Ist – ist nicht – ist doch nicht – was ist? (1)


Optipessirealmussi 2

zurück zu:  Gott oder die Quantenfluktuation

Ich war noch keine 40 als mich Menschen, die noch keine 20 waren nach dem Sinn des Leben fragten. Das ließ mir keine Ruhe und 20 Jahre später denke ich eine Antwort geben zu können:

Der Sinn des Lebens ist „dem Leben einen Sinn zu geben“.

Es mag verwunderlich sein, dass es mehr als 20 Jahre brauchte um zu dieser so einfachen Antwort zu gelangen, die im Übrigen nicht einfach ist – auch wenn sie einfach aussieht.
Ursächlich für die lange Zeit vom Input der Frage bis zu ihrem Output, war die Fage:
„Gibt es Gott oder gibt es Gott nicht?“

Warum die Beantwortung dieser Frage eine Bedeutung für den Sinn des Lebens hat ist leicht nachvollziehbar. Existiert Gott, dann kann davon ausgegangen werden, das Gott Einfluss auf die Existenz des Lebens nimmt. Sollte Gott existieren und  keinen Einfluss auf das Leben nehmen, dann nimmt Gott dennoch Einfluss auf das Leben, indem Gott das Leben in Ruhe lässt.
In den vergangenen Jahrtausenden wurde viel Kluges und noch mehr Dummes über die vermeintliche Existenz bzw. Nicht-Existenz Gottes geschrieben. Doch trotz vieler Versuche und zahlreicher Lektüre, nebst selbst gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnissen wollte mir die Antwort auf „Gibt es Gott oder nicht?“ einfach nicht gelingen. Vor kurzem fiel mir dann  das Buch: „GOTT – eine kleine Geschichte des Größten“ von Manfred Lütz in die Hände.

Ergebnis: Gott ist zumindest schon mal kein Katholik – auch wenn Manfred Lütz das vielleicht gerne so hätte…
Dennoch, das  Buch gab mir Denkanstöße, die mich  zu einer einfachen Lösung der Gottesfrage brachten, die wie ich meine weder historische noch religiöse Argumente benötigt und nicht im offenen Widerspruch zur Beobachtung der Natur steht.

Gehen wir die Frage mit offenem Visier an, dann gibt es zwei mögliche Antworten. Die eine lautet:“ Es gibt Gott“, die andere: „Es gibt keinen Gott bzw. Gott gibt es nicht.“ Allerdings möchte ich noch eine dritte Möglichkeit ins Spiel bringen auch wenn sie abwegig erscheint. Es gibt ein bischen Gott. Das klingt zwar wie ein bischen schwanger und das gibt es nicht !?! und damit können wir uns auch zunächst zufrieden geben. Verfolgen wir zunächst der These und der Antithese so gelangen wir wenn wir Gott bejahen wollen zur Annahme dass der/die/das Gott „das Größte“ ist und somit entweder universal und/oder allmächtig sein muss. Im Gegenzug stellt sich die Frage, ob es keinen Gott, im Sinne eines abwesenden, toten oder schlicht nicht existierenden Gottes gibt oder ob es einfach Gott ganz und gar nicht gibt, d.h. auch nie eine Chance oder Möglichkeit bestand, besteht oder bestehen wird, dass Gott doch irgendwie entstehen könnte, was zugleich verlangt, dass es nichts gibt woran man glauben könnte bzw. es sich lohne daran zu glauben.

1) Der universale Gott:
Gibt es Gott, so müßte Gott nach menschlichem Verständins „das Größte“ sein, denn ein Etwas zu dem die Menschen nicht aufblicken können – wie kann das Gott sein? Etwas ohne besondere Größe – das entspricht nicht der menschlichen Vorstellung von Gott. Gewiß, in vielen Religionen heißt es – oder so ähnlich: „Du sollst dir kein Bild von Gott machen“.  Aber mal ehrlich: Jeder der behauptet, er würde sich kein Bild von Gott machen, belügt sich selbst. Wir können nicht den Namen Gott nennen, ohne uns ein Bild zu machen, selbst wenn wir die Harry Potter Technik verwenden – „Der, dessen Namen nicht genannt werden darf….“ und jeder weis sofort – es ist Voldemort. Die Tatsache, dass wir etwas einen Namen geben – da ist etwas und das heißt Gott! – hat zur Konsequenz, dass Gott mehr ist als „Nichts„.

Warum muss Gott nun mindestens universal sein?
Der Mensch hat seit Anbeginn über die Größe des Alls gestaunt, über seine Kräfte und all die „Wunder“, die unser Universum hervorgebracht hat, inklusive uns selbst. Das All erscheint in vielen Eigenschaften – wie Raum und Zeit – unendlich, selbst wenn der Raum unseres Universum endlich sein sollte, dann verhält sich der Mensch zum Universum wie der Floh zum Elefant, oder besser wie die Mikrobe zur Erde oder gar ein Atom zur Milchstraße….also falls der Raum, in dem wir spazieren nicht  unendlich sein sollte dann ist er zumindest über-endlich. Rudi Rucker hat in seinem Buch „Die Ufer der Unendlichkeit“ den Versuch gemacht uns die Unendlichkeit zugänglich zu machen und dabei festgestellt, dass sie mit der Überabzählbarkeit beginnt und dann die merkwürdige Eigenschaft hat absolut aber dennoch relativ zu sein. Einfach gesagt – ein Fass das überläuft, macht auch wenn man noch so viel Wasser nachschüttet nichts anderes, als  über zu laufen.  Fügt man zur Unendlichkeit noch 10 weitere Endlichkeiten oder 10 weitere Unendlichkeiten, das Ergebnis ist und bleibt das gleiche: Unendlichkeit! Einzig die Mächtigkeit ist jetzt (gefühlt) größer als zuvor.

Wir könnten uns zufrieden geben und sagen: „Ok, Gott und das Universum ist ein und dasselbe: Klar, wunderbar und wundersam, überabzählbar und vielleicht auch unendlich, kraft- und geheimnisvoll.“ Aber wie wir Menschen so sind, uns wurde die Gabe der „Neugier“ in die Wiege gelegt, wir wollen hinter die Kulissen von Raum und Zeit schauen und formulieren Erwartungen!

Wäre das nun alles, dann würden sich die Atheisten freuen, denn sie könnten leicht behaupten, dass Gott und das Universum ja identisch seien und in Wirklichkeit Gott nur ein anderer Name für Universum ist, Gott also in Wirklichkeit nicht existiert.  Wie war das eben noch gleich mit der Mächtigkeit… und der Übermächtigkeit?

Fortsetzung folgt….

2) Der allmächtige Gott

3) Der abwesende Gott – Gott ist tot

4) Da ist nichts – Gott existiert nicht

5) Der formunabhängige existierende Gott

     und: Gott und das Multiversum

Ernesto O. 01-2014

 

 

Ein Kommentar zu “Ist – ist nicht – ist doch nicht – was ist? (1)

  1. Pingback: Ist – ist nicht – ist doch nicht – was ist? (4) | Raumzeitwellen Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s