten sollte, so verpassen wir nicht den nächsten Aufstieg. Diese heftigen Wellenbewegungen habe ich in den letzten Jahren auch genau so bereits bei Jinko Solar, BYD, Canadian Solar und Geely erlebt.

Was hätte ich in den 10 Jahren Musterdepot besser machen können?
Auch wenn Tech-Aktien immer wieder große Performance-Booster sind, wäre ich 2015 besser beraten gewesen, mehr auf Branchen- und Länderdiversität zu achten. Der Absturz 2016 wäre früher zum Erliegen gekommen, der Versuch den Einbruch aussitzen zu wollen war falsch. Läuft die Performance rückwärts, ist das einzige probate Mittel die Einlagen rasch, aber schrittweise zu reduzieren bis der Boden erreicht ist. Nun können wir zwar wirklich nicht über die zehn Jahres Gesamt-Performance des Musterdepots klagen, aber mit einem monatlichen Sparplan (z.B. 133,33 €/pMon) wären wir sicher bis heute weiter gekommen. Das Depot (4100€) Wachstum baute ausschließlich auf Aktienumschichtungen und Ertragsdividenden auf und es hätte mit einem monatlichen Sparplan über die komplette Zeit am Ende 16000 € Kapital statt 4000 € zur Investition in Aktien zur Verfügung gestanden, das heißt dass eine Performance von nur 100% ebenfalls mehr als 30000 € erwirtschaftet hätte.

und 2022?
Börsenmonat Aktiensparplan-Musterdepot:
Ein neues selbstgemanagtes Musterdepot beginnt im Januar:
Startkapital: 2000 € / Alternative mit 4000 €
monatliche Sparrate: 133,33 € (= 400 € pro Quartal)
Laufzeit: 4 Jahre
Ziel: jährlich den DAX schlagen Am Ende (nach 4 Jahren) soll sich das eingesetzte Grundkapital ( 2000€ / 4000€) incl. Sparrate (von 6400 € n. 4 Jahren) durch geschickte Aktienauswahl und -wechsel sich verdoppeln. Das bedeutet also bei 8400 € Einsatz als Ergebnis 16 800€ + x oder bei 10400 € Gesamteinsatz mind. 20800 € als Depotziel nach Ablauf einer „Börsenolympiade“.

Start des Börsenmonat-Aktiensparplan-Depots ab dem 3. Januar 2022!

Ernesto O.

Der Börsenmonat – November 21

#Börsenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Jahresendspurt für das Börsenmonat-Musterdepot!

Die statistisch mageren Börsenmonate (Mai – Oktober) sind vorbei und der DAX startet in seine bessere Jahreshälfte (November – April) prompt mit einem Kaufsignal. Auch das Börsenmonat-Musterdepot hat sich für die Jahresendrallye noch einiges vorgenommen. 2012 mit 4100 € gestartet, hat sich der Depoteinsatz nach 9 Jahren und 10 Monaten nunmehr fast verachtfacht und mit Hilfe der Weihnachtsrallye sollte die 800% Performance-Linie auch bis zum Jahresende zu schaffen sein. Durch den in den Sommermonaten mit Teilverkäufen der Gewinneraktien aufgebauten Cash von 20% von rund 6300€ konnten seit Ende September folgende Aktien neu ins Depot genommen werden:

27.September: 300 British Petroleum (Dividende am 11.11. – Aktienrückkaufplan von BP)
27.September: 50 Clip Digital (Wachstumsunternehmen – profitabel)

  • Oktober: 30 Österreichische Post (solide – langsames aber stetes Wachstum 2011 bei 19 €)
  • Oktober: 6 Volkswagen ( nach Mangelsituation – gute Perspektive)

2.November: 50 LPKF Laser (3. Versuch seit 2017…)
2.November: 50 Barrick Gold (steht so niedrig wie seit 2019 nicht mehr – Inflation)
2.November: 500 Norwegian Air Shuttle (sehr spekulativer Rebound)

Damit ist das Depot zu 100% voll investiert und der Cash auf 0 reduziert. Die Weihnachtsrallye kann kommen, wenn sie denn will. Durch die letzten Transaktionen ist auch der Jahresplan für 2021 mit Beginn des besseren Börsenhalbjahres erfolgreich abgeschlossen:

Jahres-Ziele für 2021:

  1. „Zwei Fußballteams“ an Aktien (22)
  2. Volle Diversifikation (9 Länder 9 Branchensegmente)
  3. Cash auf 0 Euro senken für das bessere Halbjahr (Nov. – April)
  4. Aktiensparplan (noch nicht ins Musterdepot einbezogen)

Zu Punkt 1:
Das Ziel war es nicht möglichst viele Papiere im Depot anzusammeln, sondern ein breit aber noch überschaubares Depot aufzustellen. Daher ist bei „2 Fussballteams“ Schluß. Dahinter steht der „Ersatzspieler-Gedanke“: Fällt die eine Aktie ab oder wird einer „Gewinn-Diät“ unterzogen (Verkauf oder Teilverkauf) dann bleibt ein Pendant im Depot das dafür weiterläuft bis ein neuer „Teamplayer“ gefunden ist.

Zu Punkt 2:
Um die Diversifikation des eigenen Depot zu checken hilft eine Branchenübersicht. . Leider kommen wir dabei schnell auf 100-120 Branchen (siehe finanzen.net ) Besser fährt es sich mit der Übersicht der Wiener Börse (Neun Branchen mit rund 40 Sektoren), als Vorlage habe ich hier jedoch die Branchen-Performance Übersicht von ARRIVA mit 11 Branchen gewählt und auf neun Segmente gekürzt.

Dabei zeigt sich, dass die 22 Werte des Börsenmonatdepots über alle Bereiche gestreut sind, allerdings mit Schwerpunkten bei Versorger & Energie, Industrie und Konsum. Einige Gesellschaften sind darüber hinaus in verschiedenen Branchen aktiv.

Grundstoffe: Barrick Gold, Bayer
Versorger & Energie: Encavis, Solarparken, ITM Power, Sunhydrogen
Industrie: Varta, 3D Systems, Norwegian AirShuttle, Lenovo, Sony
Konsum: Bike 24, VW, LPKF Laser, Apple, Clip Digital, Niu Tech, Anta Sports, Sony
Dienste & Immobilien: Niu Tech
Gesundheit: BioNTech, Bayer
Finanzen: Lenovo, Bank of Ireland, Encavis
Technologie: Apple, Sunhydrogen, Sony
Kommunikation: Österreichische Post

In diesen 10 Jahren wurden aus den anfangs 5 Aktien aus 4 Ländern dank der (Teil-)Verkäufe der Gewinneraktien inzwischen die 22 Aktien aus 9 Ländern. Zugleich hat die weltweite Diversifikation über die Jahre ein Depot mit fast stetigem Wachstum generiert. Natürlich gab und gibt es wechselnde Schwerpunkte, die durch Umschichtung an die Börsentrends der Jahre angepasst wurden. Dabei können ethische Gesichtspunkte durchaus ein Planungsbestandteil sein, allerdings sollte man nicht an der Börse „die Welt retten wollen“, wie ich das zwischen 2002 und 2010 machen wollte. Damals setzte ich 9000 Euro für Solarenergie und Biodiesel in Australien (Solverdi worldwide) in den Sand, denn niemand in Australien wollte 2004 einsehen, dass 2019 die Klimakrise ein Feuer entfachen würde, das dem 5. Kontinent die Tränen in die Augen treiben würde. Heute habe ich auch eine Weltrettungsaktie im Depot: Sunhydrogen – aber die Aktie hat nur 1% Gewicht, selbst wenn es in den Fingern juckt dem besten grünen Wasserstoffelektrolyseur noch mehr Geld beizuschießen. 500 € und kein Cent mehr, dann darf die wirklich gute Idee auch Pleite gehen, falls solche Feinde der Menschheit wie Donald Trump noch einmal an die Macht kommen.

