Gott oder die Quantenfluktuation


 

Samstagabend. Werbung zwischen zwei Fußballspielen, wer will die schon sehen. Also nehme ich die Fernbedienung und klicke von oben herunter.

Kanal 33, oh Überraschung, Hope Channel. Interessant, da erklärt doch gerade so ein zweiter Professor Lesch die Entstehung des Universums. Wie hat alles angefangen?  Mit dem Urknall, aus dem Nichts, oder hatte Gott seine Finger im Spiel? Er zitiert Stephen Hawking, der gesagt haben soll, dass ja irgendjemand bzw. irgendetwas die Formeln für unser Universum mit den  Startbedingungen aufgestellt haben muss.
Im dialektischen Selbstgespräch kämpft sich Mr. Hope beim Wer oder Was bis zum Nichts durch. Aus dem Nichts kann die Welt aber nicht entstanden sein, denn wer dies glaubt mache sich lächerlich, weil aus Nichts nichts entstehen kann. Nun gut, ich beiße in mein imaginäres Schnitzelbrot, während Mr. Hope die Gretchenfrage stellt.

Was hat das Universum verursacht: Gott oder die Quantenfluktuation?
Mr. Hope stellt jetzt die Killerfrage. Die Quantenfluktuation kann ja nicht von alleine gekommen sein, also für ihn  ist die Sache klar … Für mich auch; ich warte die Antwort erst gar nicht ab und schalte zurück zum Fußball.

Aber halt! Gott als erste Ursache? So einfach ist das ja nun auch nicht – wenn die Quantenfluktuation eine bzw. einen (Ver)ursacher hatte und nicht durch sich selbst entstanden ist, warum bitteschön – in drei Gottes Namen –  sollte Gott dann als Selbsterreger entstanden sein? Wer oder Was ist also die Ursache für Gott?

Da müssen wir doch noch einmal ganz schön nacharbeiten.

Was Mr. Hope hier mit uns machen wollte, ist ja nichts anderes als die alte Geschichte von der Henne und dem Ei, wobei Gott dieses Mal wohl die Rolle der Henne übernehmen sollte und nach der Lesart des Mr. Hope natürlich zuerst da war, weil Eltern „ja immer vor den Kindern“ da sind. Dumm nur, dass Eltern zuerst einmal Kinder sein müssen … Mehr als ein Unentschieden springt da für Gott nicht heraus. 

Also: Falsche Frage – nächste Frage.

 

Ernesto O.

Wer die Frage nach dem Ursprung des Universums und ggf. Gottes stellen will, darf es sicherlich nicht mit „Oder“-Fragen versuchen. Wer nur kreuz oder quer denkt, wird das nicht schaffen. Es muss kreuz und quer gedacht werden. Ich werde mich demnächst mit dieser Frage wieder befassen …

 

 

 

 

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4 Kommentare zu “Gott oder die Quantenfluktuation

  1. Hallo, das ist wirklich interessant. Vorallem die Erklärung mit Henne & Ei…..und jetzt kommt das ABER: Der Mensch bzw. wir denken immer im Ursache und Wirkung Prinzip. Das funktioniert auch solange wie man voraussetzt, dass die Ursache VOR der Wirkung war, sprich es muss Zeit vergehen. Raum und Zeit sind jedoch erst durch den Big Bang entstanden. Also ist die Frage nach der Ursache bzw. nach dem DAVOR absurd. Ohne Zeit kann nicht mehr zwischen Ursache und Wirkung unterschieden werden.
    An dem gleichen Problem scheitert auch die Frage: „Wenn Gott das Universum schuf, wer schuf Gott?“ – Unser Hirn kennt nur die Alltagserfahrungen. Daher scheitert unser Verstand an dieser Frage. Den sinnvollsten Umgang bestreiten damit wohl die Agnostiker.

    • Hi, schön das mal jemand bereit ist sich mit mir blind auf ein „Gletscherfeld voller tiefer tückischer Spalten“ zu begeben. Habe gerade das Buch „Der schwarze Schwan“ gelesen, danach möchte ich allerdings bezweifeln, dass es einen „sinnvollsten Umgang“ mit der Frage gibt, zumindest solange nicht, solange sich daraus keine nachhaltige Konsquenzen für die Menschheit ergeben.

      Ursache-Wirkung absurd: Klar in geschlossen Raumzeitsystemen ist es witzlos nach einem Eingang/Ausgang zu suchen, da wir bestenfalls zu einem „Nordpol oder Südpol“ gelangen. Allerdings ist es auch nicht so, dass unsere Erde nur aus ihrer Oberfläche besteht, da gibt es nach eine 3. Dimension – den Weltraum – „darüber und darunter“ Die Erde ist also ein embedded Sytem, ein ins Universum eingebettetes System und was für die Erde möglich ist, kann ja für das Universum genauso möglich sein – eine hyperkomplexe „Russische Puppe“ läßt grüßen.

      Ich will damit den Gedanken mal multivers weiterspinnen und andeuten was da noch so alles möglich ist. Wenn wir also die Möglichkeit eines Multiversums nicht ausschließlich und ich sehe keinen ernsthaften Grund, dies zu tun, dann ist es auch möglich, dass die Erde ein „Blutkörperchen Gottes“ ist und „wir ein Baustein dieser Blutkörperchen“.
      Das ist eine einfache Kaskadenbeziehung > Gott > Multiversum > Universum > Galaxien > Planetensysteme > belebte Planeten.
      Lustigerweise ergibt sich daraus, dass wir für Gott nützlich sind.
      Ernesto O.

  2. Pingback: Ist – ist nicht – ist doch nicht – was ist? (1) | Raumzeitwellen Blog

  3. Pingback: Ist – ist nicht – ist doch nicht – was ist? (4) | Raumzeitwellen Blog

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