Zu Punkt 3:
Eigentlich alles gesagt – aber es macht einfach Sinn zu Beginn des statisch besseren Börsenhalbjahres zu investieren. In der Zeit von November – Februar sind die Gewinne i.d.R. größer, sofern der Markt ein Signal gibt:

November – Januar 2017: Depot 5,2% – DAX gesamtes Jahr: 12,5% Depot gesamtes Jahr: 74%
November – Januar 2018: Depot 4,7%DAX gesamtes Jahr: -18,3% Depot gesamtes Jahr: 0%
November – Januar 2019: Depot: 10,8% – DAX gesamtes Jahr: 25,5% Depot gesamtes Jahr: 15%
November – Januar 2021: Depot: 62% DAX gesamtes Jahr 2020: 3,6% Depot gesamtes Jahr 2020: 35%


Deutlich zu erkennen, dass auch wenn der DAX in schlechten Jahren wie 2018 und 2020 schwach performte, dennoch die drei Monate ab November mit meinem aufgestellten Depot ordentlich Gewinn eingefahren haben. 2020 sogar fulminante 62%.

Zu Punkt 4:
Mit dem Start des neuen BOersenMOnat-Aktiensparplan-MusterDepot 2022 werden wir versuchen aus geringem Startkapital etwas in den kommenden vier Jahren zu machen. Das BOMO-Aktiensparplandepot ist für den kleinen Geldbeutel gedacht.
Bei einem Startkapital von 2000 bzw. 4000 € und einer monatlichen Sparrate von 133,33€ (oder 400€ pro Quartal) haben wir die Absicht aus ein oder zwei Aktien zum Start – ab dem 3. Januar 2021 – elf gewinnbringende Aktien in 48 Monaten generieren. Wer dabei sein will kann schon mal Cash sammeln und – sofern bereits vorhanden – auf das Verrechnungskonto seines/ihres Depots überweisen.

Punkt 5:
Die Qualität und Stabilität des eigenen Depots kann mit einem selbstgebastelten „Risiko-Indikator“ taxiert werden.
Ich klassifiziere Aktien wie folgt:

A – sehr seriös + regelmäßige Spitzendividende – steigen seit Jahren u. hohe Dividendenrendite: –
B – seriös – steigen meist seit Jahren: Sony, Apple, Encavis , Anta Sport, Österreischische Post
C – volatil – zyklisches Up und down: 3D Systems, BP, Bank of Ireland , Solarparken, Barrick Gold, Bayer, LPKF, Niu Tech, Lenovo
D – spekulativ – meist hohes KGV und hohe Kursziele: BioNTech, Bike 24, Cliq Digital, ITM Power, AirShuttle, Varta, VW
E – hochspekulativ – Hopp oder Flop: Sunhydrogen

Natürlich ist man vor Überraschungen nicht sicher und Aktien können auch einmal die Klasse wechseln. Aber grob gesagt ist das Risiko in Klasse A am geringsten, während in Klasse E der Totalverlust jederzeit eine 50% Chance hat.

22 Aktien – kein Cash und dennoch Bewegung an der Börse


Einerseits ist das Depot nun voll ausgebaut, andererseits ist aber auch keine Cash mehr vorhanden um in gute Chancen zu investieren. Vw wäre so eine Chance, solange der Kurs unter 200 € verharrt, schließlich locken bei VW die Kursziele der Analysen zwischen 235 und 315 €. Aber woher Cash nehmen? Immerhin stehen im November für neun der 22 Aktien noch die Quartalszahlen ins Haus, sodass Kurs-Anstiege oder Abrutscher möglich und wahrscheinlich bleiben. Deshalb kann noch Cash durch Teilverkäufe gut laufender Aktien oder eben auch durch Teilverkäufe Verlust bei der einen oder anderen Aktie vorgebeugt werden. Gezeiten- und Wellen-Effekte sind eben auch an der Börse üblich. Also bei Schwächlingen oder übergewichtigen Aktien abspecken und das so frei werdende Geld in die Aktien stecken, die sich erkennbar für die Jahresendrallye eignen.

Ernesto O.

„Der Börsenmonat“ stellt keine Empfehlungen für Aktienkäufe oder Verkäufe dar. Jede/r User/in muss seine/ihre eigene Risikobereitschaft für Investitionen in Aktien festlegen und danach handeln. Dieser Blog beschreibt lediglich die Marktlage nach den Einschätzungen des Autors.

Der Börsenmonat: Aktiensparplan BoMo 2022

#Börsenmonat

Das Börsenmonat-Musterdepot(BOMO12) hat sich nunmehr seit 10 Jahren bewährt(Startkapital – 4100 € im Januar 2012 – keine Sparrate!). Trotz eines 50%tigen Absturzes bei der Marke von 20 000 € im Brexit & Trump Jahr 2016 liegt es inzwischen mit 580% im Plus. Genug Gewinn für nützliche Anschaffungen oder lang gehegte Wünsche. Für Börsenneulinge, die nicht mit 30000 € einsteigen können hat das BOMO-Musterdepot aber keinen großen Lerneffekt mehr und speziell für die Kleinanlegerschaft, die im ersten (Lern-)Jahr mit 1000 – 5000 € an die Börse wollen, sind die „Überlebensbedingungen“ einfach völlig andere als für einen Warren Buffet, der längst nicht mehr so agiert wie vor 30 Jahren. Buffets Markenschild „Buy and Hold“ macht aus den Lernlingen von 2022 sicher kein zweites Mal die reichsten Leute der Welt. Im Übrigen hält er in seinem Depot 41% Apple-Aktien. Wer also also meint nur ein paar Apple Aktien kaufen zu müssen und sich dann schlafen zu legen, sollte wissen dass auch die Kurse der Apple Aktien in den Jahren 1993, 2000, 2002 und 2008 genauso wie die Aktien der Konkurrenz von Microsoft in den achtziger und neunziger Jahren, 2000 und 2008, mit über -40% und mehr in den Keller gingen. Finanzielle Verluste schmerzen niemand mehr als die Kleinanlegerschaft. 2022 ist nicht 2002 und gerade junge Menschen die mit 18, 28,38 oder… die ersten Schritte an der Börse machen, brauchen Beratung – KnowHow – damit es ihnen nicht wie mir in meinen ersten 10 Börsenjahren geht – himmelhoch jauchzend und dann doch zu Tode betrübt. Wartet nur ein Weilchen, der nächste Crash kommt bestimmt.

Für Neulinge an der Börse ist es also Zeit für einen zeitgemäßen Ansatz:

ETF-Aktiensparplan (nicht empfohlen)
Wer sich keine Gedanken machen will – ist bei einem DAX ETF vielleicht besser aufgehoben…Na ja, wir müssen wissen, dass ein ETF immer nur die Performance des gewählten Indizes wie z.B: DAX, MDAX, TecDAX, EuroStocks, Dow Jones oder MSCI World abbildet. Das bedeutet aber auch, dass wir nicht die bessere Hälfte des Kuchens bekommen, sondern nur den Durchschnitt, denn die schwachen Titel des DAX wurden ja auch alle eingekauft. Im Endeffekt nehmen wir also jedes Jahr nur die mittlere Performance des DAX mit, ebenso auch die negativen Jahre.
Während in Amerika die ersten ETF Experimente schon in den 1970ziger Jahren gestartet wurden, gibt es den ersten DAX-ETF in Deutschland seit 2001.

Was hier als Fehleinschätzung bezeichnet wird war keine! In Wirklichkeit lag der Fehler der Medien darin, die Liebe der Anlegerschaft zur Mittelmäßigkeit nicht zu erkennen. Ergo: Wir sind nicht Geld gierig, aber die bessere Hälfte der Aktien darf es schon sein.


Rückblickende Einlassung: 2002 startete ich als Neuling mit 4000 € („1 Monatsgehalt“) an der Börse und es gelang mir doch tatsächlich sofort den DAX zu schlagen (DAX 2002 -43%, ich -42%). Ok, ok – ich weiß auch nicht warum ich mir ausgerechnet mit 2002 das schlechteste aller DAX-Jahre als Startzeitpunkt ausgesucht habe – aber aus Erfahrung wird man bekanntlich klug, hi hi.

Zwei Dinge weiß ich heute:

  • Hätte ich 2002 zu Jahresbeginn einen DAX-ETF gekauft, wäre ich 2002 mit -43% genauso untergegangen wie der DAX, denn ein ETF auf den DAX schlägt den DAX nie.
  • Hätte mir jemand 2002 verraten, wie wichtig Timing an der Börse ist, also der Zeitpunkt des Ein- u. Verkaufs wäre ich wahrscheinlich genauso „leichtfüßig“ durch die geplatzte Dotcom-Blase spaziert wie durch den Corona-Crash im Feb/März 2020 (ich -20%, DAX -38%). Der DAX landete 2020 dementsprechend am Jahresende nur bei +3,6%, ich hingegen bei +34,7%)

Fazit: Wegen seiner Eigenschaft einen kompletten Index abzubilden kann ein DAX-ETF zwar als zusätzliche Stütze für ein Depot hilfreich sein, aber als Basisinvestment ist er ungeeignet.

Wer freies nicht benötigtes Geld an der Börse anlegen will – und nicht gerade eben zwei falsche Hände bei Aktienkauf hat – ist besser beraten das Depot selbst zu verwalten, sofern er/sie umsichtig aus dem riesigen Angebot der Aktien auswählt.

So und jetzt Butter bei die Fische:

Aktiensparplan-Muster-Depot 2022:

Start: 3.1.2022

Für Börsen-Neulinge:
Sinnvollerweise legen sie sich bis dahin ein Depot bei einer Direkt-Bank (Vergleich siehe hier) an und überweisen sich ihr Grundkapital – nur Geld das sie entbehren können – auf das Verrechnungskonto ihres Depots. Dort wartet es geduldig genauso zinslos wie auf den anderen Banken bis sie es wieder abheben.

Finanzielle Voraussetzungen:
Ideale Vorgabe für Neu-Börsianer.innen:
a) 4000 € Grundkapital
b) eine monatliche Sparrate von 133,33 € in den ersten vier Jahren (entspricht 400 € pro Quartal) Erklärung: Der Aktionär und andere Medien schlagen häufig Startdepots mit 5000, 10000 und 25000 € vor. Solch große Beträge können bzw. wollen Jungaktionär.innen aber verständlicherweise nicht sofort auf einen Streich investieren. Einerseits ist das Risiko zu groß, da es an Erfahrung mit der Börse fehlt, andererseits soll ja auch nur das wirklich freie Geld an der Börse eingesetzt werden!
c) Ziel ist es etwas für die Rente zu tun, einen Notgroschen zu haben und jährlich den DAX zu schlagen.

Das erste Jahr – der Einstieg:
Ich sagte es schon: Das Timing ist wichtig, ebenso wichtig ist es aber auch so rasch wie möglich zu einem diversifizierten Aktien-Depot zu gelangen. Diversifikation bedeutet Aktien verschiedener Branchen, Länder und Indizes(DAX, SDAX, Dow, Nasdaq, FTSE usw.) im Depot zu halten. Typischerweise kauft man ein Aktienpaket einer Firma für ca. 1000 €, das ergibt bei vollem Einsatz des Grundkapitals und der Sparrate im ersten Jahr somit vier verschiedene Börsen notierte Aktienpakete aus dem Grundkapital und ein weiteres Aktienpaket am Ende des Jahres aus der Sparrate, so dass nach einem Jahr noch ein Cash von 600 € für das zweite Jahr übrig bleibt.

Das erste Jahr – alternativer Einstieg:
Es geht aber auch die „Kleingeld-Variante“. Wer keine 4000 € Grundkapital auf dem Verrechnungskonto des eigenen Depots bereitstellen will, kann auch auf einer Basis von nur 2000 € starten. Dies ändert am Diversifikation- und Timing-Plan für das erste Börsenjahr nichts. Es werden dann pro Handel nur jeweils für 500 € Aktienpakete eines Unternehmens gekauft. Das ändert auch an der Performance nichts, lediglich der Gewinn in absoluten Zahlen ist am Jahresende geringer. Sobald durch die monatlichen 133 € der Cashbetrag groß genug geworden ist, kann schließlich auf 1000 € pro Einkauf aufgestockt werden.

Ziel im ersten Jahr:
5 Aktien diverser Unternehmen sofern es das Timing ermöglicht.


Erläuterung: Haben wir zum Beispiel vier verschiedene Aktienpakete gekauft – alle Aktien zum Einkaufspreis von sagen wir 1000 € , dann macht es nichts aus wenn 2 von den 4 um 50% fallen wenn die anderen beiden gleichzeitig um 50% steigen. Das ist dann ein Nullsummengeschäft und es ist nichts verloren. Kaufen wir aber nur zwei Aktienpakete und dann ausgerechnet die beiden Aktien, die 50% fallen, dann haben wir am Ende unser schönes Geld halbiert und Heulen und Zähneklappern ist angesagt.

Fahrplan:
Es gibt keinen festen verbindlichen Fahrplan für das Aktiensparplan-Depot 2022. Wir werden über Aktienzukauf von Monat zu Monat entscheiden. Die ersten beiden Aktien werden wir im ersten Quartal(Q 1) kaufen und diese sollten weitgehend sicher vor Verlusten sein. Aktuell würde ich aus meinem eigenen 18 Aktien-Portfolio Encavis, Varta, Apple, Sony oder Niu Tech bevorzugen. Aber genau hier ist die Sache mit dem Timing von Bedeutung. Haben diese Aktien im Januar kein gutes Momentum, dann sieht die Sachlage natürlich anders aus und Käufe werden vielleicht erst später getätigt.

So bis dann
und Cash fürs Depot sammeln…

Ernesto O.

Stay tuned

Der Börsenmonat – Todeskreuz und die rote Linie (200TL)

#Börsenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.


Da habe ich doch einmal dieses Jahr eine Woche Urlaub genommen und prompt springt der „Bulle“ DAX über den „roten Zaun“ (200 Tageslinie). Nun bricht zwar nicht eine Welt zusammen, aber es ist wie auf der Autobahn. Wechselt der DAX von der Überholspur (oberhalb der 38 TL – grün) auf die mittlere Spur (zwischen 90 TL und 38 TL ), weiter auf die LKW Spur (zwischen 200 TL und 90 TL) und schließlich auf die Standspur (unter der 200 TL – rotviolett), wie am vergangen Mittwoch geschehen, dann verliert er jedes mal an Performance und die Marktgewinne schmelzen, während die Verluste sich breit und breiter machen, -5% seit dem Sommer-Top.

Zuletzt war der DAX vor einem Jahr am 26. Oktober nach unten durchgebrochen, um aber am 3. November 2020 schon wieder die Fahrt zu beschleunigen. Bereits am 7. November erreichte er den Platz an der Sonne (über der 38 TL). Mit einer gleichen „Wettervorhersage“ tue ich mich aktuell schwer, denn die dunklen Wolken enthalten noch einiges an regnerischem Potential. Es ist eben alles möglich, nicht zwangsläufig muss dies eine kurze Kapriole bleiben. Welche Art von Klimaveränderung bis zum Jahresende dominiert, ist schwer vorher zu sagen. Schauen wir auf die Jahre 2015 bis heute, so ist festzustellen….

dass der DAX in den vergangenen sieben Jahre 15x unter die 200 Tageslinie (rote Markierungen) gerutscht ist. Nur vier Durchbrüche waren von großer Relevanz:

2015 17.8: 10940 —> 9427 = -13,8%
2015 2.12: 11190 —> 8752 = -21,7%

2016 26.4: 10260 —> 9557 = -6,8%
2016 … < -1,5%
2016 … < -1,5%
2016 … < -1,5%
2017 28.8: 12123 —> 11945 = -1,5%
2018 2.2: 12863 —> 12604 = -2,0%
2018 … < -1,5%
2018 … < -1,5%
2018 31.7: 12805 —> 10416 = -18,6%
2019 2.8: 11658 —> 11412 = -2,1%
2020 26.2: 12774 —> 8441 = -33,9%
(vom Top bei 13745 —> 38,6% vgl. Börsenmonat-Depot -20,3%)

2020 24.10: 12177 —> 11556 = -5%
2021 6.10: 15100 …. ???
Das Ergebnis von letzter Woche bleibt abzuwarten. Nicht unwesentlich dürften neben der Großwetterlage die „Wasserstandsmeldungen der Unternehmen“ sein. Die Quartalsberichte zum letzten Quartal starten gerade und es könnte bei überzeugenden Ausblicken dem DAX den Rücken stärken.

Von einem Todeskreuz spricht man übrigens an der Börse wenn die 50 TL die 200 TL kreuzt. Zwar hat jetzt die 38 Tageslinie (grün) die 90 Tageslinie (orange) nach unten gekreuzt, aber dies ist kein Grund abergläubig zu werden. Grundsätzlich sind kreuzende Tageslinie aber zu beachten. Es ist wie im Strassenverkehr: An Kreuzungen stehen Ampeln, die uns entweder stoppen oder freie Fahrt gewähren. Wir müssen also auch in Erwägung ziehen den Aktienbestand zu reduzieren. Sollte sich allerdings in den kommenden Tagen erweisen, dass die Börsen-Baustellen abgebaut werden, heißt es wieder schrittweise Gas geben. Im umgekehrten Fall aber, auf die Bremse treten und gezielt weiter Cash aufbauen. Irgendwann ist das aktuelle Tief durchkreuzt. Vom Sommer-Top bei 15937 (—> 15170) haben wir aktuell -4,8%, das ist noch mit Stock-Picking auszuhalten.

Nicht vergessen – immer eine Aktie über behalten.

Ernesto O.

Der Börsenmonat – DAX im Wechselfieber

#Börsenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Ist es schon wieder so weit?

DAX 10.9.21 Quelle: comdirect.de

Nachdem der DAX seit Mitte Juli auf der Überholspur ist hat er diese Woche einen Gang zurückgeschaltet und ist nun auf der Normalspur zwischen 90 und 38 Tagelinie gewechselt. Das Wechselfieber begann am Mittwoch als der DAX ungebremst von 15850 um 310 Punkte auf 15540 zurückfiel und am Donnerstag sofort weiter durch die 90 Tagelinge gegen Süden preschte. Allerdings erholte er sich während der EZB Sitzung und kehrte zurück über die 90 Tagelinie auf der er nun am Freitag herumtanzte.
Sollte er am Montag sich auf der Kriechspur festsetzen, reicht die Falltiefe bis zur 200 Tageslinie bei ca. 14700/14800 hinunter.

Sollte der DAX sich in der neuen Börsenwoche nicht in eine Richtung entscheiden wollen, so sei bemerkt, dass am kommenden Freitag, 18.9, Hexensabbat (großer Verfalltag) ist und am Sonntag (26.9) Bundestagswahl. Schwankungen am Freitag sind also schon ausgemachte Sache und die Kleinanlegerschaft sollte sich an der Pokerrunde am Freitag besser nicht beteiligen. Was die Bundestagswahl betrifft, so haben Politische Börsen zwar angeblich kurze Beine, aber die Anleger und Anlegerinnen sind manchmal richtige Mimosen. Ob es daher bei einem Rücksetzer wie im Juli bleibt wird sich zeigen.

Nicht vergessen: Entscheidend ist zwar die Qualität einer Aktie, aber „der Markt hat immer recht“. Also Augen auf beim Börsenverkehr.

Ernesto O.

Der Börsenmonat – September 21

#Börsenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Q 3 – das schwache Quartal

Es ist September und der Blick auf die Quartalsbilanzen des Börsenmonatdepots seit 2002 zeigt es deutlich: Das 3. Quartal von Juli bis Ende September ist überwiegend in rot. Zwar hat die erste Septemberwoche 547 € gebracht, und der August unerwartete 300 €, doch in diesem Jahr hat der Juli -900 € vorgelegt, so dass aktuell mit -53 € das Q 3 weiterhin negativ ist. Dementsprechend wurden im August die Füße still gehalten und keine Trades getätigt.

DAX und Börsenmonat-Depot Entwicklung im August
Die beste August-Performance lieferten Apple, BioNTech und ITM Power ab, am negativen Ende waren Varta, Anta Sports, Bayer und 7C Solarparken. Nur vier der fünfzehn Aktien im Depot – Lenovo, Solarparken, Sunhydrogen (Pennystock!) und Bayer, – haben seit Einkauf eine negative Bilanz, wobei Bayer mit -190 € Schlusslicht war, aber im Mai bereits 140 € Dividende abgeworfen hatte.

Alles in allem verlief der August ruhig, keine Einkäufe oder Verkäufe, dafür wurde die Watchlist immer länger, ohne dass sich im August wirklich gute Gelegenheiten ergaben. Die große Mehrzahl der Quartalberichte war positiv, aber fast alle Aktien standen danach unter Druck, am stärksten Varta. Wenn ich bei meinen Depotaktien zukaufen wollte würde ich aktuell ein Auge auf Apple, 3D Systems, ITM, Niu Tech und Encavis werfen. Encavis fällt möglicherweise im September aus dem SDAX und läuft weiter in die Unterbewertung, das sollte bald eine Zukaufchance geben. Encavis wächst stetig – Kursziel 2023 – 32 €, also 100% bis dahin. Der DAX hatte zwar im August mit 2,1% zu 0,8% die Nase vor dem Börsenmonat-Depot, aber nach wie vor lag das Depot Ende August mit 17,5%, rund 4% vor der DAX-2021 Performance von 13,4% und das obwohl der DAX von Mai bis heute drei neue Allzeithochs markierte:

Vergleich DAX 2007 und 2021

Alle denen, die jetzt dem Glauben anheim fallen, dass der DAX bis zum Jahresende problemlos noch weitere Rekord-Hochs produzieren wird, sei der Herbst 2007 ins Gebetbuch geschrieben, bekanntlich endete trotz wiederholter Rekorde von Oktober bis Dezember der DAX im Crash der Suprime-Finanzkrise s.o. Vergleich DAX 2007/2021 Natürlich bleibt es unser Ziel das Aktiensortiment des Musterdepots weiter auf ein doppeltes „Fußballteam“ auszubauen (20-25 Aktien), aber im Unterschied zur Bundesliga ist das „Transaktionsfenster“ an der Börse anhaltend offen und wir können für jede Position auf dem Depot-Platz jederzeit neu ein- oder verkaufen.

Die Aussichten bis zum Jahresende
„ Den exportorientierten deutschen Standardwerten helfen vor allem zwei Faktoren: die sich weiter erholende Weltkonjunktur und der Anlagenotstand der Anleger – auch wenn die Aktien-Bewertungen inzwischen historisch hoch sind. Vor allem die ETF-basierten Altersvorsorgeprodukte treiben die großen Indexschwergewichte weltweit. Diese passiv geführten Anlagevehikel sorgen mit ihrer eigenen Logik dafür, dass ein anhaltendes positives Momentum in den etablierten Trends weiteres Kapital anzieht – und die Hausse sich selbst nährt. Die schlechte Nachricht: Dieses Schema wird sich nicht in alle Zukunft fortschreiben lassen. Anlegern muss klar sein, dass das Pendel irgendwann in die Gegenrichtung ausschlagen wird: Dann werden wegen fallender Kurse entsprechende Umschichtungen – und daraus folgend neuerliche Verluste – die Folge sein. Die gute Nachricht: Im Moment deutet der Trend nach oben und die Anlagewelt sieht gut aus. Quelle ist Lutz Mathes, der einmal im Monat für das comdirect magazin die aktuelle Entwicklung des DAX analysiert. Sollte der DAX jedoch auf 15150 absacken sind weitere Verluste bis zur 200-Tageslinie bei 14700 Punkten zu erwarten. Danach ist ein weiteres Durchrutschen auf 13750 möglich. Das bedeutet für uns: Den Abstand zur 200-Tagelinie also weiterhin nicht aus den Augen verlieren!

Auf dem Programm steht weiterhin fahrplanmäßig die Aufstockung der börsennotierten Unternehmen bis zur Anzahl von 24 Aktienpaketen. Der Cash für die nächsten fünt Aktien zu jeweils 1000 € ist durch die Teilverkäufe im laufenden Jahr eingesammelt; nun gilt es aus der aktuell mit 23 Werten üppigen Watchlist die passenden Aktien auszusuchen. Faustregel: Pro geplantem Neukauf zwei Werte in Augenschein nehmen, das können, müssen aber nicht Werte aus der gleichen Branche sein.

Aktuelle Watchlist

Aktuell steht das Depot nach Steuern mit 615% im Plus (694% vor Steuern). Natürlich fallen auf Gewinne 25% + x Kapitalertragssteuer an, der Staat will ja auch von etwas leben. Im Unterschied zu vielen Musterdepot in den bekannten Börsen-Medien werden auch die Transaktionskosten aus dem Depot abgerechnet. Null € Transaktionskosten sind Augenwischerei und spielen schon bald nach Eröffnung des Depots praktisch keine Rolle mehr, wenn wir für 1000 € Aktie 1,5% für die Transaktion zahlen müssen. Aktien klettern oder fallen sowieso 1,5% täglich. Übrigens ab 5000 € steigen auch die Transaktionskosten pro Aktienpaket. Für unsere Kleinlegerschaft ein Grund mehr nicht mehr als 4999 € in einen Deal zu stecken.

Börsenmonat-Depot 6.9.2021

Die Top 5 des Depots hat in der ersten Woche des September schon mal ganz gut zugelegt. Ob sie ihre „Versprechen“ halten und uns das Q 3 dieses Jahr ins Positive wenden?

Übrigens – das aktuelle 10Y-Börsendepot wird Ende des Jahres geschlossen. Am 1. Januar startet ein neues Börsenmonat-Depot, das die Situation für Neulinge simuliert , die mit 1000 € an Börse starten.

Ernesto O.

Der Börsenmonat-Blog beschreibt den Umgang mit Aktien in der Alltagspraxis und stellt keine Finanz-Beratung oder Empfehlung für den Kauf von Aktien dar. Der Kauf von Aktien ist mit Risken verbunden, die möglicherweise zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen können.

Der Börsenmonat – Herbst?

#Boersenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Am 1. September beginnt der meteorologische Herbst, der astronomische Herbst folgt am 22. September, und am Freitag, dem 17. September ist Hexensabbat.

Gibt es es an der Börse Jahreszeiten?

Eine interessante Frage, die bei genauerer Recherche einige Überraschungen aufdeckt. Es ist schon ein bisschen wie mit der Wetter- und Klimadiskussion. Obwohl die Wissenschaft seit Jahren Belege für eine Klimaerwärmung und die gefährliche Rolle der Menschheit abliefert, erzählen uns ein paar „Polit-Störche“, dass dies alles nicht stimmt, weil dieser Sommer in Mitteleuropa ja, „ach so nass und kalt ist“. Aber mal ehrlich: Nur weil Schalke in der letzten Bundesligasaison gerade einmal 25 Törchen geschossen hat, bedeutet das nicht, dass es eine schrecklich Tor-arme Bundesliga-Saison war. Der FC Bayern hat ja schließlich 99 Tore eingenetzt. Während die Tor-Statistik der Bundesliga keinen Trend zu mehr Toren, eher zu weniger Toren pro Spiel aufweist ist das beim Weltklima nicht so. Die Temperaturerwämung der vergangenen 250 Jahren ist eindeutig identifizierbar. So verwundert es nicht dass eine nachhaltige Klimaänderung ebenso wie eine anhaltende Spekulation auf Rohstoffe sich in den Börsen-Statistiken niederschlägt. Diese Strömungen in den Aktienkurse sind zwar weniger eindeutig zu erkennen, aber es gibt auch hier Faktoren wie beim Fußball oder beim Wetter, die für das Auf- und Ab an der Börse bestimmend sind.

Hier sind vor allem die grundlegende Aufwärtsspirale der Märkte, der saisonale Trendwechsel, die Quartale mit ihren Berichtsmonaten, die ungezügelte Rohstoffspekulation und die Finanzpolitik der Zentralbanken und Regierungen zu nennen.

  1. Die Aufwärtsspirale der Märkte oder die „immerwährende Hausse“
Immerwährende Hausse?

Diese immerwährende Hausse ist jedoch nur scheinbar und ihr Motor ist nicht die Sonne, sondern die Inflation bzw. die wachsende Geldmenge. Dehnen wir die Zeitachse dieses Diagramms weit genug auseinander so erkennen wir die dunklen Börsen-Wetterperioden. Die regelmäßig wiederkehrenden Crashs und Korrekturen , allein in letzten 20 Jahren mehrfach: 2000 – 03/2003, 2008/09, 2011, 2016, 2020… In Wirklichkeit bewegen sich die Märkte in einer unregelmäßigen Aufwärtsspirale ➿und das seit 200 Jahren. Grob vereinfacht – die Indizes steigen um X Punkte, um dann nach einiger Zeit wieder bis zu 50% zu fallen, um dann wieder irgendwann über das alte Rekordhoch zu steigen, so dass eben eine unregelmäßige Aufwärtsspirale entsteht.

Beispiel DAX seit 1988

In einer breiten Range (s. Autobahnmodell und Börsenuhr) schiebt der DAX sich Spirale um Spirale nach oben, seit 1988 inzwischen vier Mal so geschehen. Nachdem der DAX sich bis zu einem scheinbar finalen Rekordhoch gekämpft hat, dreht er am TOP und geht oft in eine Steilkehre nach unten, wo er an einem Tiefpunkt (s. Abwärtspfeile) die Kurve wieder nach oben nimmt um eines Tages ein neues Rekordhoch zu markieren und von dort das Spiel von neuem beginnt. Am nächsten jedoch nie präzise vorhersagbaren Tiefpunkt startet dann die neue Aufwärtsspirale des DAX. Bei der Markierung der neuen Zwischentiefs kann das neue Tief sogar tiefer sein als das letzte Zwischentief, so geschehen im März 2020. Zugleich hat die Volatilität der Aufwärtsspirale in den vergangenen zwanzig Jahren leicht zugenommen, sowohl in der Auslenkung (Übertreibung und Untertreibung der Märkte) als auch im Zeitfenster (die Abstände der Extreme werden tendenziell kürzer).

2. Gutes und schlechtes Halbjahr
Neben den ganzen großen Trends im „Börsenklima“ gibt es noch einige kleinere „Wettereinflüsse“. Hier können wir das starke gegen das schwache Halbjahr abgrenzen. In der Tat läßt sich feststellen, dass die Märkte eine schlechtere und eine bessere Jahreshälfte kennen. Der Spruch „Sell in Mai…“ scheint hier eine grundsätzliche Erfahrung an der Börse widerzuspiegeln.

Meine Gewinn- und Verlustmonate Statistik für die letzten 19 Jahre Börsenmonat-Musterdepot kommt zum gleichen Ergebnis: Von November – April läuft es an der Börse besser! 60 : 34 Monate für Gewinne, während die Zeit von Mai bis Oktober 50 : 41, sieben Verlustmonate mehr aber zehn Gewinnmonate weniger aufweist. Auch der aktuelle August steht auf der Kippe. Wer also die bessere Jahresperformance für das eigene Depot anstrebt, kann sich durch Cashaufbau in den Sommermonaten auf den Startschuss für die bessere Jahreshälfte vorbereiten.

3. Die Quartale mit den Berichtsmonaten

Viermal im Jahr ist Berichtssaison. Massgebend sind hier die üblichen Kalenderquartale, die im Unterschied zu den meteorologischen Jahreszeiten am 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober beginnen. In der Regel zehn Tage nach Quartalsbeginn startet die jeweilige Berichtssaison. Die meisten Quartalsberichte werden zwischen dem 10. des ersten Quartalsmonat und dem 20. des folgenden Monats abgegeben. Berichtstermine sowie die Dividenden-Tage der Unternehmen findet man am besten, in dem man bei Finanzen.net im Suchfenster den Namen der gesuchten Firma eingibt und bei der gewünschten Aktie auf Termine/Dividende/HV klickt.

So wie sich bei den Halbjahren die Erfolgschancen auf Gewinne unterschiedlich verteilen, so unterscheidet sich auch die Erfolge in den vier Quartalen. Q 1 – 28 : 10 = 2,8 Q 2 – 30 : 18 = 1,7 Q 3 – 25 : 21 = 1,2 Q 4 – 27 : 18 = 1,5 Zwar gelang es auch mir in den vergangenen 20 Jahren in allen vier Quartalen mehr erfolgreiche als verlustreiche Monatsbilanzen abzuliefern, aber die Quartale geben sich doch erkennbar unterschiedlich. Spitzenreiter ist Q 1 mit 73% Gewinn-Monaten, vor dem Q 2 mit 62,5%, und Q 4 mit 60% Erfolgsmonaten, während das Q 3 mit 54% nur knapp überhaupt die Oberhand vor den Verlustmonaten hält. Im Januar profitieren die Quartalsberichte gerne von den dem zurückliegenden positiven Jahreszahlen und wenn nicht, so doch von dem Optimismus mit dem die Unternehmen ins neue Jahr blicken.
Im April werden die Quartalsberichte gerne mit der Aussicht auf Dividenden versüßt. Im November sind negative Aussichten zumeist schon eingepreist, während positive Erwartungen Hedgefonds dazu veranlassen nochmals zuzugreifen. Die sogenannte Jahresendrallye geht auf diesen genannten Effekt zurück.
Einzig das Sommerquartal im Juli leidet immer wieder unter den unerfüllten Erwartungen (Gewinnwarnungen nach dem ersten Kalenderhalbjahr und Gewinnmitnahmen auch bei guten Zahlen vor dem Urlaub, denn es könnte ja schlimmer werden, Dividenden gibt es ja auch keine mehr…)

4. Mikroeinflüsse
Natürlich gibt es auch regelmäßig wiederkehrende den Markttrend beeinflußende Ereignisse, die sich mal harmlos, mal heftig für DAX und co.erweisen.

  • Hexensabbate am 3. Freitag im März, Juni, September und Dezember (Spekulationswetten laufen aus…) mit dem Versuch Kurse zu wenden
  • Sitzungen und Entscheidungen der Notenbanken (Zinsschraube…)
  • Währungsverwerfungen (Schweiz 2015, EU-Austritt Großbritannien)
  • Handelstreitigkeiten (Eskalation USA – China)
  • Rohstoff-Engpässe(nach Corona) und -Spekulationen(Ölpreis 2011-12)
  • Staatsschulden (Griechenlandkrise, US-Regierungs-Shutdown)

Was die Kurse einzelner Unternehmen negativ wie positiv aus der Bahn wirft ist nun auch kein Geheimnis, wird aber oft übersehen:

  • Kapitalerhöhungen
  • teuere Gerichtsprozesse (VW, Bayer, Teva…)
  • Naturkatastrophen (Allianz, Versicherer)
  • wachsende Konkurrenz
  • Gamechanger
  • Betrugsvorwürfe
  • Shortseller – Shortqueeze
  • Übernahmen
  • Geschäftsmodell beeinflußende Politik (Subventionen)
  • etc.

    Diese Einflüsse können kurzzeitig aber auch langanhaltend sein. Dies frühzeitig zu erkennen, kann Verluste vermeiden und Gewinn bescheren helfen.

Fazit:
Es gibt an der Börse keinen Frühling, Sommer, Herbst und Winter, aber es gibt tatsächlich Zeiten im Kalenderjahr, in denen der Kauf von Aktien mehr Erfolg verspricht; wie das gute Halbjahr von November bis April, das 1. 2. und 4. Kalender-Quartal, die Dividenden-Monate und die Schnäppchen-Zeit nach den Quartalsberichten. Bevor sie also eine Aktie kaufen oder verkaufen, achten sie also auf den Zustand der Börse, die Jahreszeit, die Quartalsberichte und vergessen nicht die kleinen feinen Randbedingungen aus Punkt 4.

Wie dem auch sei. Immer eine Aktie überbehalten.

Ernesto O.

Aktienkurse können fallen und einen Totalverlust des Einsatzes verursachen.
Wer dennoch ein Aktiendepot erstellen will, sollte Penny-Stocks meiden
und das Depot in verschiedene Branchen und Länder diversifizieren.

Der Börsenmonat – August 21

#Boersenmonat – Ein Blog für die Kleinanlegerin und den Kleinanleger.

Wer erinnert sie sich noch an den Börsen-August von 2011?

Der August 2011 war eine DAX-Katastrophe und kommt mit -19% dem Corona-Crash vom März 2020 sehr nahe. Im nachfolgenden September rutschte der DAX weitere -5% , und beendete das 3. Quartal schließlich mit – 26% und 2000 verlorenen DAX-Punkten im Börsenkeller. Ich verstärkte damals durch unkluges Handeln den ohnehin seit der Finanzkrise negativen Effekt meines Musterdepots noch weiter und beschloss deshalb 2012 das Musterdepot mit 4100 € frisch aufzulegen um aus den Fehlern von 2007-2011 zu lernen.

Wie heißt es so schön? Der Markt hat immer recht – und wenn der DAX fällt….
….fällt er eben. Aber werfen wir einen genauen Blick auf den DAX von Anfang Januar bis Ende September 2011.

Das im Mai erreichte Hoch begrenzte den Aufwärtstrend und so ging es volatil hin und her bis Ende Juli. Der DAX wackelte. Das tat er auch schon Ende Februar woraufhin er die Überholspur (grüne 38Tage-Linie) verließ und rasch die 90Tage-Linie (orange Mittellinie) kreuzte um auf die Standspur unter 200Tage-Linie zu wechseln. Doch wie ein Wunder, der DAX-Motor sprang sogleich wieder an und der Absturz war abgewendet. Das Jahr 2011 versprach auch mir endlich wieder Gewinne. Das erste Halbjahr ließ mein Depot um 13% steigen und ich hatte die Nase während der DAX nur um 7% kletterte bis Ende Juli vorne . Der Juli stand allerdings im Zeichen eines drohenden Regierungs-Shutdowns in den USA und die Börse stagnierte. Erst am letzten Juli-Wochenende löste sich das USA Problem in Wohlgefallen auf.

Am 2. August war mein Depot mit 93% Aktienquote und nur mit kleinem Cash von 7% unterwegs, obwohl der DAX in den folgenden 5 Wochen 24% fallen sollte.

Musterdepot 2. August 2011

Bösartiger Weise könnte man sagen mein Depot bestand zu diesem Zeitpunkt völlig aus Auto (Fehler 1).

Zu 80% steckte das Geld in Volkswagen (35%) und Porsche (44%) zwei wirklich gute Unternehmen mit Perspektive, aber 80% Depotgeld in nur einem Konzern? (Fehler 2)

Dabei schien es als ob ich alles richtig gemacht hätte. VW meldete am 2. August Rekordwerte. Doch oh Schreck – Heftige Gewinnmitnahmen -8%!.

Die Annahme, dass gute Quartalszahlen automatisch die Kurse guter Unternehmen steigen lassen war ein Irrtum (Fehler 3).

Gleichzeitig rutsche der DAX wieder unter die 200Tage-Linie, was ich nicht beachtete (Fehler 4).

Wenn der DAX auf das Abstellgleis wechselt, heißt es (abhängig von der Lage des Depots) reagieren. Der DAX rutschte innerhalb von 10 Tagen um von 6953 auf 5613 Punkte ab,
Nun gut, am 2. August nach den Zahlen brachen Porsche und VW zwar ein, aber das Abrutschen auf ein Minus von 66 € nicht dramatisch. Am 10. August waren VW und Porsche schon 11% weniger Wert. Das waren 650 € weniger für den Volkswagen-Konzern und die 300 € Verlustregel um das Doppelte überschritten. Angebracht war also mindestens eine Halbierung der VW / Porsche Position. Stattdessen pokerte ich und erhöhte mit dem letzten Cash das Porsche-Engagement sogar auf 80 Aktien. Damit war der Griff ins fallende Messer vollendet (Fehler 5).

Bis zum 9. September reduzierte ich das ganze Depot nur auf VW und Porsche (25 bzw. 80 Aktien), ich wollte einfach nicht einsehen, dass es an der Börse Sippenhaft gibt. (Fehler 6) .

Als ich mich am 4. Oktober mich endlich von Porsche getrennt habe, hatte ich in einer JoJo-Austauschaktion (Fehler 7) dafür 53 VW Aktien.

Die Jahresendrallye – diesmal nur im Oktober – machte den Kohl aber auch nicht mehr fett. Der DAX endete mit -15% und mein Depot hatte -34% am 31.12.2011. Ende Februar 2012 endet die Eskapade mit dem Verkauf der letzen VW Aktien. Sie brachten gerade mal seit Oktober 4%.

DAX 2011: Gewinner und Verlierer
Boerse.de

…und was lernen wir daraus ?
Im richtigen Moment an die Seitenlinie gehen und den Cash erhöhen und trocken halten, bis die Börsensignale wieder einen erkennbaren Aufwärtstrend anzeigen. z.B das Momentum geht über 100 oder die 200-Tageslinie wird nach oben gekreuzt, Auch wenn der RSI sich aus dem unterverkauften Bereich gelöst hat oder die Börsennachrichten eine Kehrtwende aufzeigen. Übrigens; die besten Aktien findet man nicht immer im DAX.

Rückblick Juli 21 – Ausblick für August

Das Depot ging wie zu erwarten im Juli mit -4% in die Knie.
Die besten der 15 Aktien im Juli waren
Varta 30: +12% 459 €
BioNtech 5: + 47% 439 €
Apple 35: +6% 259€
Sony 25: +6% 124 €

Die Juli Loser im Depot waren
Niu Tech (+257%) und
3 Systems (299%),

Beide setzten im Juli mehr als 20% zurück, halten aber trotz mehrerer Teilverkäufe zusammen noch 2200 € Gewinn im Depot. Wer die Aktien nicht hat, sollte prüfen ob sich hier wieder ein Einstieg lohnt.
2021 überrascht immer wieder durch kräftige Schwankungen sowohl beim beim DAX als auch im Musterdepot. Der Januar brachte unserem Depot sofort 28%, der Februar nahm davon wieder 8% weg. Im März kehrte etwas Normalität ein -2%. Der April war eine Nullnummer aber reich an Dividende. Im Mai ging es wieder mit -3% bergab, was der Juni mit +8% konterte. Der Juli brachte es auf -4%, während die ersten Tage des August uns mit 4% auf aktuell 19,7% Performance bringen, während der DAX mit 12,5% weiter 7,2% hinterher läuft.

Im Depot befinden sich aktuell:

Nach den Neuaufnahmen von BioNtech, Bike24 und Sunhydrogen im Juni (Der Pennystock Sunhydrogen ist nichts für kleine Depots) wurde im Juli keine neue Aktie gekauft. Allerdings 3D Systems weiter reduziert, auch BioNtech (gekauft bei 199,45 € wurde bei 177 € um 2/3 reduziert, hingegen Apple um 10 Aktien aufgestockt)
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre gilt für mich im August lieber die Füße still halten, der Cash wurde auf 15% erhöht. Dafür erhält man bei einem 30000 € Depot 4 Aktien zu je 1200 € . Bei einem kleinen Depot von 5000 € mit 4 Aktien kann man mit 750-1000 € nach einer neuen Aktie Ausschau halten. Sicher steigen nicht alle Aktien innerhalb eines Monats so rasch wie BioNtech. Nach den heutigen Q3-Zahlen hat sich BioNtech auf +91% katapultiert und ist kurz davor die sechste Aktie im 100%ter-Club nach 3D Systems (311% – seit 2019), Niu Tech (235% – 2019), Sony (221% – 2016), Bank of Ireland (173% – 2020) , Anta Sports (116% – 2019)zu werden. Hier noch auf BioNtech aufspringen zu wollen ist allerdings bei der „Fahnenstange“ die sich gebildet hat, aktuell sehr riskant. Die Aussichten sind gut, genauso gut ist es jetzt auch abzuwarten bis die Aktie in paar Tagen oder Wochen aus der roten überkauften Zone des RSI zurück kommt.
Wichtiger ist es im August die Aktien daraufhin zu beobachten wie deren Kurse auf die Quartalsergebnisse reagieren. Dazu braucht es mehr denn je einer Watchlist.

Watchlist August 21

Ich bevorzuge meine eigene Watchlist, die ich mit OpenOffice Excel(Microsoft) führe. Dennoch habe ich auf meinem Handy die Watchlist-Apps vom Aktionär und von Ariva.de

Die Aktionärs Watchlist gibt mir alle News sowie minutengenau die Kurse meiner 15 Depot-Aktien an. Wenn ich mir also am Monatsbeginn Kurs und Anzahl meiner Depot-Aktien in die Notizen-App kopiere, dann brauche ich nur dann ins einzugreifen, wenn eine Aktie meine eigene Stoppmarken zu reißen droht.

Die ARIVA-Watchlist gibt mir alle Kurse und Auffälligkeiten der potenziellen Einkaufskandidaten. Diese Watchlist zeigt zugleich die Kursentwicklungen der Kaufkandidaten an und bietet zu jeder Aktie ein Forum, das fast genauso geschwätzig wie Twitter – mit allen Höhen und Tiefen – ist.

In meiner Watchlist befinden sich zur Zeit 19 Börsentitel unter Beobachtung

Eine Watchlist ohne Cash im Depot ist schlimmer als Suppe ohne Salz. Da inzwischen 15% Cash aufgebaut wurde, besteht also die Möglichkeit drei bis fünf neue Titel zu kaufen (500 – 2000 €). Die Anzahl der Anteile, die gekauft werden bestimmt ja auch den Gewinn bzw. den Verlust. Das will überlegt sein. Meine aktuelle Favoriten sind derzeit Solarparken und Lenovo als mögliche Nachkäufe, die Deutsche als longlife Aktie, K+S als Spekulation und Associated British Foods als Rebound (wie seinerseits) die Bank of Ireland.

Wer glaubt, dass man Aktienkurse nur lange genau beobachten muss, irrt auch hier. Ich beobachte K+S schon seit November 20 ab einem Kurs von 5,94 €, bei 6,50 € war kein Cash vorhanden, bei 9 € bekam ich Zweifel am weiteren Aufschwung und jetzt hat die Aktie inzwischen schon 103% zugelegt. Manchmal lohnt es sich eben schon nach 3-4 Tagen zuzugreifen. Wie zum Beispiel Schaltbau: Kaum auf der Watchlist platzt der Aktienkurs wegen eines Kaufangebots von mehr als 50 € aus allen Nähten. Aber keine Panik – die nächste Aktie wartet schon auf ihre Chance. Es ist wie 2011. Diesmal aber steht der Zeiger für VW nach oben – Kursziel Richtung 300€!

Wie eine eigene Watchlist geführt werden kann erkläre im nächsten Börsenmonat-Special.

Bis dann… und immer eine Aktie überbehalten.

Ernesto O.

Der #Börsenmonat Blog
beschreit Erfahrungen beim Management eines Aktiendepots und ist weder eine Empfehlung für den Kauf von Aktien noch eine Anlageberatung.

Aktienkurse können fallen und einen Totalverlust des Einsatzes verursachen.
Wer dennoch ein Aktiendepot erstellen will, sollte Penny-Stocks meiden
und das Depot in verschiedene Branchen und Länder diversifizieren.


Der Mix macht´s